Krisen-Management Schaeffler will sich selbst verkaufen
Versuch eines Befreiungsschlags: Die Eigentümerfamilie des Wälzlagerspezialisten will sich von bis zu 75 Prozent ihrer Anteile trennen, um das Unternehmen zu retten
Die Eigentümer des fränkischen Autozulieferers Schaeffler wollen bis zu drei Viertel ihrer Anteile an dem Konzern verkaufen. "Die Familie Schaeffler ist bereit, einen wesentlichen Anteil abzugeben, will aber ein stabiler Ankerinvestor bleiben", sagte ein Firmensprecher am Dienstag. "Das bedeutet, sie will mehr als 25 Prozent an der Schaeffler-Gruppe halten." Georg Schaeffler, dem das Unternehmen mit seiner Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler gehört, hatte bereits am Montag angedeutet, dass es Kaufinteressenten gebe. Namen nannte er keine.
Damit signalisieren die Schaefflers, dass sie zu weitreichenden Schritten bereit sind, um das Unternehmen zu retten. Auch mit einer geringeren Beteiligung würde man sich im Zweifel zufriedengeben, hieß es."Es gibt keine Mindest- oder Höchstgrenze". Zugleich schloss man den Abtritt von Firmenchef Jürgen Geißinger aus. "Es gibt keinen Anlass, sich solchen Gerüchten hinzugeben", sagte der Sprecher.
Geißinger trägt die Mitverantwortung für den gescheiterten Übernahmeversuch des einstigen Dax-Konzerns Continental.Der Zukauf war weitgehend auf Kredit finanziert worden und hatte Schaeffler in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Die Schaeffler-Chefin bat zur Rettung ihres Unternehmens schließlich um Finanzhilfe des Staates und bekundete, Darlehen oder Finanzgarantien verzinst zurückzahlen zu wollen. Das Unternehmen beziffert die Finanzierungslücke derzeit auf sechs Milliarden Euro.
Das Unternehmen bekräftigte, man werde bald ein Rettungskonzept vorlegen. Dies hatte die Politik zur Bedingung für mögliche Staatshilfen gemacht. Einen festen Zeitplan dafür gebe es aber nicht. Das Unternehmen hat zusammen mit Conti weltweit rund 220.000 Beschäftigte, davon 80.000 in Deutschland.
Die Anleger reagierten auf den bevorstehenden Verkauf verunsichert. Die Conti-Aktie verlor neun Prozent und erreichte mit 11,65 Euro einen neuen Tiefststand. Schaeffler hatte im vergangenen Sommer 75 Euro pro Conti-Anteilsschein bezahlt.
Teile der Union zeigten sich weiter offen für Staatshilfen. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte der österreichischen Zeitung Der Standard, wenn Tausende Arbeitsplätze in Gefahr seien und ein tragfähiges Konzept vorliege, könne der Staat helfen. "Aber er soll nicht direkt als Unternehmer tätig sein, das ging noch nie gut."
- Datum 24.02.2009 - 13:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Nicht einen Cent!
"Gemessen an Branchenkennziffern dürfte die Schaeffler-Gruppe ohne Continental heute rund 2 Mrd. Euro wert sein. Zusammen mit Continental stehen einem Firmenwert von rund 4,5 Mrd. Euro demnach stolze 22 Mrd. Euro Verbindlichkeiten gegenüber."
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29755/1.html
Unternehmenswerte und Aktienwerte haben nichts miteinander zu tun. Wie kann ein Unternehmen in einem Jahr 2 Milliarden wert sein und im nächsten Jahr 1 Milliarde und in 2 Jahren vielleicht wieder 2 Milliarden. Der Aktienwert ist ein rein spekulativer Wert.
Ein Unternehmen ist nicht deshalb weniger Wert, weil Investoren aktuell meinen, es sei besser, Geld in Anleihen statt in Aktien zu investieren.
Ein typischer Fall war der neue Markt. Viele IT-Unternehmen hatten an der Börse einen riesigen Wert. Als sich die Investoren abwandten, waren die Unternehmen nur noch 10% des ursprünglichen Wertes wert und dabei blieb es bis heute.
Die Werte von Unternehmen, gemessen am Aktienkurs, sind zu Zeiten der Hausse und der Baisse einfach nur falsch.
Unternehmenswerte und Aktienwerte haben nichts miteinander zu tun. Wie kann ein Unternehmen in einem Jahr 2 Milliarden wert sein und im nächsten Jahr 1 Milliarde und in 2 Jahren vielleicht wieder 2 Milliarden. Der Aktienwert ist ein rein spekulativer Wert.
Ein Unternehmen ist nicht deshalb weniger Wert, weil Investoren aktuell meinen, es sei besser, Geld in Anleihen statt in Aktien zu investieren.
Ein typischer Fall war der neue Markt. Viele IT-Unternehmen hatten an der Börse einen riesigen Wert. Als sich die Investoren abwandten, waren die Unternehmen nur noch 10% des ursprünglichen Wertes wert und dabei blieb es bis heute.
Die Werte von Unternehmen, gemessen am Aktienkurs, sind zu Zeiten der Hausse und der Baisse einfach nur falsch.
Ein kleiner Vergleich: Ein Hartz4-Antragssteller muss, um Leistungen vom Staat zu erhalten, sein gesamtes Vermögen bis auf einen kleinen Sockelbetrag aufbrauchen (nachweislich!), um 351 Euro im Monat zu erhalten. Sogar dann, wenn es sich um eine private Altersvorsorge handelt, die doch so vom Staat propagiert wird!
Warum muss dann bitteschön die milliardenschwere Familie Schaeffler nicht erst einmal ihr Privatvermögen aufbrauchen, bis sie überhaupt einmal fragen darf, ob der Staat ihr helfen könnte?
Da bewahrheitet sich der alte Spruch: Wer nichts hat, dem wird genommen, wer viel hat, dem wird gegeben.
Das ist die traurige soziale Realität derzeit in unserem Lande!
Könnte mal gerade wer gerade mal nachrechnen - bei so hohen Summen komme ich gar nicht mehr nach - da wird mir ganz schwurbelich
Für 20Mia (nicht 22, also 2*10**10) Schulden "für lau" schleppt jeder der 200.000 Angestellten (2*10**5) also 10**5 Euro Schulden mit?
Also muss jede(r) Angestellte auf seinem Arbeitsplatz 100.000 Euro zusätzlich abarbeiten? Ohne, dass dem ein "Mehr-Wert" entgegen stünde?
und zwar ganz ohne staatshilfe. und nicht anders!
wenn das hier stimmt, wovon man ausgehen darf...dann rueckt dies alle selbsternannten retter und die nach staatsgeld weinende firma in genau das licht,
was hier fuer alle gilt und das heist marktwirtschaft.
"Wenn die Gruppe die Zinsen nicht mehr bedienen kann, was Analysten zufolge Mitte des Jahres eintreten dürfte, gehen ihre Anteile an die Banken über. Dann wird nämlich ein sogenannter Debt-Equity-Swap fällig, die Banken erlassen Schulden und bekommen dafür das Unternehmen übereignet. Dabei ist die größte Gläubigerbank die Commerzbank, die bereits zu einem Teil dem Steuerzahler gehört. Da das Unternehmen im Kern gesund ist, wird sich dann schon ein Weg finden, die Arbeitsplätze zu sichern – nur ohne Familie Schaeffler."
(heise artikel oben)
wenn man schon aufgrund eventueller systembedeutung dieser und jener bank oder zum zwecke der "vertuschung" schlecht organsierter oder nicht gewollter aufsicht das aktuelle finanzsystem (fast krampfhaft) am leben haelt, dann sollte man nicht versuchen hier grundlegende marktwirtschaftliche prinzipien mittels falsch interpretierter solidaritaet, geltungsbeduerfnis, besitzstandswahrung etc. auszuhebeln.
Vielleicht im Bordell...?
Unternehmenswerte und Aktienwerte haben nichts miteinander zu tun. Wie kann ein Unternehmen in einem Jahr 2 Milliarden wert sein und im nächsten Jahr 1 Milliarde und in 2 Jahren vielleicht wieder 2 Milliarden. Der Aktienwert ist ein rein spekulativer Wert.
Ein Unternehmen ist nicht deshalb weniger Wert, weil Investoren aktuell meinen, es sei besser, Geld in Anleihen statt in Aktien zu investieren.
Ein typischer Fall war der neue Markt. Viele IT-Unternehmen hatten an der Börse einen riesigen Wert. Als sich die Investoren abwandten, waren die Unternehmen nur noch 10% des ursprünglichen Wertes wert und dabei blieb es bis heute.
Die Werte von Unternehmen, gemessen am Aktienkurs, sind zu Zeiten der Hausse und der Baisse einfach nur falsch.
und trotzdem scheinbar schwer zu kapieren - auch von denen nicht, die bei "Heise" schreiben dürfen.
Allerdings ist die Diskrepanz wirklich sehr groß (falls die Heise-Zahlen stimmen).
Stabil gerechnet dürfte eine Contiaktie IMHO irgendwo zwischen 20 und 30 € liegen (nimmt man den "normalen" Verlauf als Maßstab), und dann sind die Verbindlichkeiten immer noch bei Weitem nicht gedeckt.
50 € je Aktie sind nun (im Verlauf gesehen) wirklich nicht zu rechtfertigen, aber die von Schaeffler gezahlten 75€ sind dann überhaupt nicht mehr erklärbar.
Das waren sie IMHO schon damals nicht - ich selbst habe nur kopfschüttelnd dieser Aktion zugesehen.
Allerdings sind IMHO die Aktien der Conti zum großen Teil Privatbesitz gewesen, und da haben auch etliche Kleinanleger davon profitiert und "den Binnenmarkt" (das ist ja eher ein importierter Konsummarkt) gehörig in gehabte Höhen gejubelt.
Dieses geschehen sollte also IMHO eher gesamtgesellschaftlich gesehen werden.
und trotzdem scheinbar schwer zu kapieren - auch von denen nicht, die bei "Heise" schreiben dürfen.
Allerdings ist die Diskrepanz wirklich sehr groß (falls die Heise-Zahlen stimmen).
Stabil gerechnet dürfte eine Contiaktie IMHO irgendwo zwischen 20 und 30 € liegen (nimmt man den "normalen" Verlauf als Maßstab), und dann sind die Verbindlichkeiten immer noch bei Weitem nicht gedeckt.
50 € je Aktie sind nun (im Verlauf gesehen) wirklich nicht zu rechtfertigen, aber die von Schaeffler gezahlten 75€ sind dann überhaupt nicht mehr erklärbar.
Das waren sie IMHO schon damals nicht - ich selbst habe nur kopfschüttelnd dieser Aktion zugesehen.
Allerdings sind IMHO die Aktien der Conti zum großen Teil Privatbesitz gewesen, und da haben auch etliche Kleinanleger davon profitiert und "den Binnenmarkt" (das ist ja eher ein importierter Konsummarkt) gehörig in gehabte Höhen gejubelt.
Dieses geschehen sollte also IMHO eher gesamtgesellschaftlich gesehen werden.
und trotzdem scheinbar schwer zu kapieren - auch von denen nicht, die bei "Heise" schreiben dürfen.
Allerdings ist die Diskrepanz wirklich sehr groß (falls die Heise-Zahlen stimmen).
Stabil gerechnet dürfte eine Contiaktie IMHO irgendwo zwischen 20 und 30 € liegen (nimmt man den "normalen" Verlauf als Maßstab), und dann sind die Verbindlichkeiten immer noch bei Weitem nicht gedeckt.
50 € je Aktie sind nun (im Verlauf gesehen) wirklich nicht zu rechtfertigen, aber die von Schaeffler gezahlten 75€ sind dann überhaupt nicht mehr erklärbar.
Das waren sie IMHO schon damals nicht - ich selbst habe nur kopfschüttelnd dieser Aktion zugesehen.
Allerdings sind IMHO die Aktien der Conti zum großen Teil Privatbesitz gewesen, und da haben auch etliche Kleinanleger davon profitiert und "den Binnenmarkt" (das ist ja eher ein importierter Konsummarkt) gehörig in gehabte Höhen gejubelt.
Dieses geschehen sollte also IMHO eher gesamtgesellschaftlich gesehen werden.
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