Wirtschaftskrise Schaeffler fehlen sechs Milliarden Euro

Das Unternehmen will eigene Anteile verkaufen, um aus der Krise zu kommen. Zum Sanierungsplan gehört auch mehr Mitbestimmung für die Arbeitnehmer, bislang ein Tabu

Dem Autozulieferer Schaeffler fehlen nach eigenen Angaben fünf bis sechs Milliarden Euro. Georg Schaeffler, zusammen mit seiner Mutter Maria-Elisabeth persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens aus Herzogenaurach, sagte am Montag in Frankfurt, es liege eine "Eigenkapitallücke" in dieser Höhe vor. Wie viel Eigenkapital Schaeffler brauche, hänge von der Unterstützung Dritter ab. Das Unternehmen sehe sich aber "nicht in einem Insolvenzszenario".

"Es wird nur so gehen, dass Unternehmensanteile verkauft werden", sagte Georg Schaeffler. Welchen Anteil die Familie abgeben müsse, sei offen. Das hänge von einer Unternehmensbewertung ab. Der Sanierungsplan werde "in kürzerer Zeit" vorliegen, sagte Maria-Elisabeth Schaeffler.

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Sie verpflichtete sich in einer am Montag veröffentlichten Vereinbarung mit der Gewerkschaft, mehr Mitbestimmung in ihrem Unternehmen einzuführen. Sie und ihr Sohn seien zudem bereit, einen wesentlichen Teil ihrer Anteile zu veräußern und den Gewinn in die Gruppe zurückfließen zu lassen, sagte Schaeffler. Den Beschäftigten sollen ebenfalls Anteile angeboten werden.

Die Banken dürften nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden, verlangte der IG-Metall-Chef Berthold Huber. Die Familie Schaeffler müsse Ankerinvestor des strategisch sinnvollen Gemeinschaftsunternehmens mit Continental bleiben. Beide Seiten sprachen sich gegen Teilverkäufe von Unternehmensteilen aus und vereinbarten die Einhaltung der geltenden Tarifverträge.

 
Leser-Kommentare
    • QUOTE
    • 23.02.2009 um 17:58 Uhr

    Firmenmitgründer Wilhelm Schaeffler verdiente im Dritten Reich sein Geld damit, für die Dresdner Bank "Wirtschaftlichkeitsprüfungen" zu erstellen. 1939 stieß er bei seinen Prüfungen auf die Davistan-Werke im oberschlesischen Katscher, ein Großunternehmen, das zuvor der jüdischen Familie David gehörte und seit der "Arisierung" von einem Bankenkonsortium verwaltet wurde. Der Bankangestellte Wilhelm Schaeffler übernahm das Unternehmen und gab ihm den Namen "Schaeffler AG". "Davistan" war zu jener Zeit ein denkbar unpopulärer Name, erinnerte er doch stets an den "Davidsstern", und somit an die enteigneten Vorbesitzer. Wie ein Bankangestellter den Kauf eines vier Werke umfassenden Unternehmens finanzieren konnte, ist bis heute unbekannt.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29755/1.html

  1. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

  2. Im 3.Reich war vieles moeglich und bei der Treuhand uebriges auch, da gibt es eben Gewinner die auf der "richtigen" Seite stehen und diese "Jahrhundertchancen" fuer sich ausnutzen koennen.
    Frau Schaefflers Traenchen waren nicht hilfreich da Sie umsomehr focusiert wurde und mancher erst DANACH nachdenklich wurde.

    ich bin fuer Schaefflerhilfe wenn die Mitarbeiter beteiligt werden und wenn der Schaeffler-Clan bereit ist lueckenlos zu haften, irgendwie muss die Spekulationsgier doch auch Folgen fuer Familie Schaeffler haben, wir haben sonst keinen Lerneffekt bei den Herrschaften.

  3. Sie bettelt nach Staat milliarden davor muss sie aber wie die hartz 4 empfänger seine milliarden nutzen denn keinen habe sie getzungen continental zu fressen jetzt ist dieser feindliche Übernahme am hals steckt geblieben.

  4. Wenn es aus eigener Kraft nicht mehr geht, ist die Insolvenz des Unternehmens eindeutig das angemessene Szenario.

    Um die industrielle Basis und die Arbeitsplätze muß man sich dann auch nicht mehr Sorgen machen, als wenn der Staat zur Seite springen würde. Auch mit Staatsknete werden keine anderen Maßnahmen erfolgen als wenn neue Eigentümer sich im Laufe der Insolvenz engagieren. Das müssen sich die Beschäftigten klarmachen. Eine ganz andere Sache ist es, welche Schneise die Insolvenz von Schäffler in die Bilanzen der engagierten Banken schlägt.

    Da lasse sich keiner täuschen: wenn Schäffler "gerettet" werden sollte, dann wird es nach außen "für die Beschäftigten" erfolgen, eigentlich geht es aber um etwas anderes! Fragwürdig insoweit auch das Auftreten der IG Metall.

    Es wird spannend, den Verlauf in den nächsten Tagen zu beobachten. Zu hoffen bleibt, daß sich der Staat nicht engagiert. Das mag hartherzig auf die Schäffler-Beschäftigten wirken, ist es aber auf mittlere/längere Sicht sicher nicht. Sprichwörtlich wäre hier das Ende mit Schrecken vorzuziehen, die Rechnung landet v.a. bei Schäfflers und bei den Banken - wo sie auch hingehört!

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    ... die sie aber selbst in diese Situation gebracht haben, soviel Kraft war ja da. Wer sich in eine solche Situation manövriert muss selbst klarkommen. Es ist ja im Falle Schaeffler nicht so, dass etwas über sie hereingebrochen ist, sondern sie haben sich in wahrsten Sinne des Wortes "übernommen".

    Also ... Rechnung selbst bezahlen.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    ... die sie aber selbst in diese Situation gebracht haben, soviel Kraft war ja da. Wer sich in eine solche Situation manövriert muss selbst klarkommen. Es ist ja im Falle Schaeffler nicht so, dass etwas über sie hereingebrochen ist, sondern sie haben sich in wahrsten Sinne des Wortes "übernommen".

    Also ... Rechnung selbst bezahlen.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • RalphS
    • 23.02.2009 um 19:24 Uhr

    Hitlers Nerobefehl vom 19. März 1945 : "Alle militärischen, Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlangen sowie Sachwerte innerhalb des Reichsgebiets, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann, sind zu zerstören."
    Wilhelm Schaeffler hat sich dem offenbar, auch durch Unterstützung Albert Speers, widersetzt. Denn eigentlich durfte auch von den Schaeffler Werken auf ausdrücklichen Führerbefehl nur Rauch und Asche übrigbleiben. Nach Kriegsende wurde dann die deutsche Industrie aus den Trümmern, da gar nichts übrig blieb - oder etwa doch ? - nur durch den Marshall Plan - der nur teilweise genutzt wurde - und das Wirtschaftswunder Ludwig Erhards wieder aufgebaut.
    Die Schaeffler Werke waren darum nach der allgemein bekannten Geschichtsschreibung nach Kriegsende eh total unwichtig, da duch die Bombardierung der Alliierten zum Glück für uns und unsere Freiheit gar nichts übrig geblieben sein konnte. Immerhin warfen die Engländer und Amerikaner damals das Äquivalent von 120 Hiroshima-Atombomen (Sprengkraft 13 Kilotonnen TNT) auf Deutschland, also 1,6 Millionen Tonnen TNT ab.
    Der Unterschied zu Städten wie Gelsenkirchen und Dortmund im Vergleich zu Hiroshima und Nagasaki aber war : Die Bausubstanz, die war zu unsererem und Schefflers Glück bei uns aus Stein und Eisen und nicht aus Holz. Deutsche Wertarbeit eben.

  5. ... die sie aber selbst in diese Situation gebracht haben, soviel Kraft war ja da. Wer sich in eine solche Situation manövriert muss selbst klarkommen. Es ist ja im Falle Schaeffler nicht so, dass etwas über sie hereingebrochen ist, sondern sie haben sich in wahrsten Sinne des Wortes "übernommen".

    Also ... Rechnung selbst bezahlen.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • gquell
    • 23.02.2009 um 20:22 Uhr

    Ich fände es fair, wenn der Staat mit einer Bürgschaft einspringen würde. Bei den Milliarden, die für die Banken rausgeschmissen werden, sollte eine Bürgschaft für die Schaeffler-Gruppe noch drin sein.

    Auch, daß die Familie Schaeffler aus ihrem Privatvermögen einschießen soll, mag jedem plausibel erscheinen, nur wird dieses Vermögen wahrscheinlich auf einen Bruchteil zusammenschrumpfen.

    Der Staat, allen voran unsere SPD-Finanzminister sind die Hauptverantwortlichen der jetzigen Finanzkrise. Zum einen weil sie für die Rahmenbedingungen gesorgt haben, zum anderen weil sie in der Kontrolle total versagt haben. Da nützt alles Gesülze von Steinbrück nichts, er und seine Beamten haben vorsätzlich oder gar fahrlässig versagt. Und für dieses Versagen soll jetzt die Schaeffler-Gruppe bezahlen? Warum erfüllen die Banken eigentlich nicht ihre Verpflichtung unter der sie die Milliarden von Steuergeldern kassiert haben - nämlich Kredite für die Realwirtschaft zu geben?

    Da die Banken ihren Verpflichtungen - nämlich Kredite zu geben - nicht nachkommen, gehe ich konform mit der Frau Schaeffler, hier soll und muß jetzt der Staat eingreifen. Natürlich nicht umsonst, aber auf keinen Fall für den Preis, daß ein Herr Flowers und andere "Heuschrecken" die Schaeffler-Gruppe zerlegen.

    Vielleicht sollten Frau Merkel und Herr Steinbrück einmal überlegen, ob die Schaeffler-Gruppe als Realwirtschaft nicht genauso wichtig ist, wie eine Hypo Real Estate als Schattenwirtschaft. Nur damit Frau Merkel und Herr Steinbrück weiter Schulden machen können, existiert die HRE doch noch.

    Es geht auch nicht darum, daß Frau Schaeffler im Pelzmantel herumläuft, dieses Argument soll nur die Neiddebatte anheizen, damit die Banken die Kontrolle über dieses Unternehmen erhalten. Wenn der Staat nicht eingreift, dann kann ich nur wünschen, daß Investoren aus China oder vom Persischen Golf dem Vorhaben der Banken und Regierung einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Mir ist eine arabische Bank immer noch lieber als ein deutsches Pleiteinstitut. Die haben nämlich Interesse an einer Erhaltung und langfristigen Geschäften. Ich würde an Frau Schaefflers Stelle wirklich die Karte China oder Araber spielen, mal sehen, wie schnell dann unsere Politiker aus dem Busch kommen.

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    Sie wollte mit Gewalt Continental übernehmen (sogenannte feindliche Übernahme), aber die Kurse haben nicht mitgespielt. Der Happen war zu groß, also eigene Schuld. Alle schimpfen auf die Banker. die Geld verzockt haben. Aber hier gibt es eine Parallele.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Sie wollte mit Gewalt Continental übernehmen (sogenannte feindliche Übernahme), aber die Kurse haben nicht mitgespielt. Der Happen war zu groß, also eigene Schuld. Alle schimpfen auf die Banker. die Geld verzockt haben. Aber hier gibt es eine Parallele.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

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