HSH Nordbank Aufsichtsratschef Peiner tritt nicht wieder an

Der ehemalige Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner zieht sich als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank zurück. Er zieht damit Konsequenzen aus der tiefen Krise der Landesbank

Er werde im April nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren, sagte Peiner dem Hamburger Abendblatt  vom Montag. Sein Ziel, die Bank an die Börse zu bringen und den politischen Einfluss zu verringern, sei "heute nicht mehr realistisch", begründete Peiner seinen Rückzug.

Der ehemalige CDU-Stadtpolitiker räumte Mitverantwortung für die finanziellen Probleme der HSH Nordbank ein: "Aus heutiger Sicht erkennen wir, dass das Kreditersatzgeschäft für die Bank zu groß war. Ich frage mich, ob ich das nicht aufgrund meiner Erfahrungen schon früher hätte sehen und erkennen können." Peiner sagte, er hätte bereits nach der Fusion der Landesbanken für Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr 2003 das Geschäftsmodell der Bank infrage stellen müssen, weil ihr Wertpapier-Portfolio im Vergleich zum niedrigen Eigenkapital und in Anbetracht des Risikomanagements zu groß gewesen sei. Er habe allerdings schon vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 eine deutliche Reduzierung des Geschäftsvolumens gefordert und den Vorstandschef ausgewechselt.

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Um die Krise zu überstehen, brauche die HSH möglicherweise einen Partner. Die Landesbank sei wichtig für die Schifffahrt und für norddeutsche Firmenkunden. "Dennoch muss sich die Bank für die Zukunft fragen, ob es möglicherweise Partner oder Fusionskandidaten gibt." Eigentümer der Bank sind Hamburg (30,4 Prozent), Schleswig-Holstein (29,1 Prozent) und der US-Finanzinvestor J.C. Flowers (25,7 Prozent).

Der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein, der 14,8 Prozent hält, will seine Anteile an das Land verkaufen. Die HSH braucht drei Milliarden Euro Kapital und zehn Milliarden Euro an Garantien, die von den Ländern kommen sollen.
 

 
Leser-Kommentare
    • NoG
    • 23.02.2009 um 12:12 Uhr

    "US-Finanzinvestor J.C. Flowers (25,7 Prozent)"

    ...die hsh nordbank war auf seiten der kommunen mindestens einmal finanzierer eines kommunal-us-leasing deals.

    wer sich etwas mit diesem us-leasing modell auskennt, weiß das ein insolvenzrisiko der den sub-lease vertrag finanzierenden bank von der kommune getragen wird.
    also ist die hsh-nordbank eine fuer das system wichtige bank...

    der staat/ die kommune/ wir alle muss in jedem falle einspringen, sonst werden kommunale anlagen (und meist wirklich solche die nach jeder auffassung unbestritten der kommunalen daseinsvorsorge dienen!)...
    das der urspruengliche "sinn" dieser deals - der barwertvorteil aus dem "vor -und zurueckleasen" - somit in luft aufgeloest wird und am ende wohl ein absolutes minusgeschaeft darstellt, zeigt wie riskant dieser modell war und wer den eigentlichen vorteil ziehen konnte:
    irgendwelche us-trusts zum zwecke der steuervermeidung in den usa.

    viel spass beim abwickeln, retten...

  1. Die Fragen stellen sich ja auch immer peinlicher:

    1. worin denn die Aufsicht der Aufsichtsräte der Banken genau bestand

    2. an welcher "Verantwortung" genau sie so schwer trugen

    3. Wie diese "Verantwortung" belohnt wurde

    4. Worin die "Verantwortung" spürbar wir

    Ex-Bundeswirtschaftsminister könnte zum Vorbild werden: Wie und wann man

    sich der Verantwortung am geschicktesten entzieht .

    • NoG
    • 23.02.2009 um 12:17 Uhr

    "US-Finanzinvestor J.C. Flowers (25,7 Prozent)"

    was spielt der eigentlich fuer eine rolle?

    die hsh nordbank war auf seiten der kommunen mindestens einmal finanzierer eines kommunal-us-leasing deals.

    wer sich etwas mit diesem us-leasing modell auskennt, weiß das ein insolvenzrisiko der den sub-lease vertrag finanzierenden bank von der kommune getragen wird.
    also ist die hsh-nordbank eine fuer das system wichtige bank...

    der staat/ die kommune/ wir alle muss in jedem falle einspringen, sonst werden kommunale anlagen (und meist wirklich solche die nach jeder auffassung unbestritten der kommunalen daseinsvorsorge dienen!) in eigentum des us-trusts (steuervermeidungsgesellschaft, meist mit sitz auf den cayman-inseln etc.) uebergeht.
    diese gesellschaft kann dann frei ueber deutsches kommunales eigentum verfuegen.

    das der urspruengliche "sinn" dieser deals - der barwertvorteil aus dem "vor -und zurueckleasen" - somit in luft aufgeloest wird und am ende wohl ein absolutes minusgeschaeft darstellt, zeigt wie riskant dieser modell war und wer den eigentlichen vorteil ziehen konnte:
    irgendwelche us-trusts zum zwecke der steuervermeidung in den usa.

    viel spass beim abwickeln, retten...

    mein beitrag bezieht sich auf eine diplomarbeit aus 2003 ;)
    eventuell hat sich da einiges geaendert, da diese us-leasingdeals mittlerweile untersagt sind (?).
    im uebrigen war die literaturrecherche damals verdammt schwer ;)

  2. Er übernimmt die Verantwortung und geht. Welche Verantwortung? Sich feige aus der Affäre ziehen wäre wohl eher richtig. Die Bank an die Börse bringen. Wer, um Himmels Willen, spannt uns Bürgern einen Rettungsschirm vor solchen Verbrechern? Was hat eine Landesbank mit Spekulationen zu tun? Ich weiß, ich weiß, die mussten angeblich so handeln. Warum mussten sie so handeln... weil die Politik sie dazu trieb. Wessen Köpfe nähmen sich wohl gut vor der Landesbank aus?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chali
    • 24.02.2009 um 14:45 Uhr

    Ja - reicht das denn nicht? Ist das denn nicht Sümbol genug?

    Von Konsequenzen war doch nie die Rede!

    • Chali
    • 24.02.2009 um 14:45 Uhr

    Ja - reicht das denn nicht? Ist das denn nicht Sümbol genug?

    Von Konsequenzen war doch nie die Rede!

    • Chali
    • 24.02.2009 um 14:45 Uhr

    Ja - reicht das denn nicht? Ist das denn nicht Sümbol genug?

    Von Konsequenzen war doch nie die Rede!

  3. Herr Peiner zieht Konsequenzen?

    Hoffentlich zieht er sie für alle Aufsichtsratsposten.

    Der folgende Erguss sollen niemanden beleidigen, aber es ist auch an der Zeit Dinge beim Namen zu nennen.....

    Schon damals als Senator der Hansestadt Hamburg war er immer voll und ganz am Drücker der HSH (und nicht nur dort). Unter anderem ist er auch einer der Hauptverantwortlichen für die "Privatisierung" der Hamburger Krankenhäuser. Das Ergebnis ist bekannt.

    Das was im Sozialismus die engstirnigen und ideologischen Apparatschiks waren, sind Leute von seinem Schlage in unserem System. Entsprechend sind dies die Apparatschiks des Totalkapitalismus.

    Manche Menschen wollen nicht verstehen, dass neben dem Sozialismus auch der Totalkapitalismus gescheitert ist.
    Aber trotzdem wird weiterhin Monopoly gespielt - auch mitten im Drama oder besser: am Anfang des Dramas.

    Mann, Mann, Mann.......

    ...."Shareholder Value" ist vorbei - ..... es sei denn, es wird der soziale Friede vorsätzlich aufs Spiel gesetzt.
    Mal sehen, wann in Deutschland in grösserem Maße die selbsternannten "Topmanager" von den Arbeitnehmern eingeperrt werden?

    Konsequenz und Verantwortung heisst für mich:
    - Ich, Dr. Peiner, habe wesentlich daran mitgewirkt, dass hier 2 Bundesländer vielleicht den Bach runtergehen und politisch handlungsunfähig werden/sind.
    - Ich habe mich geirrt! Ich trage Verantwortung, da ich der oberste Kontrolleur im Aufsichtsrat war und auch fachlich hätte voll im Bilde sein müssen.
    - Ich war jahrelang auch nur auf maximalen Gewinn fixiert, sodass ich blind fürs Eigentliche wurde.
    -Es tut mir leid für die Menschen, die unter der Geldgier jetzt leiden müssen.

    Nicht:
    - Ich steige aus, weil das Ziel an die Börse zu gehen und weiterhin Monopoly zu spielen, gescheitert ist.
    - Ich lasse ehemaligen Vorstände auf Ihre Fehler überprüfen.
    - Ich versuche mir noch eine (zwar leicht gräuliche) weisse Weste anzuziehen.

    Schlimm ist es nur, wie viele Menschen jetzt durch z.B. Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht nur leiden, sondern auch Tragödien durchstehen müssen, ohne dass unsere "Topmanager" auch nur ein bisschen Verantwortung tragen müssen, geschweige denn aus dem Verkehr gezogen werden. Irgendwie kann man das schon mit der misslungenen Entnazifizierung vergleichen - zugegebener Maßen in einer völlig anderen Richtung.

    Ich will es nicht beschwören - aber, da der Deutsche von Haus aus Weltmeister im Aushalten ist und wenig Zivilcourage besitzt, wird er lieber wieder politisch abgleiten....wohin auch immer! da kann er sich dann hinter einem Parteilogo verstecken!

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