Angesichts seiner glücklosen Investments bei der HSH Nordbank und dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) zieht sich der US-Investor Christopher Flowers aus Deutschland zurück. Das Hamburger Büro werde geschlossen, die Aktivitäten würden nach London und New York verlagert, teilte Flowers am Montag in München mit.

Grund sei das Investitionsklima, das sich durch die Finanzkrise signifikant verändert habe. Deshalb blieben die Deutschland-Aktivitäten auf absehbare Zeit auf das "Management bestehender Beteiligungen" gerichtet, hieß es. Die Beteiligung von Flowers an der HRE solle deshalb künftig von Großbritannien und den USA aus geführt werden. Beim HSH-Investment sei dies schon länger der Fall. Neuinvestitionen in Deutschland stünden zurzeit nicht im Fokus.

Die Vertreterin von Flowers, Renate Krümmer, wird auf eigenen Wunsch ihre Arbeit als Deutschland-Chefin beenden und Ende des Monats ihr Aufsichtsratsmandat bei der HRE niederlegen. Ein Nachfolger für sie im Kontrollgremium sei noch nicht bestimmt worden. Flowers kontrolliert zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Grove rund 24 Prozent an dem Münchner Immobilienfinanzierer und verfügt bisher über insgesamt drei Aufsichtsratssitze.

Mit seiner Anfang der neunziger Jahre gegründeten Investment-Firma J.C. Flowers beteiligte sich der Milliardär an angeschlagenen Banken auf der ganzen Welt, unter anderem auch in Deutschland. 2006 kaufte er als erster Privatinvestor in großem Stil Anteile bei der HSH Nordbank und hatte das Ziel, sie an die Börse zu bringen. Im Juni 2008 folgte sein Engagement bei der HRE.

Die beiden Engagements gerieten dem Firmenchef am Ende aber zu Milliardengräbern: Für die HRE hatte er 1,1 Milliarden Euro oder 22,50 Euro je Aktie auf den Tisch gelegt. Am Montag lag der Kurs bei gerade mal noch bei einem Euro. Nun droht Flowers im Zuge der vom Bund angestrebten Verstaatlichung der Bank auch noch die Enteignung.

Die Finanzkrise riss bei der HSH Nordbank immer tiefe Löcher auf, nach einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro braucht das Institut nun drei Milliarden Euro frisches Kapital zum Überleben. Ein Börsengang ist in unerreichbare Ferne gerückt, und Flowers hat auch hier viel Geld verloren.