Kinderschutz Nur unter Aufsicht

Sie hat ein Alkoholproblem. Deshalb darf Claudia ihren Sohn Chris nicht mehr allein treffen. Das Jugendamt sitzt dabei, wenn Mutter und Sohn Mau-Mau spielen

Manchmal brauchen Familien Hilfe. Elisabet Cantero arbeitet in einem Familienzentrum und erzählt wahre Geschichten aus ihrem Alltag

Manchmal brauchen Familien Hilfe. Elisabet Cantero arbeitet in einem Familienzentrum und erzählt wahre Geschichten aus ihrem Alltag

Claudia sitzt nägelkauend auf dem Sofa im Foyer. Sie hat einen Karton neben sich liegen, eingepackt in buntes Papier, auf dem kleine Bauarbeiter umeinander wimmeln.

Sie zieht ihre kurze Jacke zurecht, wirft einen Blick in die spiegelnde Fensterscheibe, schaut wieder auf ihre Uhr, räuspert sich und kaut an den Nägeln.

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Claudia ist verabredet. Sie hat ihn lange nicht gesehen. Sechs endlose Wochen, und nun zählt jede Minute. Sie hat sich diesen Ort für ein Wiedersehen ausgesucht, das Familienzentrum.

Sie räuspert sich.

Da kommt er. Er ist in Begleitung einer Frau. Claudia schluckt, sie kennt die Frau. Sie hat sie einmal getroffen. Die Frau kommt auf sie zu, lächelt und reicht ihr die Hand. Claudia ergreift sie widerwillig, während ihr Blick den seinen sucht. Er schaut zu Boden. Etwas linkisch steht er dort.

Dann fällt er in ihre Arme. "Mama", sagt er.

Claudia wischt sich eine Träne aus den Augen. Dann weint sie hemmungslos.

"Nicht, Mama", sagt Chris, und Claudia fängt sich.

Frau Jablonski schaut hilfesuchend zu mir: "Können Sie uns bitte die Räume aufschließen?", fragt sie.

Frau Jablonski arbeitet beim Jugendamt, sie ist vom „Betreuten Umgang“.

Claudia hatte im Herbst das Sorgerecht für ihren Sohn verloren, da sie zum wiederholten Male volltrunken in der Wohnung lag, außerstande, sich um ihn zu kümmern. Am Vorabend seiner Klassenreise, als seine Mutter noch immer im Bett lag, nicht ansprechbar, hat Chris sich telefonisch Hilfe geholt, da er nicht allein seinen Koffer packen konnte.

Der Vater hat ihn gleich mitgenommen. Claudia hat den Sohn beschimpft und den Vater bespuckt. Vor Gericht hat dann Benno, der Vater, das Sorgerecht zugesprochen bekommen. Claudia wurde dringend empfohlen, sich um ihr Alkoholproblem zu kümmern.

Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 07.03.2009 um 11:36 Uhr

    Hallo
    Das bemerkenswerte an diesem Fall ist, das das Jugend "Amt" in diesem Fall der Mutter erlaubt den Sohn sehen zu dürfen.
    Wäre der Vater das Problem, ginge KEIN Weg rein, ihn würde man schlicht weg aus dem Leben des Sohnes entfernen.
    Das Jugend "Amt" hat die Macht dazu.
    http://www.youtube.com/wa...
    Gruss
    Rene

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    ... im Bekanntenkreis gab es für einen Vater mit ähnlichem Auftritt in der Vorgeschichte zunächst Betreuten Umgang mit Verlängerung. Danach sollte es ohne Eingriff von Aussen laufen, was aber nicht klappte und so gab es zwei weitere Anläufe mit Betreutem Umgang, der durch den Kinderschutzbund durchgeführt wurde.

    Danach gab es für das Kind mit dem Vater zwei Jahre mit Umgang ohne Einwirkung von Aussen, bei dem die Mutter das Kind brachte, holte und jede Eskapade des Vaters mittrug. Seit ca einem Jahr brach nun der Vater den Kontakt zu seinem 10-jährigen Sohn ab und hat nun auf die Anfrage des Jugendamtes, das von der Mutter eingeschaltet wurde, nicht reagiert.

    Das ist eine Geschichte wie so viele, oft sind Männer die "Betreuten" und ebenfalls oft bringt es nicht den gewünschten Effekt auf Dauer.

    ... im Bekanntenkreis gab es für einen Vater mit ähnlichem Auftritt in der Vorgeschichte zunächst Betreuten Umgang mit Verlängerung. Danach sollte es ohne Eingriff von Aussen laufen, was aber nicht klappte und so gab es zwei weitere Anläufe mit Betreutem Umgang, der durch den Kinderschutzbund durchgeführt wurde.

    Danach gab es für das Kind mit dem Vater zwei Jahre mit Umgang ohne Einwirkung von Aussen, bei dem die Mutter das Kind brachte, holte und jede Eskapade des Vaters mittrug. Seit ca einem Jahr brach nun der Vater den Kontakt zu seinem 10-jährigen Sohn ab und hat nun auf die Anfrage des Jugendamtes, das von der Mutter eingeschaltet wurde, nicht reagiert.

    Das ist eine Geschichte wie so viele, oft sind Männer die "Betreuten" und ebenfalls oft bringt es nicht den gewünschten Effekt auf Dauer.

  1. Hallo,
    ist laut dem Artikel der belgeitete Umgang nun gut oder schlecht?
    Nach den kurzen Eckdaten die gegeben wurden, scheint der begleitete Umgang die beste Lösung. Das zeugt doch deutlich davon, dass versucht wird die Bindung zwischen Mutter und Kind aufrecht zu erhalten. Der Vater, der von Mutter terrorisiert und denunziert wird, fordert trotzdem eine Umgangsregelung. Das finde ich wirklich erstaunlich, nicht alltäglich und wirklich am Wohle des Kindes orientiert.
    Der youtube-link aus Komentar 1, ist erschütternd, aber nicht die Norm. Nach allem was ich während meiner beruflichen Tätigkeit erlebe, tun sich die Jugendämter schwer, Kinder stationär zu betreuen und suchen, allein schon aus Kostengründen immer nach einem Weg im ambulanten Bereich, also mit Verbleib der Kinder bei den Eltern.

    • TDU
    • 08.03.2009 um 12:34 Uhr

    Nur die Tatsachen ohne Schlussfolgerungen auf das Allgemeine. Die kann der Leser auch je nach Erfahrung alleine ziehen. Kennt man Verhaltensweisen von Alkoholikern, sie können unvermittelt widerlich und gemein werden, auch zu Kindern, ist die Regelung eine gute Lösung. Vielleicht hilft sie der Mutter trocken zu werden, ohne dass das Kind dem dauernd ausgesetzt ist.

  2. ... im Bekanntenkreis gab es für einen Vater mit ähnlichem Auftritt in der Vorgeschichte zunächst Betreuten Umgang mit Verlängerung. Danach sollte es ohne Eingriff von Aussen laufen, was aber nicht klappte und so gab es zwei weitere Anläufe mit Betreutem Umgang, der durch den Kinderschutzbund durchgeführt wurde.

    Danach gab es für das Kind mit dem Vater zwei Jahre mit Umgang ohne Einwirkung von Aussen, bei dem die Mutter das Kind brachte, holte und jede Eskapade des Vaters mittrug. Seit ca einem Jahr brach nun der Vater den Kontakt zu seinem 10-jährigen Sohn ab und hat nun auf die Anfrage des Jugendamtes, das von der Mutter eingeschaltet wurde, nicht reagiert.

    Das ist eine Geschichte wie so viele, oft sind Männer die "Betreuten" und ebenfalls oft bringt es nicht den gewünschten Effekt auf Dauer.

    Antwort auf "Jugend "Amt" (OT)"

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