Vertriebenenzentrum Der Steinbach-Streit eskaliert

In Polen werden die Stimmen gegen Erika Steinbach schärfer. Gleichzeitig legt die Vertriebenen-Präsidentin nach: Schuld an dem Konflikt sei die SPD

Der Streit um den Beirat der Gedenkstätte für Vertriebene in Berlin zwischen polnischen Politikern und Erika Steinbach spitzt sich zu. "Inakzeptabel“, sei die Vertriebenen-Präsidentin als Beiratsmitglied der Bundesstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, sagt der polnische Ministerpräsident Donald Tusk. Er wählt milde Worte – ganz im Gegenteil zu manchem Politiker aus dem nationalen Lager. Polnische Politiker und die Presse forderten die deutsche Kanzlerin auf, Erika Steinbach in die Schranken zu verweisen und ihr keinen Einfluss auf die Gedenkstätte in Berlin zu ermöglichen.

"Die Tochter eines Besatzers verhöhnt die Wahrheit über die Tragödie des Zweiten Weltkrieges und brilliert auf den Seiten der größten deutschen Tageszeitung Bild als Opfer der Vertreibungen“, schreibt das polnische Magazin Fakt. Die Zeitung Rzeczpospolita schreibt, dass Steinbach die "Schlacht um die Geschichte" bereits verloren habe und nicht in den Beirat einziehen werde. Ihre Niederlage sieht auch die Zeitung  Gazeta Wyborcza bevorstehen: "Steinbach wird nicht länger die deutsch-polnischen Beziehungen vergiften."

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Die polnische Presse hat Steinbach in der Vergangenheit mehrfach hart angegriffen. Das Wochenmagazin Wprost zeigte sie als Domina in SS-Uniform auf ihrem Titelblatt. Polens Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski warf Tusk vor, dass seine "weiche" Deutschland-Politik Polen schade und forderte ein hartes Auftreten. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski sagte über Steinbach: "Sie kam mit Hitler in unser Land und musste mit Hitler auch wieder gehen.“

Kompromisslos zeigt sich aber vor allem Erika Steinbach. Sie ergreift nun ihrerseits die Offensive und gibt der SPD die Schuld an der Eskalation. "Als wir mit den Vorbereitungen für das Zentrum begonnen haben, gab es in den ersten zwei Jahren keinen bösen Ton aus Polen. Aber deutsche Sozialdemokraten wie Wolfgang Thierse und Markus Meckel haben die Polen aufgehetzt“, sagte sie dem Hamburger Abendblatt . „Das Thema ist von deutschen Sozialdemokraten nach Polen getragen worden, den Menschen wurde eingeredet, in dem Zentrum solle die Geschichte auf den Kopf gestellt werden.“

In einem Interview mit der Bild-Zeitung hatte sie bereits gestern Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier attackiert, weil er sie vor der polnischen Kritik nicht in Schutz nehme. Die SPD, die Grünen und die Linkspartei forderten Steinbach indessen auf, ihre Pläne aufzugeben.

Die Vertriebenenverbände stellten sich hinter die umstrittene CDU-Bundestagsabgeordnete und wollen sie weiterhin in den Stiftungsrat für die geplante Vertriebenen-Gedenkstätte entsenden. Die Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, Gesine Schwan, forderte die Kanzlerin auf, eine schnelle Entscheidung zu fällen. Sonst drohe eine schwere Belastung der Beziehungen zu Polen, sagte die Kandidatin der SPD für die Präsidentenwahl der Berliner Zeitung . Merkel signalisierte jedoch, dass sie sich Zeit lassen werde.

Leser-Kommentare
  1. liegt jedenfalls nahe. erinnern Sie sich noch an die TAZ-Kartoffel-Affäre? Da waren es jedenfalls dieselben Personen, die ständig Ergebenheitsadressen an die Kaczynskis geschickt haben. Und Steinmeier hat soviel Ausstrahlung wie ein Rechnungsprüfer vom Grünflächenamt. Deshalb ja auch die Rapnummer mit Muhabbet, das war so wie mit dem Lehrer den wir früher gehaßt haben, weil er immer so auf Jugendlicher machte mit seinen langen grauen Haaren. Und Schwan will ja bei einem Wahlerfolg eine große Freundschaftsrede auf polnisch halten, na und zu Thierse hat Kohl schon alles gesagt.

    • osona
    • 25.02.2009 um 13:42 Uhr

    sollte die Frau zurückrudern. Das Ansehen Deutschlands leidet enorm darunter, dass eine Person wie Erika Steinbach überhaupt noch als Option offen steht.

    • df
    • 25.02.2009 um 13:50 Uhr

    haben lange genug mit antideutschen Parolen Bauernfängerei betrieben. Wenn hier jemand den deutsch-polnischen Beziehungen geschadet hat dann diese Truppe. Es ist unerträglich wie hier in vorauseilendem Gehorsam auf polnische Überempfindlichkeiten eingegangen wird, während zu massiver antideutscher Hetze in Polen geschwiegen wird.

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    • osona
    • 25.02.2009 um 14:28 Uhr

    Es ist ungeheuerlich wie mit rechten Parolen gegen Deutsche gehetzt wird.
    Aber dann frage ich mich, in welchen Jahrhundert wir leben.
    Nur weil ich mich auf das Niveau von polnischen Rechten herablassen möchte, nominiere ich doch nicht so eine Person!
    Und die Frage wo die gute Frau geboren wurde ist mir vollkommen egal, es kommt auf die Inhalte an.

    • osona
    • 25.02.2009 um 14:28 Uhr

    Es ist ungeheuerlich wie mit rechten Parolen gegen Deutsche gehetzt wird.
    Aber dann frage ich mich, in welchen Jahrhundert wir leben.
    Nur weil ich mich auf das Niveau von polnischen Rechten herablassen möchte, nominiere ich doch nicht so eine Person!
    Und die Frage wo die gute Frau geboren wurde ist mir vollkommen egal, es kommt auf die Inhalte an.

  2. Das ist unterste Schublade u. perfide, wenn die Herkunft von Frau S.
    als Keule hinhalten muß - ihr Vater war zur NS Zeit in Polen wohnhaft-
    Das ist ein Grund von Polen , sie abzulehnen, weil sie nicht direkt
    Vertriebene ist !
    was hat die Tochter damit zu tun- gibt's in Polen noch Sippenhaft ?
    Steinmeier u. Schwan haben beide sich für höhere Ämter disqualifiziert !
    Abgesehen von Schröder als Grund die falschen Sozi nicht zu wählen !

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    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:05 Uhr

    ...dann sollten sie aber auch die gesamte wahrheit erzählen...ihr vater siedelte erst nach der eroberung polnischer gebiete durch die deutschen dahin um. somit war die vertreibung rechtens bzw. kann frau steinbach diese rolle nicht für sich beanspruchen

    Steinbachs Vater wohnte nie in Polen.

    Er war ein Feldfebel der Luftwaffe, der dorthin mit Hitler kam und mit Hitler weggehen musste.

    Er stammte aus Hessen. Ich bin ein Pole, aber ich weiß Hessen liegt ganz weit von Warschau.

    Kleine Erika und der ganze Verband wollen einfach Geld diesmla von Polen.

    Das Geld, die sie doch einmal nehmen. Ich kenne einige Leute, die von Polen ausfliehen musste. Alle bekommen Entschädigungen aus deutsche Regierung, falls sie irgendwelche Eigentum in Polen lassen mussten.

    Ich bin überrasched, dass Deutsche wollen solche Personen mit Tax-Geld unterschtützen.

    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:05 Uhr

    ...dann sollten sie aber auch die gesamte wahrheit erzählen...ihr vater siedelte erst nach der eroberung polnischer gebiete durch die deutschen dahin um. somit war die vertreibung rechtens bzw. kann frau steinbach diese rolle nicht für sich beanspruchen

    Steinbachs Vater wohnte nie in Polen.

    Er war ein Feldfebel der Luftwaffe, der dorthin mit Hitler kam und mit Hitler weggehen musste.

    Er stammte aus Hessen. Ich bin ein Pole, aber ich weiß Hessen liegt ganz weit von Warschau.

    Kleine Erika und der ganze Verband wollen einfach Geld diesmla von Polen.

    Das Geld, die sie doch einmal nehmen. Ich kenne einige Leute, die von Polen ausfliehen musste. Alle bekommen Entschädigungen aus deutsche Regierung, falls sie irgendwelche Eigentum in Polen lassen mussten.

    Ich bin überrasched, dass Deutsche wollen solche Personen mit Tax-Geld unterschtützen.

  3. Frau Steinbach hat zumindest insofern recht, als dass die SPD durchaus versucht, aus der ganzen Affaire politisches Kapital zu schlagen, und wenn dies dabei hilft, polnische Interessen gegenüber Deutschland durchzusetzen, nimmt sie das zumindest inkauf. Die Frage muss erlaubt sein, was es Polen überhaupt angeht, wer als Beiratsposten einer bundesdeutschen Stiftung in Berlin berufen wird oder nicht. Hierbei handelt es sich klar um eine innerdeutsche Angelegenheit!

  4. 6. Lustig

    Lustig finde ich es, dass sowohl die deutsche "Bild" als auch die polnische "Fakt" dem Axel Springer Verlag gehören und in beiden Ländern die auflagenstärksten Tageszeitungen sind.
    Ich erwarte, dass ein deutscher Politiker gegenüber einer so groben Einmischung aus dem Ausland sich vor seinen deutschen Kollegen stellt, auch wenn er einer innenpolitisch konkurrierenden Partei angehört.

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    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:08 Uhr

    ...ich würde eher erwarten, dass auch mal ein paar cdu-politiker abstand von frau steinbach nehmen und nicht nur brav partei-soldat spielen. sie ist nämlich untragbar!

    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:08 Uhr

    ...ich würde eher erwarten, dass auch mal ein paar cdu-politiker abstand von frau steinbach nehmen und nicht nur brav partei-soldat spielen. sie ist nämlich untragbar!

    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:05 Uhr

    ...dann sollten sie aber auch die gesamte wahrheit erzählen...ihr vater siedelte erst nach der eroberung polnischer gebiete durch die deutschen dahin um. somit war die vertreibung rechtens bzw. kann frau steinbach diese rolle nicht für sich beanspruchen

    Antwort auf "Perfidie"
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    Das betreffende Gebiet war erst seit 1920 polnisch, nachdem es völkerrechtswidrig im Rahmen des Versailler Vertraga (d.h. ohne Volksabstimmung) Polen zugesprochen worden war; davor gehörte der Ort zu Preussen. Was die Polen also verkürzt als "Eroberung" bezeichnen, ist - bezogen auf diesen Ort - eher eine Rückeroberung. Wenn Sie nun der Ansicht sind, die Vetreibung von Frau Steinbach wäre rechtens gewesen, dann war es die deutsche Besatzung auch es sei denn, sie messen mit zweierlei Mass. Abgesehen davon stammt die Familie Steinbachs väterlicherseits aus Schlesien - auch so ein urpolnisches Gebiet.

    Was mich aber an der Debatte am meisten stört ist die Tatsache, dass Deutschland die Oder-Neisse-Grenze anerkannt hat und damit Polen wirklich ein riesiges Geschenk gemacht hat, ohne dass sich dieses Land nun auch nur im geringsten für die ethnischen Säuberungen verantwortlich sieht, welches es an der deutschen Zivilbevölkerung zu verantworten hat.
    (Anmerkung: Bitte gehen Sie mit Geschichtsdeutungen dieser Art vorsichtig um. Die Redaktion/jk)

    das ist ja nicht zu glauben, nun wird der Vater zur Argumentation bemüht, ob Frau Steinbach in ein Gremium gewählt werden darf !!! Man hat den Eindruck, dass es vielfach um Vetriebene an sich geht, jedenfalls unterschwellig, womöglich auch gegen Vertriebene und nach so vielen Jahrzehnten ist jedenfalls diese Bezeichnung für die heute hier Lebenden unverständlich und unglücklich. Sie haben das Glück gehabt, in Restdeutschland aufgenommen und nicht Jahrzehnte-für viele das ganze Leben- in einer kommunistischen Diktatur in Armut gelebt zu haben. Natürlich ist Vertreibung kein "Glück" sondern Unrecht, aber hätten die Vertriebenen es wirklich vorgezogen, im kommunistischen Polen und der CSSR unter den dort herrschenden Bedingungen zu leben ? Natürlich unter den dortigen Bedingungen, andere hätte es ja nicht gegeben. Die betroffenen Gebiete sind polnisch und tschechisch und das bleiben sie auch in unserer Erlebenszeit und das ist auch richtig.

    Markus70, Flüchtling und Angehöriger der Stinkstiefelgeneration....

    Das betreffende Gebiet war erst seit 1920 polnisch, nachdem es völkerrechtswidrig im Rahmen des Versailler Vertraga (d.h. ohne Volksabstimmung) Polen zugesprochen worden war; davor gehörte der Ort zu Preussen. Was die Polen also verkürzt als "Eroberung" bezeichnen, ist - bezogen auf diesen Ort - eher eine Rückeroberung. Wenn Sie nun der Ansicht sind, die Vetreibung von Frau Steinbach wäre rechtens gewesen, dann war es die deutsche Besatzung auch es sei denn, sie messen mit zweierlei Mass. Abgesehen davon stammt die Familie Steinbachs väterlicherseits aus Schlesien - auch so ein urpolnisches Gebiet.

    Was mich aber an der Debatte am meisten stört ist die Tatsache, dass Deutschland die Oder-Neisse-Grenze anerkannt hat und damit Polen wirklich ein riesiges Geschenk gemacht hat, ohne dass sich dieses Land nun auch nur im geringsten für die ethnischen Säuberungen verantwortlich sieht, welches es an der deutschen Zivilbevölkerung zu verantworten hat.
    (Anmerkung: Bitte gehen Sie mit Geschichtsdeutungen dieser Art vorsichtig um. Die Redaktion/jk)

    das ist ja nicht zu glauben, nun wird der Vater zur Argumentation bemüht, ob Frau Steinbach in ein Gremium gewählt werden darf !!! Man hat den Eindruck, dass es vielfach um Vetriebene an sich geht, jedenfalls unterschwellig, womöglich auch gegen Vertriebene und nach so vielen Jahrzehnten ist jedenfalls diese Bezeichnung für die heute hier Lebenden unverständlich und unglücklich. Sie haben das Glück gehabt, in Restdeutschland aufgenommen und nicht Jahrzehnte-für viele das ganze Leben- in einer kommunistischen Diktatur in Armut gelebt zu haben. Natürlich ist Vertreibung kein "Glück" sondern Unrecht, aber hätten die Vertriebenen es wirklich vorgezogen, im kommunistischen Polen und der CSSR unter den dort herrschenden Bedingungen zu leben ? Natürlich unter den dortigen Bedingungen, andere hätte es ja nicht gegeben. Die betroffenen Gebiete sind polnisch und tschechisch und das bleiben sie auch in unserer Erlebenszeit und das ist auch richtig.

    Markus70, Flüchtling und Angehöriger der Stinkstiefelgeneration....

    • hanni5
    • 25.02.2009 um 14:08 Uhr

    ...ich würde eher erwarten, dass auch mal ein paar cdu-politiker abstand von frau steinbach nehmen und nicht nur brav partei-soldat spielen. sie ist nämlich untragbar!

    Antwort auf "Lustig"

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