Insolvenz Saab muss Produktion stoppen
Der schwedische Zoll hat die Fertigung des insolventen Autoherstellers blockiert und verlangt die Zahlung ausstehender Gebühren. Es soll sich um eine "beträchtliche Summe" handeln

© ADAM IHSE/AFP/Getty Images
Stillstand bei Saab wegen ausstehender Gebühren
Wegen akuter Zahlungsprobleme muss Saab die Produktion einstellen. Wie ein Sprecher des Zollamtes am Mittwoch bestätigte, verbot die Behörde jede Anlieferung oder Auslieferung von Material oder fertigen Autos für das Stammwerk Trollhättan. Das Unternehmen habe seine Zollgebühren nicht entrichtet. Es handele sich um "eine beträchtliche Summe".
Saab hatte vergangene Woche als Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) Insolvenz beantragt, dabei aber auch die Fortsetzung der Produktion mit 4100 Beschäftigten angekündigt. Aus dem Unternehmen verlautete, dass man die Probleme mit dem schwedischen Zoll "alsbald" lösen werde.
GM kämpft selbst um sein wirtschaftliches Überleben. Der in Detroit ansässige Mutterkonzern will die Fortsetzung der Produktion für die zunächst auf drei Monate befristete Umstrukturierung Saabs zu einem "selbstständigen Unternehmen" finanzieren, verlangt aber auch Regierungszuschüsse aus Stockholm. Die Regierung lehnt alle Hilfen so lange ab, bis es keinen neuen Eigner gibt. Saab lieferte 2008 insgesamt 94.000 Autos aus.
Zu den Tochterfirmen von General Motors zählen neben Saab auch die britische Schwestermarke Vauxhall und Opel. Die rund 50.000 Beschäftigten der drei Unternehmen wollen am Donnerstag mit Demonstrationen und Protestaktionen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze werben. Die zentrale Kundgebung ist in Rüsselsheim geplant. Darüber hinaus sind Demonstrationen in neun weiteren europäischen Ländern angesetzt.
- Datum 25.02.2009 - 18:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
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