Fossilien aus Bernstein Eingegossen für die Ewigkeit
Der Paläontologe Paul Tafforeau erweckt ausgestorbene Insekten zum Leben. Als dreidimensionale Modelle in Kunststoff und Glas

© Dagny Lüdemann
Diese 100 Millionen Jahre alte Libelle war in einem Stück Bernstein eingeschlossen. Anhand von 3D-Scans entstand dieses Glasmodell
Der Glasquader sieht aus wie ein eleganter Briefbeschwerer – darin scheint ein filigranes Insekt zu schweben – plastisch in feinen Zügen eingraviert.
Dieser fast drei Kilogramm schwere Klotz ist kein banales Dekorationsobjekt für Insektenliebhaber, sondern die exakte Nachbildung einer versteinerten Libellenart, die vor 100 Millionen Jahren auf der Erde lebte, nachgezeichnet mit präziser Lasertechnik nach den Vorgaben neuster 3D-Computerbildgebung auf der Basis von Röntgenaufnahmen.
Entdeckt wurde das bis dahin unbekannte Insekt von Paul Tafforeau – und zwar in völlig undurchsichtigen Bernsteinstücken aus einem Steinbruch im südfranzösischen Charente. Seit knapp zehn Jahren arbeitet der Paläontologe mit der Europäischen Synchrotronstrahlungsanlage ESRF in Grenoble zusammen, wo er versteinerte Fossilien aus intransparentem Bernstein sichtbar macht.
All die ausgestorbenen Insektenarten, die dadurch zu der Ehre kommen, für ewig in Glas gegossen zu sein, teilen ein Schicksal: Sie blieben zu Lebzeiten an Baumharz kleben und verendeten kläglich darin. Im Laufe von Jahrmillionen wurde der zähe Harz hart und konservierte die Insekten. Damals war die Erde noch von Dinosauriern bevölkert und die ersten Vögel entstanden.
- Datum 27.02.2009 - 16:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 26.2.2009 - 15:04 Uhr
- Kommentare 2
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Schauen Sie doch bitte nochmal im Deutsch-Englisch Wörterbuch nach, was dort unter "dragonfly" steht, Frau Lüdemann.
Liebe(r) H.Koch,
Danke für den Hinweis. Im Text wurde die Libelle (Dragonfly) zuvor als Drachenfliege bezeichnet. Dies ist nun geändert.
Gruß, Sven Stockrahm
Volontär Wissen, ZEIT ONLINE
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