Dieter Althaus Zeit für den Rückzug

Das Eilurteil gegen Thüringens Regierungschef Althaus wird der Dimension des Skiunfalls vom Januar nicht gerecht. Er und die CDU sollten über seinen Abschied nachdenken.

Der für Beata C. tödliche Zusammenprall mit Dieter Althaus hat die Skiwelt verändert. Kaum einer fährt jetzt noch ohne Helm die Pisten hinunter. 

Der Unfall war aber vor allem für die Familie des Opfers und für Althaus als Unfallverursacher einschneidend.  Den thüringischen Ministerpräsidentn trifft seine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen fahrlässigen Tötung mitten in einem schweren, abwägungsreichen Lebensabschnitt, an dessen Anfang er sich nicht erinnern kann. Vertraute mussten dem Schwerverletzten später klar machen, was geschehen war, ein Anwalt verdeutlichte die Konsequenzen.

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Althaus' Parteifreunde in Thüringen hielten dennoch daran fest, und tun es auch jetzt noch, dass Althaus die CDU in die Landtagswahl Ende August führen soll. Der hat zwar eine Mitschuld am Tod der Frau eingeräumt, aber nicht die volle Verantwortung. Das Kalkül ist leicht zu durchschauen: Nach dem schnellen Urteil soll der Unfall möglichst rasch in den Hintergrund treten.

Die Öffentlichkeit betrachtete den Unfall bisher meist nur aus seiner Blickrichtung. Von Interesse war vor allem, ob und wann der CDU-Politiker wieder gesund wird, um in sein Amt zurückzukehren und den Wahlkampf durchzustehen. Jetzt jedoch tritt die Frage hinzu, ob ein wegen eines solchen Delikts verurteilter Politiker Ministerpräsident bleiben kann.

Beide Sichtweisen blenden die Opfer-Perspektive allerdings aus. Dass die Kollision vom Neujahrstag so folgenschwer ausfiel, ist zwar ein unglücklicher Zufall. Doch dies mindert ihre Folgen nicht: Das 41-jährige Todesopfer hinterließ vier Kinder, für die nun C.s Mann allein sorgen muss. Weil Althaus Regeln missachtete, starb ein Mensch. Eine schwere moralische Hypothek.

Leser-Kommentare
    • yato
    • 04.03.2009 um 13:28 Uhr

    ich bin kein CDU freund, aber ich finde dass so ein tragischer fall einem jeden von uns passieren könnte, er hat dies schlieslich nicht absichtlich gemacht.

    es ist auch kein verbrechen wenn man den schwung mal nutzt um ein stück den berg hochzufahren (gegenrichtung)

    wenn 2 leute sich dann ausweichen und jeder nimmt gerade die richtung, die im selben moment der andere wählt, dann kann sich so eine kathastrophe aufschaukeln, das ist dann tragisch aber keiner hat wirklich schuld. ein kleines missgeschick schaukelt sich auf.

    wenn man sieht was auf den pisten an jägertee usw konsumiert wird, dann müsste man doch eigentlich fast jeden bestrafen, was natürlich quatsch ist.

    schuld ist hier vermutlich eher das schicksal. das man meinetwegen öffentlich in höchststrafe verurteilen sollte. dass man wegen einem blöden augenblick im leben, der nicht absichtlich entstand seine karriere aufgeben soll finde ich falsch

    die eigentliche ungerechtigkeit und schuld sehe ich hier beim gericht selbst, denn gut 30 000 für die staatskasse und nur 5000 für den hinterbliebenen der frau ist eine schweinerei!

    das ganze geld sollte der hinterbliebene bekommen!

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    "..., dass man wegen einem blöden augenblick im leben, der nicht absichtlich entstand seine karriere aufgeben soll finde ich falsch .. "
    Daß die Frau endgültig tot ist , finden Sie dann wohl auch nur "falsch" ?. Wenn jemand gutgelaunt auf eine rote Ampel fährt .. und jemand Anderes nutzt seine Grünphase leider in diesem blöden Augenblick auch .... ist die Rechtslage genau so klar. Nur geht hier der Schuldige in den Knast - und nicht zurück in sein öffentliches Amt.
    Der Mann ist auch für die Justiz in seinem Bundesland verantwortlich. Was darf man da erwarten, wenn er für sich selbst das Recht (sogar mal eben im befreundeten Ausland) zurechtbiegt ???!!!

    • RenéS
    • 04.03.2009 um 14:17 Uhr

    Ich kann Yato zustimmen, wenn es um die Verwendung der Tagessätze geht. Die Hinterbliebenen könnten mit dem Geld sicherlich nicht ihren Schmerz zudecken, wohl aber dies als Minimum einer Entschuldigung werten.

    Alles andere, was Yato schrieb, ist leichtfertig. Anscheinend aus seiner Erfahrung der letzten Ski-Urlaube heraus verniedlicht er das Problem, dass tatsächlich eine nicht unerhebliche Zahl Ski-Fahrer, gerade bei Abfahrten von den Ski-Hütten in Richtung Hotel, alkoholsiert auf den Pisten Gefahren eingehen, die sie selbst, aber eben auch Dritte gefährden.

    Auch wenn Ski-Fahrer nicht alkoholisiert sind und dann den Schwung nutzen, wie Yato schön schrieb, dann ist das eine Entscheidung, die die Gefährdung anderer in Kauf nimmt. Egal aus welcher Richtung man das betrachtet, der Verursacher mag zwar kein "Verbrecher" sein, da er aber die Gefährdung Dritter in Kauf nimmt, muss ihn das Gesetz bestrafen und zwar nicht in diesem, wie eben geschehen, läppischen Ausmaß, unabhängig von der sozialen und vielleicht politschen Stellung des Verursachers.

    Da es sich hier, wie im Leben sonst auch, um Entscheidungen handelt, ist das sog. Schicksal als schuldiges Scheusal ausgeschlossen und nicht in Haftung zu nehmen. Das Schicksal wird, und das zeigt auch das Beispiel wieder, viel zu oft für Geschehnisse verantwortlich gemacht, die man unbedingt von der eigenen und sei es nur die potentielle Verantwortung befreien will.

    Interessant scheint mir auch die Fragestellung, wie würde mit diesemFall umgegangen, wenn das Opfer Althaus hieße?

    "..., dass man wegen einem blöden augenblick im leben, der nicht absichtlich entstand seine karriere aufgeben soll finde ich falsch .. "
    Daß die Frau endgültig tot ist , finden Sie dann wohl auch nur "falsch" ?. Wenn jemand gutgelaunt auf eine rote Ampel fährt .. und jemand Anderes nutzt seine Grünphase leider in diesem blöden Augenblick auch .... ist die Rechtslage genau so klar. Nur geht hier der Schuldige in den Knast - und nicht zurück in sein öffentliches Amt.
    Der Mann ist auch für die Justiz in seinem Bundesland verantwortlich. Was darf man da erwarten, wenn er für sich selbst das Recht (sogar mal eben im befreundeten Ausland) zurechtbiegt ???!!!

    • RenéS
    • 04.03.2009 um 14:17 Uhr

    Ich kann Yato zustimmen, wenn es um die Verwendung der Tagessätze geht. Die Hinterbliebenen könnten mit dem Geld sicherlich nicht ihren Schmerz zudecken, wohl aber dies als Minimum einer Entschuldigung werten.

    Alles andere, was Yato schrieb, ist leichtfertig. Anscheinend aus seiner Erfahrung der letzten Ski-Urlaube heraus verniedlicht er das Problem, dass tatsächlich eine nicht unerhebliche Zahl Ski-Fahrer, gerade bei Abfahrten von den Ski-Hütten in Richtung Hotel, alkoholsiert auf den Pisten Gefahren eingehen, die sie selbst, aber eben auch Dritte gefährden.

    Auch wenn Ski-Fahrer nicht alkoholisiert sind und dann den Schwung nutzen, wie Yato schön schrieb, dann ist das eine Entscheidung, die die Gefährdung anderer in Kauf nimmt. Egal aus welcher Richtung man das betrachtet, der Verursacher mag zwar kein "Verbrecher" sein, da er aber die Gefährdung Dritter in Kauf nimmt, muss ihn das Gesetz bestrafen und zwar nicht in diesem, wie eben geschehen, läppischen Ausmaß, unabhängig von der sozialen und vielleicht politschen Stellung des Verursachers.

    Da es sich hier, wie im Leben sonst auch, um Entscheidungen handelt, ist das sog. Schicksal als schuldiges Scheusal ausgeschlossen und nicht in Haftung zu nehmen. Das Schicksal wird, und das zeigt auch das Beispiel wieder, viel zu oft für Geschehnisse verantwortlich gemacht, die man unbedingt von der eigenen und sei es nur die potentielle Verantwortung befreien will.

    Interessant scheint mir auch die Fragestellung, wie würde mit diesemFall umgegangen, wenn das Opfer Althaus hieße?

  1. Althaus hat sich bewusst entschieden, als Geisterfahrer in den Gegenverkehr zu brettern. Das ist mehr als fahrlässig und sicherlich kein Zufall.

  2. Der Artikel ist an Unwissenheit und übelster Stimmungsmache kaum zu überbieten. Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Autor selbst Ski fährt. Ich fahre seit 33 Jahren Alpinen Ski in den Alpen. Die Unfallsituation ist eine Standartsituation. Solche Unfälle kommen zuhauf, täglich vor. Dieser ist - tragischerweise - tödlich ausgegangen. Andere haben mehr Glück. Althaus hat sich vorbildlich verhalten. Er ist - nachweislich - in der Silvesternacht frühzeitig und ohne Alkohol ins Bett gegangen. War auf der Piste ohne Blutalkohol und ausgeschlafen. Wer Ski fährt weiß, daß es manches Mal schwer zu entscheiden ist, wo die Piste nun eigentlich weiter geht. Jeder Sikfahrer zahlt viel Geld für den Skipass, in dem auch die Pistenbetreuung enthalten ist - also auch die Absperrungen in Gefahrenzonen. Diese war definitiv nicht ausreichend vorhanden (rotes Sperrnetz) sondern wurden nachträglich (nach dem Unfall) angebracht - obwohl die Gefahrenstelle bekannt war. Althaus ist auch nicht besonders schnell gefahren. Er hat - selbst schwerverletzt - die Retter aufgefordert sich erst um die Frau zu kümmern. Er hat der Familie kurze Zeit nach dem Unfall, vor der Beerdigung des Opfers eine höhere Summe Geld zukommen lassen - ohne dass die Schuldfrage damals geklärt war. Althaus bzw. seine Frau haben Kontakt zur Familie des Opfers gehalten. Er hat ohne großes Hin und Her seine Schuld anerkannt usw. usw.
    Es gibt nur wenige Menschen die sich so ehrenhaft und korrekt verhalten.
    Die Stimmungsmache in dem Artikel halte ich für unerträglich und unehrenhaft. Hier versucht ein Autor sich auf billigste Weise zum obersten Moralshüter aufzuspielen und verfügt noch nicht einmal die grundlegenden fachlichen Kompetenzen. Sehr ärgerlich.

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    • lolov
    • 04.03.2009 um 14:02 Uhr

    Haben Sie selbst mal gelesen, was Sie schreiben?!?

    Die Unfallsituation ist eine Standartsituation. Solche Unfälle kommen zuhauf, täglich vor.
    Was ist das für eine Sportart, in der man standardmäßig (nicht standart) andere Menschen beim Geisterfahren über den Haufen fährt?!?

    Und jemanden, der an dem Tod eines Mitmenschen zumindest eine Teilschuld trägt, als vorbildlich zu bezeichnen, schlägt dem Fass tatsächlich den Boden aus. Da kann nur hoffen, dass Sie unter Ihresgleichen bleiben!

    Was den Prozess und das Strafmaß angeht, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln. Ein Herr Zumwinkel, der ein paar Euro hinterzieht, muss anderthalb Jahresgehälter seines!! Gehalts an Strafe Zahlen. Und Herr Althaus kommt mit 180 Tagessätzen eines Normalverdieners davon? Unglaublich!

    --
    Let's agree to respect each other's views, no matter how wrong yours may be.

    die sollten Sie mal lesen - auch denen, denen Sie auf der Piste begegnen, zuliebe.
    Insbesondere was die Absperrungen betrifft...
    Hier ein Bild der Unfallstelle:
    http://www.ksta.de/ks/ima...
    Hr. Althaus hat das rote Netz (das da immer steht und nicht erst danach angebracht wurde) umfahren - das ist ganz klar ein Verstoß gegen das Gebot die Markierungen und Absperrungen zu berücksichtigen. An Einmündungsstellen ist außerdem die Geschwindigkeit zu reduzieren - und 40 km/h sind keine angemessene Geschwindigkeit an einer solchen Stelle - und schon gar nicht, wenn man die einmündende Piste wieder hinauffährt.

    Dass solche Zusammenstöße tagtäglich seien, kann ich nicht bestätigen und ich fahre immerhin auch schon seit 20 Jahren Ski.

    Wenn ich das Gebiet nicht kenne, fahre ich LANGSAM oder bleibe (wie es die FIS-Regeln vorsehen) am Rand der Piste stehen, um mich zu orientieren. Ich rase aber nicht mit 40 km/h den Berg rauf, bloss weil ich einen Helm aufhabe und MIR deshalb nichts passieren kann....

    • lolov
    • 04.03.2009 um 14:02 Uhr

    Haben Sie selbst mal gelesen, was Sie schreiben?!?

    Die Unfallsituation ist eine Standartsituation. Solche Unfälle kommen zuhauf, täglich vor.
    Was ist das für eine Sportart, in der man standardmäßig (nicht standart) andere Menschen beim Geisterfahren über den Haufen fährt?!?

    Und jemanden, der an dem Tod eines Mitmenschen zumindest eine Teilschuld trägt, als vorbildlich zu bezeichnen, schlägt dem Fass tatsächlich den Boden aus. Da kann nur hoffen, dass Sie unter Ihresgleichen bleiben!

    Was den Prozess und das Strafmaß angeht, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln. Ein Herr Zumwinkel, der ein paar Euro hinterzieht, muss anderthalb Jahresgehälter seines!! Gehalts an Strafe Zahlen. Und Herr Althaus kommt mit 180 Tagessätzen eines Normalverdieners davon? Unglaublich!

    --
    Let's agree to respect each other's views, no matter how wrong yours may be.

    die sollten Sie mal lesen - auch denen, denen Sie auf der Piste begegnen, zuliebe.
    Insbesondere was die Absperrungen betrifft...
    Hier ein Bild der Unfallstelle:
    http://www.ksta.de/ks/ima...
    Hr. Althaus hat das rote Netz (das da immer steht und nicht erst danach angebracht wurde) umfahren - das ist ganz klar ein Verstoß gegen das Gebot die Markierungen und Absperrungen zu berücksichtigen. An Einmündungsstellen ist außerdem die Geschwindigkeit zu reduzieren - und 40 km/h sind keine angemessene Geschwindigkeit an einer solchen Stelle - und schon gar nicht, wenn man die einmündende Piste wieder hinauffährt.

    Dass solche Zusammenstöße tagtäglich seien, kann ich nicht bestätigen und ich fahre immerhin auch schon seit 20 Jahren Ski.

    Wenn ich das Gebiet nicht kenne, fahre ich LANGSAM oder bleibe (wie es die FIS-Regeln vorsehen) am Rand der Piste stehen, um mich zu orientieren. Ich rase aber nicht mit 40 km/h den Berg rauf, bloss weil ich einen Helm aufhabe und MIR deshalb nichts passieren kann....

    • hagego
    • 04.03.2009 um 14:00 Uhr

    Sonett

    In Heiligenstadt kämpfte ein junger Ritter
    mit dem Schwert gegen Unterdrückung.
    Verzweifelt sah er - das machte ihn bitter -
    der Mächtigen deutliche Entrückung.

    Das Volk! Niemand sollte dagegen regieren -
    schrieb sich der Ritter auf die Fahne.
    Falls doch, dann sollte die Macht erfrieren.
    Flüstere! Schreie! Und letztendlich mahne!

    Doch dann fiel der Ritter plötzlich vom Pferde.
    Ein Fehltritt hatte genügt.
    Er landete unsanft auf harter Erde...

    Oh, tapferer Ritter, du solltest weichen -
    eh' man dein Tun auch noch rügt!
    Trete zurück - und setze ein Zeichen!

    - - -

    geschrieben am 3. März 2009 (10.37 Uhr)

  3. 5. ??

    "..., dass man wegen einem blöden augenblick im leben, der nicht absichtlich entstand seine karriere aufgeben soll finde ich falsch .. "
    Daß die Frau endgültig tot ist , finden Sie dann wohl auch nur "falsch" ?. Wenn jemand gutgelaunt auf eine rote Ampel fährt .. und jemand Anderes nutzt seine Grünphase leider in diesem blöden Augenblick auch .... ist die Rechtslage genau so klar. Nur geht hier der Schuldige in den Knast - und nicht zurück in sein öffentliches Amt.
    Der Mann ist auch für die Justiz in seinem Bundesland verantwortlich. Was darf man da erwarten, wenn er für sich selbst das Recht (sogar mal eben im befreundeten Ausland) zurechtbiegt ???!!!

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    • yato
    • 04.03.2009 um 14:32 Uhr

    wenn sie hier cdu bashing betreiben wollen, dann ok, da mach ich sogar mit.

    aber das "ein stück entgegen der fahrtrichtung fahren" mit dem überfahren einer roten ampel zu vergleichen, finde ich voll daneben.

    fahren sie überhaupt ski? oder lassen sich hier alle möglichen leute aus, die von der situation vor ort keine ahnung haben?

    die umstände in den bergen sind schliesslich so, dass man öfters mal seine schleifen so fährt, dass man auch mal die abschüssigkeit, die berge nun mal so an sich haben zum bremsen nutzt, also ein stück entgegen der richtung fährt

    wollen sie jetzt die berge mit einbahnstrassenschildern pflastern? und verkehrschilder und ampeln aufstellen, das wär doch ne tolle deutsc-diktatorische "lösung"

    wir müssten ausserdem wissen ob zu diesem zeitpunkt extrem viel auf der piste los war, wie die sicht war etc.

    aber gerne unterhalte ich mich hier auch auf die übliche polemische art mit den leuten

    warum schach spielen, wenn boxen dem bedürfnis der leute hier besser entspricht,
    hauptsache sport

    • yato
    • 04.03.2009 um 14:32 Uhr

    wenn sie hier cdu bashing betreiben wollen, dann ok, da mach ich sogar mit.

    aber das "ein stück entgegen der fahrtrichtung fahren" mit dem überfahren einer roten ampel zu vergleichen, finde ich voll daneben.

    fahren sie überhaupt ski? oder lassen sich hier alle möglichen leute aus, die von der situation vor ort keine ahnung haben?

    die umstände in den bergen sind schliesslich so, dass man öfters mal seine schleifen so fährt, dass man auch mal die abschüssigkeit, die berge nun mal so an sich haben zum bremsen nutzt, also ein stück entgegen der richtung fährt

    wollen sie jetzt die berge mit einbahnstrassenschildern pflastern? und verkehrschilder und ampeln aufstellen, das wär doch ne tolle deutsc-diktatorische "lösung"

    wir müssten ausserdem wissen ob zu diesem zeitpunkt extrem viel auf der piste los war, wie die sicht war etc.

    aber gerne unterhalte ich mich hier auch auf die übliche polemische art mit den leuten

    warum schach spielen, wenn boxen dem bedürfnis der leute hier besser entspricht,
    hauptsache sport

    • lolov
    • 04.03.2009 um 14:02 Uhr

    Haben Sie selbst mal gelesen, was Sie schreiben?!?

    Die Unfallsituation ist eine Standartsituation. Solche Unfälle kommen zuhauf, täglich vor.
    Was ist das für eine Sportart, in der man standardmäßig (nicht standart) andere Menschen beim Geisterfahren über den Haufen fährt?!?

    Und jemanden, der an dem Tod eines Mitmenschen zumindest eine Teilschuld trägt, als vorbildlich zu bezeichnen, schlägt dem Fass tatsächlich den Boden aus. Da kann nur hoffen, dass Sie unter Ihresgleichen bleiben!

    Was den Prozess und das Strafmaß angeht, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln. Ein Herr Zumwinkel, der ein paar Euro hinterzieht, muss anderthalb Jahresgehälter seines!! Gehalts an Strafe Zahlen. Und Herr Althaus kommt mit 180 Tagessätzen eines Normalverdieners davon? Unglaublich!

    --
    Let's agree to respect each other's views, no matter how wrong yours may be.

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    Tja, was sind das bloß für Sportarten?

    Ich kriege immer das Kopfschütteln, wenn ich Fußballer sehe. Wie da - im Gegensatz zum Ski - vorsätzlich bis billigend die Leute umgeholzt werden. Angenehm ist das auch nicht, natürlich seltenst tödlich - aber das gilt für fast alle Sportarten.

    Grundsätzlich gilt, dass jeder sich seinen Sport aussucht. Wer risikoarm fit bleiben will, geht joggen, schwimmen oder ins Fitnessstudio. Ich habe schon wegen des immensen Unfallrisikos ohne weitere Beteiligte kein Verständnis dafür, wie man freiwillig Ski fahren kann.

    Ich kann nicht beurteilen, wie oft andere über den Haufen gefahren werden. Aber da das vermutlich in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle keine großen Konsequenzen hat, wohl weitaus geringere, als wenn Radfahrer oder Inliner das täten, wäre es für mich nicht verwunderlich, wenn das eben als Teil des Skifahrens so hingenommen wird. Dass man dennoch ohne Helm fährt, ist sträflich fahrlässig. Aber ohne Gesetz würden die Leute sich ja auch beim Autofahren nicht anschnallen. Jeder weiß, was das für Folgen haben kann, auch die Tote musste das wissen.

    Der Ausgang des Unfalls ist also zum Großteil ihr anzulasten. Zu welchem Teil das Zustandekommen des Unfalls ihr anzulasten ist, werden wir wohl nie erfahren. Dass man Althaus für etwas steinigt, das (nicht meine Behauptung, aber so verstehe ich die Kommentare der Skifahrer hier) ständig vorkommt und nur in seinem Fall mal tragisch endete, kann jedenfalls nicht Recht sein.

    Wenn man sein Verhalten verteufelt, dann muss man bitte auch konsequent gegen diejenigen vorgehen, die sich genauso riskant verhalten, bei denen aber nichts passiert. Dann würde das nötige Bewusstsein geschaffen, um Fehlverhalten zu verhindern. Hier liegt also ein Organisationsversagen vor, seitens der Pistenbetreiber und auch der dortigen Staatsanwaltschaft (oder des Gesetzgebers, wenn die Gefährdung ohne Schädigung nicht geahndet wird - so dass Strafe zur Glückssache wird (würde immerhin gut zu den Juristen passen)). Den Ärger über das Versagen anderer kann man aber nicht an einzelnen Unfallverursachern auslassen.

    Tja, was sind das bloß für Sportarten?

    Ich kriege immer das Kopfschütteln, wenn ich Fußballer sehe. Wie da - im Gegensatz zum Ski - vorsätzlich bis billigend die Leute umgeholzt werden. Angenehm ist das auch nicht, natürlich seltenst tödlich - aber das gilt für fast alle Sportarten.

    Grundsätzlich gilt, dass jeder sich seinen Sport aussucht. Wer risikoarm fit bleiben will, geht joggen, schwimmen oder ins Fitnessstudio. Ich habe schon wegen des immensen Unfallrisikos ohne weitere Beteiligte kein Verständnis dafür, wie man freiwillig Ski fahren kann.

    Ich kann nicht beurteilen, wie oft andere über den Haufen gefahren werden. Aber da das vermutlich in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle keine großen Konsequenzen hat, wohl weitaus geringere, als wenn Radfahrer oder Inliner das täten, wäre es für mich nicht verwunderlich, wenn das eben als Teil des Skifahrens so hingenommen wird. Dass man dennoch ohne Helm fährt, ist sträflich fahrlässig. Aber ohne Gesetz würden die Leute sich ja auch beim Autofahren nicht anschnallen. Jeder weiß, was das für Folgen haben kann, auch die Tote musste das wissen.

    Der Ausgang des Unfalls ist also zum Großteil ihr anzulasten. Zu welchem Teil das Zustandekommen des Unfalls ihr anzulasten ist, werden wir wohl nie erfahren. Dass man Althaus für etwas steinigt, das (nicht meine Behauptung, aber so verstehe ich die Kommentare der Skifahrer hier) ständig vorkommt und nur in seinem Fall mal tragisch endete, kann jedenfalls nicht Recht sein.

    Wenn man sein Verhalten verteufelt, dann muss man bitte auch konsequent gegen diejenigen vorgehen, die sich genauso riskant verhalten, bei denen aber nichts passiert. Dann würde das nötige Bewusstsein geschaffen, um Fehlverhalten zu verhindern. Hier liegt also ein Organisationsversagen vor, seitens der Pistenbetreiber und auch der dortigen Staatsanwaltschaft (oder des Gesetzgebers, wenn die Gefährdung ohne Schädigung nicht geahndet wird - so dass Strafe zur Glückssache wird (würde immerhin gut zu den Juristen passen)). Den Ärger über das Versagen anderer kann man aber nicht an einzelnen Unfallverursachern auslassen.

    • RenéS
    • 04.03.2009 um 14:17 Uhr

    Ich kann Yato zustimmen, wenn es um die Verwendung der Tagessätze geht. Die Hinterbliebenen könnten mit dem Geld sicherlich nicht ihren Schmerz zudecken, wohl aber dies als Minimum einer Entschuldigung werten.

    Alles andere, was Yato schrieb, ist leichtfertig. Anscheinend aus seiner Erfahrung der letzten Ski-Urlaube heraus verniedlicht er das Problem, dass tatsächlich eine nicht unerhebliche Zahl Ski-Fahrer, gerade bei Abfahrten von den Ski-Hütten in Richtung Hotel, alkoholsiert auf den Pisten Gefahren eingehen, die sie selbst, aber eben auch Dritte gefährden.

    Auch wenn Ski-Fahrer nicht alkoholisiert sind und dann den Schwung nutzen, wie Yato schön schrieb, dann ist das eine Entscheidung, die die Gefährdung anderer in Kauf nimmt. Egal aus welcher Richtung man das betrachtet, der Verursacher mag zwar kein "Verbrecher" sein, da er aber die Gefährdung Dritter in Kauf nimmt, muss ihn das Gesetz bestrafen und zwar nicht in diesem, wie eben geschehen, läppischen Ausmaß, unabhängig von der sozialen und vielleicht politschen Stellung des Verursachers.

    Da es sich hier, wie im Leben sonst auch, um Entscheidungen handelt, ist das sog. Schicksal als schuldiges Scheusal ausgeschlossen und nicht in Haftung zu nehmen. Das Schicksal wird, und das zeigt auch das Beispiel wieder, viel zu oft für Geschehnisse verantwortlich gemacht, die man unbedingt von der eigenen und sei es nur die potentielle Verantwortung befreien will.

    Interessant scheint mir auch die Fragestellung, wie würde mit diesemFall umgegangen, wenn das Opfer Althaus hieße?

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    "Ich kann Yato zustimmen, wenn es um die Verwendung der Tagessätze geht. Die Hinterbliebenen könnten mit dem Geld sicherlich nicht ihren Schmerz zudecken, wohl aber dies als Minimum einer Entschuldigung werten. "

    es handelt sich hier um einen _strafrechtsprozess_!
    eventuelle ansprüche der hinterbliebenen sind in einem mit sicherheit folgenden _zivil_prozess zu klären.

    Habe nicht den Eindruck, dass Yato verniedlichen wollte. Vielmehr hat er etwas krass zum Ausdruck gebracht, was sicher nicht ganz von der Hand zu weisen ist: Dass ein Fall so schlimm wird, wie der des Herrn Althaus und der Frau, müssen alle möglichen unglücklichen Umstände zusammentreffen. Denn andernfalls hätte Herr Althaus beispielsweise mit seinem Regelverstoss auch anders mit der Frau zusammenprallen können, so dass sich beide vielleicht "nur" ein Bein brechen anstatt mit den Köpfen zusammenzustoßen. So würde ich den Kommentar von Yato lesen und dem kann ich auch zustimmen.
    Was "den Schwung nutzen" angeht würde ich ebenfalls nicht urteilen, dass jemand in Kauf nimmt, andere in Gefahr zu bringen. Vielmehr würde ich die Vermutung anstellen, dass er sich nicht bewusst ist, jemanden in Gefahr zu bringen, dass er also leichtsinnig ist.
    Insofern hüte ich mich davor, Herrn Althaus moralisch zu verurteilen. Jeder von uns begeht Fehler und oft haben wir das Glück, dass diese keine Folgen haben. Wie sie richtig anmerken, gibt es viele, die betrunken auf der Skipiste herumfahren nach ein paar "Aufwärmern". Wenn deren Verhalten bei jedem solch ein Ursache - Wirkungsverhältnis hätte wie im Fall hier, hätten wir jedes Wochenende 10 Tote auf den Skipisten, wenn nicht mehr.
    Das befreit Hern Althaus natürlich nicht von seiner Verantwortung für die Folgen geradezustehen. Die Gutachter haben festgestellt, dass er den Unfall durch seinen Regelverstoß verursacht hat und deswegen wurde er verurteilt.
    Das Urteil ermöglicht ihm, für die Wahl zu kandidieren. Ob er das tun will, ist seine Entscheidung. In seiner Situation wäre es vermutlich besser, er täte es nicht.
    Ihre Frage, was passiert wäre, wenn er das Opfer wäre ist sehr interessant. Ich denke, dass man einen Monat einen Staatsakt gemacht hätte und sich keiner in der Öffentlichkeit um den Unfallverursacher gekümmert hätte.

    "Ich kann Yato zustimmen, wenn es um die Verwendung der Tagessätze geht. Die Hinterbliebenen könnten mit dem Geld sicherlich nicht ihren Schmerz zudecken, wohl aber dies als Minimum einer Entschuldigung werten. "

    es handelt sich hier um einen _strafrechtsprozess_!
    eventuelle ansprüche der hinterbliebenen sind in einem mit sicherheit folgenden _zivil_prozess zu klären.

    Habe nicht den Eindruck, dass Yato verniedlichen wollte. Vielmehr hat er etwas krass zum Ausdruck gebracht, was sicher nicht ganz von der Hand zu weisen ist: Dass ein Fall so schlimm wird, wie der des Herrn Althaus und der Frau, müssen alle möglichen unglücklichen Umstände zusammentreffen. Denn andernfalls hätte Herr Althaus beispielsweise mit seinem Regelverstoss auch anders mit der Frau zusammenprallen können, so dass sich beide vielleicht "nur" ein Bein brechen anstatt mit den Köpfen zusammenzustoßen. So würde ich den Kommentar von Yato lesen und dem kann ich auch zustimmen.
    Was "den Schwung nutzen" angeht würde ich ebenfalls nicht urteilen, dass jemand in Kauf nimmt, andere in Gefahr zu bringen. Vielmehr würde ich die Vermutung anstellen, dass er sich nicht bewusst ist, jemanden in Gefahr zu bringen, dass er also leichtsinnig ist.
    Insofern hüte ich mich davor, Herrn Althaus moralisch zu verurteilen. Jeder von uns begeht Fehler und oft haben wir das Glück, dass diese keine Folgen haben. Wie sie richtig anmerken, gibt es viele, die betrunken auf der Skipiste herumfahren nach ein paar "Aufwärmern". Wenn deren Verhalten bei jedem solch ein Ursache - Wirkungsverhältnis hätte wie im Fall hier, hätten wir jedes Wochenende 10 Tote auf den Skipisten, wenn nicht mehr.
    Das befreit Hern Althaus natürlich nicht von seiner Verantwortung für die Folgen geradezustehen. Die Gutachter haben festgestellt, dass er den Unfall durch seinen Regelverstoß verursacht hat und deswegen wurde er verurteilt.
    Das Urteil ermöglicht ihm, für die Wahl zu kandidieren. Ob er das tun will, ist seine Entscheidung. In seiner Situation wäre es vermutlich besser, er täte es nicht.
    Ihre Frage, was passiert wäre, wenn er das Opfer wäre ist sehr interessant. Ich denke, dass man einen Monat einen Staatsakt gemacht hätte und sich keiner in der Öffentlichkeit um den Unfallverursacher gekümmert hätte.

  4. der rechtsgrundsatz der "gleichheit vor dem gesetz" scheint für steffen irrelevant -- der wesentliche teil seiner kritik ist in althaus' position als ministerpräsident begründet, nicht im unfallgeschehen.

    sich dann auf "die Macht des Rechts und deren Akzeptanz" zu berufen, ist schlicht verlogen, denn gerade steffen akzeotiert das recht gerade nicht -- weil althaus ministerpräsident ist.

    wieviele unbehelmte skifahrer sterben jahr für jahr auf den pisten, ohne dass das in der öffentlichkeit nennswerten widerhall findet? wieso hat gerade dieser fall so eine "dimension"?

    bedaure, aber eine derartige verachtung des rechtsstaates ist für die zeit schlicht blamabel.

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    Also ist die tote Frau Schuld, weil sie keinen Helm trug! Ganz schön zynisch!

    Also ist die tote Frau Schuld, weil sie keinen Helm trug! Ganz schön zynisch!

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