Wirtschaftskrise
US-Notenbank verbreitet Optimismus
Für Fed-Chef Bernanke ist das Ende der Krise in Sicht - wenn die Konjunkturprogramme der Regierung greifen

© Win McNamee/Getty Images
"Es gibt eine gute Chance, dass die Rezession 2009 endet" - wenn die Konjunkturprogramme greifen: Ben Bernanke, Chef der US-Zentralbank Federal Reserve
Laut Fed-Chef Ben Bernanke wird 2010 das "Jahr der Erholung" sein und die Krise noch in diesem Jahr enden. Diese Weissagung hat er allerdings abgesichert. Die Voraussetzung sei die Stabilisierung der Finanzmärkte durch die Konjunkturprogramme der Regierung Obama. Das heißt: Der Teufelkskreis, in dem die Real- und Finanzwirtschaft sich gegenseitig nach unten ziehen, müsse gebrochen werden.
Vor dem Banken-Ausschuss des Senats sagte Bernanke wörtlich: "Wenn die Maßnahmen, die die Regierung, der Kongress und die Federal Reserve unternommen haben, ein Fundament finanzieller Stabilität wiederherstellen, dann gibt es eine gute Chance, dass die Rezession 2009 endet und 2010 das Jahr der Erholung sein wird."
Noch herrscht Rezession. Im vierten Quartal ist die US-Wirtschaft, aufs Jahr gerechnet, um 3,8 Prozent geschrumpft. Die Gurus der Wall Street sehen eine weitere Schrumpfung um fünf Prozent für das erste Quartal 2009 voraus. Zur Jahresmitte, glauben dieselben Experten, werde sich die Abwärtskurve abflachen oder gar umdrehen.
Und die Arbeitslosigkeit? Bernanke glaubt, dass sie zum Jahresende um 8,5 Prozent herumliegen könnte. Das wäre etwa ein Punkt mehr als in diesem Januar. Wie jeder Ökonom hat Bernanke seine Voraussagen natürlich gut eingerüstet. Es herrsche "große Ungewissheit"; überdies würden die negativen Wahrscheinlichkeiten die positiven überwiegen.
Ermutigend aber war diese Aussage: Im Februar, so Bernanke, habe die Fed eine Billion Dollar unter dem TALF-Proramm (Term Asset-Backed Securities Loan Facility) bereitgestellt.
Dieses Geld soll insbesondere die Kreditsituation im tagtäglichen Leben verbessern, die Verbraucherdarlehen, wo Geld entweder gar nicht oder sehr schwierig oder nur zu exorbitanten Konditionen zu haben war. Mit dieser Billion, die "bald" (kein genaues Datum) zur Verfügung stehen soll, müsste sich die Kreditklemme, etwa für Autokäufe, dezidiert lockern.
Letzte gute Nachricht laut Bernanke: Die Inflation werde mindestens bis zum Jahr 2011 sehr niedrig bleiben.
- Datum 6.5.2009 - 14:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 25
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Na, das ist ja ein treffliches Kontrastprogramm zur FAZ heute, wo der amerikanische Historiker Niall Ferguson in einem Interview uns erzählt: „Wir erleben die finanziellen Symptome eines Weltkriegs“ ... und das auch begründet.
Nachzulesen hier:
http://www.faz.net/s/RubB...
Seine Einschätzung am Ende des Interviews beziffert er auf über 50 Prozent, dass es zu Handelskriegen und anderen protektionistischen Maßnahmen kommen könnte, im Abwertungsrennen zwischen China und USA… Auch wenn solche Zahlenspielereien wie freies Jonglieren im luftleeren Raum anmuten, bergen seine Begründungen durch aus eine Logik, für die man keinesfalls eine pessimistische Grundnatur braucht…. aber lesen Sie selbst – so es interessiert.
Und wie immer liegt die Wahrheit wohl zwischen den Extremen in diesem "Kontrastprogramm". Die Welt geht einmal mehr nicht unter, aber sie wird sich einmal mehr fundamental ändern.
Um die USA muss man sich am wenigsten sorgen machen. Dort hat man eine stabile Demographie, die Bevölkerung wächst weiterhin stark durch Einwanderung - zusätzlich sind die USA das einzige Industrieland der Welt mit einer stabilen Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau. In der kommenden Energiewende hat dieses riesige Land mit seinem Süden voller Sonnenschein und windigen Gebieten im Midwest auch relativ leichtes Spiel auf preiswerte erneuerbare Energien zu setzen. Politisch haben die USA bereits mit der Wahl des aktuellen Präsidenten ihre Fähigkeit zur ständigen Erneuerung bewiesen.
Dies mal der Rahmen ....
Und Wirtschaft bleibt 50% Psychologie, nicht nur beim Konsumenten sondern auch zB beim Unternehmer der sich traut ein Geschäft zu eröffnen und nicht wie viele Deutsche aus ständiger Angst vor allen möglichen Dingen gleich aufgibt und eine Festanstellung vorzieht. Wenn keiner mehr das Risiko eingeht dann gibt es auch niemand mehr der anderen eine Festanstellung bieten kann. Es ist doch bezeichnend dass, altes Beispiel, erst eine amerikanische Apple Inc kommen musste um das deutsche MP3 Patent zu weltweitem Erfolg zu führen. Dieser mentale Unterschied ist mehr Wert als alles Öl im Nahen Osten und alles ideologische Gerede.
Anders würde eine vergleichbare Auflistung wohl bei Europa ausschauen. Auch vermeintliche Musterländer wie die Schweiz sind hier nur Einäugige im Tal der Blinden. Europa wird seinen Weg schon machen aber weiter marginalisiert werden, das wird sicher ein Teil der fundamentalen Änderungen sein. Großbritannien ist näher am Staatsbankrott als jedes andere Land Westeuropas, keiner braucht glauben dass London in 5 Jahren noch eine zentrale Rolle im Weltfinanzsystem spielt, die Weichen werde gerade umgestellt und die Geldströme machen zukünftig einen Bogen um Europa. Das wird uns zu schaffen machen wenn die Scherben dieser Krise mal zusammengekehrt sind.
Durchhalteparolen jetzt wöchentlich aus Herausgebermund? Wird ZEIT-Online eine neue Rubrik einrichten? How Joffe defeats the crisis?
Hoffe mit Joffe - das wär's doch! (okay, klingt irgendwie altmodisch)
Und wie immer liegt die Wahrheit wohl zwischen den Extremen in diesem "Kontrastprogramm". Die Welt geht einmal mehr nicht unter, aber sie wird sich einmal mehr fundamental ändern.
Um die USA muss man sich am wenigsten sorgen machen. Dort hat man eine stabile Demographie, die Bevölkerung wächst weiterhin stark durch Einwanderung - zusätzlich sind die USA das einzige Industrieland der Welt mit einer stabilen Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau. In der kommenden Energiewende hat dieses riesige Land mit seinem Süden voller Sonnenschein und windigen Gebieten im Midwest auch relativ leichtes Spiel auf preiswerte erneuerbare Energien zu setzen. Politisch haben die USA bereits mit der Wahl des aktuellen Präsidenten ihre Fähigkeit zur ständigen Erneuerung bewiesen.
Dies mal der Rahmen ....
Und Wirtschaft bleibt 50% Psychologie, nicht nur beim Konsumenten sondern auch zB beim Unternehmer der sich traut ein Geschäft zu eröffnen und nicht wie viele Deutsche aus ständiger Angst vor allen möglichen Dingen gleich aufgibt und eine Festanstellung vorzieht. Wenn keiner mehr das Risiko eingeht dann gibt es auch niemand mehr der anderen eine Festanstellung bieten kann. Es ist doch bezeichnend dass, altes Beispiel, erst eine amerikanische Apple Inc kommen musste um das deutsche MP3 Patent zu weltweitem Erfolg zu führen. Dieser mentale Unterschied ist mehr Wert als alles Öl im Nahen Osten und alles ideologische Gerede.
Anders würde eine vergleichbare Auflistung wohl bei Europa ausschauen. Auch vermeintliche Musterländer wie die Schweiz sind hier nur Einäugige im Tal der Blinden. Europa wird seinen Weg schon machen aber weiter marginalisiert werden, das wird sicher ein Teil der fundamentalen Änderungen sein. Großbritannien ist näher am Staatsbankrott als jedes andere Land Westeuropas, keiner braucht glauben dass London in 5 Jahren noch eine zentrale Rolle im Weltfinanzsystem spielt, die Weichen werde gerade umgestellt und die Geldströme machen zukünftig einen Bogen um Europa. Das wird uns zu schaffen machen wenn die Scherben dieser Krise mal zusammengekehrt sind.
Sie schreiben, um die USA müsse man sich keine Sorgen machen, weil sie u. a. eine starke Einwanderung und hohe Geburtenrate haben. Sie sollten bedenken, dass auch in den USA der Arbeitsplatzabbau rapide vonstatten geht, deshalb sollte die Bevölkerungszahl nicht ansteigen, sondern sinken!
Eine der Ursachen der Weltwirtschaftskrise besteht in der Überproduktion und dem
Wahn, viele Arbeitsplätze bereitstellen zu müssen, ohne Rücksicht darauf, ob all die
Produkte, die da geschaffen werden, überhaupt abgesetzt werden können. Da die
Produktivität immer stärker wird, brauchen wir immer weniger Arbeitskräfte. Zuwanderung ist deshalb unbedingt zu begrenzen bzw. zu stoppen.
Sie haben bestimmt recht. Die Start Up Förderung für gute Absolventen (solche die auch zu McKinsey gehen können) war lausig.
Dies ist aber mittlerweile erkannt worden und zumindest in der Schweiz wird das sehr gut gemacht. Schauen sie sich die Seiten des KTI und des IFJ an. Es ist eine Erfolgsstory.
Die Zukunft der USA wird auch in 10 Jahren von den Asiaten und anderen Neu-Ankömmlingen definiert. Von 4 neuen High-Tech Firmen werden 3 (!?) von Einwanderer der ersten Generation gegründet. Mehr als 70% aller Doktoranden an den Top-Unis haben keinen US-Pass. Davon sind mehr als die Hälfte Inder und Chinesen.
Josef Joffe, der notorische Schönredner. Es mutet geradezu seltsam an, an einem Tag, an dem von allen führenden Ökonomen erst noch die zwei Schreckensmeldungen zum Verbrauchervertrauen und zu den Häuserpreisen verarbeitet werden, bereits über das Ende der Krise zu reden. Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im Februar drastisch verschlechtert, ist auch noch wesentlich(!) schlechter ausgefallen als erwartet. Der private Konsum macht den Großteil der US-amerikanischen Wirtschaft aus. Welchen Zweck hat dieses bewusste Ausblenden der Tatsachen des Herrn Joffe? Immerhin wurde Bernankes Nachricht von anderen Medien eher als schlecht eingestuft, weil bisher der Aufschwung 2010 fest vermutet wurde.
Das Weltindustriesystem wechselt auf einen evolutionsprozess-logischen, fortgeschrittenen Akzelerationspfad - auch als evol.-logische Perestroika zu benennen - und die Machtspitzen träumen noch vom Weiter-So unter dem 2%-Wachstumszwang-Regime vom Typ Kapitalstockmaximierung. Ben Bernanke hat historische Vorgänger vom Typ Weiter-so-Denken.
Erich Honecker hatte mit Gorbatschows 'Perestroika + Glasnost', seit 1985 also - die gleichen Erkenntnisblockaden. Erst mit dem Fall der Berliner Mauer wußten er und alle, in welchem historischen Plott sie mitspielten. Selbst die Aufhebung des Schießbefehls an der ungarischen Grenze reichte nicht, die Weiter-So-Wahnbarrieren der SED-Führung zu entsorgen.
Die einzige Spitzenpolitikerin, die diesem Wahn nicht unterliegt, ist Angela Merkel. Sie kämpft für eine 'Charta des nachhaltigen Wirtschaftens'. Alle anderen glauben noch an die alte Charta des unendlichen Wachstums.
Wahn! Überall Wahn! Doch ein Spitzenpolitiker reicht, um diesen Spuk zu beenden - wie im Märchen vom Rumpelstilzchen.
Angela Merkel "kämpft" für etwas? Sind Sie da sicher? Ist das nicht die Dame, die vor ein paar Monaten noch gegen die Klimakatastrophe "kämpfte"? Oder habe ich nur Ihre feine Ironie nicht verstanden?
Wie kann man noch ernst nehm, was diese Männer uns erzählen.
"Krise vielleicht noch 2009 überstanden..." ist schlichtweg gelogen. Beruhigungspillen- nichts weiter.
Was wir bislang sahen ist gerade der Anfang. Die wirklichen Qualen kommen am Ende der Krise, doch eines steht jetzt schon fest: Die Tage der jetztigen amerikanischen Wirtschaft(als Konsument dieser Welt), sowie deren Währung sind gezählt....
P.S. Joffe und sein Festhalten an der alten Ordnung, hahaha, wieder und wieder...es ist tragisch mitanzusehen...
Außer der typischen Verschwörungstheorie ('Beruhigungspillen...') und irgendwelchen unbegründeten Behauptungen kann ich in Ihrem Kommentar leider wenig finden. Inhaltlich wertlos.
In jeder Krise wird der Untergang des jetzigen Systems gepredigt. Eingetreten ist er noch nie. Wird das nicht langsam langweilig?
in der Schlacht bei Waterloo: Ich wollte es werde Herbst - und die Leute kaufen wieder Autos!
Hoffe mit Joffe - das wär's doch! (okay, klingt irgendwie altmodisch)
oder
Halunken Unken abgewunken.
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