Familienplanung Altersgrenze bei künstlicher Befruchtung rechtens
Entlastung, doch nicht für alle: Nur bestimmte Frauen sollen die Kosten für eine In-vitro-Fertilisation von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet bekommen

© kyro/ photocase.de
Befruchtung auf künstlichem Wege: Für viele Paare oftmals die letzte und teure Chance auf ein eigenes Kind
In einem Revisionsverfahren hat das Bundessozialgericht in Kassel die zeitliche Beschränkung bei der Erstattung der Kosten für In-vitro-Fertilisationen (IVF) bestätigt. Demnach müssen die gesetzlichen Krankenkassen für künstliche Befruchtungen nur bis zum 40. Lebensjahr von verheirateten Frauen zahlen. Dies sei nicht grundgesetzwidrig.
Gegenstand des Rechtsstreits war der Fall einer heute 45-Jährigen, die im April 2005 eine Übernahme der Kosten für ihre künstliche Befruchtung beantragt hatte. Ihrer Argumentation nach müssen etwa private Krankenkassen erst dann nicht mehr zahlen, wenn die Erfolgsaussicht der künstlichen Befruchtung weniger als 15 Prozent betrage. Zahlen aus dem Jahr 2006 zeigten aber, dass bei Frauen zwischen 40 und 42 Jahren die Chance auf eine Schwangerschaft noch bei mehr als 15 Prozent liege. Die Klägerin hielt die Altersgrenze deshalb für verfassungswidrig.
Das Gericht hielt dem entgegen, dass bei Frauen im 40. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei 18 Prozent liege und im 30. Lebensjahr mit 34 Prozent fast doppelt so hoch sei. In seinem Urteil wies der 1. Senat auch darauf hin, dass die künstliche Befruchtung nicht zum Kernbereich der Krankenversicherung gehöre.
Außerdem war es für die Richter "ohne Belang", dass private Kassen in diesem Fall hätten zahlen müssen. Denn die Ungleichbehandlung sei eine Folge der Entscheidung des Gesetzgebers für zwei unterschiedliche Krankenversicherungssysteme.
Die Neugestaltung der Kostenstruktur bei den In-vitro-Fertilisationen ist eine Folge der Gesundheitsreform. Seit 2004 müssen Paare mit Kosten von bis zu 1900 Euro pro Behandlungszyklus rechnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur noch 50 Prozent der Kosten für die ersten drei Versuche bei Frauen zwischen 25 und 40 Jahren. Paare ohne Trauschein bekommen in Deutschland keine finanzielle Hilfe von den Kassen.
Die auch als Reagenzglas-Befruchtung bezeichnete In-vitro-Fertilisation kann bei Fruchtbarkeitsproblemen von Frauen angewendet werden. Ärzte in Deutschland haben im Jahr 2007 etwa 60.000 künstliche Befruchtungen vorgenommen. Nach Zahlen des Deutschen IVF-Registers wurden damit mehr als 40.000 Frauen behandelt. Das Ergebnis waren rund 6000 Geburten.
- Datum 03.03.2009 - 18:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Naja, das mit der Altersgrenze ist ja irgendwie verständlich - aber vorzuschreiben, dass eine Frau verheiratet sein muss, damit sie die Kosten für die künstliche Befruchtung erlassen bekommt ist eine Frechheit!
Was sagt der Trauschein bitte über die Harmonie einer Beziehung aus? Oder über die Fähigkeit eines Paares, Kinder aufzuziehen?
Und selbst wenn eine Frau keinen Partner hat, wenn sie von anderer Seite (Familie, Freunde) genug Unterstützung bekommt und sich sehntlichst ein Kind wünscht sollte sie dann nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie eine verheiratete Frau?
Ich denke der KK geht es mehr um die Sicherheit, das ein Paar auch wirklich ernsthaft versucht hat ein Kind zu bekommen.
Es gibt sicher auch Single-Frauen die eine von der Krankenkasse bezahlte IVF viel angenehmer finden, als mit irgendwelchen Typen ins Bett zu gehen (oder eben mit einem bezahlten Samenspender).
Ich denke der KK geht es mehr um die Sicherheit, das ein Paar auch wirklich ernsthaft versucht hat ein Kind zu bekommen.
Es gibt sicher auch Single-Frauen die eine von der Krankenkasse bezahlte IVF viel angenehmer finden, als mit irgendwelchen Typen ins Bett zu gehen (oder eben mit einem bezahlten Samenspender).
Das ist relativ leicht zu begreifen, wenn man zu Grunde legt, dass den KK jedes Argument recht ist um eine Therapie nicht zahlen zu muessen.
Im Gegenteil ist eine KK eher gut beraten, das nicht zu zahlen. Man stelle sich mal vor die Frau wird schwanger! Dann muss die Kasse ja sogar noch die Vorsorge und Entbindung zahlen. Was bei einer komplizierten Geburt schnell teuer werden kann und wenn es eine gesetztliche Kasse ist muss sie danach ja das Kind auch noch mitversichern, ohne Erhoehung des Beitrages fuer die Eltern.
Das Argument, dass die Kasse nachher junge gesunde Beitragszahler bekommt zieht auch nur bedingt. Erstmal dauert es sehr lange und dann ist es ja auch nicht sicher, dass der junge gesunde Beitragszahler auch wirklich bei der Kasse bleibt. Auch haben in vitro gezeugte Kinder eine hoehere Chance an bestimmten Krankheiten zu erkranken. Wenn die Kasse also Pech hat bezahlt sie sogar noch dafuer ein Kind zeugen zu lassen was ihr nachher enorme Kosten verursacht.
Aus Sicht der Kasse ist es also nur normal das nicht zu zahlen.
Das klingt jetzt alles etwas hart, aber so und nicht anders wird in den gutbezahlten, verantwortungvollen Positionen der KK gerechnet und kalkuliert.
Ich denke der KK geht es mehr um die Sicherheit, das ein Paar auch wirklich ernsthaft versucht hat ein Kind zu bekommen.
Es gibt sicher auch Single-Frauen die eine von der Krankenkasse bezahlte IVF viel angenehmer finden, als mit irgendwelchen Typen ins Bett zu gehen (oder eben mit einem bezahlten Samenspender).
Mich wundert die Argumentation mit den Erfolgsaussichten. Womöglich verweigert die Kasse demnächst auch andere Behandlungen, z.B. bei Krebserkrankungen, wenn die Erfolgsaussichten schlecht sind.
Verdammt teures Unternehmen, die künstliche Befruchtung.
Man sollte nicht erst bis 39 warten, ob man denn nun Kinder bekommt oder nicht.
Ich habe soviel davon gehört, dass ich frau ja noch so viel Zeit hätte. Das scheint noch nicht ganz klar zu sein. Frau hat auch nur ein Leben und die Fruchtbarkeit
wurde auf die jüngeren Jahre verteilt und nicht aufs Knitteralter.
Frauen mit Kinderwunsch, Schwangerschaft und Babies sind scheinbar die
Steine im wohlgeölten Getriebe der Wirtschaft und werden gern entfernt oder in
Randlagen geduldet. Das treibt vielen Kinderwünsche aus - zunächst - bis
plötzlich klar wird, dass mit der Zeit auch die Möglichkeit schwindet.
Aber auch diese Erkenntnis führt bei zu schmalem Geldbeutel ins Nichts, wenn sie zu spät kommt...
Mal abgesehen von der müden Wahrscheinlichkeit.
Die Krankenkassen zahlen jedenfalls nicht für dieses weibliche Dilemma.
Dieses - auch gesellschaftliche - Problem darf Frau mit ihrem eigen erarbeiteten
Geld zu gegebener Zeit finanziell selbst regeln. Das heißt sich Emanzipation!
Dumm, dass der Kinderwunsch oft besonders bei den Frauen hängen bleibt.
Ich habe bei meiner Einstellung tapfer verneint, dass ich Kinder wolle - und den Job bekommen.
Frau hofft auch auf die große Karriere, man opfert doch so viel, stellt es hintan und dann - passiert nix - Backoffice - Tipse - Kaffeekochen - immer nur lächeln...
Wer die Verwurstung der Frauen zu verantworten hat, der sollte die künstliche Befruchtung bis ins Rentenalter in voller Höhe zahlen - plus Spesen - jawoll!!!
Dann wüsste man auch, was die Kinder wert sind.
Die Gesetze werden mehrheitlich von Männern beschlossen.
Manchmal möchte ich einen Generalstreik.
Also - demnächst früher Kinder kriegen - basta!
Solange Krankenkassen Abtreibungen bezahlen sollte jedwede Form der künstlichen Befruchtung auch übernommen werden.
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