Mehdorns Datenaffäre Bahn-Aufsichtsrat erzürnt Verkehrspolitiker

Vertreter aller Bundestagsparteien werfen Aufsichtsratschef Müller vor, die Aufklärung des Datenskandals zu verhindern. Anlass: die geplante Aussage von Bahnchef Mehdorn

In der Bahn-Datenaffäre ist nun auch Aufsichtsratschef Werner Müller unter Beschuss geraten. Vertreter aller Bundestagsfraktionen warfen ihm am Freitag vor, die Aufklärung zu behindern, indem er sich gegen eine Aussage von Bahnchef Hartmut Mehdorn im Verkehrsausschuss wandte. Auch die Bundesregierung ging auf Distanz. Müller hatte in einem Brief an die Parlamentarier darauf gedrungen, dass Mehdorn am Mittwoch gemäß dem Willen des Aufsichtsrats nicht im Ausschuss aussagen solle.

"Müller verkennt die Aufgabenstellung einer parlamentarischen Demokratie", sagte der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Vorgehen setze sich die Verschleierungstaktik der Bahn fort. Auch der Aufsichtsrat des Unternehmens habe bislang noch nichts zur Aufklärung beigetragen.

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Dirk Fischer von der CDU sagte: "Wir wollen volle Aufklärung. Es ist für uns nicht akzeptabel, dass die Geladenen nicht im Ausschuss erscheinen." Neben Mehdorn sind dies unter anderen der Leiter der Revisionsabteilung Josef Bähr sowie der interne Bahn-Ermittler Wolfgang Schaupensteiner.

Die FDP reagierte empört: Bis jetzt habe der Verkehrsausschuss die Aufklärung vorangetrieben und nicht der Aufsichtsrat, sagte Verkehrsexperte Horst Friedrich. Zudem gehe die Begründung Müllers, der Aufsichtsrat habe einmütig darum gebeten, dass der Vorstand von "Äußerungen in der Öffentlichkeit" absieht, an der Sache vorbei. Der Ausschuss tage bekanntlich gar nicht öffentlich.

Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Rainer Lingenthal, betonte: "Es ist allein Sache des Verkehrsausschusses, wen er einlädt. Die Bahn als öffentliches Unternehmen sollte Einladungen des Parlaments respektieren."Der Ausschuss müsse alle Informationen erhalten, die auch der Aufsichtsrat bekomme, erklärte das Ministerium weiter. Dem schloss sich auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm an. Die Regierung ist mit drei Staatssekretären im Aufsichtsrat des Bundesunternehmens vertreten.

Auf Kritik stieß auch, dass Müller in seinem Brief den Eindruck erwecke, er spreche für das gesamte Gremium. Der Grünen-Abgeordnete Winfried Hermann hinterfragte, ob Verkehrsstaatssekretär Achim Großmann sowie die Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat hinter Müllers Wunsch stünden. Die Grünen würden in jedem Fall an der Einladung für Mehdorn festhalten. Die Linksfraktion warf dem Unternehmen Verzögerungstaktik vor. Die Bahn selbst erklärte, es sei noch nicht entschieden, ob der Bahnchef dem Wunsch Müllers folge.

 
Leser-Kommentare
  1. Da sieht man, wer in Deutschland das Sagen hat und sich so sicher fühlt, das auch in der offenen Brüskierungs des Parlaments zu demonstrieren.
    Werner Müller, Ex-Wirtschaftsminister ging nach der Privatisierung der Stromkonzerne an die Spitze eines solchen Unternehmens.
    Am Börsengang der Bahn wird er nochmals verdienen wollen.
    Mehdorn und der gesamte Aufsichtsrat der Bahn benehmen sich schon seit Jahren so, als ob die DB ihnen gehören würde, dabei gehört sie zu 100% dem Bund. Aber Tiefensee lässt die Herren machen, was sie wollen!
    Wie sieht das rein juristisch aus? Könnte der Verkehrsminister den Aufsichtsrat nicht entlassen?

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    Auch Frau Merkel macht nichts (hat sie nicht vor kurzem gesagt, eine mögliche Entlassung von Mehdorn wäre ein Thema nach der Bundestagswahl?). Eigentlich macht niemand irgendetwas ... ausser "empört" zu reagieren. Aber das ist wohl seit einiger Zeit die Arbeitsweise der Regierung.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Auch Frau Merkel macht nichts (hat sie nicht vor kurzem gesagt, eine mögliche Entlassung von Mehdorn wäre ein Thema nach der Bundestagswahl?). Eigentlich macht niemand irgendetwas ... ausser "empört" zu reagieren. Aber das ist wohl seit einiger Zeit die Arbeitsweise der Regierung.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  2. Auch Frau Merkel macht nichts (hat sie nicht vor kurzem gesagt, eine mögliche Entlassung von Mehdorn wäre ein Thema nach der Bundestagswahl?). Eigentlich macht niemand irgendetwas ... ausser "empört" zu reagieren. Aber das ist wohl seit einiger Zeit die Arbeitsweise der Regierung.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Antwort auf "Müller"
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    • HHuber
    • 27.02.2009 um 18:22 Uhr

    Aber Hr. Bernauheim
    was erwarten Sie den von Fr. Merkel? Hat diese Dame seit Amtsübernahme schon etwas anderes getan, außer ihre große Klappe aufgetan - Taten von ihr kenne ich jedenfalls keine.

    HHuber

    • HHuber
    • 27.02.2009 um 18:22 Uhr

    Aber Hr. Bernauheim
    was erwarten Sie den von Fr. Merkel? Hat diese Dame seit Amtsübernahme schon etwas anderes getan, außer ihre große Klappe aufgetan - Taten von ihr kenne ich jedenfalls keine.

    HHuber

    • HHuber
    • 27.02.2009 um 18:22 Uhr
    3. Merkel

    Aber Hr. Bernauheim
    was erwarten Sie den von Fr. Merkel? Hat diese Dame seit Amtsübernahme schon etwas anderes getan, außer ihre große Klappe aufgetan - Taten von ihr kenne ich jedenfalls keine.

    HHuber

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    daran das sie nicht in Berlin im Kanzleramt arbeiten!

    daran das sie nicht in Berlin im Kanzleramt arbeiten!

  3. daran das sie nicht in Berlin im Kanzleramt arbeiten!

    Antwort auf "Merkel"
  4. Man stelle sich vor, der Vorstandsvorsitzende einer Aktiengesellschaft lasse den Anteilseignern mitteilen, dass er zur Hauptversammlung nicht erscheint... es würde nicht lange dauern und dieser Vorstandsvorsitzende könne seine Entlassungspapiere abholen.

    Aber zum Spiel gehören immer zwei: einer, der düpiert und einer der sich düpieren lässt. In diesem Fall ist es der Verkehrsausschuss und insbesondere das Verkehrsministerium das schon lange im Verdacht steht, die Kontrolle über die Bahn verloren zu haben.

    Ach, und an die Nörgler über mir sei folgendes Wort gerichtet: "(...) leitet jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung." (Art. 65 GG)

  5. dem Duemmsten muss doch langsam klar werden, dass dieser Mini-Napoleon das Abwrack-CABINETT in Berlin in der Hand hat. Merkel wird wie bisher nichts tun um ihn (vorerst) abzusaebeln, Mehdorn der doch zur Gazprom-Gerhard's Clique gehoert, muss Informationen haben vor denen unsere "Volksvertreter" maechtig Respekt haben. schon dass das Chaemeleon SCHILY fuer ihn eintritt spricht dafuer, dass Mehdorn Info-Fakten hat die seine 1.55 Meter AUF 2.0 Metergroesse anwachsen lassen, oh je - welch' "BRD"

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