"Nie zuvor wurde ein so altes Gehirn gefunden", schreiben Paläontologen aus den USA und Frankreich in einer Pressemitteilung. Entdeckt wurde das Fischhirn per Zufall: Die Forscher der naturhistorischen Museen in Paris und New York hatten an der Europäischen Synchrotronstrahlungsanlage ESRF in Grenoble einige gut erhaltene Schädel prähistorischer Fische durchleuchtet. Bei einem der Fische zeigte das gescannte Bild, dass im Inneren des Schädels noch ein versteinertes Organ erhalten war. 

Im fossilen Fischkopf, der aus dem amerikanischen Bundesstaat Kansas stammt, wurde bei der Synchrotron-Tomografie die Struktur von Weichteilen sichtbar. Eine dreidimensionale Rekonstruktion zeigte schließlich verschiedene Teile eines Gehirns, darunter das Kleinhirn (Cerebellum), Teile des Rückenmarks und verschiedene Hirnlappen. Der Fisch, der mit heutigen Haien und Seekatzen verwandt ist, lebte vermutlich in flachen, schlammigen Gewässern und wurde nicht größer als 50 Zentimeter.