Finanzkrise AIG verbrennt Milliarden

Der US-Versicherer AIG braucht zum Überleben wahrscheinlich noch einmal viele Milliarden Dollar. Den Konzern pleite gehen zu lassen, wagt niemand

Das Direktorium von AIG hat sich Kreisen zufolge auf ein überarbeitetes Rettungspaket verständigt. Das neue Konzept sehe eine weitere Finanzspritze der US-Regierung in Höhe von 30 Milliarden Dollar vor, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Sonntag. Zudem beinhalte das Paket, über das das Direktorium abstimmte, auch Abschnitte, in denen es um eine Erleichterung der Bedingungen für bisher gewährte staatliche Hilfen gehe sowie einen Plan zur Verringerung der Schulden des Versicherers bei der Regierung.

Im Gegenzug für die Hilfsleistungen werde AIG der US-Notenbank Fed die Mehrheitsanteile an den beiden hoch geschätzten Lebensversicherungssparten AIA und Alico übertragen, sagte die Person. AIA gilt als Kronjuwel unter den asiatischen AIG-Sparten.

Der Konzern mit etwa 100.000 Beschäftigten hatte sich am US-Immobilienmarkt verzockt und droht nun im Strudel der Finanzkrise unterzugehen. Er steckt tief in den roten Zahlen. Der Staat musste AIG bereits zwei Mal mit milliardenschweren Hilfen retten und hält deshalb inzwischen einen Anteil 80 Prozent am Unternehmen.

Die Regierung stützt AIG, da ein Zusammenbruch des einst weltgrößten Versicherers nach Ansicht von Experten neue weltweite Turbulenzen an den Finanzmärkten verursachen würde.

Am Montag werden die Zahlen für das vierte Quartal erwartet. Kreisen zufolge hat AIG allein in dieser Zeit einen beispiellosen Verlust von 60 Milliarden Dollar erlitten – dies würde einem Minus von 460.000 Dollar pro Minute entsprechen und wäre der größte Verlust einer Firma in der Wirtschaftsgeschichte. Er sei vor allem auf Abschreibungen zurückzuführen, hieß es.

Am Freitag hatte die US-Regierung angekündigt, ihren Anteil an der einst weltgrößten Bank Citigroup auf bis zu 36 Prozent zu erhöhen. Die Teilverstaatlichung der Citigroup zog Börsen weltweit nach unten. Die Wall Street brach auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren ein. Anleger fürchteten, dass der Staat nun auch bei anderen US-Banken einsteigen muss.  

 
Leser-Kommentare
  1. Anleger fürchteten, dass der Staat nun auch bei anderen US-Banken einsteigen muss.
    Jeder Ausplünderer, als Investor getarnt, wird von "Anlegern" mit höheren Kursen begrüßt. Wenn der Staat als Nothelfer kommt, geht jedoch die Furcht um. Ob da was am System nicht stimmt?

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    Ach was. Wie kommen Sie denn darauf?

    Ach was. Wie kommen Sie denn darauf?

  2. Ach was. Wie kommen Sie denn darauf?

  3. kommt auch hier noch (allianz , münchner RE etc)

    sehr lesenwert

    http://egghat.blogspot.co...
    http://www.heibel-ticker....

    zitat:

    Noch 2006 herausgegeben an eine Versicherung - heute völlig unverkäuflich:
    2 Jahre Verzinsung zu 4% bis zum 25.05.2008 danach Faktor 5,4mal (30-Jahre Swap minus 2-Jahre Swap) mindestens 0% max.7%. Laufzeit bis 25.5.2020.

    Bei einer inversen Zinsstruktur - so wie wir es jetzt einige Zeit hatten, fliegt Ihnen das Ding um die Ohren. Also 0% Verzinsung. Gut werden Sie jetzt sagen, dann bleibt immer noch das eingesetzte Kapital. Nur da war sehr oft Lehmann der Emittent. Also wertlos. Selbst wenn es Goldmann oder Merrill Lynch war, für Namenspapiere die ungedeckt sind, werden mittlerweile von keiner Bank der Welt mehr Rücknahmekurse gestellt. Sprich: Die Versicherung hat bis zum 25.5.2020 einen 0%er im Bestand zu wahrscheinlich 30-50 Mio Euro (das waren bei Versicherungen die Durchschnittsgrößen pro Position(!!!)) und die Papiere sind bis dahin völlig unverkäuflich.

    Und mit sehr viel Glück existiert dann noch eine Goldmann und mit noch viel mehr Glück zahlt das Goldmann dann zumindest zum Nennwert zurück. Wobei eine übernehmende Bank für solche Forderungen im Normalfall einen Ausschluss bei der Übernahme beantragt. Nur die gesicherten und gedeckten Papiere werden in so einem Falle bedient.

  4. Wie lange geht das sinnlose Verprassen von Staatsgeldern in völlig marode Unternehmen denn noch weiter? Wie lange müssen die Steuerzahler noch dafür blechen, dass sich die Herren Finanzjongleure haltlos verzockt haben?

    Es ist an der Zeit zu erkennen, dass das alte System ausgedient hat. Und dass der Finanzmarkt von Grund auf reformiert werden muss. Wir brauchen ein Umdenken - diese Flickenteppich-Mentalität bringt uns nicht mehr weiter.

    www.das-tacheles.de - Satierisch gut!

  5. Der AIG-Bailout zahlt sich aus. Unmittelbar auf die Nachricht vom AIG-Bailout stieg der Dollar auf den höchsten Stand seit dreizehn Jahren, und der Euro fiel erneut auf 1,26.

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