Saudi-Arabien

Rochaden in Riad

Der greise saudische König Abdallah verordnet seinem Land eine stille Revolution. Das sollte westlichen Demokratie-Exporteuren zu denken geben

Saudi-Arabien – das ist für viele im Westen Inbegriff von Unbeweglichkeit, Sinnbild der Undurchschaubarkeit, Hort der islamischen Reaktion. Stimmt das Bild noch? König Abdallah bin Abdul-Aziz hat, obschon selbst über 80 Jahre alt, eine grundstürzende Verjüngung in führenden staatlichen Positionen durchgesetzt. Es ist die größte Regierungsreform seit zwei Jahrzehnten.

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Doch damit nicht genug: In einem Land, in dem für Frauen absolutes Verhüllungsgebot und Lenkverbot am Steuer besteht, setzt der Reformerkönig zum ersten Mal eine Frau als Ministerin ein. Da staunte die Männerwelt am Golf nicht schlecht.

Es ist aber auch an der Zeit, dass der Westen ein wenig staunt. Denn diese Reform ist ganz ohne westliche Zeigefinger und gutgemeinten Druck über Saudi-Arabien gekommen. Und darin liegt ihre weitreichende Bedeutung.

Nora bint Abdullah al-Fajes, die neue Vizeministerin für Erziehung und künftige Alleinverantwortliche für die Frauenausbildung, ist kein privilegierter Sprössling der weitverzweigten Königsfamilie. Die Reformerin ist in einer Mittelstandsfamilie im Nadsch aufgewachsen, der konservativen Gegend um Riad. In der Hauptstadt studierte sie Soziologie, rundete später ihre Studien im US-Bundesstaat Utah ab. Die Mutter von fünf Kindern arbeitete erst als Lehrerin, dann zog es sie ins Erziehungsmanagement von Privatschulen, schließlich staatlicher Einrichtungen.

Zeitungen bildeten ihr unverhülltes Foto ab, was sich nicht schickt für saudische Frauen. Die Hohepriester der Reaktion heulten auf. Nora al-Fajes sagte lediglich, sie wisse nicht, woher das Foto komme. Damit legte sie den Miniskandal ad acta.

Das alles zeigt: Für die konservativen Betongießer in Saudi-Arabien brechen schwere Zeiten an. König Abdallah hat eine ganze Reihe ihrer Bastionen geschleift. Der höchste Richter musste gehen, jener Mann, der vor Kurzem anregte, Eigentümer "unmoralischer" Satelliten-TV-Programme zu erschießen. Der Führer der Schura, des saudischen Prototypen eines Parlaments, wurde durch einen Jüngeren ersetzt. Eine ganze Reihe von halbgreisen Abgeordneten musste das hohe Gremium verlassen. Ebenso wurden der Kultur- und Informationsminister, der Gesundheitsminister, der Chef der Zentralbank, der Justizminister und vor allem der Befehlshaber der berüchtigten Religionspolizei in Rente geschickt. Neue, jüngere Vertraute Abdallahs übernehmen.

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Leser-Kommentare

  1. ... möchte man sich nicht nur, sondern man wünscht sich sehnlichst ein Minimum an Rechtschreibung und korrekter Grammatik in solchen Texten.

  2. Natürlich darf man einen Hauptkunden hiesiger Consulting Firmen nicht direkt beleidigen oder öffentlich kritisieren.

    Saudi Arabien ist eines der trostlosesten Länder auf dieser Welt. Besitzer der Firmen sind Saudis. Das Top-Management sind Europär und Amerikaner. Die Middle-Management Posten werden Saudi's zu geschanzt, welche ihren Job "sehr" gut machen. Die Arbeiter sind die Sklaven aus Asien ohne jegliche Rechte. Einheimische Frauen!? Sieht man nicht. Kontakte mit einem Saudi aus dem Middle-Management sind verpönt und habe ich persönlich nie erlebt. Die reichen Saudis halten die Türen für alle anderen sowieso verschlossen.
    So trifft sich die westliche Diaspora am Hotel Pool oder in der Lounge und langweillt sich zu Tode.

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    Thumann lebt in Joffes Paralleluniversum "Bilderberg", deren aufgeklärte "gütige" Führer hoffentlich nie schlechte Laune haben.

    Sonst rollt einem schnell der eigene Kopf vor die Füße...
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Ich denke, dass sie vermutlich recht haben, wenn Sie die Zustände in Saudi-Arabien beschreiben.
    Doch muss das kein Grund sein, den Artikel schlecht zu bewerten oder in das Reich der Propaganda zu verbannen.
    Es kommt vielleicht nur auf den Standpunkt an.

    Für unseren westlichen Standard haben sie unzweifelhaft recht, doch aus der Perspektive Saudi-Arabiens?
    Es ist doch überall zu beobachten, dass Gesellschaften eben nicht mehrere Jahrhunderte Entwicklung überspringen können, ohne in Krieg oder Bürgerkrieg über Jahrzehnte zu verfallen. Schon ein beschleunigtes Tempo ist für jede Kultur, jedes Land ein ungeheurer Stresstest.
    Zu viele soziale, wie Machtstrukturen müssen in Frage gestellt werden, zu viele letzte Instanzen, die einer Gesellschaft Stabilität verleihen müssen geopfert bzw. transformiert werden.
    Selbst bei uns hat unsere heute so selbstverständliche Kultur Millionen von Todesopfern gefordert im Laufe der Geschichte, nicht zuletzt die des 2. Weltkrieges. Wer sind wir, das uns das berechtigt uns auf das hohe Ross zu setzen?
    Wenn der saudische Regent hier Fortschritte gegenüber dem althergebrachten durchsetzt und seine Gesellschaft mitnimmt, so ist das in jedem Falle alle Achtung wert.

    Berthold Grabe

    • 24.02.2009 um 13:42 Uhr
    • Zel

    Also mir scheint fast, die haben da eine besser funktionierende Demokratie, nur ohne Wahl. Wir haben hier zwar das Recht, alle paar Jahre ein Kreuz zu machen, aber hat irgendwer schonmal einen Kanzler durch die Republik fahren sehen und dann die Wünsche der Menschen umsetzen sehen, geschweige denn die eigenen Wahlversprechen.

    Warum wird immer so getan, als würden wir in einer Demokratie leben. Wir tun das nicht, allenfalls in einer daran erinnernden vordemokratischen Regierungsform. Das einzige, was hier besser ist ist das es keine Todesstrafe gibt und Religion keinen großen Einfluss auf die Gesetzgebung hat.

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    Demokratie ist also, wenn der Staatschef angereist kommt und Wünsche erfüllt?
    Dann muss Europa schon seit den Ottonen ziemlich demokratisch sein. Die taten nichts anderes ihr Leben lang.

    Was Abdullah da praktiziert, könnte man aufgeklärten Absolutismus nennen. Bekanntlich keine schlechte Sache, wenn der Monarch dafür taugt. Das alte Europa jedenfalls hat sich unter solcherlei Regenten glänzend entwickelt.

    dass es sich bei Ihrem Beitrag um reine Polemik handelt, ansonsten muss ich sagen, dass ich es dann doch vorziehe, in einem Staat zu leben, in dem Gewaltenteilung herrscht, in dem nicht willkürlich entweder Volkes Wunsch bei der Regierungsarbeit gnädigerweise ein wenig berücksichtigt wird, oder aber - wenn die Launen der Herrscherfamilie gerade mal anders ticken - anders Denkende eben verhaftet und günstigstenfalls im Gefängnis vergessen werden. Mag unsere Demokratie auch schwerfällig in ihrer Entscheidungsfindung sein, den Selbstverliebtheiten und Selbstgefälligkeiten der Volksvertreter werden immerhin noch Grenzen gesetzt, Willkürlichkeit wird unterbunden, der Mensch kann - welche Meinung auch immer er hat, diese äußern und sich sicher dabei fühlen. Mich dünkt, dass viele Menschen in diesem Staat mittlerweile Dinge als völlig selbstverständlich hinnehmen, die hart erkämpft wurden und es deshalb mitnichten sind. Sicher wäre ein wenig mehr Einfluss des Volkes auf die Politik wünschenswert, wäre es erforderlich, dass die Parteien sich dem Volk mehr öffnen, genauer hinhören, sich nicht nur durch Lobbygruppen beeinflussen lassen. Die Segnungen unseres Systems jedoch dermaßen radikal in Frage zu stellen ist entweder polemisch oder ignorant.

    Wir leben in einer formalen Demokratie, die uns glauben lassen soll, dass es eine Volksherrschaft gibt. Die Realität und das Versprechen einer Demokratie sieht jedoch anders aus. Nicht die Bevölkerung, sondern die Lobbyisten entscheiden welche Regierung nun installiert werden muss. Die Auswahl ist auch nicht groß, da sowohl SPD, FDP und besonders die CDU arbeitgeberfreundlich sind. Das heißt also, daß die Mehrheit der Bevölkerung nicht das wählen kann, was sie möchte, sondern das wählen muss, was sie nicht kann und nicht möchte. Letztendlich ist es sicherlich den meisten Menschen in Deutschland egal, welche Partei am Zug ist, denn einerseits unterscheiden sich die Parteien nur in irrelevanten Details und andererseits bangen die Menschen um ihre Existenz und Zukunft. Anhand der "tollen" Wahlbeteiligungen läßt sich dies leicht nachvollziehen.
    Im Prinzip müsste die jetzige Situation nicht allzu beunruhigend sein, da sich die Menschen damit abgefunden haben und somit der soziale Frieden gewahrt werden kann, sofern die Existenzen nicht massenweise bedroht werden. Ob man die Lage in Saudi-Arabien vergleichen kann? Nein!, denn es herrscht dort keine formale Demokratie ...

    Es kann ja sein, dass man mit der Zeichensetzung der deutschen Sprache nicht so gut klar kommt. Auch die Unterscheidung zwischen "das" und "dass" fällt dem einen oder anderen nicht so leicht. Sollte man dann nicht auf öffentliche Zurschaustellung dieser Probleme verzichten? Man könnte Formulierungen suchen, die einfacher sind, z.B. so: "Das einzig Bessere in diesem Land ist die fehlende Todesstrafe und der geringe Einfluss der Religion auf die Gesetzgebung." Man wird umso ernster genommen, je weniger man zum Schmunzeln über sprachliche Fehler Anlass gibt. Das ist doch Ihr Anliegen, oder nicht, liebe Frau oder Herr Zel?

    Wenn man jedoch den beschriebenen Ausweg beherrscht, bleiben die inhaltlichen Schwierigkeiten zum Thema "Demokratie" bestehen. Da fällt mir leider gar kein Rat ein. Vielleicht ist es ein Trost für Sie, liebe Frau oder Herr Zel, dass auch in den Reaktionen auf Ihren Kommentar sprachliche Kämpfe verloren wurden. Und vielleicht lässt sich auch Tröstung finden, wenn in meinem Beitrag ein Patzer durchgegangen ist.

    Um Denker

    Wenn das meisten aber nur meckern anstatt zu handeln, dann bleiben halt die im Amt, die einfach nur machtgeil sind.

    Jeder kann sich in einer Partei engagieren(oder sogar eine gründen) Sie werden überrascht sein, wie gerne die Ortverbände neue Mitglieder mit Ideen und Engagement sehen. Glauben Sie mir, die meisten Leute dort sind ganz normale Menschen, die solche Mitglieder gerne in die Politik mit einbinden. Und dann entscheiden SIE mit, wer sich überhaupt zur Wahl stellen darf. Und wenn sie wirklich gut sind, dann wird man bald auch SIE wählen.

    Aber die meisten Meckerfritzen gehen ja nicht mal zur Wahl.

  3. Demokratie ist also, wenn der Staatschef angereist kommt und Wünsche erfüllt?
    Dann muss Europa schon seit den Ottonen ziemlich demokratisch sein. Die taten nichts anderes ihr Leben lang.

    Was Abdullah da praktiziert, könnte man aufgeklärten Absolutismus nennen. Bekanntlich keine schlechte Sache, wenn der Monarch dafür taugt. Das alte Europa jedenfalls hat sich unter solcherlei Regenten glänzend entwickelt.

    Antwort auf "Keine Demokratie?"
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    klären Sie folgende Bilder auf:

    http://www.geocities.com/...

    Mir sind "unveräußerliche Rechte" mit allgemeiner Rechtssicherheit lieber...
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    • 24.02.2009 um 15:12 Uhr
    • Isaidy

    dass es sich bei Ihrem Beitrag um reine Polemik handelt, ansonsten muss ich sagen, dass ich es dann doch vorziehe, in einem Staat zu leben, in dem Gewaltenteilung herrscht, in dem nicht willkürlich entweder Volkes Wunsch bei der Regierungsarbeit gnädigerweise ein wenig berücksichtigt wird, oder aber - wenn die Launen der Herrscherfamilie gerade mal anders ticken - anders Denkende eben verhaftet und günstigstenfalls im Gefängnis vergessen werden. Mag unsere Demokratie auch schwerfällig in ihrer Entscheidungsfindung sein, den Selbstverliebtheiten und Selbstgefälligkeiten der Volksvertreter werden immerhin noch Grenzen gesetzt, Willkürlichkeit wird unterbunden, der Mensch kann - welche Meinung auch immer er hat, diese äußern und sich sicher dabei fühlen. Mich dünkt, dass viele Menschen in diesem Staat mittlerweile Dinge als völlig selbstverständlich hinnehmen, die hart erkämpft wurden und es deshalb mitnichten sind. Sicher wäre ein wenig mehr Einfluss des Volkes auf die Politik wünschenswert, wäre es erforderlich, dass die Parteien sich dem Volk mehr öffnen, genauer hinhören, sich nicht nur durch Lobbygruppen beeinflussen lassen. Die Segnungen unseres Systems jedoch dermaßen radikal in Frage zu stellen ist entweder polemisch oder ignorant.

    Antwort auf "Keine Demokratie?"
  4. Wir leben in einer formalen Demokratie, die uns glauben lassen soll, dass es eine Volksherrschaft gibt. Die Realität und das Versprechen einer Demokratie sieht jedoch anders aus. Nicht die Bevölkerung, sondern die Lobbyisten entscheiden welche Regierung nun installiert werden muss. Die Auswahl ist auch nicht groß, da sowohl SPD, FDP und besonders die CDU arbeitgeberfreundlich sind. Das heißt also, daß die Mehrheit der Bevölkerung nicht das wählen kann, was sie möchte, sondern das wählen muss, was sie nicht kann und nicht möchte. Letztendlich ist es sicherlich den meisten Menschen in Deutschland egal, welche Partei am Zug ist, denn einerseits unterscheiden sich die Parteien nur in irrelevanten Details und andererseits bangen die Menschen um ihre Existenz und Zukunft. Anhand der "tollen" Wahlbeteiligungen läßt sich dies leicht nachvollziehen.
    Im Prinzip müsste die jetzige Situation nicht allzu beunruhigend sein, da sich die Menschen damit abgefunden haben und somit der soziale Frieden gewahrt werden kann, sofern die Existenzen nicht massenweise bedroht werden. Ob man die Lage in Saudi-Arabien vergleichen kann? Nein!, denn es herrscht dort keine formale Demokratie ...

    Antwort auf "Keine Demokratie?"
    • 24.02.2009 um 15:43 Uhr
    • ornatus

    Das Problem an unserem System ist doch, das der Einfluss des Volkes dazu führt, das jeder dem Volk Honig ums Maul schmiert, tut er das nicht, dann wird er nicht gewählt. Das extremste Beispiel ist der Ösi mit dem Stummelschnauzer. Dem Volk mehr Einfluss geben, gerne, aber erst, wenn das Volk genug Grips hat, zu verstehen was zum Beispiel Antizyklische Konjunkturpolitik ist. Ich meine allein das ständige Geschenkeverteilen ist schon schlimm genug. Vllt sollten wir einfach die Legislaturperioden im Bund auf 6-8 jahre verlängern und dafür auf 2 Amtszeiten befristen oder so.

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    Wegen dem "Ösi mit dem   Veil_of_Ignorance

    Wegen dem "Ösi mit dem Stummelschnauzer" reicht es auch nicht Demokratie zu haben, sondern man braucht auch den Rechtsstaat und muss sich für einige Grundwerte der Gesellschaft entscheiden.

    Ich gebe Ihnen recht, dass der "Einfluss" des Volkes bei unzureichender Information nicht immer die besten Ergebnisse zeitigt.

    Allerdings sollte gerade unsere jüngere Geschichte deutlich machen, das die Bedrohung vielmehr von oben kommt.
    Wer die Wahlergebnisse vor der sogenannten "Machtergreifung" studiert, stellt sehr schnell fest, das es zwischen zeitweiligen Wahlerfolgen der NSDAP und der Wahlkampffinanzierung der Industrie einen direkten Zusammenhang gab.
    Nachdem diese Finanzierung zurückgefahren wurde, verlor die NSDAP in der letzten Wahl vor der Diktatur fast 10% der Stimmen, Tendenz weiter Abwärts.

    Im Grunde ist es heute das selbe Problem, wenn auch nicht mit dem gleichen Bedrohungspotential, mangelnde Transparenz und populistische Desinformation verbunden mit indirekten Abhängigkeiten der Politik über die Lobbyisten zur Industrie (man will ja hinterher keinen kleineren Job) machen es den Bürgern praktisch unmöglich seriös zu wählen.
    Die mangelnde Unabhängigkeit des Bundestages macht die Mandatsträger nicht abhängig vom Volk, sondern primär abhängig von der Parteispitze und ihren Finanziers. Damit das Volk nicht murrt, bleibt da nur populistische Desinformation in der Hoffnung, das Volk bleibt auf Dauer vergesslich. Doch dem ist mitnichten so, wenn man die Entwicklung der Wahlergebnisse verfolgt.

    Das Volk weis, das es stinkt, es kann nur nicht beurteilen wo es stinkt.

    Berthold Grabe

  5. Sie existiert vielleicht in unseren Vorstellungen, aber, wenn man diese mal hinterfragt, dann merkt man schnell, dass es sich um ein Ideal, ein Ziel handelt, das man allenfalls zu erreichen versuchen kann, aber niemals tatsächlich erreicht.

    Wie soll man sich denn das vorstellen, dass das Volk herrscht? Zu jeder Frage eine Volksabstimmung mit 100% Beteiligung und jede Ergänzung jedes Bürgers wird dabei berücksichtigt? Wann endet der Abstimmungsprozess und die Entscheidung wird umgesetzt? Was ist, wenn dann einige Bürger schon wieder anders denken, weil Ihnen Gegenargumente vorgetragen wurden? Wie wird dafür gesorgt, dass alles genau nach Volkswillen umgesetzt wird?

    Den Namen Demokratie ("Volksherrschaft") verdient nicht diejenige Staatsform, die vorgibt den Volkswillen am besten umzusetzen oder sich mit Wahlen brüstet, sondern diejenige, welche den Willen der Bevölkerung am Besten umsetzt. Ob Deutschland da tatsächlich Vorbildcharakter hat, sei dahingestellt, man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass es auch bei uns eine Elite in Politik, Medien und Wirtschaft gibt, die, auf Kosten der Bevölkerung, ihren eigenen Nutzen maximiert.

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  • Von Michael Thumann
  • Datum 24.2.2009 - 18:31 Uhr
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