Nahost Clinton geht auf Konfrontationskurs zu Netanjahu
Wie werden sich Washington und Jerusalem nach dem Machtwechsel arrangieren? Bei ihrem Antrittsbesuch in Israel hat US-Außenministerin Clinton dem designierten Premier Netanjahu klar die Richtung vorgegeben

© Ronen Zvulun-Pool/Getty Images
Clinton und Netanjahu im "King David"-Hotel in Jerusalem: Die US-Außenministerin drückt aufs Tempo, auch in puncto Palästinenserstaat
Die USA beharren auf der Zweistaatenlösung in Nahost. Sie gehen damit auf Kollisionskurs zum designierten israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der einen eigenständigen Palästinenserstaat bisher ablehnt. Eine entsprechende Vereinbarung in der Region sei jedoch "unausweichlich", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton bei ihrem Besuch in Israel. Fortschritte in Richtung einer Zwei-Staaten-Lösung seien durchaus auch in Israels Interesse. Der Weg zu einer Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts sei zwar steinig, erlaube aber keinen Aufschub.
Gleichzeitig versicherte sie Israel des "fundamentalen Bündnisses" mit den USA. "Wir haben das israelische Volk immer unterstützt und werden dies weiterhin tun." Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung. "Dies bedeutet ja nicht, dass wir als gute Freunde nicht auch andere Meinungen haben können."
Der rechtsorientierte Likud-Vorsitzende Netanjahu hatte mehr als eine Stunde mit Clinton und dem neuen US-Nahostgesandten George Mitchell gesprochen. "Das gemeinsame Ziel ist es, mit kreativem Denken Wege zu Fortschritten zu finden, um aus dem Labyrinth herauszukommen", sagte er nach dem Treffen. Bei dem Gespräch sei es um die Palästinenserfrage, um Iran und regionale Themen gegangen. "Wir haben vereinbart, dass wir uns nach der Regierungsbildung wieder treffen und eng zusammenarbeiten wollen, um Wohlstand, Sicherheit und Frieden in unserer Region zu gewährleisten."
Statt einer Zwei-Staaten-Lösung will Netanjahu an der Selbstverwaltung der Palästinenser-Gebiete festhalten und deren Wirtschaft stärken. Außerdem befürwortet er den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland, was die USA und die Palästinenser ablehnen. Aufgrund dieser Unstimmigkeiten waren am Wochenende Koalitionsverhandlungen zwischen dem Likud und der gemäßigten Kadima-Partei der scheidenden Außenministerin Zipi Liwni gescheitert. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Bündnisses der rechten Parteien, was Bemühungen um einen Frieden mit den Palästinensern erschweren dürfte.
Bereits am Morgen hatte Clinton bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres auf die anhaltende Unterstützung der USA für die Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas verwiesen. Peres zeigte sich nach dem Treffen mit Clinton überzeugt, Netanjahu werde die Gespräche mit den Palästinensern fortsetzen und fühle sich den bisherigen Vereinbarungen verpflichtet.
Nach ihrem Treffen mit Peres besuchte Clinton die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Am Abend wollte sie den scheidenden Regierungschef Ehud Olmert zum Abendessen treffen bevor sie am Mittwoch weiter nach Ramallah fliegt, wo sie mit Abbas zusammenkommen will.
Die israelische Friedensbewegung Peace Now warnte unterdessen vor einer Verdopplung der Zahl jüdischer Siedler in den Palästinensergebieten. Danach plane das Wohnungsbauministerium den Bau von weiteren mehr als 73.300 Wohnungen und Häusern im Westjordanland sowie im besetzten arabischen Ostteil Jerusalems. Sollten alle Pläne umgesetzt werden, könnte sich die Zahl von derzeit rund 300.000 jüdischen Siedlern im Westjordanland verdoppeln.
- Datum 16.03.2009 - 09:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 8
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Israel hat sich entschieden. Es will keinen Frieden, sondern Land.
Israel plant eine Siedlungsoffensive:
Während Benjamin Netanjahu mit ultra-rechten Parteien über eine Koalition verhandelt, verkündet Israels Armeefunk Pläne zur Verdopplung der Siedlungen im Westjordanland.
Das israelische Wohnungsbauministerium will die Zahl der jüdischen Siedler im besetzten Westjordanland einem Rundfunkbericht zufolge fast verdoppeln. Die Pläne sähen für die kommenden Jahre den Bau von 73.000 Wohnungen vor, 5700 davon im annektierten Ostteil Jerusalems, berichtete der Armee-Rundfunk.
In den neuen Wohnungen könnten bis zu 280.000 Menschen Platz finden. Seit der israelischen Besetzung des Westjordanlandes im Juni 1967 haben sich bereits fast 300.000 jüdische Siedler in dem Palästinensergebiet niedergelassen.
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Dokumentiert von Peace Now:
http://www.peacenow.org.i...
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Ich glaube eigentlich auch nicht an die USA als ehrlichen Makler. Aber solange sie (noch) die Weltmacht sind, kann es nur so gehen, oder man wartet bis sie die Fahne abgegeben haben und hofft auf die nächste Weltmacht. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die USA sich diesen Prestige-Gewinn in der arabischen Welt nicht entgehen lassen wollen.
Denn angesichts der Tatsachen scheint die Absicht
Also noch einmal:
Angesichts der zu besichtigenden Tatsachen scheint die in Schriften und wütenden Reden geäußerteAbsicht, Israel zu vernichten, weniger real zu sein als die wirkliche Verunmöglichung eines palästinensischen Staates, der aber in diesem ersten UNO-Beschluss die Voraussetzung für die Existenz Israels ist.
Und die palästinensische Bevölkerungsexplosion, die hier im Forum gerne angeführt wird, steht nun wirklich nicht alleine da. Es gibt auch eine jüdisch-israelische Bevölkerungsexplosion-----durch Zuwanderung. Auch eine solch hohe Bevölkerungszahl war in diesem ersten Teilungsbeschluss nicht vorgesehen, denn natürlich kann ein solch kleines Land solche Menschenmassen mit diesen Ansprüchen an Land und Wasser nicht verkraften und dies geht vor allem zu Lasten der Palästinenser. Man sieht, was Israel gerne vorwirft, praktiziert es selbst.
Also noch einmal:
Angesichts der zu besichtigenden Tatsachen scheint die in Schriften und wütenden Reden geäußerteAbsicht, Israel zu vernichten, weniger real zu sein als die wirkliche Verunmöglichung eines palästinensischen Staates, der aber in diesem ersten UNO-Beschluss die Voraussetzung für die Existenz Israels ist.
Und die palästinensische Bevölkerungsexplosion, die hier im Forum gerne angeführt wird, steht nun wirklich nicht alleine da. Es gibt auch eine jüdisch-israelische Bevölkerungsexplosion-----durch Zuwanderung. Auch eine solch hohe Bevölkerungszahl war in diesem ersten Teilungsbeschluss nicht vorgesehen, denn natürlich kann ein solch kleines Land solche Menschenmassen mit diesen Ansprüchen an Land und Wasser nicht verkraften und dies geht vor allem zu Lasten der Palästinenser. Man sieht, was Israel gerne vorwirft, praktiziert es selbst.
Also noch einmal:
Angesichts der zu besichtigenden Tatsachen scheint die in Schriften und wütenden Reden geäußerteAbsicht, Israel zu vernichten, weniger real zu sein als die wirkliche Verunmöglichung eines palästinensischen Staates, der aber in diesem ersten UNO-Beschluss die Voraussetzung für die Existenz Israels ist.
Und die palästinensische Bevölkerungsexplosion, die hier im Forum gerne angeführt wird, steht nun wirklich nicht alleine da. Es gibt auch eine jüdisch-israelische Bevölkerungsexplosion-----durch Zuwanderung. Auch eine solch hohe Bevölkerungszahl war in diesem ersten Teilungsbeschluss nicht vorgesehen, denn natürlich kann ein solch kleines Land solche Menschenmassen mit diesen Ansprüchen an Land und Wasser nicht verkraften und dies geht vor allem zu Lasten der Palästinenser. Man sieht, was Israel gerne vorwirft, praktiziert es selbst.
Mal sehen ob sich Obama gegen die starke Israel-Lobby in den USA durchsetzen kann. Wenn er es ehrlich meint, wünsche ich ihm Glück und Durchhaltevermögen
... sollt ihr sie messen. Immerhin ist der Name "Clinton" nicht neu in der politischen Landschaft. Vielleicht macht Obama ein bisschen mehr Druck, aber eigentlich glaube ich es nicht. Vor der Israellobby hat er vor dem Wahlkampf noch gebuckelt. An sich stehen die Zeichen natürlich nicht schlecht, wenn er es geschickt anstellt, kann er bei der kommenden Währungsreform auch die gigantischen amerikanisch-jüdischen Vermögen, die Israel seit jeher subventionieren, mit plattmachen. Vielleicht würde das die Rechten im schönen zionistischen Staat auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/jk)
Mrs Clintons "Konfrontationskurs" zu Netanjahu beinhalted eine Vereinbarung für eine Zweitstaatenlösung als "unausweichlich". Wer kauft eigentlich Second-Hand Socken? Hamas? Fata? Die sogenannte zivilisierte Welt? De fakto: ohne vollständige Auflösung der israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten wird es keine ernstzunehmenden Friedensgespräche geben. Die aber lehnt der Likutnik ab.
Also, denkt Madame erst mal pilepalle, setzt längst überholte Politik fort und wird die Verständigung zwischen Hamas und Fata fordern ;-)
Israel kann das alles egal sein denn solang über Israel geredet wird ist ja alles im grünen Bereich. Ob dies Konzept nun angesichts einer global vollkommen aus den Fugen geratenen wirtschaftlichen Entwicklung nun ewig so weitergeht werden wir sehen.
time is natures way to prevent things happened @ once
kann doch gar keine Rede sein. Da war wohl die Hoffnung des Autors die Quelle
der Überschrift.
Es ist genau richtig: "ohne vollständige Auflösung der israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten wird es keine ernstzunehmenden Friedensgespräche geben",
es geschieht aber genau das Gegenteil - die Siedlungen sollen massiv ausgebaut
werden. In Ostjerusalem wird die Verdrängung der Palästinenser aus der Stadt
verstärkt, mit Hauszerstörungen, Aberkennung des Wohnrechts und israelischen
Neubauprojekten. Jeden Tag werden Fakten geschaffen!
Der Gipfel ist, das in dem Gespräch Clinton/Netanjahu (nach Aussage eines Beraters Netanjahus in der israelischen Presse) die Siedlungen NICHT EINMAL erwähnt worden sind!
Frau Clinton hat sich in der Vergangenheit durch enge Verbindungen zur und Unterstüzung durch das AIPAC ausgezeichnet, und das hieß (und heißt?)
bedingslose Unterstützung der Regierung Israels. Warum sollte das jetzt anders
sein?
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