US-Unis Aus zwei mach eins
Die Zusammenlegung zweier Universitäten in Georgia birgt Zündstoff: An der einen Uni studieren fast nur Weiße, an der anderen fast ausschließlich Schwarze

© Mario Tama/Getty Images
Afroamerikanische Studenten: In den USA gibt es viele Unis, die von einer Hautfarbe dominiert werden
Resolution S.R. 84 sorgt auf dem Campus der Savannah State University im US-Bundesstaat Georgia für Kopfschütteln. Hinter dem Kürzel verbirgt sich der Plan, die Savannah State mit der Armstrong Atlantic State University zusammenzulegen - eine Sparmaßnahme, die das 2,3 Milliarden Dollar große Loch im Haushalt des Staates im Süden der USA ein wenig verkleinern soll. Besondere Brisanz bei dieser Fusion: Die Savannah State wird überwiegend von schwarzen Studenten besucht, die Armstrong Atlantic von weißen.
Seth Harp, ein republikanischer Bildungspolitiker und Vorsitzender des staatlichen Senatsausschusses für die Universitäten in Georgia, hat den Vorschlag in Umlauf gebracht. "Es ist der richtige Zeitpunkt, um dieses Überbleibsel loszuwerden", betont er. Gemeint ist damit, dass es in den USA immer noch viele Universitäten gibt, die von einer Hautfarbe dominiert werden.
Viele schwarze Studenten sehen allerdings das Erbe ihrer Universität in Gefahr und befürchten, dass vielen Afroamerikanern der Weg zum Studium durch die Zusammenlegung verbaut wird. Denn die Savannah State gehört zu der Gruppe der sogenannten "Traditionell schwarzen Universitäten" (HBCU), einem Zusammenschluss von 103 US-Universitäten mit überwiegend schwarzen Studenten. In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl afroamerikanischer Studenten auf rund zwei Millionen angewachsen. Knapp 25 Prozent von ihnen machen an Unis der HBCU ihren Abschluss.
Zur Untermauerung ihrer These führen die Gegner des Plans wissenschaftliche Studien an, wonach schwarze Studenten an HBCUs schneller und vor allem besser studieren. "HBCU haben eine wichtige Funktion für die Gemeinschaft, den Staat und auch die Nation", beschreibt Dwayne Ashley, Präsident der Thurgood-Stiftung, in einer Erklärung die Rolle der Universitäten. Die Stiftung fördert vor allem schwarze Bildungseinrichtungen, denn viele HBCU sind chronisch unterfinanziert, und die aktuelle Finanzkrise verschärft die Probleme.
Im vergangenen Jahr hat die Savannah State nur 3,4 Millionen Dollar an Stiftungsgeldern für ihre 3400 Studenten eingesammelt. An anderen Einrichtungen ist die Lage ähnlich. Die Clark Atlanta, auch eine HBCU, hat bereits über 100 Angestellte entlassen. Bei der letzten großen Rezession in den 1930er Jahren mussten einige schwarze Universitäten ganz schließen.
Eine große Rolle spielt auch die gemeinsame Identität der Studenten. Als die Savannah State 1890 gegründet wurde, lag die Abschaffung der Sklaverei erst 25 Jahre zurück. Ihr erster Präsident Richard Wright wurde noch zu Zeiten der Sklaverei geboren. "Ich bin stolz auf die Afroamerikaner, die diese Universität gegründet haben", schreibt ein Student in einer Campuszeitschrift. Ein anderer meint: "Ich fühle mich beraubt."
Auch eine Geschichte aus dem Jahr 1961 wird zurzeit häufig auf dem Campus der Savannah State erzählt. Damals entschied ein Gericht, dass zwei schwarze Studenten an der bis dahin nur für Weiße offenen Universität von Georgia studieren dürfen. Feuerwerkskörper flogen daraufhin in Wohnheimzimmer, Scheiben wurden mit Ziegelsteinen eingeworfen und ein Protestmarsch von 1000 weißen Studenten zog über den Campus. Knapp 50 Jahre später wollen die vormals weißen Universitäten nun den Zusammenschluss.
Für Bildungspolitiker Harp ist die Fusion nur ein logischer Schritt, um einen "schmerzhaften und hässlichen Teil unserer Geschichte zu schließen." Geht es nach Harp, soll sogar noch ein weiteres, überwiegend von schwarzen Studenten besuchtes College in Georgia mit einer anderen Einrichtung fusionieren. Im Staat würde es dann nur noch eine unabhängige Universität für schwarze Studenten geben.
Dennoch erhält Harp auch von prominenten Schwarzen Unterstützung für seinen Plan: "Einrichtungen, die aus Steuergeldern finanziert werden, sollten auch Männer und Frauen jeglicher Hautfarbe und Rasse ausbilden", schreibt Pulitzer-Preisträgerin Cynthia Tucker in einem Kommentar. Tatsächlich ist die Savannah State natürlich auch jetzt offen für weiße Studenten – ihr Anteil liegt aber bei unter einem Prozent.
Die Entscheidung über eine Zusammenlegung liegt nun bei den Ausschüssen der Universitäten. Als der Plan zum ersten Mal im Dezember aufkam, herrschte dort noch Kopfschütteln. "Das haben wir nicht auf dem Radar", so ein Kommentar damals. Das ist jetzt anders: Harps Resolution S.R. 84 zwingt die Ausschüsse der Universität zu einer Entscheidung. Der Staat Georgia kann dort offiziell nicht mitreden, kann aber im Verborgenen wirken und die Mittel zusammenstreichen. "Wir sollten unsere Macht nutzen, damit die Ausschüsse die richtige Entscheidung treffen", sagte vor Kurzem ein Ausschuss-Mitglied zu einer Lokalzeitung. Es war Seth Harp – derjenige, aus dessen Feder der Zusammenlegungs-Plan stammt.
- Datum 15.04.2009 - 17:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
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die die Abschaffung von schwarzen Colleges verlangen denn im Klima der politischen Korrektheit passen sie nicht mehr ins Bild. Schliesslich sind viele dieser 'black colleges' privat und haben nicht genuegend Geld, weniger Sponsoren.In Georgia bekommen Studenten,die eine Durchschnitts Note von A/B das Studium durch eine Hope Scholarship ,aber nur wenn sie auf seiner staatlichen Universitaet studieren, viele schwarze Colleges sind privat .Dort muessen sie das Studium bezahlen.
Das macht viele dieser Hochschulen fuer alle Studenten viel zu teuer und sie wandern ab auf die staatlichen Hochschulen.
wird in Georgia durch die staatliche Lotterie finanziert.
Auf 100 "Universitäten" ohne jegliches Niveau kommt eine Spitzenuni mit ca. 60% Ausländer bei den Studenten, Doktoranden und Professoren.
Die genannten gehören zu den hundert. Wenn die Graduates am Ende ihre Urkunden richtig lesen können, haben die schon viel erreicht.
aber wie begründen sie ihre überaus abartige Arroganz und Überheblichkeit? Bedienen sie sich dieses Klischees, um ihre Komplexe zu befriedigen?
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