Investment Warren Buffets "Dummheiten"

Der amerikanische Investor hat vor allem vor allem die Ölpreisentwicklung falsch eingeschätzt. Ein teurer Fehler

Die Wirtschaftskrise hat dem legendären US- Investor Warren Buffett das bisher schlechteste Jahr beschert. Der Wert der Beteiligungen pro Aktie seiner Holding Berkshire Hathaway fiel im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent, berichtete Buffett in einem Brief an die Aktionäre am Samstag.  Es ist erst der zweite Rückgang seit mehr als 40 Jahren. Der Jahresgewinn fiel auf 4,99 Milliarden Dollar von 13,21 Milliarden 2007.

Der 78-jährige genießt einen legendären Ruf, weil er in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ein Gespür für gute Investitionen bewies. Für das laufende Jahr sieht er aber keine Möglichkeit, vorherzusagen, ob der Aktienmarkt nach oben oder unten gehen werde.

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In dem Jahresrückblick gab er Fehler zu – er habe "einige Dummheiten gemacht". So habe er völlig falsch gelegen, was die Entwicklung der Ölpreise angeht, die von einem Rekordhoch bei 150 Dollar ja Barrel (159 Liter) Mitte 2008 auf derzeit etwa 40 Dollar einbrachen.

Die Folge der Fehleinschätzung war der Ausbau der Beteiligung an dem Ölkonzern ConocoPhillips – auch noch nahe der Ölpreishochs, als die Aktie besonders teuer war. Seitdem ist sie drastisch gefallen.

Wenig Glück brachte Buffett auch die Investition von 244 Millionen Dollar in zwei irische Banken, die in dem Moment "billig wirkten". Zum Jahresende musste Berkshire Hathaway die Beteiligung auf den Marktwert von nur noch 27 Millionen Dollar abschreiben.

Auch mit der Finanzspritze von insgesamt 14,5 Milliarden Dollar für den Mischkonzern General Electric und Goldman Sachs ging Buffett hart ins Gericht. Er habe dafür unter anderem Anteile an den Konsumgüter-Herstellern Procter & Gamble und Johnson & Johnson verkauft, "die ich lieber behalten hätte", räumte Buffett ein.

Im vierten Quartal schmolz der Gewinn der Holding auf noch 117 Millionen Dollar zusammen – verglichen mit 2,9 Milliarden Dollar Ende 2007. Buffetts Holding gibt als wichtigsten Indikator aber den Buchwert der Investitionen pro Aktie an. Dieser Wert war zuvor nur einmal gesunken – um 6,2 Prozent im Jahr 2001, nachdem die Aktienkurse im Gefolge der Terroranschläge von 11. September eingebrochen waren.

 

 
Leser-Kommentare
  1. Warren Buffett verdiente sein enormes Vermögen und das seiner Aktionäre mit der simplen These, dass man bei einer rapide wachsenden Weltbevölkerung einfach kein Geld verlieren kann, wenn man in sicheren Konsumgütern investiert. Von Windeln bis Taschenlampenbatterien, von Cola bis Heftpflaster -- alles Dinge, die man immer kauft, selbst zu Krisenzeiten. Auch Öl gehört an sich in diese Kategorie, nur stieg er zu spät ein. Doch dann wagte er sich in das unübersichliche Dickicht der Derivate, wo schon viele ihr Geld verloren.

    Doch sorgen wir uns nicht, er ist immer noch der reichste Mann der Welt.

  2. Früher wurde für eine Ware bezahlt, mal mehr, mal weniger, feilschen war erlaubt aber es hielt sich im Rahmen. Heute wird spekuliert, mit Allem und Jedem. Diese Spekulation wird aber von Jenen angetreten, die dann im Endeffekt den Rahm abschöpfen und den kleinen Mann seinem Schicksal überlassen. So eine Krise hat eben auch eigene Gesetze und da hat es einen getroffen, der immer der Rahmabschöpfer war. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Alle diese Typen soll der Teufel holen.

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    Buffett hat zwar viel Kohle, aber er ist immer noch ein "Händler": Er kauft und verkauft, und macht damit seinen Gewinn. Er ist keiner von denen, die anderen windige Papiere aufgeschwatzt haben oder ihre Konstruktionen so verkompliziert haben, daß keiner mehr durchgeschaut hat, sie selber aber mit Provisionen und Boni steinreich geworden sind. DAS sind nämlich die Verbrecher und Bankräuber.

    Buffett hat zwar viel Kohle, aber er ist immer noch ein "Händler": Er kauft und verkauft, und macht damit seinen Gewinn. Er ist keiner von denen, die anderen windige Papiere aufgeschwatzt haben oder ihre Konstruktionen so verkompliziert haben, daß keiner mehr durchgeschaut hat, sie selber aber mit Provisionen und Boni steinreich geworden sind. DAS sind nämlich die Verbrecher und Bankräuber.

  3. Buffett hat zwar viel Kohle, aber er ist immer noch ein "Händler": Er kauft und verkauft, und macht damit seinen Gewinn. Er ist keiner von denen, die anderen windige Papiere aufgeschwatzt haben oder ihre Konstruktionen so verkompliziert haben, daß keiner mehr durchgeschaut hat, sie selber aber mit Provisionen und Boni steinreich geworden sind. DAS sind nämlich die Verbrecher und Bankräuber.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Warren Buffett | Goldman Sachs | Finanzen | Dollar | Jahresrückblick
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