Steuerstreit Warum die UBS das Bankgeheimnis opfert
Die Schweizer Bank hat mit ihrem Geschäftsgebaren in den USA den Bankenplatz schwer beschädigt. Die Politik stellt sich vor die Manager - trotz ihres Versagens

© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images
Aktionäre der Schweizer Großbank UBS in Basel: Das Institut übergibt der amerikanischen Justiz Kontodaten von Steuerhinterziehern
Die Alarmlampe blinkte im November 2001 leuchtend rot. Damals verlangte das auf die USA spezialisierte Vermögensverwaltungsteam der Schweizer UBS ein Überdenken ihrer Kernstrategie. "Wir sind in den USA besonders exponiert, und unsere internen Regeln schreiben die Einhaltung regulatorischer Bestimmungen vor", hieß es in einem Brief, den Spezialisten an die Geschäftsleitung der wichtigsten Sparte der UBS schickten. "Beides zwingt uns, ein eher den Gesetzen entsprechendes US-Geschäftsmodell zu erwägen."
Es war der Moment, als die weltgrößte Vermögensverwalterin eine entscheidende Weiche für die eigene Zukunft und jene ihres Heimatstaats stellte. Die verantwortlichen Köpfe der Großbank hatten zu diesem Zeitpunkt die Chance, das Geschäft mit reichen US-Kunden von Grund auf zu überdenken. Sie taten es nicht. Weiter wie bisher, lautete stattdessen die Order von oben. Die Spezialisten würden mit ihrer Skepsis übertreiben.
Seit gestern weiß die Schweiz und die ganze Finanzwelt, dass die Warnungen gar nicht laut genug hätten sein können. Die bisherige Strategie, das Geschäft mit vermögenden amerikanischen Kunden immer weiter auszupressen, um die Bank mächtiger und reicher zu machen, endet im Desaster – für die UBS und für den helvetischen Bankenplatz insgesamt. In einer Notaktion muss die Landesregierung nun rechtsstaatliche Prinzipien aufgeben und der UBS-Spitze grünes Licht geben für den Verrat am heiligsten aller heiligen Grundsätze des Schweizer Bankenwesens: an der Aufhebung des Bankgeheimnisses.
Mit dem Segen der staatlichen Finanzmarktaufsicht händigt die Großbank die Daten von rund 300 amerikanischen Kunden an die US-Behörden aus, ohne dass diesen das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren gegeben wird. Zuvor hatte knapp ein Dutzend der Beschuldigten Einspruch beim obersten Gericht eingelegt. Dieser Weg bleibt ihnen nun verwehrt. Stattdessen droht den Betroffenen in ihrer Heimat nicht nur ein hohes Bußgeld, sondern auch Gefängnis.
Die UBS reagiert damit auch auf den wachsenden Druck aus den USA. Dort hatte man mit Strafanklage gegen die Verantwortlichen des Instituts gedroht, falls man nicht die Daten der betreffenden Kunden herausgebe. Der Vorwurf: Das Institut habe den amerikanischen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen.
Wie unzimperlich die US-Behörden nun mit den Steuersündern umgehen werden, zeigen erste Verlautbarungen. "Wir haben den Schleier des Bankgeheimnisses zur Seite gezogen und werden weiterhin aggressiv gegen jene vorgehen, die Bundessteuern ausweichen oder bei diesem Vergehen mithelfen", ließ sich der Chefbeamte John DiCicco vom amerikanischen Justizdepartement zitieren.
- Datum 20.02.2009 - 12:40 Uhr
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Herr Steinbrück. Da gilt es einiges an Schätzen zu heben. Darf der deutsche Fiskus auf solche Gelder verzichten?
Dann können wir die zu hebenden Schätze ja gleich an die notleidenden Banken weiterreichen.
wird der Bank nicht gedroht wie in den USA. Da wird höflich, um Entschuldigung bittend, angefragt.
Hätte man in Deutschland nicht das Maß verloren, wie hoch Steuern für wohlhabende Menschen zu setzen sind, so würde sich ein Problem wie das jetzige, sich erübrigen.
Natürlich haben wohlhabende Menschen eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die ihr Reichtum erst ermöglicht hat. Aber zu Reichtum gehört auch viel harte Arbeit und ohne Aussicht auf die entsprechende Vergütung oder den zu erwartenden Wohlstand, wäre Deutschland nicht das innovative Land, das es momentan ist. Aber wo hört der Wohlfahrtsstaat auf, der auf Kosten der arbeitenden Menschen die Menschen trägt, die nichts dazu beitragen und beginnt die soziale Gerechtigkeit?
Ich denke soziale Gerechtigkeit bedeutet nicht, dass Menschen, die unwillig oder aus fehlender Motivation lieber Zuhause sitzen und von dem Staat getragen werden. Eine sozial gerechte Gesellschaft trägt die Verantwortung für Schicksalsschläge oder für das Unglück, in die ein Mensch geraten kann und ermöglicht es ihnen wieder zurück in das Gesellschaftsleben zu finden. Die Eigenmotivation steht an erster Stelle. Ab einem gewissen Alter im Leben ist der Mensch in erster Linie selber für sich verantwortlich und die Gesellschaft kann nicht dafür bezahlen, einen grundsätzlich motivationslosen zu einem motivierten Musterbeispiel eines verantwortungsvollen Mitgliedes der Gesellschaft zu formen. Das kann nicht funktionieren.
Gerade aber das wird in dem deutschen System zu häufig tolleriert. Und so fängt das unglückliche Spiel mit dem Steuersystem an: Die Reichen wollen und haben kein Einsehen dafür, fast um die Hälfte ihres Einkommens zu gebracht werden, nur weil der Staat nicht in der Lage ist, einen effizienten Haushalt zu führen. Die Mehrheit der Gesellschaft ist empört über die angeblich "verantwortungslosen" und Herr Steinbrück drescht noch weiter ein und diffamiert die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Der Druck und die Verständnislosigkeit zwischen der Mehrheit und den Reichsten entsteht durch die unbedeutendsten der Gesellschaft, die soziale Spannungen erzeugen.
Nur um eines klar zu machen: So ungerecht es sein mag, dass ein Vorstandsvorsitzender dass 1000-fache eines Durchschnittsverdieners erhalten mag, so muss es für den vernünftigen Menschenverstand einleuchten, dass es sich hier nicht um eine Gerechtigkeit handelt, die durch Staatszwang erreicht werden kann, sondern um die Marktpreisbildung, die sich aus Nachfrage und Angebot zusammensetzt. Es ist vielleicht nicht jeder in der Lage, einen 150.000 Mitarbeiter beschäftigenden Dax-Konzern zu führen.
Wer anders denkt, gründet sein eigenes Unternehmen, bringt es erfolgreich an die Börse und sagt mir dann, dass er für 5.000€ im Monat arbeitet. Dann nehme ich alles Gesagte zurück und werde kundtun, dass ich keine Ahnung von der Wirtschaft habe.
Jaja, mit der sogenannten Eigenverantwortung werde ich hier in der Schweiz zu Genüge konfrontiert... Glauben Sie mir, deswegen verbraten Sie etliche Stunden ihres Privatlebens nur um nicht über den Tisch gezogen zu werden...
Was Sie bei ihren Aussagen geflissentlich vergessen ist... in einem Pyramidensystem kommt nun mal nicht jeder nach oben selbst mit genau den gleichen Vorraussetzungen... Das zweite was die Eigenverantwortung relativiert ist der "Filz" der in so ziemlich jedem Land seine zweifehaften Blüten treibt... Auch das dreht die praktischen Möglichkeiten in's theoretische um.
Dann ist schon lange bekannt das selbst die optimalsten Kandidaten irgendwann an ihre ganz persönliche "Glasdecke" stossen was zur Folge hat das sich ganz oben nicht immer die Qualifiziertesten treffen.
Dann müsste man einmal mehr die notwenigen Qualifikationen für "Leadership" definieren. So wie sich das in der nahen Vergangenheit kristallisiert hat wurden da einfach grosse Teile der Gesellschaft bewusst aussen vor gelassen. Die zur Steuerung der Gesellschaftlichen Entwicklung wichtigen Parameter wurden zum grössten Teil auf Profite und Renditen reduziert... und das ist definitiv nicht brauchbar... Anschauungsunterricht dafür bietet sich aktuell an vielen Orten an.
Die Eigenschaften und das Glück/Zufall der jemandem die Chance auf eine Position ganz oben gibt darf sicher nicht darin ausarten sich wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Kassen aufzuführen. Dazu gehört auch die Reduktion des Entlöhungsverhältnisses vom tiefsten zum höchsten Mitarbeiter eiens Unternehmens. Dies müsste meiner Meinung nach per Beschluss gemacht werden weil der Markt für Topmanager eigentlich ein eigenes kleines Reservat ist welches sich um Markt nicht zu kümmern braucht.
Soziale Gerechtigkeit dauernd mit den wenigen zu vergleichen die nun mal einfach lieber rumsitzen sollte nicht dazu benutzt werden alle Umverteilungssysteme zum Teufel zu schicken... Auch das hat auf Dauer keinen Bestand wie sich nun herausstellt.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
"Natürlich haben wohlhabende Menschen eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die ihr Reichtum erst ermöglicht hat. Aber zu Reichtum gehört auch viel harte Arbeit und ohne Aussicht auf die entsprechende Vergütung oder den zu erwartenden Wohlstand, wäre Deutschland nicht das innovative Land, das es momentan ist."
das ist leider eine idealvorstellung.
jemand der sich einen vermoegensverwalter leisten kann, hat die chance auf rel. wundersame art seinen reichtum zu vermehren...
das geht auch ganz "steuerneutral" und ohne (harte) arbeit.
"Der Druck und die Verständnislosigkeit zwischen der Mehrheit und den Reichsten entsteht durch die unbedeutendsten der Gesellschaft, die soziale Spannungen erzeugen."
wie kommen sie darauf?
solange man nicht durch primitiven neid gesteuert wird, entsteht gar keine spannung.
wenn es aber offensichtlich wird, das manche sich eher als mitglieder einer kapitalgesellschaft oder einer schmarotzergesellschaft sehen, wird es problematisch.
wut kann man ziemlich leicht als neid abstempeln.
und genau hier muessen die rahmenbedingungen so gesetzt werden, das sich jeder entsprechend seinen verantwortlichkeiten und moeglichkeiten verhaelt.
wenn der soziale mindestschutz h4 sein soll, dann gilt dies auch zb fuer familie schaeffler und natuerlich fuer die leute die einfach nicht arbeiten wollen.
der boese manager wird bei bedarf als beruhigungspille gern missbraucht und das gleiche gilt in viel groesserem umfang fuer den arbeitscheuen mallorca-dauerurlauber. beides nebelkerzen - je nach windrichtung eingesetzt.
die basis der gesellschaft sollte eine breite mittelschicht sein.(keine sozialistische gleichmacherei)
die aktuelle politik steuert eher auf eine 2-klassengesellschaft hin.
ich glaube nicht das wir darauf warten sollten bis die selbsternannte oberste oberschicht kapiert hat, das sie mit einem demotiviertem und geschwaechtem unterbau ihren lebensstandard selber nicht halten kann.
sozial ist nunmal nicht was arbeit schafft, sondern wie das gesamtvermoegen so eingesetzt/ umverteilt wird das alle an der gesellschaft teilnehmen koennen die einen aktiven beitrag zum fortbestand dieser leisten.
ist es, so zu tun, als sei die Tatsache der Steuerflucht eine Reaktion der hart arbeitenden Reichen auf den permanenten Aderlass durch das deutsche Sozialsystem, in dem das gute Geld der Superreichen an eine Unzahl von Arbeitsverweigerern und Faulenzern umverteilt wird.
Die Art und Weise, wie seit dem unseligen Lambsdorff-Papier (1982) in Deutschland von unten nach oben umverteilt wurde ist beispiellos - und nur, um als Industrie-Exportland gegen Billiglohnländer bestehen zu können, in denen dank Automatisierung dieselben Fertigungsstandards erzielbar sind wie in Deutschland. (Dieser Exodus der Deutschen Industrie wurde auch noch vom Staat gefördert.)
Dumm nur, dass die Lebenshaltungskosten nicht auch auf das Niveau der Billiglohnländer gefallen sind. Aber das wäre ja zu Lasten der sogenannten "Eliten" gegangen, denen in Deutschland das Meiste gehört - also nicht mal dran denken, sondern lieber staatlich zuschießen! Immobilienbesitzer und Arbeitgeber dürfen auf keinen Fall zur Kasse gebeten werden. Stattdessen bringen diese armen "Leistungsträger" ihre sauer verdienten Millionen oder Milliarden (bei "Hochleistungsträgern") in irgend ein Billigsteuerland, um sich nicht so sehr an den in Deutschland anfallenden Soziallasten beteiligen zu müssen.
Dies alles marktpolitisch sinnvoll, sozial verträglich und global wirtschaftlich unausweichlich zu finden ist in Deutschland lange Konsens gewesen.
Insofern müsste man die gegenwärtige Krise geradezu begrüßen, wenn es nicht so wäre, dass alle Regierungen nichts schnelleres zu tun haben, als die Interessen des Kapitals zu schützen. Anstatt alle Verantwortlichen durch komplette Enteignung ins selbstverschuldete Elend fallen zu lassen - zumindest die deren man habhaft werden kann - bittet man wieder die kleinen Leute zur Kasse.
Welcher Steuersatz ist denn gerade noch zulässig, wenn man Steuerhinterziehung nicht legitimieren will? Und wer legt das fest?
Was ist denn "harte Arbeit"? 60 h die Woche in einem Büro zu sitzen? Dass Reichtum harte Arbeit voraussetzt, ist ein Gerücht. Viel schlimmer ist, dass harte Arbeit eben nur sehr selten zu Reichtum führt. Folglich kann der Reiche nur sehr begrenzt auf seine harte Arbeit verweisen.
Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass die Reichen ihren Stundenlohn kalkulieren, wenn sie sich überlegen, ob sie weiterarbeiten oder ihren Kontostand feiern.
Die Ausgabenlegitimität hat nur begrenzt mit der Einnahmenlegitimität zu tun. Man kann Steuerhinterziehung nicht rechtfertigen, indem man auf verplemperte Steuern verweist. Und warum sollen Einsparungen beim Staat ausgerechnet den Reichen zugute kommen? Wer eine Million im Jahr verdient, tut das nicht durch "harte" Arbeit. In der Liga ist es vom "Zufall" abhängig, wie viel die Arbeit einbringt. Da stehen Arbeit und Einkünfte in keinem engen Verhältnis mehr zueinander.
Völlig albern ist es, die Leistungsträger als die Großverdiener zu definieren. Wessen Versagen lässt denn gerade die Weltwirtschaft in die Schockstarre verfallen, das der Sozialschmarotzer oder das sehr vieler pervers überbezahlter "Leistungsträger"? Papierleistung ist das.
Warum soll man die Gehaltsspanne im Unternehmen nicht staatlich vorgeben können? Und wo sehen Sie denn funktionierende Marktmechanismen am Werk? Eine beachtliche Zahl an Großverdienern erweist sich als unfähig. Werden die an den von ihnen verursachten Verlusten beteiligt? Nein. Siemens, die Bahn - man muss nicht mal die Banken heranziehen. Die ganz große Kohle lassen sie sich überall hinschieben. Für den schönen Schein, dass sie es könnten. Besser könnten. Als wer? Nicht einmal die Aktionäre wussten bis vor kurzem, welcher Vorstand wie viel verdient. Hörte ich "Marktmechanismen"? Eine inzestiöse Kleptokratie hat sich ausgebildet zwischen Vorständen und Aufsichtsräten. Ist ja das Geld anderer. Und zur Verantwortung gezogen wird man nicht.
Ihr abschließendes Beispiel lässt mich auch nur müde lächeln. Welcher Lenker eines 150.000-Mitarbeiter-Dax-Konzerns hat denn das Unternehmen gegründet und erfolgreich an die Börse gebracht? Ach, ja, Herr Schrempp hat zweistellig Milliarden Börsenwert vernichtet. Was hat er dafür bekommen? Zweistellig Millionen. Und seine Leistungsträgerfrau für "harte Arbeit" einen 200-TEUR/a-Job im Unternehmen. Wer an die Börse geht, arbeitet sowieso nicht mehr für Gehalt, sondern für den Aktienkurs. Und der ist Glückssache. Außerdem reden wir nicht über 5.000 EUR, sondern über Leute, die sich bei 50.000 EUR im Monat für unterbezahlt halten. Obwohl ihre Leistung erst im nachhinein erkennbar wird und sie dann aber nicht mehr haften wollen.
Jaja, mit der sogenannten Eigenverantwortung werde ich hier in der Schweiz zu Genüge konfrontiert... Glauben Sie mir, deswegen verbraten Sie etliche Stunden ihres Privatlebens nur um nicht über den Tisch gezogen zu werden...
Was Sie bei ihren Aussagen geflissentlich vergessen ist... in einem Pyramidensystem kommt nun mal nicht jeder nach oben selbst mit genau den gleichen Vorraussetzungen... Das zweite was die Eigenverantwortung relativiert ist der "Filz" der in so ziemlich jedem Land seine zweifehaften Blüten treibt... Auch das dreht die praktischen Möglichkeiten in's theoretische um.
Dann ist schon lange bekannt das selbst die optimalsten Kandidaten irgendwann an ihre ganz persönliche "Glasdecke" stossen was zur Folge hat das sich ganz oben nicht immer die Qualifiziertesten treffen.
Dann müsste man einmal mehr die notwenigen Qualifikationen für "Leadership" definieren. So wie sich das in der nahen Vergangenheit kristallisiert hat wurden da einfach grosse Teile der Gesellschaft bewusst aussen vor gelassen. Die zur Steuerung der Gesellschaftlichen Entwicklung wichtigen Parameter wurden zum grössten Teil auf Profite und Renditen reduziert... und das ist definitiv nicht brauchbar... Anschauungsunterricht dafür bietet sich aktuell an vielen Orten an.
Die Eigenschaften und das Glück/Zufall der jemandem die Chance auf eine Position ganz oben gibt darf sicher nicht darin ausarten sich wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Kassen aufzuführen. Dazu gehört auch die Reduktion des Entlöhungsverhältnisses vom tiefsten zum höchsten Mitarbeiter eiens Unternehmens. Dies müsste meiner Meinung nach per Beschluss gemacht werden weil der Markt für Topmanager eigentlich ein eigenes kleines Reservat ist welches sich um Markt nicht zu kümmern braucht.
Soziale Gerechtigkeit dauernd mit den wenigen zu vergleichen die nun mal einfach lieber rumsitzen sollte nicht dazu benutzt werden alle Umverteilungssysteme zum Teufel zu schicken... Auch das hat auf Dauer keinen Bestand wie sich nun herausstellt.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
"Natürlich haben wohlhabende Menschen eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die ihr Reichtum erst ermöglicht hat. Aber zu Reichtum gehört auch viel harte Arbeit und ohne Aussicht auf die entsprechende Vergütung oder den zu erwartenden Wohlstand, wäre Deutschland nicht das innovative Land, das es momentan ist."
das ist leider eine idealvorstellung.
jemand der sich einen vermoegensverwalter leisten kann, hat die chance auf rel. wundersame art seinen reichtum zu vermehren...
das geht auch ganz "steuerneutral" und ohne (harte) arbeit.
"Der Druck und die Verständnislosigkeit zwischen der Mehrheit und den Reichsten entsteht durch die unbedeutendsten der Gesellschaft, die soziale Spannungen erzeugen."
wie kommen sie darauf?
solange man nicht durch primitiven neid gesteuert wird, entsteht gar keine spannung.
wenn es aber offensichtlich wird, das manche sich eher als mitglieder einer kapitalgesellschaft oder einer schmarotzergesellschaft sehen, wird es problematisch.
wut kann man ziemlich leicht als neid abstempeln.
und genau hier muessen die rahmenbedingungen so gesetzt werden, das sich jeder entsprechend seinen verantwortlichkeiten und moeglichkeiten verhaelt.
wenn der soziale mindestschutz h4 sein soll, dann gilt dies auch zb fuer familie schaeffler und natuerlich fuer die leute die einfach nicht arbeiten wollen.
der boese manager wird bei bedarf als beruhigungspille gern missbraucht und das gleiche gilt in viel groesserem umfang fuer den arbeitscheuen mallorca-dauerurlauber. beides nebelkerzen - je nach windrichtung eingesetzt.
die basis der gesellschaft sollte eine breite mittelschicht sein.(keine sozialistische gleichmacherei)
die aktuelle politik steuert eher auf eine 2-klassengesellschaft hin.
ich glaube nicht das wir darauf warten sollten bis die selbsternannte oberste oberschicht kapiert hat, das sie mit einem demotiviertem und geschwaechtem unterbau ihren lebensstandard selber nicht halten kann.
sozial ist nunmal nicht was arbeit schafft, sondern wie das gesamtvermoegen so eingesetzt/ umverteilt wird das alle an der gesellschaft teilnehmen koennen die einen aktiven beitrag zum fortbestand dieser leisten.
ist es, so zu tun, als sei die Tatsache der Steuerflucht eine Reaktion der hart arbeitenden Reichen auf den permanenten Aderlass durch das deutsche Sozialsystem, in dem das gute Geld der Superreichen an eine Unzahl von Arbeitsverweigerern und Faulenzern umverteilt wird.
Die Art und Weise, wie seit dem unseligen Lambsdorff-Papier (1982) in Deutschland von unten nach oben umverteilt wurde ist beispiellos - und nur, um als Industrie-Exportland gegen Billiglohnländer bestehen zu können, in denen dank Automatisierung dieselben Fertigungsstandards erzielbar sind wie in Deutschland. (Dieser Exodus der Deutschen Industrie wurde auch noch vom Staat gefördert.)
Dumm nur, dass die Lebenshaltungskosten nicht auch auf das Niveau der Billiglohnländer gefallen sind. Aber das wäre ja zu Lasten der sogenannten "Eliten" gegangen, denen in Deutschland das Meiste gehört - also nicht mal dran denken, sondern lieber staatlich zuschießen! Immobilienbesitzer und Arbeitgeber dürfen auf keinen Fall zur Kasse gebeten werden. Stattdessen bringen diese armen "Leistungsträger" ihre sauer verdienten Millionen oder Milliarden (bei "Hochleistungsträgern") in irgend ein Billigsteuerland, um sich nicht so sehr an den in Deutschland anfallenden Soziallasten beteiligen zu müssen.
Dies alles marktpolitisch sinnvoll, sozial verträglich und global wirtschaftlich unausweichlich zu finden ist in Deutschland lange Konsens gewesen.
Insofern müsste man die gegenwärtige Krise geradezu begrüßen, wenn es nicht so wäre, dass alle Regierungen nichts schnelleres zu tun haben, als die Interessen des Kapitals zu schützen. Anstatt alle Verantwortlichen durch komplette Enteignung ins selbstverschuldete Elend fallen zu lassen - zumindest die deren man habhaft werden kann - bittet man wieder die kleinen Leute zur Kasse.
Welcher Steuersatz ist denn gerade noch zulässig, wenn man Steuerhinterziehung nicht legitimieren will? Und wer legt das fest?
Was ist denn "harte Arbeit"? 60 h die Woche in einem Büro zu sitzen? Dass Reichtum harte Arbeit voraussetzt, ist ein Gerücht. Viel schlimmer ist, dass harte Arbeit eben nur sehr selten zu Reichtum führt. Folglich kann der Reiche nur sehr begrenzt auf seine harte Arbeit verweisen.
Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass die Reichen ihren Stundenlohn kalkulieren, wenn sie sich überlegen, ob sie weiterarbeiten oder ihren Kontostand feiern.
Die Ausgabenlegitimität hat nur begrenzt mit der Einnahmenlegitimität zu tun. Man kann Steuerhinterziehung nicht rechtfertigen, indem man auf verplemperte Steuern verweist. Und warum sollen Einsparungen beim Staat ausgerechnet den Reichen zugute kommen? Wer eine Million im Jahr verdient, tut das nicht durch "harte" Arbeit. In der Liga ist es vom "Zufall" abhängig, wie viel die Arbeit einbringt. Da stehen Arbeit und Einkünfte in keinem engen Verhältnis mehr zueinander.
Völlig albern ist es, die Leistungsträger als die Großverdiener zu definieren. Wessen Versagen lässt denn gerade die Weltwirtschaft in die Schockstarre verfallen, das der Sozialschmarotzer oder das sehr vieler pervers überbezahlter "Leistungsträger"? Papierleistung ist das.
Warum soll man die Gehaltsspanne im Unternehmen nicht staatlich vorgeben können? Und wo sehen Sie denn funktionierende Marktmechanismen am Werk? Eine beachtliche Zahl an Großverdienern erweist sich als unfähig. Werden die an den von ihnen verursachten Verlusten beteiligt? Nein. Siemens, die Bahn - man muss nicht mal die Banken heranziehen. Die ganz große Kohle lassen sie sich überall hinschieben. Für den schönen Schein, dass sie es könnten. Besser könnten. Als wer? Nicht einmal die Aktionäre wussten bis vor kurzem, welcher Vorstand wie viel verdient. Hörte ich "Marktmechanismen"? Eine inzestiöse Kleptokratie hat sich ausgebildet zwischen Vorständen und Aufsichtsräten. Ist ja das Geld anderer. Und zur Verantwortung gezogen wird man nicht.
Ihr abschließendes Beispiel lässt mich auch nur müde lächeln. Welcher Lenker eines 150.000-Mitarbeiter-Dax-Konzerns hat denn das Unternehmen gegründet und erfolgreich an die Börse gebracht? Ach, ja, Herr Schrempp hat zweistellig Milliarden Börsenwert vernichtet. Was hat er dafür bekommen? Zweistellig Millionen. Und seine Leistungsträgerfrau für "harte Arbeit" einen 200-TEUR/a-Job im Unternehmen. Wer an die Börse geht, arbeitet sowieso nicht mehr für Gehalt, sondern für den Aktienkurs. Und der ist Glückssache. Außerdem reden wir nicht über 5.000 EUR, sondern über Leute, die sich bei 50.000 EUR im Monat für unterbezahlt halten. Obwohl ihre Leistung erst im nachhinein erkennbar wird und sie dann aber nicht mehr haften wollen.
Es wird nicht leicht sein Urteile in der Schweiz zu finden in denen je Geschäftsführer verurteilt wurden. Die sogenannte Unternehmerische Freiheit wurde stehts höher bewertet als die Schäden die verursacht wurden...
Dasselbst wurde bei den Geschädigten stehts die Eigenverantwortung über die verursachten Schäden gestellt. Im Volksmund heisst das ..."selber schuld", les deine Verträge durch. Diese Philosophie wird ebenfalls bei den Konsumentenschutzgesetzen angewendet die sehr viel Wert auf Eigenverantwortung und Unternehmerische Freiheit legen.
Da es dagegen nicht wirklich wirksame Rechtsmittel gibt bleibt jedem in der Schweoz wohnhaften Bürger nicht's anderes übrig als sich durch Seitenweise Verträge durchzuackern oder es eben bleiben zu lassen. So kommt es das ein paar der grösste Teild er Bevölkerung beinahe täglich gegen ein relativ kleines Heer von Juristen und Marketinspezilisten kämpft...
Liberal, schön und gut solange man eines der Geschäftsfelder einigermassen beherrscht aber wie gesagt, man nimmt so den Lebenslangen Kampf gegen Spezialisten mit mehrjährigem Studium auf...
Obwohl die Schweizer in einem liberalen Umfeld aufwachsen und so zu sagen damit gross werden, haben selbst die Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen Mühe mit der Globalisierung/Liberaliserung internationaler Märkte. Dagegen schützt eigentlich nur eine gewisse Grösse ein wenig... Nestle und Novartis etwa... aber schon die ABB hat etliche Jahre Probleme gehabt und etliche weitere Schweizer Konzerne sind nur noch geschrumpft.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
gilt ein gefühlsausdruck eigentlich auch als kommentar? ich mach einfach mal: JUPIDUPIDUHHHH!!!!! wer hätte das gedacht? mit grüßen - ato, berlin
Die Schweiz als Ziel der Freude was die vernichtung von Steuerparadiese nanbelangt ist eindeutig verfrüht.... es gibt noch etliche weitere Steuerpardiese welche sich jeder Zeit über die künftigen Mehreinnahmen herzlichst freuen, in und ausserhalb von Europa.
Da wurde noch rein überhaupt nicht's unternommen um diese zu eliminieren...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Die Schweiz als Ziel der Freude was die vernichtung von Steuerparadiese nanbelangt ist eindeutig verfrüht.... es gibt noch etliche weitere Steuerpardiese welche sich jeder Zeit über die künftigen Mehreinnahmen herzlichst freuen, in und ausserhalb von Europa.
Da wurde noch rein überhaupt nicht's unternommen um diese zu eliminieren...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
sagt doch auch immer:
Wer nix verbrochen hat - der hat ja auch nix zu verbergen.
Für einen auf Grund des aktuellen Desasters vielfach geforderten "Neubeginn" im Finanzsystem wäre es äußerst günstig, wenn ein handfester Meteorit unsere Erde träfe, sich beim Eintritt in die Atmosphäre in seine Bestandteile zertrieseln würde und diese wiederum ganz gezielt in die diversen Steueroasen einschlügen.
Man stelle sich nur einmal die Wirkungen vor:
- Das Vereinigte Königreich mit seinen Bermudas, Antigua, Cayman-Inseln, Kanalinseln usw. - derzeit schon auf der wirtschaftlichen Kippe -, würde schlagartig und endgültig über die Wupper gehen.
- In den verschiedendsten Ecken der Welt würde das große Heulen und Zähneklappern losgehen, bei russischen Oligarchen, Finanzverwaltern der Taliban, Madoff-Azubis, auch bei bestimmten deutschen Gesellschafts- und Berufsgruppen.
-Auch in den Alpen würden ein paar Lawinen mehr abgehen und jahrhundertelang hochgehaltene und gehütete Privilegien beim Einschlag verglühen.
Über die weiteren Folgerungen läßt sich lange sinnieren. Wahrscheinlich würden die bisherigen "Masters of Universe" die Marsforschung intensivieren um mit der gesamten "Finanzindustrie" dorthin umzuziehen. Das Loslösen vom Erdboden und von der ach so profanen "Realwirtschaft" hatten sie ja schon seit Jahrzehnten trainiert.
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