Datenaffäre Zweifel an Mehdorn wachsen

Bahnchef Mehdorn will nichts von Bespitzelungen gewusst haben. Doch im Verkehrsausschuss hat ihm dies kaum einer abgenommen. Gegen die Bahn werden neue Vorwürfe erhoben.

Als Hartmut Mehdorn nach fast vierstündiger Befragung im Verkehrsausschuss vor die Kameras trat, war er sichtlich bemüht, einen gelassenen Eindruck zu erwecken. „Gerne“ habe er sich den Fragen der Bundestagsabgeordneten gestellt, behauptete er. Diese seien „sehr sachlich ausgefallen“.

Dabei war das Thema, zu dem er Rede und Antwort stehen musste, für ihn denkbar unangenehm. Schließlich ging es um nicht weniger als den größten Datenskandal in der Geschichte der Bahn. Über zehn Jahre lang hat der Konzern in mehreren Massen-Überprüfungen die Daten fast aller Mitarbeiter mit denen von Zulieferfirmen abgeglichen.

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Der Bahnchef sieht darin nach wie vor kein Problem. „Wir haben gegen die Korruption gekämpft und zwar erfolgreich“, verteidigte er nach der Sitzung wie schon in früheren Stellungnahmen das Vorgehen. Dabei sei „kein Recht gebrochen“ worden. Vielleicht seien Fehler gemacht worden, dies werde man nach dem Bericht sehen, der derzeit von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erstellt wird. Dann könne auch über mögliche Konsequenzen nachgedacht werden.

Die Abgeordneten teilten diese Sicht allerdings nicht. Für sie stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, inwiefern Mehdorn selbst über die Datenabgleiche informiert war.

Zumindest für den FDP-Abgeordneten Horst Friedrich steht nach der Befragung des Bahnchefs fest: „Die Behauptung, er habe von nichts gewusst, ist nicht mehr haltbar." Dafür spricht nach seiner Ansicht vor allem, dass Mehdorn beispielsweise ausgeschlossen habe, dass Journalisten und Abgeordnete von dem Datenabgleich ebenfalls betroffen sein könnten. Er könne aber nicht beides tun: Einerseits bestimmte Dinge ausschließen und andererseits von nicht gewusst haben wollen, so Friedrich.

Auch sei kaum vorstellbar, dass Mehdorn, der die Korruptionsbekämpfung zu einer der wichtigsten Aufgaben in seinem Unternehmen erklärt habe, selbst nie – wie er im Ausschuss behauptete – Gespräche darüber geführt habe, wie diese konkret umgesetzt werde.

Leser-Kommentare
  1. In der Person Mehdorn bündeln sich die unterschiedlichsten Interessen, nicht zuletzt die der Lobbyisten. Deshalb kann er bis zur Wahl machen, was er will, ohne seinen Job zu verlieren.

  2. Gleichgültig was letztendlich bei der ganzen Sache herausgefunden wird, Mehdorn wird nichts geschehen, auch dann nicht wenn er sich strafbar gemacht haben sollte.

    Der Fall Althaus ist ein Paradebeispiel dafür, dass VIPs nicht wirklich zur Verantwortung gezogen werden. Althaus ist nicht einmal straffällig geworden. Fahrlässige Tötung wird mit einer Taschengeldzahlung geahndet.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  3. kann man nur bewundern. er hat nicht nur ein großes Unternehmen recht erfolgreich geleitet, sondern muß auch kapriziöse Besserwisser und selbsternannte Aufklärer ertragen.

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    das da zutage tritt. Untersuchungsausschüsse sind demokratisch legitimierte Institutionen, die juristisch ermitteln - keine "selbsternannten Aufklärer". Genügt es in Ihren Augen, "recht erfolgreich" ein Unternehmen zu leiten um vor Ermittlungen geschützt zu sein? Ich staune. Auch staune ich über den Langmut des Ausschusses, der offensichtlich hingehalten wird: Mal ist Mehdorn in Urlaub, nun der operativ Verantwortliche... Ich nehme an, eine Privatperson wird sich als Zeuge bei Gericht kaum wegen Urlaubs abmelden können - aber wenn man "recht erfolgreich" ein Unternehmen leitet oder eine Führungsposition innehat, ist das natürlich ein zureichender Grund.

    und die Zweifel wachsen, und wachsen und sie wachsen weiter. Jetzt verschwinden Akten und Herr Mehdorn weiß wieder nichts davon. Und die Zweifel wachsen. Defekt sind alle Achsen, Datenschutz `ne Fehlanzeige, bis zu zweimal Jährlich eine Preisanhebung, Streckenstilllegungen und Bahnhofschließung, Beförderungsqualität sinkt weiter, Beförderungsauftrag wird prioritär beim ICE, die Lokführer wollen auch noch von ihrem Gehalt leben... kann das war sein? Ich bewundere Herrn Mehdorn auch, für seine dicke Haut.

    das da zutage tritt. Untersuchungsausschüsse sind demokratisch legitimierte Institutionen, die juristisch ermitteln - keine "selbsternannten Aufklärer". Genügt es in Ihren Augen, "recht erfolgreich" ein Unternehmen zu leiten um vor Ermittlungen geschützt zu sein? Ich staune. Auch staune ich über den Langmut des Ausschusses, der offensichtlich hingehalten wird: Mal ist Mehdorn in Urlaub, nun der operativ Verantwortliche... Ich nehme an, eine Privatperson wird sich als Zeuge bei Gericht kaum wegen Urlaubs abmelden können - aber wenn man "recht erfolgreich" ein Unternehmen leitet oder eine Führungsposition innehat, ist das natürlich ein zureichender Grund.

    und die Zweifel wachsen, und wachsen und sie wachsen weiter. Jetzt verschwinden Akten und Herr Mehdorn weiß wieder nichts davon. Und die Zweifel wachsen. Defekt sind alle Achsen, Datenschutz `ne Fehlanzeige, bis zu zweimal Jährlich eine Preisanhebung, Streckenstilllegungen und Bahnhofschließung, Beförderungsqualität sinkt weiter, Beförderungsauftrag wird prioritär beim ICE, die Lokführer wollen auch noch von ihrem Gehalt leben... kann das war sein? Ich bewundere Herrn Mehdorn auch, für seine dicke Haut.

  4. Der liebe Herr Mehdorn belügt uns so oft wie er kann...manchmal rechtfertigt er steigende Preise mit der Verteuerung von Energiekosten, obwohl die Bahn langfristige Festpreise hat...dann werden die möglichkeiten des Warentransports beschnitten, weil keine Nachfrage bestünde aber in Wirklichkeit besitzt die Bahn mittlerweile Aktoenanteile an Firmen die mit ihren LKWS transportieren und setzt natürlich darauf weil es rentabler ist und spricht davon wie grün die DB ist.

  5. das da zutage tritt. Untersuchungsausschüsse sind demokratisch legitimierte Institutionen, die juristisch ermitteln - keine "selbsternannten Aufklärer". Genügt es in Ihren Augen, "recht erfolgreich" ein Unternehmen zu leiten um vor Ermittlungen geschützt zu sein? Ich staune. Auch staune ich über den Langmut des Ausschusses, der offensichtlich hingehalten wird: Mal ist Mehdorn in Urlaub, nun der operativ Verantwortliche... Ich nehme an, eine Privatperson wird sich als Zeuge bei Gericht kaum wegen Urlaubs abmelden können - aber wenn man "recht erfolgreich" ein Unternehmen leitet oder eine Führungsposition innehat, ist das natürlich ein zureichender Grund.

    Antwort auf "Mehdorn"
  6. "Vorstand"

    der Bahn AG - einem Betrieb, der dem Bund, also dem Deutschen Volk gehört, der nicht weiß, was in dem Laden gemacht wird - bekommt der sein Gehalt und die vorsorglich erhandelten Boni dafür, dass er mit schöner Regelmäßigkeit die Skandalnudel spielt? Untergebene (die Lockführer) behandelt, wie Dreck, darauf besteht, dass unterdimensionierte Achsen verwendet werden und damit jetzt immense Kosten verursacht?

    Erfolgreich, Herr Scheibe, sieht wohl anders aus und wie es aussieht, lügt er auch noch - wirklich ein" Vorbild "übelster Sorte und ich wage mal zu sagen - er wird sich nicht mehr lange halten können - sein Konto ist schon überzogen - irgendeiner der von ihm geknechteten wird früher oder später auspacken und dann ab in die Wüste - wo nur und wie kann so etwas umweltfreundlich entsorgt werden?? Schönen Abend noch

    mit freundlichen Grüßen

    Wendelstein

    • TDU
    • 04.03.2009 um 19:17 Uhr

    Wenn er nun gewusst hat, was macht den Unterschied. Der Mann war für die Politik mit den notwendigen Strukturveränderungen der Bahn zwischen Pensionsberechtigten und privaten Arbeitnehmern der ideale Pionier und Infanterist. Also ein sehr guter Soldat. Er sollte den Weg freimachen für das politisch Gewollte. Nämlich die Privatisierung mit Börsengang der Bahn.

    Die Bedingungen haben sich politisch geändert. Also entweder man konzipiert den Betrieb Bahn endlich anders, mehr hin zum Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge als zum Renditebetrieb. Oder man lässt Mehdorn in Ruhe. So wie die Bahn jetzt aufgestellt ist, will den Job doch sowieso keiner, und ein politisch Tätiger, der noch mal Karriere machen will, erst recht nicht.

  7. Ich empfinde es als ausgesprochen beruhigend, dass der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum mit im Untersuchungsausschuss sitzt.

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    Schön, dass Ihnen noch eine bestimmte Person das Vertrauen in den Rechtsstaat gibt.
    Dem System scheinen Sie zu mißtrauen. Meiner Ansicht nach zu Recht.
    Postdemokratie.

    Schön, dass Ihnen noch eine bestimmte Person das Vertrauen in den Rechtsstaat gibt.
    Dem System scheinen Sie zu mißtrauen. Meiner Ansicht nach zu Recht.
    Postdemokratie.

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