Studentenvertretung Dachverband in NötenSeite 3/3
Die Verfasser der Mail forderten zudem, dass alle Mitglieder ihr Schreiben über die Mailingliste des Verbands erhalten. Eine Weiterleitung muss aber der FZS-Vorstand genehmigen, und der sträubte sich: "Hey ho, ich finde die Mail schon irgendwie ne Frechheit," schreibt Anja Gadow einen Tag vor Silvester an ihre Vorstandskollegen. Sie wolle die Mail nicht über den Mitgliederverteiler schicken: "außer wir machen s am 31.12 schön spät."
Zu ihrem Pech geriet diese Mail nicht nur an ihre Vorstandskollegen, sondern auch an die Absender. Nach erbosten Anrufen der Verfasser fand die Mail dann doch ihren Weg über den Verteiler.
Kernwert des Verbands ist die Mitbestimmung, das sieht zumindest Norman Noél so: "Anja Gadow hat gegen den Geist und die Satzung des Verbandes verstoßen." Er fordert Konsequenzen. "Wir beantragen am Wochenende bei der Mitgliederversammlung ihre Abwahl." Sein Kollege Albrecht Vorster aus Freiburg hat dagegen mehr Verständnis: "Der Vorstand war einfach überfordert." Trotzdem hat ihn seine Studentenvertretung beauftragt, Anja Gadow abzuwählen.
Beide fahren zur Mitgliederversammlung nach Bielefeld. Dort geht es neben Vorstandskritik auch um Sparvorschläge. Norman Noél meint: "Weniger Aufwandsentschädigung, weniger unnütze Ausgaben." Albrecht Vorster findet: "Wir brauchen andere Finanzquellen." Ob er Gewerkschaften oder vielleicht Stiftungen damit meint, will er nicht sagen.
Daniel George fordert gleich einen Neubeginn: "Auflösen und neu gründen", schlägt er vor. Noél hat da Bedenken: "Es würde zu lang dauern, bis sich ein neuer Dachverband gründet." Und Albrecht fragt: "Wer sollte in der Zwischenzeit die Studenten auf Bundesebene vertreten?"
- Datum 27.02.2009 - 15:56 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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