Bankenkrise Fannie Mae verliert 25,2 Milliarden Dollar
Der staatlich kontrollierte größte US-Hypothekenfinanzierer hat im vierten Quartal ein enormes Verlustgeschäft gemacht - und die Regierung um weitere Hilfe gebeten

© Karen Bleier/AFP/Getty Images
Fannie Mae in großen Schwierigkeiten: Der Hypothekenfinanzierer braucht mehr Geld vom Staat, um die Krise zu überstehen
Der von der US-Regierung kontrollierte Hypotheken-Finanzierer Fannie Mae hat im vierten Quartal einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar erlitten. Damit lag das Minus sieben Mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum, teilte die Firma in der Nacht zu Freitag mit. Im Gesamtjahr erreichte das Minus damit 58,7 Milliarden Dollar (46,0 Milliarden Euro).
Grund für den hohen Verlust seien gefallene Zinsen und eine Verschlechterung der Hypotheken-Qualität. Nach Angaben des Finanzkonzerns könnte die Krise an den Haus- und Kreditmärkten 2009 noch schlimmer werden. Um diese Talfahrt zu überstehen, braucht der Finanzierer frisches Geld aus Washington: Fannie Mae hat die Regierung um die Zahlung weiterer 15,2 Milliarden Dollar gebeten.
Fannie Mae hatte bereits Ende Januar seinen nun offiziell angemeldeten Kapitalbedarf in etwa dieser Höhe angekündigt. Für den Finanzierer ist es die erste Kapitalspritze im Rahmen eines eigens geschaffenen staatlichen Hilfspakets. Das vom Finanzministerium im Herbst aufgelegte Programm sieht für Fannie Mae und dessen Rivalen Freddie Mac mögliche Kapitalspritzen in Höhe von bis zu 100 Milliarden Dollar vor.
Die dramatische Schieflage der beiden Hypothekengiganten zeigt das ganze Ausmaß der Häuserkrise in den USA. Sie war der Auslöser der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der inzwischen weltweiten Wirtschaftskrise. Auch beim etwas kleineren Wettbewerber Freddie Mac wird in den nächsten Tagen ein erneut hoher Milliardenverlust erwartet.
Um den völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, hatte der Staat im vergangenen September das Steuer bei den zwei Instituten übernommen. Sie stehen hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA. Die Finanzierer sind daher zentrale Säulen im Plan von Präsident Barack Obama, bis zu neun Millionen Hausbesitzer vor der Zwangsversteigerung ihrer Eigenheime zu retten. Aus diesem Grund hatte das Weiße Haus die Kreditlinien für beide Institute vergangene Woche auf jeweils 200 Milliarden Dollar aufgestockt.
- Datum 12.03.2009 - 11:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 4
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Ja, denn mit Worten kann man so vieles nett ausdrücken. Da "verliert" eine Bank ein paar Milliarden. Wo, fragt man sich da neidisch und möchte den genauen Ort wissen, um da mal schnell persönlich vorbeizuschauen.
Und selbstredend stimmt die Überschrift und suggeriert, dass irgendwie aus Versehen da ein kleines Missgeschick passiert ist.
"Fannie Mae verzockt Milliarden", "... plündert Kunden aus", "... kennt keine Hemmungen im Zocken" käme dem ganzen wohl näher, aber das könnte ja unschöne Gedanken beim Leser hervorrufen.
Liebe ZEIT, wir sind (hoffenltich) noch klug genug und können doch wohl ein wenig Wahrheit verkraften. Also her damit und nichts beschönigt!
Wenn man sich momentan das Beziehungsverhältnis zwischen Bankern und dem Rest der Bevölkerung ansieht, könnte man sagen: "Es ist Krieg. Und keiner merkt es".
Auf welcher Seite stehen die sonnenbebrillten Journalisten?
Wenn man sich momentan das Beziehungsverhältnis zwischen Bankern und dem Rest der Bevölkerung ansieht, könnte man sagen: "Es ist Krieg. Und keiner merkt es".
Auf welcher Seite stehen die sonnenbebrillten Journalisten?
Wenn man sich momentan das Beziehungsverhältnis zwischen Bankern und dem Rest der Bevölkerung ansieht, könnte man sagen: "Es ist Krieg. Und keiner merkt es".
Auf welcher Seite stehen die sonnenbebrillten Journalisten?
Ich bin für die neue Währungseinheit Phantastilliarden.
Wenn wir aus allen Meldungen 9 Nullen rausstreichen, sieht das irgendwie gemütlicher aus. Und in 2 - 3 Jahren - nach einer "Währungsreform" - werden wird das sowieso machen müssen.
Selbst die Billionen-Defizite im US-amerikanischen Haushalt (bisher noch 12 Nullen) wirken plötzlich ganz harmlos.
Puh, und schon gehts´s mir besser. Die Illusion stirbt halt zuletzt.
weil sie dank Staatsauftrag sozial gerechte Kredite vergeben musste.
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