Fachleute-Einsatz Schavan-Vorschlag stößt auf Kritik von allen Seiten

Top-Mitarbeiter aus der Industrie als Ausbilder an die Schulen - Lehrerorganisationen und Wirtschaft lehnen den Vorstoß von Ministerin Schavan strikt ab

Bundesbildungsministerin Annette Schavan will den Lehrermangel in deutschen Schulen bekämpfen, indem Unternehmen ihre besten Mitarbeiter für den Schulunterricht freistellen . Die CDU-Politikerin will durch diesen Austausch "sinnvolle Impulse für die Schüler" erreichen. Neben Lehrer- sehen auch Unternehmensvertreter darin kein Modell zur Verbesserung des Unterrichts oder zur Verringerung der Personallücke.

So hält der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Forderung für schlicht nicht realisierbar. "Der Aufwand für den Einzelnen wäre, neben seiner eigentlichen Arbeit im Betrieb, schnell immens hoch - ganz abgesehen davon, dass die Unternehmen kaum auf ihre besten Leute verzichten können", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun.

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In seinen Augen wäre es unpraktikabel, "Ingenieure oder Naturwissenschaftler aus Betrieben ein Schulfach selbstständig über ein gesamtes Schuljahr hinweg unterrichten zu lassen - man denke allein an Stichworte wie Lehrpläne, Klausuren, Elternsprechtage, Korrekturen, Lehrerkonferenzen, etc.". Durchaus sinnvoll sei es aber, "erfahrene Mitarbeiter" für die Gestaltung einzelner Unterrichtsstunden und Projekte zu gewinnen.

Doch um das eigentliche Problem des Lehrermangels zu beseitigen, sei vor allem die Politik selbst gefragt. Die einzelnen Bundesländer müssten in der Gestaltung der Ausbildung "jungen Leuten attraktive Entwicklungsperspektiven bieten, wenn sie sich für den Lehrerberuf entscheiden", sagte Braun. Darüber hinaus sollte man interessierten Praktikern den Quereinstieg in den Lehrerberuf erleichtern.

Kritik an Schavan kommt auch aus den Lehrerorganisationen. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Ludwig Eckinger, befürchtet, dass "Top-Ingenieure als Laien in der Schule ins offene Messer rennen". Denn fachliche Qualifikationen reichten allein nicht aus, um erfolgreich in der Schule zu unterrichten. In diese Richtung weist auch der Vorschlag von Hans-Peter Meidinger. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) fordert einen Eignungstest für angehende Lehrer: "Nur wer die richtigen Voraussetzungen mitbringt, sollte auch Lehrer werden dürfen". Problematisch sei auch eine relativ große Gruppe von Lehramtsstudenten, die den Beruf nicht aus Leidenschaft wählten, sondern weil sie die vermeintliche Sicherheit der Verbeamtung suchten und in einem anderen Beruf nicht Fuß fassen könnten.

Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, sieht die Politik in der Pflicht. Allerdings müsste man zuvor das wirkliche Ausmaß des Lehrermangels feststellen. Dafür verlangte er von der Kultusministerkonferenz (KMK) eine verlässliche Statistik darüber, in welchen Regionen und welchen Fächern Pädagogen fehlten. Eine solche Aufstellung habe die KMK bisher verweigert. Ohne zuverlässige Zahlen könne man das Problem jedoch nicht wirklich angehen.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. hah,

    die nummer erinnert mich an die versuche im ostblock, die ganzen weltfremden intellektuellen in die "produktion" zu überführen, um ihnen klassenbewusstsein angedeihen zu lassen.

    hier geschieht das gleiche, wenn auch mit umgekehrten vorzeichen. was das über unsere leitideologie sagt...schon klar.

    und was das über unsere forschungsministerin sagt? öhm, also cih meine die tatsache, dass sie der meinung ist, jeder x-beliebige informatiker oder schrauber bei merz könne die arbeit von einem lehrer übernehmen?

    das heißt ja wohl im klartext: entweder sind unsere lehrer so austauschbar, oder unsere ingenieure und unsere forschungsministerin sind hoffnungslos überschätzt.

    ich tippe ja, allen vorbehalten ggü unserer lehrerschaft zum trotz, auf letzteres, gepaart mit einer guten portion ideologischer hybris.

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  2. Da hat Frau Schavan offensichtlich bei Ihren Beratern nicht richtig zugehört. Dass sie das nicht in der Schule gelernt hat...

    • Isaidy
    • 24.02.2009 um 9:18 Uhr

    seitens Fachkräften aus der Industrie und Wirtschaft wäre an Schulen sicherlich innovativ, jedoch sollten diese Fachkräfte dem Lehrer zur Seite gestellt werden und aus der Praxis berichten und diese - wenn möglich - in den Unterricht mit einbringen. Eine Schulklasse ein ganzes Jahr über autark zu leiten und den Unterrichtsablauf zu organisieren ist mit Sicherheit weder zeitlich noch pädagogisch für eine auf diesem Gebiet unstudierte Fachkraft zu leisten. Die Forderung des Philologenverbandes, angehenden Lehrern einer Eignungsprüfung zu unterziehen, halte ich hingegen für sehr, sehr sinnvoll. An den Schulen laufen nicht nur jene Lehrer herum, die den Job seiner vermeintlichen Bequemlichkeit wegen gewählt haben, sondern auch jene überidealistischen, die zwar das Unterrichten lieben, aber mit der nervigen Masse Schüler da vor sich einfach nicht zurechtkommen. Sie stellen zu spät fest, dass Schüler eben nicht jener kompatible Haufen sind, der den Unterricht begeistert aufsaugt und stets eurphorisch bei der Sache ist. Psychologisch gibt es da häufig immense Defizite im Verständnis altersgerechten Verhaltens. Man hat oft den Eindruck, dass die Sparte Pädagogik/Psychologie im Lehramtsstudium sehr theoretisch behandelt wird und junge Pädagogen mit den individuellen Charaktern von Schülern häufig überfordert sind, wenn sie dann eigenverantwortlich vor einer Klasse stehen.

  3. ... als unser Sohn nach der Mittleren Reife vom Gymnasium zur Berufsfachschule für Informatik wechselte, denn dort kommen die Lehrkräfte sämtlich als Ingenieure aus der Industrie. Welch eine Wohltat im Vergleich mit den abgehobenen "Pädagogen" vom Gymnasium, die vor lauter Standesdünkel das Wichtigste vergessen: Die Schüler. Frau Schavan hat vollkommen recht!

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  4. Es ist interessant, dass der Lehrerverband einen Eignungstest vorschlägt. Dabei steht ein solcher nirgendwo in der heutigen Lehrerausbildung. Auch der Einwand, neben den fachlichen Kenntnissen kommt es auf das pädagogische Geschick an ist scheinheilig. Wenn uns das wirklich so wichtig wäre, dann würden wir die Lehramtsstudierenden nicht erst im Referendariat auf die Schüler loslassen. Wenn die Studierenden dort erst erkennen, dass sie pädagogisch nicht in der Lage sind, den Lehrerberuf auszuüben, dann haben sie schon 4 Jahre in die Ausbildung gesteckt und werden wohl nicht mehr in einen anderen Beruf wechseln wollen. Einige Ergebnisse einer solchen Lehrerbildungsstrategie haben alle Eltern schon mal beim Elternsprechtag kennen gelernt.

    Außerdem gehen viele Lehrer direkt nach der Schule ins Studium und dann in den Beruf. Wer jedoch die Welt nur aus der Warte der Bildungsinstitutionen gesehen hat, der kann den Kindern nur schwer bei der Berufsorientierung helfen, ihnen eine Richtung geben. Das trägt zusätzlich zu der sozialen Undurchlässigkeit bei, weil die Kinder aus sozial benachteiligten Familien nicht wissen, was sie anstreben könnten, sie sind nicht motiviert, weil es ihnen an lebendigen Vorbildern in den ersten 16 Jahren fehlt.

    Ich will nicht sagen, dass jemand aus der Industrie unbedingt ein besserer Lehrer ist. Aber meine persönliche Erfahrung war sehr positiv, und ich bin überzeugt, dass sie neben den klassischen Lehrern eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unserer Kinder spielen können. Die Frage ist nur, wie kriegen wir solche Leute in eine bürokratiegetriebene Institution, wie bringen wir sie dazu, in der Atmosphäre des Lehrerzimmers keine Gänsehaut zu bekommen, wie schaffen wir es, ihren Beruf mit der Rolle eines Lehrers zu vereinbaren?

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    • didero
    • 11.05.2011 um 20:33 Uhr

    Stichwort Eignungstest: Sollte es so etwas in brauchbarer Form geben, wäre es sicher sehr hilfreich, berufliche Fehlentscheidungen zu verhindern. Als Beispiel: An bayerischen Realschulen haben 2009 im September 1371 Referendare das erste Jahr der Ausbildung begonnen. Zum Juli 2011 machen voraussichtlich ca. 1200 das 2. Examen – man ahnt den Schwund, über den nicht so gerne gesprochen wird. Die Abbrecher stehen als Abiturienten mit viel Lebenserfahrung erst mal vor dem beruflichen Nichts.
    Arbeit und Umgang mit Schülern muss man aber durch Praxis erfahren und erlernen. Nach meinen Erfahrungen lernt man das erst im Referendariat, wenn man Klassen ein halbes oder ganzes Jahr hat – „in guten wie in bösen Tagen“ *g* Da bekommt man die Gelegenheit, die Erfolge seines Wirkens einzufahren … und muss die Fehler ausbaden. Die Praktika im Lehramtsstudium konnten das nicht vermitteln. Von daher frage ich mich, wie ein Eignungstest aussehen soll, der bei einem frischgebackenen Abiturient mit hoher Treffsicherheit prognostizieren können soll, ob diese Person fünf bis sieben Jahre später nach Abschluss der Ausbildung „eine gute Lehrkraft“ abgeben wird. Zumal es auch nach dem 2. Staatsexamen noch ein Weilchen dauert, bis man sich als erfahrene Lehrkraft fühlen darf – nicht umsonst hieß es früher: die ersten fünf Jahre – Junglehrer.

    • didero
    • 11.05.2011 um 20:57 Uhr

    An der Fachoberschule, an der ich jetzt unterrichte, gibt es eine ganze Reihe von Kollegen und Kolleginnen, die aus der Wirtschaft kamen: Dipl. Math., Dipl. Phys., auch promoviert. Ich selbst habe nach dem Lehramtsstudium noch ein Zweitstudium angehängt, war anschließend fünf Jahre in der Industrie tätig (IT-Bereich) und unterrichte jetzt (u.a.) Wirtschaftsinformatik. Da schlagen Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis natürlich in den Unterricht durch und das wird von Schülern auch positiv aufgenommen. Gemäß meiner Lehramtsausbildung habe ich früher an einer Realschule unterrichtet, da sieht die Welt freilich ganz anders aus … Englischunterricht in einer achten Klasse ist einfach eine ganz andere Baustelle. Ehrliche Antwort auf die Frage nach der Übertragbarkeit von Industrieerfahrungen auf Lehrtätigkeit in der Mittelstufe: null.

    Die Erfahrungen mit Quereinsteigern, die ich bislang miterlebt habe, sind gemischt: Manche finden sich äußerst schnell zu Recht und finden im Lehrberuf tatsächlich ihre (späte) Berufung. Wir haben aber auch schon Quereinsteiger wieder gehen sehen … mehrere Lehrproben in den Sand gesetzt, Probleme im Umgang mit Schülern etc. Als Lehrer muss man auch Showman sein, das ist nicht jedem Dipl. Math. gegeben … (ohne diese Berufsgruppe diskreditieren zu wollen.)

    • didero
    • 11.05.2011 um 20:33 Uhr

    Stichwort Eignungstest: Sollte es so etwas in brauchbarer Form geben, wäre es sicher sehr hilfreich, berufliche Fehlentscheidungen zu verhindern. Als Beispiel: An bayerischen Realschulen haben 2009 im September 1371 Referendare das erste Jahr der Ausbildung begonnen. Zum Juli 2011 machen voraussichtlich ca. 1200 das 2. Examen – man ahnt den Schwund, über den nicht so gerne gesprochen wird. Die Abbrecher stehen als Abiturienten mit viel Lebenserfahrung erst mal vor dem beruflichen Nichts.
    Arbeit und Umgang mit Schülern muss man aber durch Praxis erfahren und erlernen. Nach meinen Erfahrungen lernt man das erst im Referendariat, wenn man Klassen ein halbes oder ganzes Jahr hat – „in guten wie in bösen Tagen“ *g* Da bekommt man die Gelegenheit, die Erfolge seines Wirkens einzufahren … und muss die Fehler ausbaden. Die Praktika im Lehramtsstudium konnten das nicht vermitteln. Von daher frage ich mich, wie ein Eignungstest aussehen soll, der bei einem frischgebackenen Abiturient mit hoher Treffsicherheit prognostizieren können soll, ob diese Person fünf bis sieben Jahre später nach Abschluss der Ausbildung „eine gute Lehrkraft“ abgeben wird. Zumal es auch nach dem 2. Staatsexamen noch ein Weilchen dauert, bis man sich als erfahrene Lehrkraft fühlen darf – nicht umsonst hieß es früher: die ersten fünf Jahre – Junglehrer.

    • didero
    • 11.05.2011 um 20:57 Uhr

    An der Fachoberschule, an der ich jetzt unterrichte, gibt es eine ganze Reihe von Kollegen und Kolleginnen, die aus der Wirtschaft kamen: Dipl. Math., Dipl. Phys., auch promoviert. Ich selbst habe nach dem Lehramtsstudium noch ein Zweitstudium angehängt, war anschließend fünf Jahre in der Industrie tätig (IT-Bereich) und unterrichte jetzt (u.a.) Wirtschaftsinformatik. Da schlagen Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis natürlich in den Unterricht durch und das wird von Schülern auch positiv aufgenommen. Gemäß meiner Lehramtsausbildung habe ich früher an einer Realschule unterrichtet, da sieht die Welt freilich ganz anders aus … Englischunterricht in einer achten Klasse ist einfach eine ganz andere Baustelle. Ehrliche Antwort auf die Frage nach der Übertragbarkeit von Industrieerfahrungen auf Lehrtätigkeit in der Mittelstufe: null.

    Die Erfahrungen mit Quereinsteigern, die ich bislang miterlebt habe, sind gemischt: Manche finden sich äußerst schnell zu Recht und finden im Lehrberuf tatsächlich ihre (späte) Berufung. Wir haben aber auch schon Quereinsteiger wieder gehen sehen … mehrere Lehrproben in den Sand gesetzt, Probleme im Umgang mit Schülern etc. Als Lehrer muss man auch Showman sein, das ist nicht jedem Dipl. Math. gegeben … (ohne diese Berufsgruppe diskreditieren zu wollen.)

  5. Wenn die Banken "ihre besten Mitarbeiter für den Schulunterricht freistellen" gibt es gewiss lebensnahen Unterricht. "Wie verwandle ich mein Nichtwissen in eine gute Benotung?" Am Beispiel von Rating Agenturen.

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  6. Wenn Schule Gesellschaft schafft, bin ich immer wieder darüber erstaunt, warum erstere von letzterer so schlecht bewertet wird. Kokettieren wir Deutschen nicht seit Jahren mit dem Titel des Exportweltmeisters?
    Frau Dr. Schavan hat als Ministerin für Kultus, Jugend und Sport vom 19. Juli 1995 bis 5. Oktober 2005 Möglichkeiten gehabt, ihre Visionen von effektiverer Schule umzusetzen: Einführung des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule und Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf 8 Jahre. An sich und aus globaler Betrachtung heraus keine schlechten Impulse, die aber leider im Hauruck-Verfahren durchgezogen wurden, oftmals gegen den Willen und die Überzeugung aller Beteiligten vor Ort. Man spürt förmlich: Bildung darf nichts kosten. Durch Vorverlagerung in die Grundschule werden die Gesamtunterrichtszeit für Fremdsprachen an den weiterführenden Schulen eingedampft, wobei die Erwartungen in den Examina die gleichen geblieben sind.
    Inhaltlich ein Pyrrhussieg, personaltechnisch und finanzpolitisch eine Einsparung, hat man doch durch diesen Schachzug formal den Bedarf ohne Neueinstellungen gedeckt.
    In den naturwissenschaftlichen Fächern geht das nicht so einfach. Da nahm sie eine Anleihe aus den USA: man vereinige die Fächer Physik, Chemie und Biologie zu einem Fächerverbund, nenne ihn NWA (Science), kürze damit die Gesamtzahl der Stunden und überlasse das Ganze dem Management auf lokaler Schulebene.
    Trotz bester Bemühungen vor Ort klemmt es. Und nun geriert sich die inzwischen zur Bundesministerin mutierte als 'Dea ex machina': Lasst uns - kostenneutral - Spitzenkräfte aus der Industrie einsetzen. Und dies nicht, wie schon immer, punktuell oder projektartig, nein, die sollen das ganze Schuljahr ran.
    Na dann, guten Erfolg, Frau Doktor.

  7. Seifenblasen habe etwas Faszinierendes, aber..........
    Damit zeigt die Bundesbildungsministerin wiederholt ihren Frust über die Machtlosigkeit ihres Amtes. Sie wird nun von ihrer Vergangenheit eingeholt, als sie noch vehement die Zuständigkeit des Bundes in der Schul- und Bildungsgestaltung bestritt. Jetzt weiß sie aber nicht mehr, wie sie noch auf sich aufmerksam machen kann, also produziert sie Seifenblasen.
    Natürlich gibt es an ihren Ideen auch vernünftige Aspekte, aber die gedeihen besser im Stillen vor Ort. So gibt es in NRW - schon von der vorherigen Landesregierung initiiert - die Kooperation von Schule und Wirtschaft und das Programm "Gute Schulen brauchen starke Partner" und glücklicherweise wurde dies nicht von der CDU-FDP-Regierung eingestampft wie manch anderes Fortschrittliches.
    Diese Projekte bringen mehr Lebensnähe in die Schule und helfen den Schülerinnen und Schülern bei ihren weiteren Lebensplanungen. Dazu brauchen die Schulen aber mehr Freiräume und weniger Reglementierungen. Zur Zeit wird aber der Schulalltag bei allen Beteiligten von den bevorstehenden Lernstandserhebungen und zentralen Prüfungen beherrscht. Damit wird die Dominanz der Noten und der Glaube an ihre Objektivität immer wieder aufgefrischt. Es ist weder das Einser-Abitur ein Garant von einem guten Arzt behandelt zu werden, noch resultiert aus dem besseren Notendurchschnitt eines Gymnasiallehrers automatisch die Befähigung ein guter Pädagoge zu sein.
    Zur Verbesserung unserer schulischen Bildung gibt es noch viel zu tun, aber 16 Landesfürsten unter einen Hut zu bringen, scheint aussichtslos zu sein.
    Deshalb hilft nur ein Blick über den Zaun, so hat Schweden alle schulischen Regelungen auf 150 Seiten und alles andere entscheiden die Schulen selbst. Dagegen haben alle deutschen Bundesländer zusammen vermutlich die stolze Zahl von mehr als 100.000 Seiten. Da hilft es nur noch die Axt anzusetzen statt Seifenblasen zu produzieren.

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