Medien Wer will das noch lesenSeite 2/2

Deshalb schlug Walter Isaacson, der langjährige Chef von CNN und Time vor, die Onlinepresse kostenpflichtig zu machen: Leser sollten einen geringen Betrag pro Artikel zahlen, etwa wie bei ITunes. Und um das technisch einfacher zu gestalten, müsse es eine Art digitale Chipkarte geben. Denn Journalismus, meint er, dürfe nicht nur von der Werbung abhängen. Flugs protestierte ganz Silicon Valley.

Der Trend ist Rationalisierung. Lokalzeitungen greifen auf Handyfotos von Lesern zurück, drucken nur noch vier Mal die Woche und beliefern abgelegene Dörfer nicht mehr. Erst diese Woche verkündeten fünf Zeitungen im Großraum New York, darunter die Daily News, sie würden Artikel und Fotos austauschen, um Kosten zu sparen. Und Jay Carney, der Washingtoner Bürochef von Time Magazine, rationalisierte sich gleich selbst weg. Er wird  Pressesprecher des neuen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden.

 
Leser-Kommentare
  1. Den Titel kann ich nur aus tiefstem Herzen bestätigen, wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere, da hatte ich noch jede Menge Zeit, dieselbige fast komplett zu lesen, dazu noch die örtliche Tageszeitung und den Spiegel, das Geld hatte ich ohne eigene Familie und größere Verantwortung allemal über.
    Außerdem waren vor zwanzig Jahren auch außer den gerade erst eingeführten Bildschirmtextseiten keine Alternativen verfügbar.
    Wenn ich heutzutage alles lesen wollte, was mich interessiert, dürfte ich meine vorübergehende Arbeitslosigkeit gar nicht beenden, es gibt ja zu den banalsten Spezialthemen eine schier unüberschaubare Unmenge an sogenannten Fachmagazinen, die Erstausgabe für einen Euro, mit Multimediagimmick und etlichen Sonderangeboten, drei Ausgaben später stellt sich dann die wohl etwas zu optimistische Marktforschung als Trugschluss heraus und der Verlag die weiteren Auflagen ein.
    In dem wie ein überdimensioniertes Füllhorn wirkenden Markt der Printmedien können tatsächlich nur die wirklich überzeugenden, inhaltlich und qualitativ überlegenen und die, sagen wir mal, erfolgreich unterhaltenden Druckerzeugnisse Bestand haben.
    Wenn dann ein völlig überflüssiges, zusätzliches Tratschmagazin wie Vanity Fair wieder vom Markt verschwindet, ist das letztendlich nur folgerichtig und kurze Zeit später bereits vergessen.

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