Managergehälter Mit stumpfem Schwert gegen Gehaltsexzesse
Die Große Koalition will die Managervergütung neu regeln. Doch was die Parteien fordern, wurde teilweise schon ausprobiert - ohne großen Erfolg.

© krockenmitte/photocase
Kampf gegen die Gehalts- und Boni-Exzesse: Raffgierige Manager gelten Mit-Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise
Wenn am Abend der Koalitionsausschuss zusammenkommt, dann wird es auch um das Thema Managergehälter gehen. Mit dieser Problematik beschäftigt sich die Große Koalition zwar schon seit vergangenem Sommer, doch die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Frage neue Brisanz verliehen. Schließlich gelten falsche Vergütungsanreize als ein wesentlicher Auslöser für die Krise.
Vom modernen Raubrittertum, das es zu bekämpfen gelte, spricht beispielsweise der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering. Statt auf schnelle Rendite müssten Anreiz- und Vergütungssysteme auf Nachhaltigkeit setzen, heißt es in einem Papier zur Regulierung der Finanzmärkte, das Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Peer Steinbrück unlängst vorstellten. Und bei allem Streit im Detail sieht das im Prinzip auch die CDU nicht anders.
Gleichwohl: Ob die Instrumente, auf die die Parteien nun setzen, tatsächlich geeignet sind, dieses Ziel zu erreichen, scheint fraglich. Zu den Punkten, auf die sich die Koalitionspartner bereits geeinigt haben, gehört beispielsweise die Heraufsetzung der Haltefrist für Aktienoptionen von Managern von derzeit zwei auf vier Jahre. Auf diese Weise werde in den Unternehmensspitzen eine langfristige Orientierung gefördert, hoffen beide Parteien.
Doch ein Allheilmittel ist ein solcher Schritt sicher nicht. Das zeigt ausgerechnet das Beispiel der US-Bank Lehman Brothers, deren Zusammenbruch die Krise mit auslöste. Über die Hälfte der Boni, die in Aktien vergütet wurde, hatte da sogar eine Haltefrist von fünf Jahren.
Vor allem die Sozialdemokraten setzt sich zudem für weitergehende Maßnahmen ein. Sie fordert beispielsweise die steuerliche Absetzbarkeit von Vorstandsbezügen auf eine Million Euro zu beschränken. Dies käme einer Begrenzung der Gehälter gleich. Denn für Unternehmen würde es dann teuer, höhere Bezüge zu bezahlen. CDU/CSU wollen da zwar ohnehin nicht mitmachen, doch selbst wenn dies der Fall wäre, ist zweifelhaft, dass damit der Stein des Weisen gefunden wäre.
- Datum 04.03.2009 - 20:50 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 20
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Es bringt ja alles nichts...lassen wir es also? Ist das das Fazit dieses Artikels? Und das Beispiel Grossbritaniens und der Umsatzsteuer hakt gewaltig...diese Steuer ist sicher nicht zur Verhinderung von Krisen gedacht, sondern soll aus der Zockerei wenigstens Steuern generieren. Diese können dann im Falle einer Krise zur Hilfe gezogen werden.
Wenn die Manager die modernen Raubritter sind, dann sind die Politiker die modernen Minnesänger. Nichts weiter als Schall und Rauch zur Belustigung für ein paar Goldmünzen (oder Stimmen wenns Recht ist)...Ich denke wir müssen auf Obama warten bevor wir Regulierungen sehen die auch greifen und nicht nur den Pöbel ruhig halten. Die Halbwertzeit unser Regierung ist schon länger überschritten den Weg aus dem Mittelalter schafft unsere aktuelle Regierung nicht mehr...
Die Japaner haben sich diesem Trend der explodierenden Managergehälter (welcher natürlich wieder einmal aus dem Land der unbegrenzten Zockerei über uns gekommen ist -> USA ) nicht angeschlossen. Und ich kann nicht erkennen, dass die japanischen Hersteller dadurch nur den internationalen "Abfall" an Managern beschäftigen. Eher sind diese relativ! normal bezahlten Topmanager weitsichtiger und qualitätsbewußter als ihre überzahlten Vettern in Amerika oder Europa. Vielleicht, weil sie noch einen Fuß fest auf der Erde haben...
DAS Thema der Deutschen! Langsam frage ich mich, ob ich der einzige bin, dem es eigentlich egal ist, ob der Vorstandsvorsitzende eines Konzerns 10 € oder 100 Milliarden € im Jahr als Vergütung erhält. Passt mir das nicht, so kaufe ich keine Produkte mehr von diesem Unternehmen. Was hat der Staat eigentlich in dieser Diskussion verloren?
Hier gilt es zudem, sehr diskret zu differenzieren: Wenn ein großer Konzern staatlich gestützt wurde, dann ist es in jedem Fall angebracht, dass der Staat bestimmt, was der Vorstand als Vergütung erhalten soll; anscheinend hat man hier in seiner Führungsrolle versagt. Aber mit Steuern hier und Steuern da, das ist doch kein Konzept, womit man eine Industrienation des 21. Jahrhunderts führt und lenkt. Das ist absurd.
Eine staatliche Deckelung von Gehältern ist für mich eine reine Lachnummer und anscheinend versucht man hier eher von seinen eigenen Fehlern abzulenken.
Und die alles übertreffende Frage: Wie definiert man einen Exzess? Wenn wir schon so tief gesunken sind, dass wir jetzt auch noch bestimmen müssen, was andere Menschen in unserer Gesellschaft verdienen sollen (dürfen?) dann fangen wir doch mal an. Es bleibt zu hoffen, dass diese Black-List nicht allzu lang wird.
Es bleibt zu hoffen, dass Politiker miteingeschlossen sind.
DAS Thema der Deutschen!
Nein, die absurden Mechanismen, mit denen gewaltige Beträge beiseite geschafft wurden, und deren Finanzierung (da man die ganze heisse Luft zulasten der Profiteure nicht wieder rauslässt) nun in astronomischen Schulden sozialisiert werden (was meinen Sie welche Inflation uns in Kürze erwartet?), erzürnen nicht nur die Deutschen. Auch die völlig groteske Einkommens- und Wohlstandsschere ist nicht nur bei den Deutschen ein Thema. Allerdings ausnahmslos tabusiert, als Populismus verschrien und als kommunistisches Stammtisch-Gepöbel abgestempelt.
Langsam frage ich mich, ob ich der einzige bin, dem es eigentlich egal ist, ob der Vorstandsvorsitzende eines Konzerns 10 € oder 100 Milliarden € im Jahr als Vergütung erhält. Passt mir das nicht, so kaufe ich keine Produkte mehr von diesem Unternehmen. Was hat der Staat eigentlich in dieser Diskussion verloren?
Versuchen Sie doch mal, Haushaltsprodukte von Unilever und Procter&Gamble zu meiden. Oder Nahrungsmittel von Nestle&Co.
Sie werden schnell feststellen, daß praktische alle Produkte des alltäglichen Bedarfs von nur noch einer Handvoll riesiger Unternehmen hergestellt und vertrieben werden.
Was der Staat in dieser Diskussion verloren hat? Er schafft die Rahmenbedingungen für die Gesellschaft durch Regeln in Form von Gesetzen (und Steuern), bzw. es wäre eigentlich seine Aufgabe. Ich habe heute hier im Forum ein schönes Zitat von Günther Grass gelesen: Deutschland ist zu einem Wirtschaftsstandort verkommen (sinngemäss, und das trifft auf alle Länder zu). Das passiert, wenn Staaten nur noch als lose, handlungsunfähige überschuldete Hüllen existieren, deren politischen Marionetten die Vorlagen der Wirtschaftslobby durchwinken.
Zu einer stabilen Gesellschaft gehört die faire Allokation von Wohlstand, und wenn man dies der "neoliberalen" Wirtschaft überlässt, kommt die Blasenökonomie heraus, an einer derer zyklischen Resets wir gerade wieder einmal teilnehmen.
Aber mit Steuern hier und Steuern da, das ist doch kein Konzept, womit man eine Industrienation des 21. Jahrhunderts führt und lenkt. Das ist absurd.
Wie würden Sie eine Nation des 21. Jahrhunderts führen und lenken? Mit Bildung und der Erwartung, daß die Eliten einen stabilen Rahmen vorgeben?
Eine staatliche Deckelung von Gehältern ist für mich eine reine Lachnummer und anscheinend versucht man hier eher von seinen eigenen Fehlern abzulenken.
Wahlkampf-Manöver, ja. Dennoch halte ich die Deckelung von Einkommen für lange überfällig.
Und die alles übertreffende Frage: Wie definiert man einen Exzess? Wenn wir schon so tief gesunken sind, dass wir jetzt auch noch bestimmen müssen, was andere Menschen in unserer Gesellschaft verdienen sollen (dürfen?) dann fangen wir doch mal an.
An dieser Frage, so man sich überhaupt auf die Berechtigung einer Obergrenze einigen kann, scheiden sich natürlich die Geister. Ich halte eine Begrenzung in der Größenordnung, wie schon Henry Ford sie erwähnt, für sinnvoll:
Maximales Einkommen = 200 x Minimaleinkommen (und das ist m.E. schon eher zu großzügig).
Bitte den pawlowschen Reflex unterdrücken: das hat nichts mit Kommunismus zu tun. Eine ausführliche Begründung wäre u.a. ein längerer Exkurs in die Fehler des Geldsystems. Ansonsten lohnt es sich, unter den inzwischen zahlreichen Webseiten und Büchern zu diesem Thema, einmal hier einzulesen: Meudalismus.
DAS Thema der Deutschen!
Nein, die absurden Mechanismen, mit denen gewaltige Beträge beiseite geschafft wurden, und deren Finanzierung (da man die ganze heisse Luft zulasten der Profiteure nicht wieder rauslässt) nun in astronomischen Schulden sozialisiert werden (was meinen Sie welche Inflation uns in Kürze erwartet?), erzürnen nicht nur die Deutschen. Auch die völlig groteske Einkommens- und Wohlstandsschere ist nicht nur bei den Deutschen ein Thema. Allerdings ausnahmslos tabusiert, als Populismus verschrien und als kommunistisches Stammtisch-Gepöbel abgestempelt.
Langsam frage ich mich, ob ich der einzige bin, dem es eigentlich egal ist, ob der Vorstandsvorsitzende eines Konzerns 10 € oder 100 Milliarden € im Jahr als Vergütung erhält. Passt mir das nicht, so kaufe ich keine Produkte mehr von diesem Unternehmen. Was hat der Staat eigentlich in dieser Diskussion verloren?
Versuchen Sie doch mal, Haushaltsprodukte von Unilever und Procter&Gamble zu meiden. Oder Nahrungsmittel von Nestle&Co.
Sie werden schnell feststellen, daß praktische alle Produkte des alltäglichen Bedarfs von nur noch einer Handvoll riesiger Unternehmen hergestellt und vertrieben werden.
Was der Staat in dieser Diskussion verloren hat? Er schafft die Rahmenbedingungen für die Gesellschaft durch Regeln in Form von Gesetzen (und Steuern), bzw. es wäre eigentlich seine Aufgabe. Ich habe heute hier im Forum ein schönes Zitat von Günther Grass gelesen: Deutschland ist zu einem Wirtschaftsstandort verkommen (sinngemäss, und das trifft auf alle Länder zu). Das passiert, wenn Staaten nur noch als lose, handlungsunfähige überschuldete Hüllen existieren, deren politischen Marionetten die Vorlagen der Wirtschaftslobby durchwinken.
Zu einer stabilen Gesellschaft gehört die faire Allokation von Wohlstand, und wenn man dies der "neoliberalen" Wirtschaft überlässt, kommt die Blasenökonomie heraus, an einer derer zyklischen Resets wir gerade wieder einmal teilnehmen.
Aber mit Steuern hier und Steuern da, das ist doch kein Konzept, womit man eine Industrienation des 21. Jahrhunderts führt und lenkt. Das ist absurd.
Wie würden Sie eine Nation des 21. Jahrhunderts führen und lenken? Mit Bildung und der Erwartung, daß die Eliten einen stabilen Rahmen vorgeben?
Eine staatliche Deckelung von Gehältern ist für mich eine reine Lachnummer und anscheinend versucht man hier eher von seinen eigenen Fehlern abzulenken.
Wahlkampf-Manöver, ja. Dennoch halte ich die Deckelung von Einkommen für lange überfällig.
Und die alles übertreffende Frage: Wie definiert man einen Exzess? Wenn wir schon so tief gesunken sind, dass wir jetzt auch noch bestimmen müssen, was andere Menschen in unserer Gesellschaft verdienen sollen (dürfen?) dann fangen wir doch mal an.
An dieser Frage, so man sich überhaupt auf die Berechtigung einer Obergrenze einigen kann, scheiden sich natürlich die Geister. Ich halte eine Begrenzung in der Größenordnung, wie schon Henry Ford sie erwähnt, für sinnvoll:
Maximales Einkommen = 200 x Minimaleinkommen (und das ist m.E. schon eher zu großzügig).
Bitte den pawlowschen Reflex unterdrücken: das hat nichts mit Kommunismus zu tun. Eine ausführliche Begründung wäre u.a. ein längerer Exkurs in die Fehler des Geldsystems. Ansonsten lohnt es sich, unter den inzwischen zahlreichen Webseiten und Büchern zu diesem Thema, einmal hier einzulesen: Meudalismus.
Frau Schuler macht sich mit dieser Phrasendrescherei zum Sprachrohr der Manager.
Ähnliche in der Breite übertriebene Bezüge wie in Deutschland gibt es fast nur in England und USA.
Auch das Schreckgespenst, daß hinter der Formulierung vom "vergleichbaren Gehalt" steckt - daß qualifizierte Manager dann ins Ausland gehen würden - relativiert sich ganz schnell, wenn man sieht, wie gering der Bedarf an deutschen Vorständen in diesen beiden Ländern ist.
Das Thema ist albern und kann nur unter dem Vorzeichen der anstehenden Wahlen zu dem gemacht werden, was es ist. Reine Zeit- und Energieverschwendung.
Wenn sich zwei Vertragsparteien auf eine Leistung und eine Gegenleistung einigen, dann sehe ich weder einen Grund, noch eine Möglichkeit, da in irgendeiner Form als Dritter mich einzumischen. Es sei denn, ich werde in irgendeiner Form davon tangiert.
Aber im vorliegenden Fall weiß ich nicht, wo es einen Dritten betreffen kann, wenn der Seppl 14 mio von seinen Aktionären erhält. Beim Porsche-Chef, der noch weit mehr bekommt, interessiert es ohnehin kein Aas, was ja auch richtig ist
Es sei denn, ich werde in irgendeiner Form davon tangiert.
Aber im vorliegenden Fall weiß ich nicht, wo es einen Dritten betreffen kann, wenn der Seppl 14 mio von seinen Aktionären erhält. Beim Porsche-Chef, der noch weit mehr bekommt, interessiert es ohnehin kein Aas, was ja auch richtig ist
Fragen Sie doch mal die Angestellten in der KFZ-Industrie, ob die "in irgendeiner Form tangiert" sind, und was die davon halten, auf Kurzarbeit zu gehen, Arbeitsplätze zu verlieren - während die Chefs sich in den letzten Jahren ordentlich die Taschen vollgestopft haben, ohne jetzt am selbstverursachten Schlamassel auch nur eine Schramme zu nehmen.
Unten wird um 2, 3 oder auch 4 Prozent Lohnzuwachs gekämpft, am oberen Ende sind es dann 50, 100 oder auch 200 Prozent. Im Abschwung wird dann überall gekürzt - nur nicht beim Kapital=Zinsdienst.
Mit Leistungsprinzip hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun - also lassen Sie die Neidkeule, die Sie sicher schon griffbereit halten, ruhig stecken.
Wenn ein Herr Wiedeking und alle anderen grotesk Reichen ihre Millionen und Abermillionen, pardon, Milliarden, investieren und verkonsumieren würden, anstatt das Geld sinnloss zu horten und der Wirtschaft über den Zinseszins-Teufelskreis auch noch das Blut aus den Adern zu pumpen, ginge es keinem dieser Eliteherrschaften messbar schlechter - aber sehr vielen Menschen verdammt nochmal viel besser.
Wenn Steuergelder von UNS allen, dem "Dritten", ins Spiel kommen geht uns das alle sehr wohl etwas an. Da muss 100% Transparenz, Rechenschaft und Mäßigung Pflicht sein! Da die Wirtschaft mehr als einmal bewiesen hat, dass man ihren Zusagen und Selbstverpflichtungen kein Vertrauen schenken darf, müssen einschneidende und kompromisslose Gesetze her.
Wie wär's damit: kein Angestellter dürfte mehr als unsere allseits geliebte Kanzlerin verdienen.
Es sei denn, ich werde in irgendeiner Form davon tangiert.
Aber im vorliegenden Fall weiß ich nicht, wo es einen Dritten betreffen kann, wenn der Seppl 14 mio von seinen Aktionären erhält. Beim Porsche-Chef, der noch weit mehr bekommt, interessiert es ohnehin kein Aas, was ja auch richtig ist
Fragen Sie doch mal die Angestellten in der KFZ-Industrie, ob die "in irgendeiner Form tangiert" sind, und was die davon halten, auf Kurzarbeit zu gehen, Arbeitsplätze zu verlieren - während die Chefs sich in den letzten Jahren ordentlich die Taschen vollgestopft haben, ohne jetzt am selbstverursachten Schlamassel auch nur eine Schramme zu nehmen.
Unten wird um 2, 3 oder auch 4 Prozent Lohnzuwachs gekämpft, am oberen Ende sind es dann 50, 100 oder auch 200 Prozent. Im Abschwung wird dann überall gekürzt - nur nicht beim Kapital=Zinsdienst.
Mit Leistungsprinzip hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun - also lassen Sie die Neidkeule, die Sie sicher schon griffbereit halten, ruhig stecken.
Wenn ein Herr Wiedeking und alle anderen grotesk Reichen ihre Millionen und Abermillionen, pardon, Milliarden, investieren und verkonsumieren würden, anstatt das Geld sinnloss zu horten und der Wirtschaft über den Zinseszins-Teufelskreis auch noch das Blut aus den Adern zu pumpen, ginge es keinem dieser Eliteherrschaften messbar schlechter - aber sehr vielen Menschen verdammt nochmal viel besser.
Wenn Steuergelder von UNS allen, dem "Dritten", ins Spiel kommen geht uns das alle sehr wohl etwas an. Da muss 100% Transparenz, Rechenschaft und Mäßigung Pflicht sein! Da die Wirtschaft mehr als einmal bewiesen hat, dass man ihren Zusagen und Selbstverpflichtungen kein Vertrauen schenken darf, müssen einschneidende und kompromisslose Gesetze her.
Wie wär's damit: kein Angestellter dürfte mehr als unsere allseits geliebte Kanzlerin verdienen.
es sollte die moeglichkeit einer gewerkschaftlichen vertretung fuer die betroffenen geben. irgendwer muss ja dafuer sorgen das die obergrenzen der inflationsrate entsprechend angepasst werden.
nichts ist ungerechter als eine unguenstige reallohnentwicklung.
die verhandelnden großkoalitionsnaere kommen da nicht dran vorbei.
schliesslich muss man sich als wegbereiter in eine gerechtere gesellschaft bei jeder gelegenheit ins rechte licht ruecken.
nie war es so leicht wie heute.
mit dem finger auf andere leute zeigen und mit primitiven neidinstinkten stimmung machen, klappte schon immer.
wenn der wind wieder dreht, haut man dann auf die gefuehlten 5% am anderen ende der einkommensleiter und merkt weder das diese 5% immer groesser werden noch das diese gehaltsdiskussion voellig am brandherd vorbei geht.
brot und spiele 2009
DAS Thema der Deutschen!
Nein, die absurden Mechanismen, mit denen gewaltige Beträge beiseite geschafft wurden, und deren Finanzierung (da man die ganze heisse Luft zulasten der Profiteure nicht wieder rauslässt) nun in astronomischen Schulden sozialisiert werden (was meinen Sie welche Inflation uns in Kürze erwartet?), erzürnen nicht nur die Deutschen. Auch die völlig groteske Einkommens- und Wohlstandsschere ist nicht nur bei den Deutschen ein Thema. Allerdings ausnahmslos tabusiert, als Populismus verschrien und als kommunistisches Stammtisch-Gepöbel abgestempelt.
Langsam frage ich mich, ob ich der einzige bin, dem es eigentlich egal ist, ob der Vorstandsvorsitzende eines Konzerns 10 € oder 100 Milliarden € im Jahr als Vergütung erhält. Passt mir das nicht, so kaufe ich keine Produkte mehr von diesem Unternehmen. Was hat der Staat eigentlich in dieser Diskussion verloren?
Versuchen Sie doch mal, Haushaltsprodukte von Unilever und Procter&Gamble zu meiden. Oder Nahrungsmittel von Nestle&Co.
Sie werden schnell feststellen, daß praktische alle Produkte des alltäglichen Bedarfs von nur noch einer Handvoll riesiger Unternehmen hergestellt und vertrieben werden.
Was der Staat in dieser Diskussion verloren hat? Er schafft die Rahmenbedingungen für die Gesellschaft durch Regeln in Form von Gesetzen (und Steuern), bzw. es wäre eigentlich seine Aufgabe. Ich habe heute hier im Forum ein schönes Zitat von Günther Grass gelesen: Deutschland ist zu einem Wirtschaftsstandort verkommen (sinngemäss, und das trifft auf alle Länder zu). Das passiert, wenn Staaten nur noch als lose, handlungsunfähige überschuldete Hüllen existieren, deren politischen Marionetten die Vorlagen der Wirtschaftslobby durchwinken.
Zu einer stabilen Gesellschaft gehört die faire Allokation von Wohlstand, und wenn man dies der "neoliberalen" Wirtschaft überlässt, kommt die Blasenökonomie heraus, an einer derer zyklischen Resets wir gerade wieder einmal teilnehmen.
Aber mit Steuern hier und Steuern da, das ist doch kein Konzept, womit man eine Industrienation des 21. Jahrhunderts führt und lenkt. Das ist absurd.
Wie würden Sie eine Nation des 21. Jahrhunderts führen und lenken? Mit Bildung und der Erwartung, daß die Eliten einen stabilen Rahmen vorgeben?
Eine staatliche Deckelung von Gehältern ist für mich eine reine Lachnummer und anscheinend versucht man hier eher von seinen eigenen Fehlern abzulenken.
Wahlkampf-Manöver, ja. Dennoch halte ich die Deckelung von Einkommen für lange überfällig.
Und die alles übertreffende Frage: Wie definiert man einen Exzess? Wenn wir schon so tief gesunken sind, dass wir jetzt auch noch bestimmen müssen, was andere Menschen in unserer Gesellschaft verdienen sollen (dürfen?) dann fangen wir doch mal an.
An dieser Frage, so man sich überhaupt auf die Berechtigung einer Obergrenze einigen kann, scheiden sich natürlich die Geister. Ich halte eine Begrenzung in der Größenordnung, wie schon Henry Ford sie erwähnt, für sinnvoll:
Maximales Einkommen = 200 x Minimaleinkommen (und das ist m.E. schon eher zu großzügig).
Bitte den pawlowschen Reflex unterdrücken: das hat nichts mit Kommunismus zu tun. Eine ausführliche Begründung wäre u.a. ein längerer Exkurs in die Fehler des Geldsystems. Ansonsten lohnt es sich, unter den inzwischen zahlreichen Webseiten und Büchern zu diesem Thema, einmal hier einzulesen: Meudalismus.
Es sei denn, ich werde in irgendeiner Form davon tangiert.
Aber im vorliegenden Fall weiß ich nicht, wo es einen Dritten betreffen kann, wenn der Seppl 14 mio von seinen Aktionären erhält. Beim Porsche-Chef, der noch weit mehr bekommt, interessiert es ohnehin kein Aas, was ja auch richtig ist
Fragen Sie doch mal die Angestellten in der KFZ-Industrie, ob die "in irgendeiner Form tangiert" sind, und was die davon halten, auf Kurzarbeit zu gehen, Arbeitsplätze zu verlieren - während die Chefs sich in den letzten Jahren ordentlich die Taschen vollgestopft haben, ohne jetzt am selbstverursachten Schlamassel auch nur eine Schramme zu nehmen.
Unten wird um 2, 3 oder auch 4 Prozent Lohnzuwachs gekämpft, am oberen Ende sind es dann 50, 100 oder auch 200 Prozent. Im Abschwung wird dann überall gekürzt - nur nicht beim Kapital=Zinsdienst.
Mit Leistungsprinzip hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun - also lassen Sie die Neidkeule, die Sie sicher schon griffbereit halten, ruhig stecken.
Wenn ein Herr Wiedeking und alle anderen grotesk Reichen ihre Millionen und Abermillionen, pardon, Milliarden, investieren und verkonsumieren würden, anstatt das Geld sinnloss zu horten und der Wirtschaft über den Zinseszins-Teufelskreis auch noch das Blut aus den Adern zu pumpen, ginge es keinem dieser Eliteherrschaften messbar schlechter - aber sehr vielen Menschen verdammt nochmal viel besser.
"Fragen Sie doch mal die Angestellten in der KFZ-Industrie, ob die "in irgendeiner Form tangiert" sind,..."
Kann ich Ihnen sagen. Nehmen wir die Firma Porsche in Zuffenhausen. Die Mitarbeiter verdienen, selbst in der Hochlohn-Region "Mittlerer Neckar" überdurchschnittlich. Und die Leute arbeiten gerne bei Porsche, sind, was ich so kenne (ich komme ursprünglich aus Stuttgart) stolz dort zu arbeiten. Und das, obwohl ihr Chef, wie Sie sagen, zu den grotesk Reichen gehört. Ich selbst hatte früher mal eine Ausbildung beim Nachbarn Daimler absolviert und kenne heute noch einige. Da ist es, zwar auf einem etwas niederen Niveau, genau das selbe. Und Zetsche gehört auch nicht grad zu denen, die sich in die Hartz4-Schlange einreihen. Solche Beobachtungen lassen sich da nur schwer in Einklang zu Ihren Anmerkungen bringen.
Aber ich gebe Ihnen insofern recht, als daß die Rohrkrepierer, die den Schlamassel zu verantworten haben, auch dafür gerade stehen müssen. Nur ist das eine andere Sparte, um die es hier bei dieser Koalitionsrunde garnicht geht. Ich halte sie aber für dringender, als die absurde Gehälter-Deckelung.
Ein Paradebeispiel wäre der frühere Siemens-Chef Kleinfeld. Die Geschichte ist bekannt, und wie es ausging, daß er heute im Ausland fest im Sattel sitzt, auch. Da ist der Punkt, an dem ich so meine Probleme krieg.
@Heimweh84
Ich gebe Ihnen recht, daß wenn Steuergelder in Anspruch genommen werden, daß dann 100%ige Transparenz verlangt werden kann. Anderer Meinung bin ich, was die Gehälter angeht.
Ich will auch sagen warum ich da anderer Meinung bin. Ich weiß nicht was unsere "allseits beliebte" BundesAngie bekommt.(Will ich auch garnicht wissen. Sie ist es nicht wert.). Aber gehen wir mal von 30.000/mon, also 360.000 im Jahr aus. Die hier angesprochenen Manager sind bestimmt alle mehrsprachig. D.h. sie kommen auch gut im Ausland (USA, oder sonst wo) zurecht.Wenn Sie hier die Gehälter auf ein solches Niveau drücken wollen, dann müssen Sie mir aber auch erklären, wie sie die Spitzenkräfte am Schreibtisch halten wollen. Zwangsarbeit wurde meines Wissens abgeschafft.
"Fragen Sie doch mal die Angestellten in der KFZ-Industrie, ob die "in irgendeiner Form tangiert" sind,..."
Kann ich Ihnen sagen. Nehmen wir die Firma Porsche in Zuffenhausen. Die Mitarbeiter verdienen, selbst in der Hochlohn-Region "Mittlerer Neckar" überdurchschnittlich. Und die Leute arbeiten gerne bei Porsche, sind, was ich so kenne (ich komme ursprünglich aus Stuttgart) stolz dort zu arbeiten. Und das, obwohl ihr Chef, wie Sie sagen, zu den grotesk Reichen gehört. Ich selbst hatte früher mal eine Ausbildung beim Nachbarn Daimler absolviert und kenne heute noch einige. Da ist es, zwar auf einem etwas niederen Niveau, genau das selbe. Und Zetsche gehört auch nicht grad zu denen, die sich in die Hartz4-Schlange einreihen. Solche Beobachtungen lassen sich da nur schwer in Einklang zu Ihren Anmerkungen bringen.
Aber ich gebe Ihnen insofern recht, als daß die Rohrkrepierer, die den Schlamassel zu verantworten haben, auch dafür gerade stehen müssen. Nur ist das eine andere Sparte, um die es hier bei dieser Koalitionsrunde garnicht geht. Ich halte sie aber für dringender, als die absurde Gehälter-Deckelung.
Ein Paradebeispiel wäre der frühere Siemens-Chef Kleinfeld. Die Geschichte ist bekannt, und wie es ausging, daß er heute im Ausland fest im Sattel sitzt, auch. Da ist der Punkt, an dem ich so meine Probleme krieg.
@Heimweh84
Ich gebe Ihnen recht, daß wenn Steuergelder in Anspruch genommen werden, daß dann 100%ige Transparenz verlangt werden kann. Anderer Meinung bin ich, was die Gehälter angeht.
Ich will auch sagen warum ich da anderer Meinung bin. Ich weiß nicht was unsere "allseits beliebte" BundesAngie bekommt.(Will ich auch garnicht wissen. Sie ist es nicht wert.). Aber gehen wir mal von 30.000/mon, also 360.000 im Jahr aus. Die hier angesprochenen Manager sind bestimmt alle mehrsprachig. D.h. sie kommen auch gut im Ausland (USA, oder sonst wo) zurecht.Wenn Sie hier die Gehälter auf ein solches Niveau drücken wollen, dann müssen Sie mir aber auch erklären, wie sie die Spitzenkräfte am Schreibtisch halten wollen. Zwangsarbeit wurde meines Wissens abgeschafft.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren