Streit um Hochschulzulassung Schritte in Richtung Einigung

Pläne für ein einheitliches Zulassungsverfahren liegen vor. Dass sich die Unis in allen Bundesländern daran beteiligen, ist aber unwahrscheinlich

Nach jahrelangem Streit haben sich die Kultusminister, Hochschulrektoren und die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) auf die nächsten Schritte für ein einheitliches Zulassungsverfahren geeinigt.

Nach Angaben des Vorsitzenden der ZVS-Steuerungsgruppe, dem sächsischen Wissenschaftsstaatssekretär Knut Nevermann, sind die Anforderungen für ein Computersystem, das per Datenabgleich Doppel-Einschreibungen verhindern soll, definiert. Dieses soll zum Wintersemester 2010/2011 eingeführt werden. Studenten sollen sich weiter an mehreren Hochschulen bewerben können. Nehmen die Bewerber einen Studienplatz an, werden sie für andere Studienorte gesperrt. So soll vermieden werden, dass Studienplätze unbesetzt bleiben.

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Bei einem Treffen einigten sich die Beteiligten auch darauf, dass die ZVS als Übergangslösung eine von Baden-Württemberg bereits eingesetzte Internet-Studienplatzbörse übernimmt und in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Betreiber bundesweit anbietet.

Die SPD-Fraktion fordert weiter ein Bundesgesetz zur Hochschulzulassung, mit dem sichergestellt wird, dass sich alle Hochschulen an dem Datenabgleich beteiligen. Die Länder setzen hingegen weiter auf Freiwilligkeit. Verschiedene Universitäten hatten bereits angekündigt, sich nicht beteiligen zu wollen.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 26.02.2009 um 10:12 Uhr

    Zack Zack, deutsche Ordnung, Zack Zack

    Oder wie?

    In den erfolgreichsten westlichen Bildungsnationen, zumindest im Hochschulbereich, USA und UK gibt es höchste lokale Autonomie von Hochschulen und es führt im Massenbereich und auch im Elitenbereich zu den besten Ergebnissen. Und höheren Absolventenzahlen als in Deutschland. Jede Hochschule hat ein anderes Profil und lokale Gegebenheiten und darauf gilt es einzugehen. Mein Gott immer diese Sehnsucht nach Einheitlichkeit in Deutschland woher kommt das bloß.

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    Bevor man dumpf auf die angebliche Gleichmacherei der Deutschen schimpft, sollte man sich lieber mal informieren.
    In England gibt es UCAS - und damit wird sichergestellt, dass es keine Mehrfachbewerbungen gibt. Und da müssen alle englischen Unis dran teilnehmen, auch Cambridge und Oxford.
    Warum wir ein solches System nicht auch in Deutschland installieren, wo das Uni-System ja mit England vergleichbar ist (alles Staats-Unis), ist mir ein Rätsel.
    Und in den USA sind fast alle Top-Unis (mit Ausnahme von UCal) Privat-Unis. Da gibt es (jedenfalls nicht offiziell) zwar keine Abgleichung, allerdings kostet die Bewerbung pro Uni erstmal rund 100 Dollar, und außerdem sind die Bewerbungsprozedere (personal statement, interview) so umfangreich, dass sich kein vernünftiger Mensch bei mehr als 5 Unis bewirbt. Und gemunkelt wird auch immer wieder, dass die Zulassungsbehöreden einiger Colleges sich untereinander abstimmen.

    Bevor man dumpf auf die angebliche Gleichmacherei der Deutschen schimpft, sollte man sich lieber mal informieren.
    In England gibt es UCAS - und damit wird sichergestellt, dass es keine Mehrfachbewerbungen gibt. Und da müssen alle englischen Unis dran teilnehmen, auch Cambridge und Oxford.
    Warum wir ein solches System nicht auch in Deutschland installieren, wo das Uni-System ja mit England vergleichbar ist (alles Staats-Unis), ist mir ein Rätsel.
    Und in den USA sind fast alle Top-Unis (mit Ausnahme von UCal) Privat-Unis. Da gibt es (jedenfalls nicht offiziell) zwar keine Abgleichung, allerdings kostet die Bewerbung pro Uni erstmal rund 100 Dollar, und außerdem sind die Bewerbungsprozedere (personal statement, interview) so umfangreich, dass sich kein vernünftiger Mensch bei mehr als 5 Unis bewirbt. Und gemunkelt wird auch immer wieder, dass die Zulassungsbehöreden einiger Colleges sich untereinander abstimmen.

  1. Bevor man dumpf auf die angebliche Gleichmacherei der Deutschen schimpft, sollte man sich lieber mal informieren.
    In England gibt es UCAS - und damit wird sichergestellt, dass es keine Mehrfachbewerbungen gibt. Und da müssen alle englischen Unis dran teilnehmen, auch Cambridge und Oxford.
    Warum wir ein solches System nicht auch in Deutschland installieren, wo das Uni-System ja mit England vergleichbar ist (alles Staats-Unis), ist mir ein Rätsel.
    Und in den USA sind fast alle Top-Unis (mit Ausnahme von UCal) Privat-Unis. Da gibt es (jedenfalls nicht offiziell) zwar keine Abgleichung, allerdings kostet die Bewerbung pro Uni erstmal rund 100 Dollar, und außerdem sind die Bewerbungsprozedere (personal statement, interview) so umfangreich, dass sich kein vernünftiger Mensch bei mehr als 5 Unis bewirbt. Und gemunkelt wird auch immer wieder, dass die Zulassungsbehöreden einiger Colleges sich untereinander abstimmen.

  2. Und außerdem verlangen die US-Top-Unis, wenn sie einen Studienplatz anbieten, eine Deposit (meist 500-1000 Dollar), die innerhalb von ein paar Wochen bezahlt werden muss, ansonsten verfällt der Studienplatz. Wird der Platz angenommen, wird die Deposit auf die Studiengebühren angerechnet. Wird der Platz nicht angetreten, behält die Uni das Geld. Kein Refund.

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    • Anonym
    • 26.02.2009 um 13:35 Uhr

    Man glaubt Ihnen dies auch ohne die Anglizismen, ich bin Amerikaner und komme auch ohne aus. Die Finanzierung hat mit der Organisation erstmal nichts zu tun. In den USA gibt es zB auch den "SAT" als standardisierte Testmethode - aber nur da es an zentralen Prüfungsstandards mangelt und das "High School Diploma" eben nicht dem deutschen Abitur sondern maximal der Mittleren Reife entspricht. Da ist dann je nach Staat noch ein College zwischengeschaltet, oder die Universität heißt College und es gibt keine Colleges in dem Sinne und so weiter. Also, ich denke es wird klar dass es in den USA keine wirklich einheitliche Hochschulbildung gibt.

    Bei den Briten ist es ähnlich, gewisse Mindeststandards sollen das Chaos an anderer Stelle ausgleichen. Für Deutschland kein Vorbild denn zumindest in Süddeutschlands gibt es schon lange gut funktionierende zentrale Abschlussprüfungen, die allesamt ein hohes Renomee genießen und damit Krüken wie übergeordnete zusätzliche Eignungsprüfungen eigentlich nicht generell nötig machen. Wenn dies in Deutschland gemacht wird dann als Ausleseverfahren um überlaufene Studiengänge entsprechend zu verwalten. Auch diese Krüke kann nicht wirklich als zentraler Bestandteil deutscher Bildungspolitik bezeichnet werden.

    Vor allem liegt dem eine andere Bildungstradition zugrunde die mir persönlich auch als Amerikaner sympathischer ist. Wie erwähnt gibt es in den USA keinen mit dem Abitur vergleichbaren Abschluss was den jeweiligen Wissensstand angeht. Was nicht schlimm ist, die Bildung wird dort stärker als eine Sache der persönlichen Neigungen empfundend und man kann sehr früh unliebsame Fächer loswerden. In Deutschland, aber auch der Schweiz und Österreich, gibt es eine generalistische Bildungstradition nach dem jemand mit bestandener "Reifeprüfung" wie es früher hieß eben ein breit gebildeter Erwachsener, und nicht nur ein qualifizierter Arbeitnehmer, sei. Manchmal wirft man Angelsachsen zurecht mangelnde Allgemeinbildung vor, dies hat ganz praktische Ursachen wie diese.
    Und bei der Hochschulbildung hat es auch zweierlei Vorteile: die Professoren müssen sich nicht darum kümmern Grundlagenwissen zu schaffen sondern können mit dem Seminar zügig fortfahren zu den entscheidenden Punkten und zum anderen bringt einem ein breites Wissen auch immer etwas selbst wenn man es vordergründig nicht direkt braucht für einen angestrebten Abschluss. Simples Beispiel: wenn ich bei Statistikrechnung nicht weiß wieviel Blatt ein Kartenspiel oder wieviele Felder Roulette hat dann kann ich noch so ein großer Mathematiker sein, ohne dieses Allgemeinwissen kann man erst gar nicht mit der Problemlösung in der Prüfung anfangen. All dies kann man freilich nicht abprüfen, weder mit "PISA" noch mit Einheitlichkeiten. An diesem engen Bildungsverständnis was so auf Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit als oberstem Ziel, und nicht der BILDUNG VON PERSÖNLICHKEITEN (Bildung heißt mehr als Ausbildung, man denke an "bildende Künste", etc.) ausgerichtet ist, reibe ich mich eben.

    • Anonym
    • 26.02.2009 um 13:35 Uhr

    Man glaubt Ihnen dies auch ohne die Anglizismen, ich bin Amerikaner und komme auch ohne aus. Die Finanzierung hat mit der Organisation erstmal nichts zu tun. In den USA gibt es zB auch den "SAT" als standardisierte Testmethode - aber nur da es an zentralen Prüfungsstandards mangelt und das "High School Diploma" eben nicht dem deutschen Abitur sondern maximal der Mittleren Reife entspricht. Da ist dann je nach Staat noch ein College zwischengeschaltet, oder die Universität heißt College und es gibt keine Colleges in dem Sinne und so weiter. Also, ich denke es wird klar dass es in den USA keine wirklich einheitliche Hochschulbildung gibt.

    Bei den Briten ist es ähnlich, gewisse Mindeststandards sollen das Chaos an anderer Stelle ausgleichen. Für Deutschland kein Vorbild denn zumindest in Süddeutschlands gibt es schon lange gut funktionierende zentrale Abschlussprüfungen, die allesamt ein hohes Renomee genießen und damit Krüken wie übergeordnete zusätzliche Eignungsprüfungen eigentlich nicht generell nötig machen. Wenn dies in Deutschland gemacht wird dann als Ausleseverfahren um überlaufene Studiengänge entsprechend zu verwalten. Auch diese Krüke kann nicht wirklich als zentraler Bestandteil deutscher Bildungspolitik bezeichnet werden.

    Vor allem liegt dem eine andere Bildungstradition zugrunde die mir persönlich auch als Amerikaner sympathischer ist. Wie erwähnt gibt es in den USA keinen mit dem Abitur vergleichbaren Abschluss was den jeweiligen Wissensstand angeht. Was nicht schlimm ist, die Bildung wird dort stärker als eine Sache der persönlichen Neigungen empfundend und man kann sehr früh unliebsame Fächer loswerden. In Deutschland, aber auch der Schweiz und Österreich, gibt es eine generalistische Bildungstradition nach dem jemand mit bestandener "Reifeprüfung" wie es früher hieß eben ein breit gebildeter Erwachsener, und nicht nur ein qualifizierter Arbeitnehmer, sei. Manchmal wirft man Angelsachsen zurecht mangelnde Allgemeinbildung vor, dies hat ganz praktische Ursachen wie diese.
    Und bei der Hochschulbildung hat es auch zweierlei Vorteile: die Professoren müssen sich nicht darum kümmern Grundlagenwissen zu schaffen sondern können mit dem Seminar zügig fortfahren zu den entscheidenden Punkten und zum anderen bringt einem ein breites Wissen auch immer etwas selbst wenn man es vordergründig nicht direkt braucht für einen angestrebten Abschluss. Simples Beispiel: wenn ich bei Statistikrechnung nicht weiß wieviel Blatt ein Kartenspiel oder wieviele Felder Roulette hat dann kann ich noch so ein großer Mathematiker sein, ohne dieses Allgemeinwissen kann man erst gar nicht mit der Problemlösung in der Prüfung anfangen. All dies kann man freilich nicht abprüfen, weder mit "PISA" noch mit Einheitlichkeiten. An diesem engen Bildungsverständnis was so auf Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit als oberstem Ziel, und nicht der BILDUNG VON PERSÖNLICHKEITEN (Bildung heißt mehr als Ausbildung, man denke an "bildende Künste", etc.) ausgerichtet ist, reibe ich mich eben.

    • Anonym
    • 26.02.2009 um 13:35 Uhr
    4. Soso

    Man glaubt Ihnen dies auch ohne die Anglizismen, ich bin Amerikaner und komme auch ohne aus. Die Finanzierung hat mit der Organisation erstmal nichts zu tun. In den USA gibt es zB auch den "SAT" als standardisierte Testmethode - aber nur da es an zentralen Prüfungsstandards mangelt und das "High School Diploma" eben nicht dem deutschen Abitur sondern maximal der Mittleren Reife entspricht. Da ist dann je nach Staat noch ein College zwischengeschaltet, oder die Universität heißt College und es gibt keine Colleges in dem Sinne und so weiter. Also, ich denke es wird klar dass es in den USA keine wirklich einheitliche Hochschulbildung gibt.

    Bei den Briten ist es ähnlich, gewisse Mindeststandards sollen das Chaos an anderer Stelle ausgleichen. Für Deutschland kein Vorbild denn zumindest in Süddeutschlands gibt es schon lange gut funktionierende zentrale Abschlussprüfungen, die allesamt ein hohes Renomee genießen und damit Krüken wie übergeordnete zusätzliche Eignungsprüfungen eigentlich nicht generell nötig machen. Wenn dies in Deutschland gemacht wird dann als Ausleseverfahren um überlaufene Studiengänge entsprechend zu verwalten. Auch diese Krüke kann nicht wirklich als zentraler Bestandteil deutscher Bildungspolitik bezeichnet werden.

    Vor allem liegt dem eine andere Bildungstradition zugrunde die mir persönlich auch als Amerikaner sympathischer ist. Wie erwähnt gibt es in den USA keinen mit dem Abitur vergleichbaren Abschluss was den jeweiligen Wissensstand angeht. Was nicht schlimm ist, die Bildung wird dort stärker als eine Sache der persönlichen Neigungen empfundend und man kann sehr früh unliebsame Fächer loswerden. In Deutschland, aber auch der Schweiz und Österreich, gibt es eine generalistische Bildungstradition nach dem jemand mit bestandener "Reifeprüfung" wie es früher hieß eben ein breit gebildeter Erwachsener, und nicht nur ein qualifizierter Arbeitnehmer, sei. Manchmal wirft man Angelsachsen zurecht mangelnde Allgemeinbildung vor, dies hat ganz praktische Ursachen wie diese.
    Und bei der Hochschulbildung hat es auch zweierlei Vorteile: die Professoren müssen sich nicht darum kümmern Grundlagenwissen zu schaffen sondern können mit dem Seminar zügig fortfahren zu den entscheidenden Punkten und zum anderen bringt einem ein breites Wissen auch immer etwas selbst wenn man es vordergründig nicht direkt braucht für einen angestrebten Abschluss. Simples Beispiel: wenn ich bei Statistikrechnung nicht weiß wieviel Blatt ein Kartenspiel oder wieviele Felder Roulette hat dann kann ich noch so ein großer Mathematiker sein, ohne dieses Allgemeinwissen kann man erst gar nicht mit der Problemlösung in der Prüfung anfangen. All dies kann man freilich nicht abprüfen, weder mit "PISA" noch mit Einheitlichkeiten. An diesem engen Bildungsverständnis was so auf Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit als oberstem Ziel, und nicht der BILDUNG VON PERSÖNLICHKEITEN (Bildung heißt mehr als Ausbildung, man denke an "bildende Künste", etc.) ausgerichtet ist, reibe ich mich eben.

    Antwort auf "Deposit"
  3. Ohne eine Fehde veranstalten zu wollen, aber mit dem britischen oder amerikanischen Ausbildungssystem scheinen Sie nicht wirklich vertraut. Jedenfalls sind Ihre Ausfuehrungen diesbezueglich voller Fehler.
    Und bevor Sie irgendetwas ueber die UCAS schreiben, was vollkommen neben der Sache liegt, lesen Sie sich doch bitte wenigstens mal den Wikipedia-Aufsatz durch.
    Haben Sie eigentlich studiert? Kann ich mir kaum vorstellen.

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