Der österreichische Anwalt des Regierungschefs, Walter Kreissl, sagte der Süddeutschen Zeitung , Althaus habe mit seiner Stellungnahme "kein volles Schuldanerkenntnis" abgegeben. Vielmehr habe der Politiker "lediglich eine Mitschuld an dem Unfall eingeräumt".

Althaus sei noch immer nicht vernehmungsfähig und habe die Stellungnahme insbesondere abgegeben, "damit auch die zivilrechtlichen Fragen zügig geregelt werden können", sagte Kreissl. Althaus hatte der Familie der bei dem Skiunfall getöteten Beata C. eine Entschädigung angeboten.

Wann die Verhandlung gegen Althaus stattfindet, ist noch unklar. Der Ministerpräsident muss dabei nicht persönlich anwesend sein. Es genüge, wenn ein "bevollmächtigter Vertreter" an der Verhandlung teilnehme, sagte Kreissl.

Aus Sicht von Thüringens Sozialministerin Christine Lieberknecht (CDU) hat die Anklage gegen Althaus keine politischen Konsequenzen. "Dass die Anklage kommt, ist nicht überraschend", sagte sie der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung . Dies werde keine Konsequenzen für die Spitzenkandidatur von Althaus haben, sagte Lieberknecht: "Das ändert nichts." Ein Sprecher der Thüringer CDU sagte, Althaus bleibe trotz der Anklage Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 30. August.

"Schuld ist nicht gleich strafrechtliche Verwerflichkeit", erinnerte der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Gehb. Was die Anklage für die anstehende Landtagswahl in Thüringen bedeute, ließ Gehb offen. Im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung müsse "jeder für sich selbst die Konsequenz ziehen". Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung liegt in Österreich bei einem Jahr Gefängnis.