Pius-Bruderschaft Argentinien weist Holocaust-Leugner Williamson aus

Der Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft hat eine Frist von zehn Tagen, um das Land zu verlassen. Kommt er der Aufforderung nicht nach, wird er abgeschoben

Als Begründung für die Ausweisung nannte Innenminister Florencio Randazzo die Leugnung der Shoa durch Williamson. Dadurch habe er "die Argentinier, das jüdische Volk und die ganze Menschheit" beleidigt.

Hinzu komme etwas Profanes: Es gebe "Unregelmäßigkeiten" in Williamsons Aufenthaltspapieren, hieß es. Das Ministerium wirft Williamson vor, wiederholt die tatsächlichen Motive für seinen Aufenthalt in Argentinien verschleiert zu haben. Er habe bei der Ausländerbehörde angegeben, als Verwaltungsangestellter der Piusbruderschaft zu arbeiten, während er in Wirklichkeit Priester und Direktor eines Priesterseminars in La Reja bei Buenos Aires gewesen sei.

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Mitglieder der Piusbruderschaft wollten die Entscheidung der Regierung zunächst nicht kommentieren.

Die Kontroverse um Williamson hatte das Verhältnis zwischen jüdischen Organisationen und dem Vatikan stark belastet. Papst Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation Williamsons und von drei weiteren Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft im Januar aufgehoben.

Das löste weltweite Proteste aus. Williamson hatte in einem fast zeitgleich mit der Rücknahme der Exkommunizierung ausgestrahlten TV-Interview behauptet, während der Nazi-Diktatur seien nicht sechs Millionen Juden, sondern lediglich 200.000 bis 300.000 in den Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Zudem bestreitet er auch, dass Gaskammern existiert haben.

Am 8. Februar hatte die Piusbruderschaft, die sich von den Äußerungen Williamsons distanzierte, dem Bischof bereits die Leitung eines Priesterseminars in der Nähe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires entzogen. Dort hatte er seit 2003 Priester ausgebildet.

Den von Papst Benedikt XVI. geforderten Widerruf lehnt Williamson bisher ab. Er müsse erst die Fakten neu bewerten, und das werde einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte er in einem Interview.

 
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