Große Koalition Streit über Managergehälter verschärft sich
Gehälter und Haftung von Managern, Kampf gegen Steueroasen, TÜV für Finanzprodukte – vor dem Koalitionsausschuss nächste Woche bringen sich SPD und Union in Stellung
Am Mittwoch ist die nächste Sitzung des Koalitionsausschusses – die Protagonisten von Union und SPD haben den Schlagabtausch bereits eröffnet. Einer der Konfliktpunkte: die Begrenzung von Managergehältern. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla forderte die Sozialdemokraten am Samstag auf, dem Vorschlag seiner Partei zuzustimmen und die Aktionäre eines Unternehmens in der jährlichen Hauptversammlung über das Salär der Vorstandsmitglieder bestimmen zu lassen. "Seriöser und offener kann es nicht sein, und doch lehnt die SPD dies ab", kritisierte Pofalla in der Neuen Osnabrücker Zeitung .
SPD-Finanzexperte Joachim Poß drang dagegen auf die Umsetzung der Vorschläge einer Arbeitsgruppe von SPD und Union, wonach der gesamte Aufsichtsrat über die Vergütung und die Vorstandsverträge entscheiden soll. Wenn Pofalla dies nun den Hauptversammlungen übertragen wolle, wolle er die Arbeitnehmer und ihre Vertreter außen vor lassen.
Die Hauptversammlungen, auf denen nur die Anteilseigner vertreten seien, würden oft von genau den Finanzinvestoren dominiert, "die mit ihrem völlig überzogenen kurzfristigen Renditedenken die gegenwärtige Finanzkrise verursacht haben", kritisierte Poß. Mit Pofallas Vorschlag würde "der Bock zum Gärtner" gemacht.
SPD-Chef Franz Müntefering warnte CDU und CSU davor, bei der Sitzung des Koalitionsausschusses eine schärfere Kontrolle der Finanzmärkte und der Gehälter von Spitzenmanagern zu blockieren. "Wir brauchen schärfere Regeln und zwar schnell", sagte er dem Spiegel .
Bei dem Treffen am kommenden Mittwoch werde es außer um eine Begrenzung der Gehälter auch um die Haftung von Managern, die Einführung eines TÜVs für Finanzprodukte sowie um den Kampf gegen Steueroasen gehen. "Das muss die Große Koalition noch vor der Wahl leisten", forderte Müntefering. Wenn die Union nicht mitmache, werde die SPD dies "mit aller Verve" zum Wahlkampfthema machen.
- Datum 28.02.2009 - 16:45 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 26
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Es wird um "Kaisers Bart" gestritten. Vertragliche Vereinbarungen können nicht so mal eben per Gesetz auf einen bestimmten Höchstbetrag (wohl auch nicht in Form von Absenkung der Betriebskostenabsetztung) festgeschrieben weden. Das wäre das Ende der Vertragsfreiheit. Im übrigen gibt es bereits Instrumente genug, die Anteilseigner in der Hand haben sich vor überzogenen Forderungen zu schützen. Ein noch einfacheres Mitel wäre, wenn die Steuergelder zweckgebunden an die maroden Banken gezahlt würden und zwar mit der Auflage, nicht für "Sonderzahlungen" eingesetzt zu werden. Im übrigen dürfte das Verlangen von hohen Sonderzahlungen, bei praktischer Zahlungsunfähigkeit, ein sittenwidriges Verlangen sein. Sittenwidrige Vereinbarungen sind aber unwirksam. Es wird aber sicher niemand von den Zahlungspflichtigen so durchsetzen wollen. Es wird lieber das Geld der Steuerzahler, mein Geld, genommen und bei Bildung, Erziehung und Kultur gespart.
Der Streit um die Managergehälter ist aus meiner Sicht tatsächlich eine (zweifellos ungefährliche) Hexenjagd. Dann soll man doch bitte bei der Gelegenheit auch über Gehälter von Popstars, Rennfahrer, Fußballer etc diskutieren. Völliger Schwachsinn nur die Gehälter einer bestimmten Personengruppe zu begrenzen. Das wäre aus meiner Sicht noch ungerechter, als die Situation ohnehin schon ist und ich bin üblicherweise kein Verfechter von Managern.
"Bei dem Treffen am kommenden Mittwoch werde es außer um eine Begrenzung der Gehälter auch um die Haftung von Managern, die Einführung eines TÜVs für Finanzprodukte sowie um den Kampf gegen Steueroasen gehen."
Ich persönlich finde die anderen Themen wesentlich interessanter. Ich frage mich lediglich, warum die SPD erst 2009 auf solche Ideen kommt... sie regiert seit 1998!
Gründung der Linkspartei, Wählerschwund etc hat alles nichts geholfen. Erst die Finanzkrise scheint zum Nachdenken zu bewegen. Natürlich auch nur mit der CDU als Koalitionspartner, da kann man sich sicher sein, dass man solche Ideen nicht umsetzen muss. War beim Mindestlohn genauso.
Ich halte zwar nichts davon, dass alle Parteien Klientelpolitik machen, aber bei der SPD ist es schon sehr auffällig: Sie haben Politik gegen ihr Klientel gemacht.
Das war mein erster Gedanke beim lesen des Artikels. Auserdem , wer dem Münte traut hat nichts ,aber auch garnichts dazu gelernt. Der hat die kleinen Leute genug verars..t. Diese SPD hat nichts soziales mehr und das hat sie seit 1998 bewiesen.
der kommentar zur spd zeugt von lichtem klarblick.
aber die managergehälter mit denen von angehörigen der unterhaltungsindustrie in einen topf zu werfen ist eher schattig. den erstere sind natürlich "systemrelevant", um ein derzeit öfter gehörtes wort zu gebrauchen.
dass man eine breite gesellschaftliche debatte darüber führt wie die menschen an den kapitalströmen partizipieren sollten, ob 1000fach höhere/niedrigere teilhabe gerecht ist, ist allerdings im hinblick auf eine längerfristige orientierung dieser gesellschaft sinnvoll. denn die verteilung erfolgt ja nicht primär nach fleiss und charakter eines menschen sondern wird gelenkt, ventiliert und angesammelt wie bei einem komplexen bewässerungs-system das man durchschauen muss um es unter kontrolle zu halten. berufswahl, familiärer hintergrund (erbschaft, bildung) schlichtes glück, intriganz und verschlagenheit sind sicherlich haupt-erfolgsfaktoren. die historische legitimation von priviliegien war dass es "gottgewollt" sei. nun wird die mär verbreitet dass sie durch tüchtigkeit und das schultern von "verantwortung" legitimiert seien. da ist der punkt der mal genauer untersucht werden muss.
Das war mein erster Gedanke beim lesen des Artikels. Auserdem , wer dem Münte traut hat nichts ,aber auch garnichts dazu gelernt. Der hat die kleinen Leute genug verars..t. Diese SPD hat nichts soziales mehr und das hat sie seit 1998 bewiesen.
der kommentar zur spd zeugt von lichtem klarblick.
aber die managergehälter mit denen von angehörigen der unterhaltungsindustrie in einen topf zu werfen ist eher schattig. den erstere sind natürlich "systemrelevant", um ein derzeit öfter gehörtes wort zu gebrauchen.
dass man eine breite gesellschaftliche debatte darüber führt wie die menschen an den kapitalströmen partizipieren sollten, ob 1000fach höhere/niedrigere teilhabe gerecht ist, ist allerdings im hinblick auf eine längerfristige orientierung dieser gesellschaft sinnvoll. denn die verteilung erfolgt ja nicht primär nach fleiss und charakter eines menschen sondern wird gelenkt, ventiliert und angesammelt wie bei einem komplexen bewässerungs-system das man durchschauen muss um es unter kontrolle zu halten. berufswahl, familiärer hintergrund (erbschaft, bildung) schlichtes glück, intriganz und verschlagenheit sind sicherlich haupt-erfolgsfaktoren. die historische legitimation von priviliegien war dass es "gottgewollt" sei. nun wird die mär verbreitet dass sie durch tüchtigkeit und das schultern von "verantwortung" legitimiert seien. da ist der punkt der mal genauer untersucht werden muss.
Merkwürdig das sich die Diskussion auf die Löhne der Manager und die Bonussysteme reduziert. Hält man sich die Beträge vor Augen sind da auf der einen Seite Mio. Beträge für die Manager und Mrd. beträge für die Inverstoren und Aktionäre. Es sind ausschliesslich diese, sich im Hintergrund haltenden, Investoren und Anteilseigner welche die gegenwärtige Krise zu verantworten haben und niemand sonst.
Etliche Manager welche die geforderte Rendite und Profite nicht im 3 Monatsrythums geliefert haben wurden mit den immer gleichen Floskeln (im gegenseitigen Einvernehmen) abserviert.
Die Löhne und Gehälter der Standardangestellten ist in den vergangen +10 Jahren jährlich um ca. 2% gesunken. Die Löhne und Bonis der Manager sind im gleichen Zeitraum um jährlich ca. 19% gestiegen. Die Ausschüttungen für die Aktionäre sind im gleichen Zeitraum, also +10 jahre um 30% jährlich gestiegen...
Achja, noch was.
Die so viel zitierte Zahl der Arbeitslosen die angeblich ständig gesunken ist... ca. 900'000 Vollzeitstellen wurden in den vergangen 5 Jahren in Deutschland ersatzlos gestrichen und zum teilweise in 1 Eurojobs, Teilzeitstellen, oder Minijobs verwandelt... generell verdienen all diese Arbeiter ca. 30% weniger als die zeitlich unbefristeten Angestellten und sind zum grössten Teil nicht mal Sozialversicherungspflichtig. Die Arbeitgeber sparen also an tieferen Löhen und auch and en Sozialabgaben und gleichzeitig wird damit dem Umlagerungsverfahren der staatlichen Rentenversicherung die finanzierung abgeschnitten...
Daraus ergeben sich einmal mehr höhere Profite und Dividenden für wenn genau? Richtig, die Aktionäre und Investoren welche sich so gerne hinter Investmentbanken, Treuhandbüros, Anwaltskanzleien, Briefkastenfirmen, Nummernkonten und in Steueroasen verstecken...
Die Managerlöhne müssen runter, ebenso müssen die Bonussysteme angepasst werden... die obszönen Renditen und Profite der Aktionäre, für die grosse Teile der Gesellschaft etliche Opfer gebracht haben, sind für mich aber der weitaus wichtigere Teil den es zu korrigieren gilt...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
es reicht nicht, Samson zum Friseur zu schicken.
es reicht nicht, Samson zum Friseur zu schicken.
Das war mein erster Gedanke beim lesen des Artikels. Auserdem , wer dem Münte traut hat nichts ,aber auch garnichts dazu gelernt. Der hat die kleinen Leute genug verars..t. Diese SPD hat nichts soziales mehr und das hat sie seit 1998 bewiesen.
Meine Lieblingseinheit:
1 €insteingehalt = 100 000 € !
So viel würde Albert Einstein heute als Astrophysiker und Kosmologe maximal verdienen, wenn er noch lebte!
Wer ein höheres Gehalt (Boni usw.) beansprucht, habe den Beweis zu erbringen,
dass er genialer, schöpferischer (nicht im Ausbeuten !!! ) , fleißiger und verantwortungsvoller ist als Albert Einstein es war !
Übrigens:
Das Bundskanzlergehalt beträgt 2 €insteingehälter
Das US-Präsidentengehalt beträgt 4 €insteingehälter.
Irgendwie haben die Abzocker doch alle Maßstäbe verzerrt !
....hat irgendwie abgewirtschaftet und mit einer "Volkspartei" immer weniger zu tun, bereits die Europawahlen werden dies zeigen, Saarland etwas chancenreicher aber DIE LINKE wird dort wohl aufholen.
Generell habe ich nicht gegen Manager-Verguetungen die ja vertraglich ausgehandelt kaum aushebelbar sind. ABER wer am Erfolg verdient muss auch bei Nichterfolg haften.
Es geht nicht an, dass man des bonuseswillen das Geld anderer Leute verzockt ohne hier haftbar zu sein; DIES koennte der Gesetzgeber besser aendern als in bestehendes Vertragsrecht einzugreifen.
Wenn die CDU/CSU "blockt" ist sie nicht waehlbar fuer den Normalbuerger. Das sollte man aber auch klar ausdruecken.
es reicht nicht, Samson zum Friseur zu schicken.
...
bitte keine falschen Vergleiche! Danke.
...wer ist Samson und warum müsste der zum Friseur?
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
...
bitte keine falschen Vergleiche! Danke.
...wer ist Samson und warum müsste der zum Friseur?
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
...
bitte keine falschen Vergleiche! Danke.
olso üsch hob moine Simson auch immer frisiert (:-))
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
(Mahatma Gandhi)
olso üsch hob moine Simson auch immer frisiert (:-))
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
(Mahatma Gandhi)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren