Antrittsbesuch Obama und Brown für strengere Kontrollen der Finanzmärkte

Die Wirtschaftskrise ist Hauptthema beim Besuch des britischen Premiers in Washington. Er und der US-Präsident wollen die Finanzmärkte regulieren

Er habe mit Gordon Brown darüber gesprochen, wie innerhalb der G-20-Staaten die Maßnahmen gegen die Rezession abgestimmt werden könnten, sagte Barack Obama am Dienstag in Washington. "Wir glauben an freie Märkte, ... damit Unternehmen und Geschäfte gedeihen, aber ... es braucht auch ein ausreichendes Regulierungssystem, damit die Märkte nicht außer Kontrolle geraten."

Brown, der Gastgeber des Treffens der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) am 2. April in London, sagte, die Bankenkrise habe die ganze Welt getroffen. Die internationale Gemeinschaft müsse zeigen, dass sie gemeinsam handeln könne. "Wir müssen das Finanzsystem wieder aufbauen", sagte er.

Neben Wirtschaftsthemen ging es auch um das Engagement der Verbündeten in Afghanistan sowie den Kampf gegen den Klimawandel. Obama und Brown betonten ihr gemeinsames Interesse, dass weder Pakistan noch Afghanistan "sichere Zufluchtsorte für terroristische Aktivitäten" sein dürften. Schon vor dem Treffen war durchgesickert, dass Obama Brown nicht zur Entsendung weiterer britischer Soldaten nach Afghanistan auffordern werde.

Brown ist der erste europäische Regierungschef, der Obama seit seinem Amtsantritt besucht. Nach dem Gespräch im Arbeitszimmer des Präsidenten zogen sich die beiden Politiker zu einem Arbeitsessen zurück. Am Mittwoch soll Brown eine Rede vor dem Kongress halten.

Als erster ausländischer Regierungschef überhaupt war Japans Ministerpräsident Taro Aso nach Washington gereist. Experten sehen darin neue Prioritäten in der US-Außenpolitik. "Die Zeichen aus der Obama-Regierung deuten auf eine Hackordnung hin, in der Asien und der Nahe Osten eine höhere Priorität haben als Europa", sagte Andrew Bacevich von der Boston University. Außenministerin Hillary Clinton hatte auf ihrer ersten Auslandsreise Asien besucht.

 
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