Es kommt Bewegung in den Fall Dieter Althaus, zumindest juristisch. In einem schriftlichen Stellungnahme an die zuständige Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben hat der thüringische Regierungschef einerseits erklärt, er habe an den Skiunfall, bei dem am Neujahrstag eine Frau getötet worden war, keine Erinnerung. Gleichzeitig jedoch hat der Christdemokrat, der noch immer an den Folgen seines bei dem Unfall erlittenen Schädel-Hirn-Traumas leidet, die Verantwortung für den Tod der Frau übernommen.

Es blieb ihm allerdings auch gar nichts anders übrig. Denn die bekannten Fakten zum Unfallhergang sind eindeutig.

Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen Althaus wegen fahrlässiger Tötung erhoben, weil Althaus laut eines Sachverständigengutachtens gegen die Fahrtrichtung in eine andere Skipiste eingebogen und dort mit Beata C. zusammengestoßen sei. Ein Prozess und eine Verurteilung des CDU-Ministerpräsidenten wird damit immer wahrscheinlicher.

Die thüringische CDU versucht jedoch weiterhin, den Fall auszusitzen. Sie spricht von einem tragischen Sportunfall. "Dass die Anklage kommt, ist nicht überraschend", sagte Landesozialministerin Christine Lieberknecht. Dies gehöre bei einem solchen Unfall "zum absolut Normalen". Politisch ändere das jedoch nichts, so die CDU-Politikerin: Althaus bleibe Spitzenkandidat für die Landtagswahl Ende August.

In Parteikreisen in Erfurt hießt es, man hoffe, dass es möglichst bald zum Prozess kommen werde. Unabhängig davon geht die thüringische CDU weiterhin davon aus, dass der Ministerpräsident spätestens im Sommer die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen und in den Landtagswahlkampf ziehen wird.

Die CDU hat aber auch kaum eine andere Wahl. Der Landesverband ist ohne seinen starken Frontmann nicht handlungsfähig. Überzeugende personelle Alternativen gibt es nicht. Der viel zitierten Plan B existiert vor allem deshalb nicht, weil allein ein Nachdenken darüber die Partei wenige Monate vor der Wahl vor eine Zerreißprobe stellen würde. So verharrt die Partei weiterhin in einer Schock- und Angststarre.