Genmanipulierter Mais Unkalkulierbares Risiko
Wir brauchen keinen genveränderten Mais, sagt Alexander S. Kekulé. Ein Kommentar des Professors für Medizinische Mikrobiologie aus Halle
Naturwissenschaftler genießen den Ruf, besonders objektiv und sachlich zu sein. Wenn sie sich nicht einigen können, entscheidet das Experiment – theoretisch dürfte es also keinen unlösbaren Dissens unter Forschern geben. Da erstaunt es, dass die Wissenschaft seit nunmehr elf Jahren erbittert um eine scheinbar triviale Frage streitet, ohne dass auch nur im Entferntesten eine Antwort in Sicht ist.
Stein des Anstoßes ist die genveränderte Maissorte MON810 des US-Herstellers Monsanto. Bereits 1998 genehmigte die EU den Anbau von MON810 und die Verwendung als Futtermittel. Auch aus MON810 hergestellte Lebensmittel und Lebensmittelzutaten dürfen uneingeschränkt in Verkehr gebracht werden.
Weltweit werden auf rund 125 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, das entspricht der dreieinhalbfachen Fläche der Bundesrepublik. Ob süße Snacks, Suppen oder Fertigbackwaren – gentechnisch veränderte Lebensmittel sind, insbesondere bei Importprodukten, schon lange ein fester Bestandteil des deutschen Speiseplans. Auch Fleisch und andere tierische Produkte stammen häufig aus der Mast mit genverändertem Mais oder Soja.
Doch so richtig appetitlich finden die Deutschen, wie auch die Mehrheit der EU-Bürger, das nicht. Nach dem öffentlichen Aufschrei um die Zulassung von MON810 setzte die EU noch im Jahr 1998 durch ein de-facto Moratorium die weitere Genehmigung gentechnisch veränderter Pflanzen aus. So blieb der Genmais von Monsanto bis heute das einzige gentechnisch veränderte Saatgut, das in der EU kommerziell angebaut wird.
Auf nationaler Ebene gibt es weiterhin mehr oder minder offenen Widerstand. Deutschland zögerte den Anbau durch umfangreiche Prüfungen nach dem Saatgutverkehrsgesetz bis 2006 hinaus. Frankreich, das neben Spanien als einziges EU-Land nennenswerte Mengen Genmais anbaute, sprach Ende 2007 ein Verbot aus, unter Berufung auf eine Gesundheitsschutz-Klausel im EU-Recht. Griechenland und Polen weigern sich einfach, die EU-Genehmigung für MON810 umzusetzen. Österreich und Ungarn haben kurzerhand den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen generell verboten.
Die EU-Kommission tobt angesichts dieser offenen Rechtsverstöße. Eine Weisung der Kommission an Österreich und Ungarn zur Zulassung von MON810 wurde jedoch am Montag vom Rat der Umweltminister verhindert. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) Unterstützte die Genmais-Blockade, gegen den ausdrücklichen Wunsch des CDU-geführten Bundesforschungsministeriums. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wiederum äußert sich neuerdings kritisch gegenüber der grünen Gentechnik.
Erstaunlicher Weise berufen sich beide Seiten auf Gutachten hochkarätiger Wissenschaftsgremien.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat MON810 wiederholt für unbedenklich erklärt, ebenso wie die zuständigen Stellen in den USA. Dagegen legte die französische Regierung im Januar 2008 ein umfangreiches Gutachten vor, wonach eine Umweltgefährdung durch den Anbau von MON810 nicht ausgeschlossen werden könne.
Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass die Risikoabschätzung bei der EU-Zulassung 1998 zu optimistisch war. So zeigen neuere Studien, dass eine unkontrollierte Weiterverbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen praktisch nicht zu verhindern ist. Dies geschieht durch Verunreinigung von Saatgut, durch Saatgutreste auf landwirtschaftlichem Gerät und durch Pollenflug auf benachbarte Felder. Die Maissorte MON810 wurde gentechnisch so verändert, dass sie ein Gift gegen den Maiszünsler produziert, dessen Larven sich in die Stängel der Maispflanze fressen. Er hat sich in Deutschland ausgebreitet, weil beim maschinellen Maisanbau im großen Stil die Stoppel, in denen sich die Larven verpuppen, nicht mehr untergepflügt werden. Das Gift wirkt aber, in geringerem Ausmaß, auch auf andere Insektenarten und auf Würmer. Eine unkontrollierte Ausbreitung könnte deshalb langfristige Auswirkungen auf das Ökosystem haben.
Angesichts dieses nicht kalkulierbaren Risikos muss gefragt werden, welchen Nutzen MON810 eigentlich bringt. Der Maiszünsler kann auch mit konventionellen landwirtschaftlichen Methoden (Einpflügen der Stoppel, Schlupfwespen) kontrolliert werden. Die Politik muss deshalb für eine Entscheidung gar nicht warten, bis die Wissenschaftler aufhören zu streiten.
- Datum 14.04.2009 - 17:40 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, 5.3.2009 - 16:56 Uhr
- Kommentare 43
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







mögen bei der ursprünglichen Zulassung "zu optimistisch" gewesen sein - es ist jedoch nicht einzusehen, warum man das Risiko eines bestimmten Giftstoffes nicht realistisch einschätzbar sein soll. Schließlich geschieht genau dasselbe bei der Zulassung "konventioneller" Pflanzenschutzmittel. Worin soll der Unterschied begründet liegen, wenn die Pflanze selbst diesen Giftstoff produziert?
Hier scheint dann doch eher die ursprüngliche Datenlage unvollständig gewesen zu sein. Das sollte einer Neueinschätzung aber nicht im Wege stehen.
Der Unterschied zwischen von der Pflanze aufgrund von Genmanipulation produziertem Gift und als Spritzmittel aufgesprühtem Gift liegt in der Auswirkung: Im "konventionellen" Fall ist die Giftwirkung letzteren zeitlich und örtlich eingeschränkt, im gentechnisch manipulierten Fall nicht: Wie im Artikel erwähnt, lässt sich eine unkontrollierte Weiterverbreitung einmal ausgebrachten Genmaterials nicht verhindern - also hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel verhindert, ungewollt Gift auf seinem Acker.
Der Unterschied zwischen von der Pflanze aufgrund von Genmanipulation produziertem Gift und als Spritzmittel aufgesprühtem Gift liegt in der Auswirkung: Im "konventionellen" Fall ist die Giftwirkung letzteren zeitlich und örtlich eingeschränkt, im gentechnisch manipulierten Fall nicht: Wie im Artikel erwähnt, lässt sich eine unkontrollierte Weiterverbreitung einmal ausgebrachten Genmaterials nicht verhindern - also hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel verhindert, ungewollt Gift auf seinem Acker.
Ich finde die Entscheidungsfindung durch die EU doch ziemlich interessant. Die weitaus größere Mehrheit der Bevölkerung ist gegen den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen, sei es als Tierfutter oder als Nahrungsmittel. Das wird in vielen Staaten der EU auch durch verschiedene Maßnahmen berücksichtigt, wie der Autor auch sehr ausführlich beschreibt.
Dem gegenüber stehen Entscheidungen des liberalisierten Handels. Der Liberalismus im Handel ist ein so hohes Gut, dass es nicht notwendig ist, erst breite Bevölkerungsschichten von Zweckmäßigkeit und natürlich Unbedenklichkeit der genveränderten Pflanzensorten zu überzeugen. Wir opfern also demokratische Grundprinzipien, politische Willenbildung und politische Entscheidungsfindungskompetenz dem Gut des freien Welthandels.
Bevölkerung von Technik zu überzeugen ist einfach zu schwierig, teuer, keine sichere Sache. Es kann ja sein, dass wir in 'Old Europe' alle technikfeindlich sind, der Glaube an die Zukunft durch technische Errungenschaften gering ausgeprägt ist (und das obwohl wir vielfältig diese Errungenschaften selbstverständlich nutzen). Trotzdem ist das Übergehen, das Durchsetzen von Richtlinien an den politischen Entscheidungsgremien vorbei, wie es die EU leider auch weiterhin produziert, ein Unding, dem Einhalt geboten gehört.
Das Problem ist nicht ungedingt der genmanipulierte Mais sondern das Unvermögen unserer Regierungen und Minister, und natürlich auch der Parlamente für die von Ihnen getroffenen Entscheidungen gerade zu stehen. Schieben wir es auf die EU, auf den Welthandel, auf Monsanto oder auf die USA. Meine Weste ist rein.
http://kommentare.zeit.de...
Warum sollte sich der Pöbel ... das peuple ... das Volk mit Gen-Manipulation beschäftigen? ("Ich mag sowieso keinen Mais!") Warum sollte sich Montesano mit den Ängsten der Bevölkerung beschäftigen? Warum sollte sich die EU-Kommission damit beschäftigen? Jeder für sich und Gott für uns alle!
Keinesfalls basiert das Handeln der EU auf undemokratischen Prinzipien oder geht an politischen Gremien vorbei - vielmehr sind alle dafür erlassenen Verordnungen und Richtlinien ordnungsgemäß durch das europäische Parlament abgesegnet worden - und zuvor auch von den nationalen Parlamenten. Die Tatsache, dass das Volk nicht gefragt wurde liegt in der repräsentativen Demokratie begründet und ist eine Selbstverständlichkeit. Das Problem sind vielmehr unsere scheinheiligen Volksvertreter, die erst einer EU Verordnung zustimmen aber dann auf die Konsequenzen schimpfen oder gar die nationale Umsetzung verweigern. Das ist VOLKSVERARSCHUNG 1. Grades!!
Der Schluß liegt nahe, dass diejenigen politischen Kräfte, die nicht ohne Grund seinerzeit für die entsprechenden Verordnungen gestimmt haben, heute vor dem öffentlichen Druck eingeknickt sind (vielleicht auch nur bis nach den Wahlen). Ob dieser öffentliche Druck nun von der Mehrheit der Bevölkerung oder von einigen besonders lauten Agitatoren getragen wird, sei dahingestellt. Insofern wäre es tatsächlich wünschenswert, dass all diejenigen, die für Gentechnik gestimmt haben, jetzt bei der Vermittlung der Technologievorteile sich dem rauhen Gegenwind der Bevölkerung stellen, das heisst aber auch dem damit verbundenen Stimmenverlust!
Eine solche rationale Aufklärung täte nämlich Not.
Der vorliegende Artikel ist wenigstens seriös genug, nicht die von der Bevölkerung oft befürchteten, aber auf hohem Evidenzniveau falsifizierten Behauptungen einer Gesundheitsschädlichkeit (für Menschen) zugelassener (auch außerhalb der EU) GVO Pflanzen zu thematisieren, sondern den Aspekt, der mit der Verbreitung von GVO Pflanzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich bedeutsam wird: Die Verschiebungen des ökologischen Status quo. Wird nur mehr MON810 angebaut, dürfte der Maiszünsler seinen Weg auf die Rote Liste antreten.
Inwieweit der Wert "Erhalt des ökologischen Status quo" den der Mensch schon immer verletzt hat (auch mit anderen Methoden) jedoch im Vergleich zum Ertrag der Landwirtschaft und der technologischen Kompetenz eines Landes gewichtet, ist die eigentliche Abwägung bei der Diskussion um pro oder contra grüne Gentechnik - ggf noch ergänzt um die moraltheologisch philosophische Debatte, ob der Mensch gentechnische Veränderungen überhaupt vornehmen soll.
In Abwägung dieser Argumente kann man glaubhaft für oder gegen grüne Gentechnik sein - man sollte sich aber wenigstens treu bleiben, so wie Kirchen, Grüne oder FDP.
http://kommentare.zeit.de...
Warum sollte sich der Pöbel ... das peuple ... das Volk mit Gen-Manipulation beschäftigen? ("Ich mag sowieso keinen Mais!") Warum sollte sich Montesano mit den Ängsten der Bevölkerung beschäftigen? Warum sollte sich die EU-Kommission damit beschäftigen? Jeder für sich und Gott für uns alle!
Keinesfalls basiert das Handeln der EU auf undemokratischen Prinzipien oder geht an politischen Gremien vorbei - vielmehr sind alle dafür erlassenen Verordnungen und Richtlinien ordnungsgemäß durch das europäische Parlament abgesegnet worden - und zuvor auch von den nationalen Parlamenten. Die Tatsache, dass das Volk nicht gefragt wurde liegt in der repräsentativen Demokratie begründet und ist eine Selbstverständlichkeit. Das Problem sind vielmehr unsere scheinheiligen Volksvertreter, die erst einer EU Verordnung zustimmen aber dann auf die Konsequenzen schimpfen oder gar die nationale Umsetzung verweigern. Das ist VOLKSVERARSCHUNG 1. Grades!!
Der Schluß liegt nahe, dass diejenigen politischen Kräfte, die nicht ohne Grund seinerzeit für die entsprechenden Verordnungen gestimmt haben, heute vor dem öffentlichen Druck eingeknickt sind (vielleicht auch nur bis nach den Wahlen). Ob dieser öffentliche Druck nun von der Mehrheit der Bevölkerung oder von einigen besonders lauten Agitatoren getragen wird, sei dahingestellt. Insofern wäre es tatsächlich wünschenswert, dass all diejenigen, die für Gentechnik gestimmt haben, jetzt bei der Vermittlung der Technologievorteile sich dem rauhen Gegenwind der Bevölkerung stellen, das heisst aber auch dem damit verbundenen Stimmenverlust!
Eine solche rationale Aufklärung täte nämlich Not.
Der vorliegende Artikel ist wenigstens seriös genug, nicht die von der Bevölkerung oft befürchteten, aber auf hohem Evidenzniveau falsifizierten Behauptungen einer Gesundheitsschädlichkeit (für Menschen) zugelassener (auch außerhalb der EU) GVO Pflanzen zu thematisieren, sondern den Aspekt, der mit der Verbreitung von GVO Pflanzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich bedeutsam wird: Die Verschiebungen des ökologischen Status quo. Wird nur mehr MON810 angebaut, dürfte der Maiszünsler seinen Weg auf die Rote Liste antreten.
Inwieweit der Wert "Erhalt des ökologischen Status quo" den der Mensch schon immer verletzt hat (auch mit anderen Methoden) jedoch im Vergleich zum Ertrag der Landwirtschaft und der technologischen Kompetenz eines Landes gewichtet, ist die eigentliche Abwägung bei der Diskussion um pro oder contra grüne Gentechnik - ggf noch ergänzt um die moraltheologisch philosophische Debatte, ob der Mensch gentechnische Veränderungen überhaupt vornehmen soll.
In Abwägung dieser Argumente kann man glaubhaft für oder gegen grüne Gentechnik sein - man sollte sich aber wenigstens treu bleiben, so wie Kirchen, Grüne oder FDP.
http://kommentare.zeit.de...
Warum sollte sich der Pöbel ... das peuple ... das Volk mit Gen-Manipulation beschäftigen? ("Ich mag sowieso keinen Mais!") Warum sollte sich Montesano mit den Ängsten der Bevölkerung beschäftigen? Warum sollte sich die EU-Kommission damit beschäftigen? Jeder für sich und Gott für uns alle!
Der Unterschied zwischen von der Pflanze aufgrund von Genmanipulation produziertem Gift und als Spritzmittel aufgesprühtem Gift liegt in der Auswirkung: Im "konventionellen" Fall ist die Giftwirkung letzteren zeitlich und örtlich eingeschränkt, im gentechnisch manipulierten Fall nicht: Wie im Artikel erwähnt, lässt sich eine unkontrollierte Weiterverbreitung einmal ausgebrachten Genmaterials nicht verhindern - also hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel verhindert, ungewollt Gift auf seinem Acker.
im letzten Satz: ...hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel _verwendet_ , Gift auf dem Acker
nur: Dieses Risiko ist nicht "unkalkulierbar", wie es der Artikel behauptet. Nehmen wir einen chemischen Giftstoff, der als Pflanzenschutzmittel verwendet werden soll. Dieser wird geprüft: Auf Giftigkeit gegenüber dem Zielorganismus (soll hoch sein) sowie der übrigen Flora und Fauna (soll idealerweise Null sein), auf Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen (soll nicht so hoch sein, dass sich das Material irgendwo anreichern kann; aber gleichzeitig nicht so gering, dass eine praktische Anwendung unmöglich wird), etc. Alle diese Tests lassen sich auch mit gentechnisch verändertem Pflanzenmaterial vornehmen.
Und was die "unkontrollierte Weiterverbreitung" angeht: Mais hat sich in der europäischen Flora noch immer nicht als Neophyt etabliert, obwohl er seit Jahrzehnten hier angebaut wird. Es kann also angenommen werden, dass maximal eine Weiterverbreitung auf Kulturen von nicht-genmanipuliertem Mais gemeint ist. Spätestens hier wird aber klar, dass man den Giftstoff nicht plötzlich "im anderen Acker" findet (wohin übrigens auch konventionelle Pflanzenschutzmittel - z.B. durch Winddrift - ohne weiteres gelangen können), sondern schlimmstenfalls "im anderen Maisacker". Das mag als Ergebnis unerwünscht sein, rechtfertigt imho jedoch nicht die Verwendung des (etwas marktschreierischen) Begriffs "unkontrollierte Weiterverbreitung": Das klingt nämlich danach, als ob jeder Schrebergärtner in seiner Kleingartenparzelle plötzlich einer akuten Vergiftungsgefahr ausgesetzt wäre. Und mit derartigen Übertreibungen machen sich Gentechnikgegner nur unnötig unglaubwürdig.
im letzten Satz: ...hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel _verwendet_ , Gift auf dem Acker
nur: Dieses Risiko ist nicht "unkalkulierbar", wie es der Artikel behauptet. Nehmen wir einen chemischen Giftstoff, der als Pflanzenschutzmittel verwendet werden soll. Dieser wird geprüft: Auf Giftigkeit gegenüber dem Zielorganismus (soll hoch sein) sowie der übrigen Flora und Fauna (soll idealerweise Null sein), auf Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen (soll nicht so hoch sein, dass sich das Material irgendwo anreichern kann; aber gleichzeitig nicht so gering, dass eine praktische Anwendung unmöglich wird), etc. Alle diese Tests lassen sich auch mit gentechnisch verändertem Pflanzenmaterial vornehmen.
Und was die "unkontrollierte Weiterverbreitung" angeht: Mais hat sich in der europäischen Flora noch immer nicht als Neophyt etabliert, obwohl er seit Jahrzehnten hier angebaut wird. Es kann also angenommen werden, dass maximal eine Weiterverbreitung auf Kulturen von nicht-genmanipuliertem Mais gemeint ist. Spätestens hier wird aber klar, dass man den Giftstoff nicht plötzlich "im anderen Acker" findet (wohin übrigens auch konventionelle Pflanzenschutzmittel - z.B. durch Winddrift - ohne weiteres gelangen können), sondern schlimmstenfalls "im anderen Maisacker". Das mag als Ergebnis unerwünscht sein, rechtfertigt imho jedoch nicht die Verwendung des (etwas marktschreierischen) Begriffs "unkontrollierte Weiterverbreitung": Das klingt nämlich danach, als ob jeder Schrebergärtner in seiner Kleingartenparzelle plötzlich einer akuten Vergiftungsgefahr ausgesetzt wäre. Und mit derartigen Übertreibungen machen sich Gentechnikgegner nur unnötig unglaubwürdig.
im letzten Satz: ...hätte auch derjenige, der kein Spritzmittel _verwendet_ , Gift auf dem Acker
Keinesfalls basiert das Handeln der EU auf undemokratischen Prinzipien oder geht an politischen Gremien vorbei - vielmehr sind alle dafür erlassenen Verordnungen und Richtlinien ordnungsgemäß durch das europäische Parlament abgesegnet worden - und zuvor auch von den nationalen Parlamenten. Die Tatsache, dass das Volk nicht gefragt wurde liegt in der repräsentativen Demokratie begründet und ist eine Selbstverständlichkeit. Das Problem sind vielmehr unsere scheinheiligen Volksvertreter, die erst einer EU Verordnung zustimmen aber dann auf die Konsequenzen schimpfen oder gar die nationale Umsetzung verweigern. Das ist VOLKSVERARSCHUNG 1. Grades!!
Der Schluß liegt nahe, dass diejenigen politischen Kräfte, die nicht ohne Grund seinerzeit für die entsprechenden Verordnungen gestimmt haben, heute vor dem öffentlichen Druck eingeknickt sind (vielleicht auch nur bis nach den Wahlen). Ob dieser öffentliche Druck nun von der Mehrheit der Bevölkerung oder von einigen besonders lauten Agitatoren getragen wird, sei dahingestellt. Insofern wäre es tatsächlich wünschenswert, dass all diejenigen, die für Gentechnik gestimmt haben, jetzt bei der Vermittlung der Technologievorteile sich dem rauhen Gegenwind der Bevölkerung stellen, das heisst aber auch dem damit verbundenen Stimmenverlust!
Eine solche rationale Aufklärung täte nämlich Not.
Der vorliegende Artikel ist wenigstens seriös genug, nicht die von der Bevölkerung oft befürchteten, aber auf hohem Evidenzniveau falsifizierten Behauptungen einer Gesundheitsschädlichkeit (für Menschen) zugelassener (auch außerhalb der EU) GVO Pflanzen zu thematisieren, sondern den Aspekt, der mit der Verbreitung von GVO Pflanzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich bedeutsam wird: Die Verschiebungen des ökologischen Status quo. Wird nur mehr MON810 angebaut, dürfte der Maiszünsler seinen Weg auf die Rote Liste antreten.
Inwieweit der Wert "Erhalt des ökologischen Status quo" den der Mensch schon immer verletzt hat (auch mit anderen Methoden) jedoch im Vergleich zum Ertrag der Landwirtschaft und der technologischen Kompetenz eines Landes gewichtet, ist die eigentliche Abwägung bei der Diskussion um pro oder contra grüne Gentechnik - ggf noch ergänzt um die moraltheologisch philosophische Debatte, ob der Mensch gentechnische Veränderungen überhaupt vornehmen soll.
In Abwägung dieser Argumente kann man glaubhaft für oder gegen grüne Gentechnik sein - man sollte sich aber wenigstens treu bleiben, so wie Kirchen, Grüne oder FDP.
ist schoen gesagt hat aber keinen inhalt. da aeussern sich mittlerweile die ersten versicherungen ganz anders, die in der haftpflicht anfangen schaeden durch genmanipulierte pflanzen oder deren auswirkungen auszuschliessen. hier koennen sie einen info dazu einsehen und finden sie weiterfuehrende links. damit wird eine entwicklung in gang gesetzt , die wohl ueber die unbedenklichkeitserklaerungen von lebenmittelkontrolleuren weit hinausgehen.
Sehr geehrter Herr iDog,
ich bezweifle sehr stark, dass eine Homepage wie "Schall-und-Rauch" eine seriöse Quelle darstellt, die man nutzen sollte, um sich über die Gefahren von Biotechnologie-Produkten zu informieren.
Ich bin kein Verneiner einer eventuellen Gefahr, die von diesen Produkten ausgehen könnte, aber bitte, dann soll das auch wissenschaftlich bewiesen werden. Wenn aber generell Biotechnologie überall verboten wird, wie soll denn dann bitte jemals wissenschaftlich an dieses Thema herangegangen werden?
Sehr geehrter Herr iDog,
ich bezweifle sehr stark, dass eine Homepage wie "Schall-und-Rauch" eine seriöse Quelle darstellt, die man nutzen sollte, um sich über die Gefahren von Biotechnologie-Produkten zu informieren.
Ich bin kein Verneiner einer eventuellen Gefahr, die von diesen Produkten ausgehen könnte, aber bitte, dann soll das auch wissenschaftlich bewiesen werden. Wenn aber generell Biotechnologie überall verboten wird, wie soll denn dann bitte jemals wissenschaftlich an dieses Thema herangegangen werden?
Was ich bei ablehnenden Haltungen gegenüber neuen Technologien vermisse, ist eine objektiv-wissenschaftliche Basis. In den meisten Fällen fehlt eine plausible Argumentationsführung und es lässt eine dogmatische Auseinandersetzung besonders mit dem Thema "Biotechnologie" beobachten. Pflanzen wurden durch Menschenhand genetisch "verändert", also sind sie per se "schlecht" und schädlich.
Das Argument ist absolut nicht nachvollziehbar, denn objektiv gibt es keinen Unterschied zwischen der Natürlichen Selektion, also ob die Natur über Jahrmillionen Pflanzen mit einem "Widerstands-Gen" selektiert, diese sich hierdurch in einer größeren Anzahl vermehren und sich gegen die schwächere Konkurrenz durchsetzen und der Pflanze, die in dem Labor daraufhin untersucht und selektiert wurde. Beide Verfahren unterscheiden sich lediglich darin, dass der Mensch dass in wenigen Jahren schafft und die Natur ein Vielfaches dieser Zeit braucht.
Wir brauchen also keine dogmatische getriebene Kritik, geführt von radikalen "Ökos", sondern eine Politik, die zuerst auf langjähriger Basis Nebenwirkungen von genetisch veränderten Pflanzen untersucht und diese erst nach der Bestätigung, dass kein Schaden erwartet werden kann, an den Markt durch Biotechnologie-Unternehmen einführen lässt.
Die Politik ist nicht dafür zuständig, auf der Basis seines eigenen konservativen Weltbildes und Beschränktheit in Bezug auf Zukunftstechnologien diese zu blockieren, die neue Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen könnten, sondern gerade Wohlstand und Arbeitsplätze zu fördern, die nicht gegen Gesundheitsnormen in Bezug auf Biotechnologie, verstoßen. Ein absolutes Verbot für genetisch veränderte Pflanzen ist keine Lösung für ein bisher nur theoretisch gezeichnetes Bild der Nahrungsknappheit. Es sollte allen Beteiligten klar sein, dass dieses Szenario Realität werden könnte.
Warum sollte man also zulassen, dass erst eine Notwendigkeit uns zwingt, bereits lange vorhandene Technologien zu nutzen, wenn wir diesem Szenario bereits vor langer Zeit hätten entrinnen können?
tut mit leid : aber ich habe zur der thematik leider noch nie so viel unqualifiziertes geblubber auf einen haufen gelesen: sie scheinen nicht nur die darwinistische evolutionstheorie bzw den teil, der sich darin auf natuerlich selektion bezieht, verstanden oder gelesen zu haben, sondern in ihren diesbezueglichen vergleichen zu der zweckgebundenen willkuerlichkeit der menschlichen eingriffe ins erbgut jeglichen maßstab des gesunden menschenverstandes ausser acht zu lassen. fuer mich sind das wissenschaftsglaubige delliriern, die sie hier absondern - ohne hand und fuss . von beweisfuehrung keine spur. sie sollten sich sehr in acht nehmen wenn sie anderen radikalitaet unterstellen. ihre meinung hier kann ich als aufgeklaerter mensch nur als blinden glauben und blinde hoffnung in die technik begreifen, aus einer hilflosigkeit des unverstaendnisses heraus. merke: die einbildung man habe alles verstanden, ist der schlimmste feind des denkens und der erkenntniss.
fangen sie an fragen zu stellen , mann. so sind sie unertraeglich in ihrer missionarischen art - und sie wagen es auch noch gegen dogmen zu wettern. :-(((( entweder sie sind lobbyist der industrie und haben ihre korruptionsbedingten gruende hier solche inhalte einzustellen oder sie haben noch nie selber gedacht. sorry... anders kann man diesen kommentar leider aus meiner sicht in seiner konjunktivitaet nicht beurteilen.
das einzige worbei der mensch es offensichtlich schafft schneller zu sein als die natur scheint mir hier zu sein vorschnelle irrationale schluesse in panikartiger situationen zu ziehen. woher kommt nur all diese angst mal selber nachzudenken.
mein altes motto: wer nix wissen will muss halt dran glauben, greift hier voll.
tut mit leid : aber ich habe zur der thematik leider noch nie so viel unqualifiziertes geblubber auf einen haufen gelesen: sie scheinen nicht nur die darwinistische evolutionstheorie bzw den teil, der sich darin auf natuerlich selektion bezieht, verstanden oder gelesen zu haben, sondern in ihren diesbezueglichen vergleichen zu der zweckgebundenen willkuerlichkeit der menschlichen eingriffe ins erbgut jeglichen maßstab des gesunden menschenverstandes ausser acht zu lassen. fuer mich sind das wissenschaftsglaubige delliriern, die sie hier absondern - ohne hand und fuss . von beweisfuehrung keine spur. sie sollten sich sehr in acht nehmen wenn sie anderen radikalitaet unterstellen. ihre meinung hier kann ich als aufgeklaerter mensch nur als blinden glauben und blinde hoffnung in die technik begreifen, aus einer hilflosigkeit des unverstaendnisses heraus. merke: die einbildung man habe alles verstanden, ist der schlimmste feind des denkens und der erkenntniss.
fangen sie an fragen zu stellen , mann. so sind sie unertraeglich in ihrer missionarischen art - und sie wagen es auch noch gegen dogmen zu wettern. :-(((( entweder sie sind lobbyist der industrie und haben ihre korruptionsbedingten gruende hier solche inhalte einzustellen oder sie haben noch nie selber gedacht. sorry... anders kann man diesen kommentar leider aus meiner sicht in seiner konjunktivitaet nicht beurteilen.
das einzige worbei der mensch es offensichtlich schafft schneller zu sein als die natur scheint mir hier zu sein vorschnelle irrationale schluesse in panikartiger situationen zu ziehen. woher kommt nur all diese angst mal selber nachzudenken.
mein altes motto: wer nix wissen will muss halt dran glauben, greift hier voll.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren