Automobilkrise Saab rutscht in die Pleite
Die Verluste schreibende schwedische GM-Tochter Saab hat Insolvenz beantragt. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel
Saab hat Insolvenz beantragt und will sich im Rahmen einer Neuorganisation aus dem GM-Konzern herauslösen. Nach einer Beratung des Aufsichtsrates reichte das Unternehmen einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Gericht ein. Grund der Pleite ist aus Sicht von Branchenkennern das Ausbleiben von Kapital aus den USA sowie von Hilfen durch Schwedens Regierung. Betroffen sind 4000 Beschäftigte, davon 3700 im Stammwerk Trollhättan bei Göteborg. Gefährdet sind zudem bis zu 25.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt.
GM stimmte der Abtrennung von Saab bereits zu. Die Beschäftigten sollen unter einem gerichtlich eingesetzten Insolvenzverwalter weiter produzieren. Der ebenfalls schwer angeschlagene amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) hatte zuvor einen Insolvenzantrag nicht ausgeschlossen, hoffte aber auf staatliche Hilfen für sein schwedisches Tochterunternehmen.
Die Regierung in Stockholm hatte eine Übernahme von Saab oder seiner Werke jedoch abgelehnt. Sie warf General Motors zudem vor, sich seiner Verantwortung als Eigentümer zu entziehen und völlig unrealistische Vorstellung über staatliche Hilfen zu haben.
Von den Problemen bei GM sind auch die deutschen Opel-Werke betroffen. General Motors war 1990 mit 50 Prozent bei Saab eingestiegen und übernahm den schwedischen Autobauer im Jahr 2000 vollständig. GM stellte Saab Ende 2008 zum Verkauf, fand aber keinen Interessenten.
Als mögliche Rettung für das schwedische Unternehmen gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Autobauer gehört ebenfalls zu GM. Die schwedische Boulevard-Zeitung Expressen berichtet über konkrete Verhandlungen von Saab mit Opel. Demnach ist ein Zusammengehen ohne die bisherige US-Konzernmutter General Motors im Gespräch.
Dagegen sagte der deutsche Opel-Betriebsratschef Harald Lieske aus Eisenach, eine hundertprozentige Loslösung von GM sei nicht möglich. Beide Konzerne seien zu stark verflochten. Er plädiert für eine Minderheitsbeteiligung von GM.
- Datum 06.05.2009 - 15:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa/Reuters
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