Konsumklima Deutschland in Kauflaune
Die deutschen Konsumenten trotzen der Krise: Stabile Preise und Kaufanreize wie die Abwrackprämie heben die Stimmung der Verbraucher und animieren sie zum Geldausgeben
Die Verbraucher in Deutschland haben trotz der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg etwas mehr Lust zum Einkaufen. Das Konsumklima werde im März von 2,3 auf 2,6 Punkte steigen, prognostizierten die Marktforscher der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag. "Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraft gestärkt und schätzen folglich ihre Einkommensaussichten optimistischer ein", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl.
Grund für den Anstieg seien eine niedrige Inflation und Kaufanreize wie etwa die Abwrackprämie. Auch angesichts des 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets der Bundesregierung blicken die Verbraucher nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft.
Insbesondere die Abwrackprämie stütze die Bereitschaft für größere Käufe. Neben diesen finanziellen Anreizen des Staates beim Verschrotten alter Autos versetzten zusätzliche Rabattangebote von Einzelhändlern die Verbraucher in Kauflaune. "Der erstaunlich starke Anstieg der Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres war keine Eintagsfliege."
Bürkls Meinung nach verstärken sich damit zwar die Anzeichen, dass der Konsum in diesem Jahr den Konjunktureinbruch etwas abmildere. "Dennoch es ist noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen." Das Konsumklima sei noch auf einem zu niedrigen Niveau, um die stark rückläufigen Exporte und Investitionen in vollem Umfang kompensieren zu können. Die weitere Entwicklung bleibe davon abhängig, "ob und wie stark die Finanzkrise zu einer Arbeitsmarktkrise wird".
Einige Analysten unterstützen diese Prognose der GfK. Für sie sind Sonderfaktoren wie die Abwrackprämie allein "ein temporärer Effekt". Ausschlaggebend für die Konsumentwicklung werde vielmehr die steigende Arbeitslosigkeit sein, die jegliche positiven Effekte durch fallende Energiepreise und das Konjunkturprogramm mehr als kompensieren wird: "Dann wird mehr gespart." Dennoch sei es eine gute Botschaft, dass es in diesen schwierigen Zeiten gelungen ist, den Haushalten zumindest vorübergehend Halt zu geben.
- Datum 26.02.2009 - 10:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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