Cebit 2009 Denkprozesse veranschaulichenSeite 2/2
Je stärker der Spieler variiert, desto besser durchschaut er das Konzept der Künstlichen Intelligenz. Dabei sei es ganz wichtig, dass Gorge auch eine zufällige Komponente habe: "Im Leben ist es ja auch nicht so, dass die Guten immer gewinnen oder immer verlieren. Kinder und Jugendliche sollen erkennen, dass der Spielablauf ebenfalls nicht gottgegeben ist, sondern von verschiedenen Bedingungen abhängt", erklärt Jantke. Das wiederum ließe sich gut auf komplizierte Spiele übertragen, und das ist für den Wissenschaftler von großer Bedeutung: "Meiner Meinung nach wird über komplexe Spiele zu viel Unsinn geredet und geschrieben. Sobald ein Titel ins Kreuzfeuer der Kritik gerät, wird darüber hergezogen. Selbst Wissenschaftler, die sich dazu äußern, haben oftmals nicht ausreichend Kenntnisse."
Die Forscher am Fraunhofer-Institut in Ilmenau bei Erfurt wollen die Dinge erst verstehen und dann darüber reden. Reden könnten Kinder über Gorge zum Beispiel im Rahmen des Schulunterrichts. Denn die Fragen, die das Spiel aufwirft, sind nicht nur mannigfaltig. Sie haben auch einen Bezug zur Realität: Die kleinste Veränderung in den Parametern kann zu einem völlig anderen Ergebnis führen, so wie die kleinsten Entscheidungen im Leben von großer Bedeutung für die Zukunft sein können. Genauso wichtig ist, zu sehen, dass die gewürfelten Augenzahlen signifikanten Einfluss auf das Geschehen auf dem Bildschirm haben; so wie wir manche Sachen im Leben nicht bestimmen geschweige denn vorhersehen können.
Bislang befindet sich Gorge noch in der Konzeptphase, ist also nicht im Handel erhältlich. Zudem soll das Spiel in puncto Grafik überarbeitet werden. Auf der Messe Kinderkult , die Ende April in Erfurt stattfindet, wird es erstmals die 3-D-Variante zu sehen geben. Sehr wahrscheinlich wird Jantkes Team auf der Veranstaltung Exemplare der 2-D-Version verteilen, womöglich wird Gorge auch noch diesen Frühling online über die Homepage des Instituts verfügbar sein.
Schließlich wäre es schade, wenn ein derart anschauliches wie pädagogisch sinnvolles Computerspiel in der Versenkung verschwinden würde. So künstlich ist sie nämlich gar nicht, die Künstliche Intelligenz.
- Datum 10.06.2009 - 15:36 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Serie Technologie
- Quelle 4.3.2009 - 17:54 Uhr
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren