DFB-Pokal HSV und Bremen siegen

Dank eines stark spielenden Diego schießen die Bremer fünf Tore gegen den VFL Wolfsburg. Der HSV zieht souverän ins Halbfinale ein. Spielberichte der DFB-Pokalpartien

Torschütze und Pokalheld: Diego jubelt über einen seiner Treffer

Torschütze und Pokalheld: Diego jubelt über einen seiner Treffer

VfL Wolfsburg – Werder Bremen 2:5

Die überragenden Diego und Claudio Pizarro haben Werder Bremen aus der Krise ins Pokal-Halbfinale geschossen. Mit dem dritten Torwart im Tor trat der Bundesliga-Elfte beim VfL Wolfsburg die Flucht nach vorn an und darf dank der Tore der Südamerikaner wieder vom Einzug in den Fußball-Europacup hoffen. Drei Tage nach der Nullnummer gegen Bayern München trafen Diego in der 3. und per Foulelfmeter in der 55. Minute, Mesut Özil (6.) sowie Claudio Pizarro (71./89.). Die beiden Tore von Edin Dzeko (16./42.) reichten dem VfL vor 24.115 Zuschauern in Wolfsburg nicht gegen den fünfmalige Pokalsieger.

Beide Teams spielten mit neuen Torleuten - und die standen im Brennpunkt. Während bei den Gastgebern in Diego Benaglio der Stammkeeper zwischen die Pfosten zurückkehrte, musste bei Werder Debütant Nico Pellatz für die verletzten Tim Wiese und Christian Vander einspringen. Der 22-Jährige hatte den Ball in seinem ersten Pflichtspiel für Werder noch nicht einmal berührt, das stand es bereits 2:0 für den Bundesliga-Elften, der mit Daniel Jensen und überraschend Markus Rosenberg für Hugo Almeida spielte.

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Diego erzielte schon nach gut zwei Minuten den ersten Treffer, als er sich nach Pizarro-Vorlage blitzschnell um die eigene Achse drehte und Benaglio keine Chance ließ. Nur drei Minuten später musste der Schweizer Nationalkeeper erneut hinter sich greifen. Özil traf aus spitzem Winkel - und wieder hatte Pizarro die Vorarbeit geleistet.

Mit mehr Fortune hätte der Peruaner die Partie noch vor der Pause entscheiden können. Aber entweder hämmerte er den Ball aus der Drehung über das Tor (21.), nachdem er kurz zuvor einen glänzenden Pass von Diego nicht verwerten konnte, oder er stellte sich wie in der 38. Minute zu umständlich an. Stattdessen trafen die "Wölfe", die sich vom Bremer Traumstart nicht beirren ließen. Dzeko war es zweimal, der die bekannte Schwäche der Werder-Defensive aufdeckte.

Waren es beim ersten Treffer Clemens Fritz, der nach 34. Minuten verletzt ausschied, und der in der Bundesliga Rot-gesperrte Naldo, so waren es kurz vor der Pause Per Mertesacker und Pellatz. "Nico würde ich keine Schuld geben", sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, der vom Defensiv-Verhalten seiner Mannschaft ziemlich enttäuscht war.

Diego sprühte dagegen vor Spiellaune und zog unterstützt von Özil und Jensen geschickt die Fäden. Der grandiose Techniker sorgte zehn Minuten nach dem Wechsel auch für die Vorentscheidung, als er den von Benaglio an ihm verschuldeten Elfmeter sicher verwandelte.

Hamburger SV - SV Wehen-Wiesbaden 2:1

Der Hamburger SV hat sich gegen den Zweitliga-Letzten keine Blöße gegeben und erstmals seit zwölf Jahren das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Bundesliga-Zweite kam gegen die weitgehend harmlosen Hessen zu einem nur in den Schlussminuten gefährdeten Sieg. Ein Eigentor von Wehens Innenverteidiger Marko Kopilas (17. Minute) und ein Treffer des kroatischen Angreifers Mladen Petric (37.) sorgten vor 35.378 Zuschauern in Hamburg für scheinbar klare Verhältnisse. Fünf Minuten vor dem Ende mussten die Hamburger aber noch einmal kurz zittern, als Sandro Schwarz (85.) den Anschlusstreffer erzielte. Bei dessen 20-Meter-Direktabnahme sah Hamburgs Torwart Frank Rost unglücklich aus.

Schon nach dem 2:0 des überragenden Petric stimmten die HSV-Fans den ewigen Klassiker "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" an. Doch zunächst sind die Blicke auf Samstag gerichtet, wenn neben dem Gang zum Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach die Auslosung für das Pokal-Halbfinale am 21. und 22. April ansteht.

Obwohl HSV-Trainer Martin Jol sein Team im Vergleich zur 1:3-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg drei Tage zuvor gleich auf fünf Positionen verändert hatte, fanden die Hamburger sofort ihren Rhythmus und ließen den überforderten Gästen keinen Raum zur Entfaltung. Wehen hatte zuletzt viermal in Serie verloren und trat entsprechend verunsichert auf. Beim HSV dagegen hatte der Liga-Rückschlag gegen die "Wölfe" keine negativen Auswirkungen auf die Leistung der Akteure.

In der ersten Viertelstunde hatten Petric (12.) und Marcell Jansen (14.) die Chance zur Führung, doch beim 1:0 mussten die Gäste ein wenig mithelfen. Nach einer Hereingabe von Collin Benjamin bedrängte Petric Wehen-Abwehrspieler Marko Kopilas und gemeinsam mit dem Innenverteidiger bugsierte der Kroate den Ball über die Linie.

Vorlagengeber Benjamin war wie der in der Liga zuletzt ebenfalls gesperrte Jerome Boateng in die HSV-Elf gerückt; Michael Gravgaard (Operation wegen Fingerbruch), Guy Demel (Muskelfaserriss) und Alex Silva (muskuläre Probleme) fehlten verletzt, Piotr Trochwoski und Ivica Olic mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Der Angreifer ersetzte nach der Pause den glücklosen Paolo Guerrero und bildete nun mit seinem Landsmann Petric den HSV-Sturm. Dieser zeigte die richtige Antwort, nachdem er gegen Wolfsburg zunächst auf der Bank gesessen und verärgert auf diese Entscheidung reagiert hatte.

Der Klassen- und Qualitätsunterschied war in den ersten 70 Minuten zu beobachten. Gegen David Jarolim (22.) und Trochowski-Ersatz Jonathan Pitroipa (25.) konnte Wehens Schlussmann Alexander Walke retten, gegen den von Jansen glänzend frei gespielten Petric war der frühere Freiburger aber machtlos. In der Schlussphase schaltete der HSV einen Gang zurück - wurde dafür aber nicht mehr bestraft.

 
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