Kriegsverbrechen Jugoslawien-Tribunal spricht Hauptangeklagten frei

Der frühere serbische Präsident Milutinovic hat den Prozess um serbische Kriegsverbrechen als freier Mann verlassen. Mitangeklagte müssen bis zu 22 Jahre ins Gefängnis

Geht als freier Mann: Milan Milutinovic

Geht als freier Mann: Milan Milutinovic

Der internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sah die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen serbischen Präsidenten Milan Milutinovic als nicht hinreichend erwiesen an, wie Richter Lord Iain Bonomy sagte.

Fünf andere Angeklagte erhielten zwischen 15 und 22 Jahren Gefängnis. Zu jeweils 22 Jahren verurteilte das UN-Jugoslawien-Tribunal den früheren serbischen Geheimdienstchef Sreten Lukic und den ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten Jugoslawiens, Niko Sainovic. Sie wurden für ihre jeweilige Rolle bei der von serbischen und jugoslawischen Truppen systematisch betriebenen Terrorkampagne gegen Kosovo-Albaner bestraft.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft hatte allen sechs Angeklagten persönliche Verantwortung dafür vorgeworfen, im Kosovo Terror verbreitet zu haben und Haftstrafen zwischen 20 Jahren und lebenslänglich gefordert. Die Angeklagten hätten das Ziel gehabt, große Teile der albanisch-stämmigen Bevölkerungsmehrheit aus der serbischen Provinz zu verjagen.

Im gesamten Kosovo hätten die von ihnen maßgeblich kontrollierten jugoslawisch-serbischen Truppen "systematisch Städte und Dörfer beschossen, Häuser und Bauernhöfe niedergebrannt, kulturelle und religiöse Einrichtungen zerstört, kosovo-albanische Zivilisten ermordet und Frauen vergewaltigt".

Während der 1998 begonnenen Terrorkampagne wurden nach UN-Schätzungen etwa 800.000 Menschen vertrieben und Tausende getötet. Erst nach drei Monate andauernden Luftangriffen durch die Nato im sogenannten Kosovokrieg von März bis Juni 1999 zogen sich die jugoslawisch-serbischen Truppen aus der Provinz zurück.

Das eigens zur Verfolgung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien geschaffene UN-Sondergericht befand jedoch, dass es der Staatsanwaltschaft nicht gelungen sei, die persönliche Schuld von Milutinovic ausreichend nachzuweisen und sprach ihn deshalb frei. Der einstige Gefolgsmann des ebenfalls vor dem Tribunal angeklagten Ex-Präsidenten Slobodan Milošević habe zudem offenbar "keine direkte Kontrolle" über Truppen gehabt, die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübten. "Tatsächlich war es aber Milosevic selbst, der oft sogar "Oberster Kommandeur" genannt wurde, der die eigentliche Kontrolle (über die serbischen Truppen) während der Nato-Angriffe ausübte", sagte Bonomy. Milutinovic war von 1998 bis 2002 Serbiens Präsident, Milošević davor.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren, das im Juli 2006 begann, mehr als 110 Zeugen aufgeboten. Insgesamt klagte die Staatsanwaltschaft bislang 161 Menschen – zumeist Serben – wegen des Verdachts auf Verbrechen während der Kriege im früheren Jugoslawien an. 116 Fälle schlossen die Richter ab. Bekanntester Angeklagter war der frühere serbischen Präsidenten Milošević, der jedoch vor Prozessende starb.

Der prominenteste Angeklagte ist derzeit der ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic. Mit der Eröffnung des Prozesses gegen ihn wird in der zweiten Hälfte des Jahres gerechnet. Karadzics damaliger Militärchef Ratko Mladic ist hingegen immer noch flüchtig.

 
Leser-Kommentare
  1. Nach dem Freispruch von dem Freedom-Fighter-Terroristen der UCK Ramush Haradinaj und dem dubiosen Kommandanten der bosnischen Regierungstruppen in Srebrenica, Naser Orić, der zuvor mal Leibwächter von Milosevic war, wundert der Freispruch von Milutionvic nun wirklich nicht.

    Milutinović, hatte sich 2003 freiwillig dem ITCY gestellt nachdem die NATO einen Krieg gegen Serbien mit einem todsicheren Sieg einheimsen konnte. Da er bis 2002 Präsident war, war er auch verantwortlich für Verhandlungen über die Stationierung ausländischer Truppen im Kosovo und einem Vertrag mit den USA die für ihre Truppen das notorische Camp Bondsteel durch KBR noch zu Clintons Amtszeit errichteten. Dort wurden bekanntlich von der CIA entführte Personen aus dem Nahen- und Mittleren Osten illegal gefangen gehalten und verhört und andere dunkle Machenschaften betrieben.

    Milutionvic wehrte sich auch nicht gegen die Bestrebungen des damaligen Hohen Represententen von Kofi Anan, Bernhard Koucher, dem jetzigen französischen Aussenminister, das französische Mobilfunknetz im Kosovo zu installieren, weswegen im Kosovo die gleiche Ländervorwahl (00377) wie die französische Steueroase Monaco hat. Siemens hatte ein Angebot eingereicht das 50 % geringer war, aber Kouchner setzte seinen Willen durch. Es zeugt sich also das sich Gefügigkeit auch beim Internationalen Gerichtshof und nicht nur wie bei Artisari im Nobel-Preis-Komitee auszeichnet.

  2. Es mag ja richtig sein dass haradinaj und co. kriminelle drogendealer aller hoechster ebene sind. es mag auch richtig sein das talibankaempfer von der cia eingelflogen sind um menschen dort umzubringen...es mag auch sein das der plutonium munition der amis fuer hohe krebsraten in serbein schuld ist! es mag auch sein das der kosovo durch die drogen mafia kontrolliert wird ...es mag auch sein das milosevic kein serb. nationalist sondern nur ein ich-geh-nicht-von-meiner-gutbezahlten-position-weg politiker war..allerdings rechtfertigt dies nicht die authoritaere militaer und polizeipolitik der ehem. yugoslavischen regierung bzw. deren nachfolgeregime das versucht hatte die unabhaengigkeit einiger voelker zu unterbinden! es ist doch auch wahr das dieses militaer und polizeiregime ueberwiegend durch serbische beamte kontrolliert wurde!
    es stimmt wenn man sagt das den haag korrupt ist, das stimmt so wohl...siehe sudan etc. allerdings aendert dies weniger an der tatsache das auch serbische militaers wie bloed nicht serben gejagt haben! dies ist ein fakt....genauso wie der fakt das kroatische wie bosnisch-/muslimische bekloppt militaers durch die gegend gelaufen sind um nicht kroaten bzw. nicht muslime/bosnier umzubringen.
    ich finde es auch komisch das albaner einen eigenen staat innerhalb serbiens kriegen! obwohl albanien nicht weit weg ist, aber daran kann ich auch nichts aendern. die menschen hier und in washington werden schon eines tages feststellen mit was fuer leuten sie da was fuer geschaefte machen!

  3. life goes on....don´t do drugs, don´t support muslim agenda...so einfach geht das.....lass dein auto stehen falls du zu fuss zur arbeit kommst! so einfach geht das!

  4. oder besser noch schliesse dich dem pfad teslas an!

  5. die welt ist fuer baraben! nun, wir koennen versuchen dies zu aendern? koennen wir das??

  6. super super viele akten fuer nichts. am ende sterben die alle an einsamkeit in ihren zellen...und die ganze arbeit war fuer die katz. richter oder anwalt muss man sein. geld fuer nichts!

    • Anonym
    • 26.02.2009 um 21:32 Uhr

    und er hat nie einer etwas zuleide getan. Darum fliegenfrei.

    • khasar
    • 26.02.2009 um 23:24 Uhr
    8. etwas

    anderes habe ich nicht erwartet.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service