Großbritannien Zu viel Gefühl

Jade Goody heiratet und stirbt vor laufenden Kameras. Auch die Politik kann sich der Emotionalisierung der Gesellschaft nicht entziehen

Jade Goody und Jack Tweed vor ihrem Haus in Waltham Abbey

Jade Goody und Jack Tweed vor ihrem Haus in Waltham Abbey

Kein Tag vergeht, an dem Jade Goodys Bild nicht auf den Titelseiten der britischen Massenpresse zu finden ist: Ihr Kopf kahl, nach der Chemotherapie, die sie nicht mehr retten kann, das Gesicht gezeichnet vom nahenden Tod. Die 27jährige weiß, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat. Sie wird sterben, wie sie die vergangenen sieben Jahre gelebt hat - im grellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, die selbst intimste Momente hautnah miterleben darf: ihre Verzweiflung, die Angst vor dem Tod, die hemmungslosen Tränen, die Küsse ihres Ehemannes. Ganz konsequent wird Goody den letzten Atemzug auf "Living TV" tun, einem Bezahl-TV-Kanal, der sich einiges vom teuren Exklusivvertrag mit ihr erhofft.

Jade Goody bleibt sich selbst treu. "Big Brother" hat sie alles zu verdanken. Dank dieser TV-Sendung entkam sie 2002 der Anonymität der Masse; sie war noch schamloser und exhibitionistischer als die Konkurrenten, ihre Sprache gespickt mit Flüchen, vulgär, umwerfend ignorant, wurde sie  zunächst als "pig" ,  als Schwein verhöhnt. Doch schaffte sie es zur Gallionsfigur der "Chavs" zu werden, der derb-hedonistischen Unterschicht Großbritanniens, deren Verhalten und Werte bis weit in die breiten Mittelschichten hineingedrungen sind. Jade Goody stieg zur  Celebrity auf, berühmt dafür, berühmt - besser vielleicht berüchtigt - zu sein. Sie wurde zur ordinären Schwester von Paris Hilton. Das Publikum, teils angewidert, teils fasziniert, das zuerst mit dem Daumen nach unten gezeigt hatte, gewährte ihr, beeindruckt von Ambition und Chuzpe, wonach sie strebte: Sie erhielt eine eigene TV Show, brachte ein Parfüm auf den Markt und zeichnete lukrative Werbekontrakte.

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Nun registrieren Kameras jeden Schritt, jede Geste: Ihre Angst vor dem Ende, die flehenden Bitten um eine "Todespille", die Sauerstoffmaske auf dem gemarterten Gesicht, die Sorge um ihre beiden Söhne, die Heirat mit Jack Tweedy, der Hausarrest hat, weil er einen Jugendlichen mit einem Golfschläger brutal zusammen geschlagen hatte. Der Justizminister beugte sich öffentlichem Druck und gewährte seine Freistellung für Heirat und Hochzeitsnacht. Diese Woche wurde Tweedy einer weiteren, ähnlichen Tat schuldig befunden. Schon ertönt der Ruf, die Strafe aus Rücksicht auf die sterbende Goody auszusetzen.  

Goody ist ein  Geschöpf der Massenmediendemokratie, die sich in allen westlichen Ländern herausgebildet hat. Die Massenmedien fungieren als Sprachrohr und Verstärker der Gefühle der Massen. Eines der Merkmale der Massenmediendemokratie ist die Emotionalisierung. Auch gilt Ignoranz nicht länger als Makel, dagegen wird Wissen und Lernen zunehmend verachtet.

Typisch dafür, dass eine Studentin, die in der Quizsendung Mastermind durch hohe Intelligenz, Wissen und bescheidene Zurückhaltung auffiel, danach per E-Mail mit einer Flut wüster Beschimpfungen eingedeckt wurde. Ungerechtfertigtes Selbstbewusstsein und maßlose Anspruchshaltung, die in weinerliches Selbstmitleid umschlagen kann, wird dagegen zelebriert.

Und die Politiker? Sie spielen notgedrungen mit. Und geben der Sentimentalisierung nach, die der wachsende Einfluss der Massen mit sich bringt. Ein Ereignis letzte Woche war dafür symptomatisch.

Leser-Kommentare
  1. Die Emotionalisierung ist eine direkte Folge des Privatfernsehens, das mittlerweile sowohl die öffentlich-rechtlichen Sender als auch die Printpresse kontaminiert hat: wie werden denn bei *uns* Politik und Gesetze gemacht? Doch nur noch als Reflex auf Presseschaum, was vor allen Dingen das Strafrecht übel geprägt hat. Wer wußte etwas über Stalking, bevor die Promiklagen aufgebauscht wurden? Heute ist der Paragraf eine beliebte Waffe in Nachbarschaftstreitigkeiten. Schaeffler und Opel schreien laute rals andere? Dann gibt's auch Geld. Daß man blöde und berühmt sein kann, (wenn's nicht schon zwingend so ist), belegen zahlreiche Prominente., nicht nur die, die sich im Dschungelcamp entsorgen. Die Bestsellerlisten stürmen Fernsehfuzzis, die nebenbei eben mal ein Buch schreiben, und die Feuilletons befaasen sich immer häufiger statt mit "elitärer" Literatur mit Büchern, die man eigentlich nicht mal ignorieren sollte. Ein Roland Kusch setzt sich mit Sterbehilfe in Szene und kriegt mehr Presse als ernsthaft arbeitende Palliativ-Mediziner.
    Kurz und gut: bei uns sieht es nicht besser aus, auch wenn wir keine Prinzessin Diana haben. Aber Kulturkritik ist ja auch nur elitär.

  2. Seit Beginn des privaten Fernsehens produziere ich als Kameramann Beiträge für Magazine. Vor allem bei "Explosiv" hat ein Beitrag nur dann eine Chance von der internen Analyse Konferenz als "gelungen" eingestuft zu werden, wenn er emotional gemacht worden ist. Keine Emotionen gleich schlechter Beitrag.
    Ich behaupte, dass die Emotionalisierung der Gesellschaft von solchen Magazinen systematisch trainiert worden ist. Die Beiträge werden durch Unwahrheiten
    und durch ethisch fragwürdigen Sensationsjournalismus zurecht gebogen.
    Eigentlich müsste hier der Jugendschutz tätig werden.
    Paul Hindemith

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    Danke für diesen Insider-Beitrag, der meine bloße Analyse faktisch stützt - aber was Sie beschreiben, existiert mittlerweile auch in Qualitätsmedien. Ich habe einmal, vor ein paar Jahren, blindlings ›Arte‹ vertraut: und fand mein stundenlanges Interview, auf einige Minuten eingedampft und zu(un)rechtgeschnitten, in einem völlig anderen Kontext als dem des Interviews wieder. In einem reißerischen. Das war mir eine Lehre.
    Dennoch dürften in Ministerien die morgendlichen Presseauswertungen das Wichtigste des Tages sein: War ich präsent? Wie war ich? Welche Gegenmaßnahmen zur Imageverbesserung können wir treffen? Und dann kommt die unüberzeugende und handwerklich miserable Gesetzgebungs- und Verordnungsmaschinerie in Gang, die den Unterworfenen das Leben schwer macht, den Bürger in die Verzweiflung treibt und die viele Millionen (wegen des Bürokratieaufwandes) kostet. Der typische politische Reflex auf Sensationsjournalismus: Ausweitung der Verbotskultur. Hypertrophierung der Überwachung. Dämonisierung angeblicher Gefährder. Sieg der Dummheit. Denkverbote wg. political correctness. Da wächst zusammen, was zusammengehört, nämlich Privatfernseh-Sensationsgier mit Politiker-PR, und wenn es das Bundesverfassungsgericht nicht gäbe, könnte man verzweifeln. Kompetenz und Intelligenz gefährden allüberall Karrieren. Leider. Robustheit und Chuzpe siegen. Wetten, daß?

    Danke für diesen Insider-Beitrag, der meine bloße Analyse faktisch stützt - aber was Sie beschreiben, existiert mittlerweile auch in Qualitätsmedien. Ich habe einmal, vor ein paar Jahren, blindlings ›Arte‹ vertraut: und fand mein stundenlanges Interview, auf einige Minuten eingedampft und zu(un)rechtgeschnitten, in einem völlig anderen Kontext als dem des Interviews wieder. In einem reißerischen. Das war mir eine Lehre.
    Dennoch dürften in Ministerien die morgendlichen Presseauswertungen das Wichtigste des Tages sein: War ich präsent? Wie war ich? Welche Gegenmaßnahmen zur Imageverbesserung können wir treffen? Und dann kommt die unüberzeugende und handwerklich miserable Gesetzgebungs- und Verordnungsmaschinerie in Gang, die den Unterworfenen das Leben schwer macht, den Bürger in die Verzweiflung treibt und die viele Millionen (wegen des Bürokratieaufwandes) kostet. Der typische politische Reflex auf Sensationsjournalismus: Ausweitung der Verbotskultur. Hypertrophierung der Überwachung. Dämonisierung angeblicher Gefährder. Sieg der Dummheit. Denkverbote wg. political correctness. Da wächst zusammen, was zusammengehört, nämlich Privatfernseh-Sensationsgier mit Politiker-PR, und wenn es das Bundesverfassungsgericht nicht gäbe, könnte man verzweifeln. Kompetenz und Intelligenz gefährden allüberall Karrieren. Leider. Robustheit und Chuzpe siegen. Wetten, daß?

  3. ... scheint mir weder hier noch in England an Emotionalisierung krank zu sein.

    • keox
    • 04.03.2009 um 20:22 Uhr

    "Die Massenmedien fungieren als Sprachrohr und Verstärker der Gefühle der Massen."

    Was für eine maßlose Unverschämtheit. Hier werden leichter Hand Manipulation und Propaganda unterschlagen. Allein die Werbung, von denen nahezu alle Medien leben, ist die ideologische Mehrzweckwaffe an sich.

    Auch dieser Artikel reiht sich selbstverständlich - also seinem Selbstverständnis entsprechend - nahtlos ein.

    So ist in diesem kleinen Absatz zweimal von einer Massenmediendemokratie die Rede, besser: das Geschwätz.

    Was soll das sein?

    Die Presse als Regierungssprecher?

    Die Presse als demokratisch organisierte Plattform politischer Meinungen und Konzepte?

    Gar die Presse als Vorreiter demokratischer Regeln?

    Oder die Presse als Laufzettel der HerrenDamen für´s Personal?

    Erbärmlich.

    Und jetzt auch noch das:

    "Und die Politiker? Sie spielen notgedrungen mit. Und geben der Sentimentalisierung nach, die der wachsende Einfluss der Massen mit sich bringt."

    Das ist Zynismus in höchster Vollendung.

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    Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Volle Punktzahl.

    Die Massenmedien sollen ihren Schwerpunkt weniger auf Massen, denn auf Medien haben. Hanss-Joachim Friedrichs hat es auf den Punkt gebracht:
    "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache".

    Es ist nur ein kleiner Schritt von der unabhängigen sachlichen Berichterstattung über die sechs W-Fragen hin zur manipulativen Propaganda. Mit Sendungen wie Big Brother und den Nachfolge- und Analogsendungen von Peter Zwegats 'Schuldenfallenaktentaschenkopfschütteldaswirdaberschwer' zu den unsäglichen Gerichtssendungen (Das Fertiggericht tagt!) oder der Berichterstattung aus den Flammenhöllen, Völkermordländern und den Slums dieser Welt, geht die sachliche Berichterstattung ganz subtil über in den Bereich der emotionalisierten Berichterstattung. Das "Was-Wer-Wo-Wie-Wann-Warum" mutiert zum Life-Act, der Inszenierung, Zelebrierung von Personen, Katastrophen und Banalitäten.

    Der schlichten Tatsache, dass die Farbe der Unterwäsche von D- und E-Promis in Urwaldsituationen mehr Menschen umtreibt und beschäftigt als der Einfluss von Bankstern, Heuschrecken und Hütchenspielern wie Bernard Madoff auf den Ölpreis und unser Leben, kann sich ein Medium, dass sich über Einschaltquoten oder Werbeblöcke definiert, eben nicht entziehen. Nur mit dem Zirkus für die Massen lässt sich das Brot für die Investoren verdienen.

    Gefühl entsteht aus einer Wahrnehmung. Wahrnehmung heißt, etwas "für wahr nehmen" - es gibt ja keine Falschnehmung. So läuft also die Berichterstattung nicht mehr über den überprüfbaren Wahrheitsgehalt, sondern über die Wahrnehmung. Das ist ein gravierender Unterschied!

    Wem das nicht gefällt, der kann sich ja verweigern. Diese Freiheit bleibt uns allen. Ob es die Situation verbessert, wage ich zu bezweifeln. Aber die Verantwortung für mich selbst kann und muss ich auch selbst übernehmen.

    Wenn Jade Goody vor der Kamera sterben will, ist das Ihre Entscheidung. Wenn ich das nicht sehen will, ist das meine Entscheidung. Da gibt es nicht mal einen Konflikt, geschweige denn eine Basis.

    Love it,
    change it,
    or leave it -
    but don't complain.

    Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Volle Punktzahl.

    Die Massenmedien sollen ihren Schwerpunkt weniger auf Massen, denn auf Medien haben. Hanss-Joachim Friedrichs hat es auf den Punkt gebracht:
    "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache".

    Es ist nur ein kleiner Schritt von der unabhängigen sachlichen Berichterstattung über die sechs W-Fragen hin zur manipulativen Propaganda. Mit Sendungen wie Big Brother und den Nachfolge- und Analogsendungen von Peter Zwegats 'Schuldenfallenaktentaschenkopfschütteldaswirdaberschwer' zu den unsäglichen Gerichtssendungen (Das Fertiggericht tagt!) oder der Berichterstattung aus den Flammenhöllen, Völkermordländern und den Slums dieser Welt, geht die sachliche Berichterstattung ganz subtil über in den Bereich der emotionalisierten Berichterstattung. Das "Was-Wer-Wo-Wie-Wann-Warum" mutiert zum Life-Act, der Inszenierung, Zelebrierung von Personen, Katastrophen und Banalitäten.

    Der schlichten Tatsache, dass die Farbe der Unterwäsche von D- und E-Promis in Urwaldsituationen mehr Menschen umtreibt und beschäftigt als der Einfluss von Bankstern, Heuschrecken und Hütchenspielern wie Bernard Madoff auf den Ölpreis und unser Leben, kann sich ein Medium, dass sich über Einschaltquoten oder Werbeblöcke definiert, eben nicht entziehen. Nur mit dem Zirkus für die Massen lässt sich das Brot für die Investoren verdienen.

    Gefühl entsteht aus einer Wahrnehmung. Wahrnehmung heißt, etwas "für wahr nehmen" - es gibt ja keine Falschnehmung. So läuft also die Berichterstattung nicht mehr über den überprüfbaren Wahrheitsgehalt, sondern über die Wahrnehmung. Das ist ein gravierender Unterschied!

    Wem das nicht gefällt, der kann sich ja verweigern. Diese Freiheit bleibt uns allen. Ob es die Situation verbessert, wage ich zu bezweifeln. Aber die Verantwortung für mich selbst kann und muss ich auch selbst übernehmen.

    Wenn Jade Goody vor der Kamera sterben will, ist das Ihre Entscheidung. Wenn ich das nicht sehen will, ist das meine Entscheidung. Da gibt es nicht mal einen Konflikt, geschweige denn eine Basis.

    Love it,
    change it,
    or leave it -
    but don't complain.

  4. Danke für diesen Insider-Beitrag, der meine bloße Analyse faktisch stützt - aber was Sie beschreiben, existiert mittlerweile auch in Qualitätsmedien. Ich habe einmal, vor ein paar Jahren, blindlings ›Arte‹ vertraut: und fand mein stundenlanges Interview, auf einige Minuten eingedampft und zu(un)rechtgeschnitten, in einem völlig anderen Kontext als dem des Interviews wieder. In einem reißerischen. Das war mir eine Lehre.
    Dennoch dürften in Ministerien die morgendlichen Presseauswertungen das Wichtigste des Tages sein: War ich präsent? Wie war ich? Welche Gegenmaßnahmen zur Imageverbesserung können wir treffen? Und dann kommt die unüberzeugende und handwerklich miserable Gesetzgebungs- und Verordnungsmaschinerie in Gang, die den Unterworfenen das Leben schwer macht, den Bürger in die Verzweiflung treibt und die viele Millionen (wegen des Bürokratieaufwandes) kostet. Der typische politische Reflex auf Sensationsjournalismus: Ausweitung der Verbotskultur. Hypertrophierung der Überwachung. Dämonisierung angeblicher Gefährder. Sieg der Dummheit. Denkverbote wg. political correctness. Da wächst zusammen, was zusammengehört, nämlich Privatfernseh-Sensationsgier mit Politiker-PR, und wenn es das Bundesverfassungsgericht nicht gäbe, könnte man verzweifeln. Kompetenz und Intelligenz gefährden allüberall Karrieren. Leider. Robustheit und Chuzpe siegen. Wetten, daß?

  5. Heute leben wir in einer "fast -linving" Gesellschaft, die keinen Platz mehr für 'private' Emotionen hat. Jedoch freuen, ärgern oder leiden wir mit unseren TV/ Print Reportagen jeden Tag. Natürlich ist es manchmal gut einen anderen Menschen leiden oder auch ihn freuen zu sehen, jedoch verlieren wir dadurch unsere eigene Bereitschaft Emotionen zu zeigen. Wir spielen uns Emotionen vor, die von fremden Menschen für uns hergestellt/produziert werden. Ich selber muss zugeben ich schau auch solche Reportagen/ Berichte / Erziehungshows und frage mich dabei immer, wie kann es sein sich da so darzustellen? Muss es so sein? Ja, es muss sein! So lange der Mensch, der sich zu Schau stellt es begreift was er macht ist alles bestens, jedoch bezweifel ich das bei den Meisten doch sehr. Hier gibt es auch ganz klar die Kosten-Nuten Analyse zu betrachen. Im Fall von Jade Goody sind es wohl ihre Kinder, die ein bischen Geld wohl erben werden. Leider gehen schöne familäre Stunden mit ihrer Mutter in den Medien unter, die Kinder wahscheinlich besser gebrauchen könnten.

    • miri73
    • 04.03.2009 um 21:27 Uhr

    Die Kritik an der Emotionalisierung kann ich nicht teilen. Goody hat ihre Krankheit öffentlich gemacht und damit Geld für die Zukunft ihre Kinder erhalten. Nun gut. Die tödliche Krankheit dieser jungen Frau hätte in jedem Fall im Medieninteresse gestanden, dazu war Goodys Leben zu öffentlich. Warum soll sie dann nicht auch einen Vorteil für ihre Kinder herausziehen? Sie hat durch ihre öffentlich gemachte Krankheit noch etwas anderes bewirkt: einen signifikanter Anstieg an jungen Frauen, die sich einem Krebsabstrich unterzogen haben. Ist das zu kritisieren?
    Auch im Fall von Ivan Cameron sehe ich das gesellschaftliche Mitgefühl als etwas positives. Gordon Brown hat nicht aus Angst vor kritischen Fragen die Fragestunde ausgesetzt und nicht aus öffentlichkeitswirksamem Populismus. Sondern aus Respekt davor, dass persönliche Tragödien uns in einer Weise berühren dürfen, die andere Dinge in den Hintergrund treten lassen. Der Tod von Ivan Cameron war nicht nur ein Schock für seine Familie. Brown wird sicher der Tod seines eigenen Kindes schmerzlich in Erinnerung gekommen sein. David Cameron hat durch sein offenes Erzählen über die Freuden, die die Familie an ihrem Sohn haben gezeigt, dass Kinder mit Behinderungen keineswegs nur Last sind, sondern Quelle von tiefer Liebe und Glück. Was ist dagegen EINE Fragestunde im Parlament?

    • Anonym
    • 05.03.2009 um 18:06 Uhr

    Es war kein Akt der Eitelkeit.
    Es ist gut, wenn auch mal an das Gute in einem Menschen geglaubt wird.

    Herzlichst
    Auf ein Wort

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