Lohnzuwächse Tarifeinigung im öffentlichen Dienst
Streiks im öffentlichen Dienst sind abgewendet. Mit dem neuen Tarifvertrag erhalten die rund 700.000 Angestellten der Länder insgesamt fünf Prozent mehr Lohn
Die beiden Verhandlungsführer, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) und Ver.di-Chef Frank Bsirske, gaben die Einigung am Sonntag in Potsdam bekannt: Die Einkommen sollen in zwei Stufen um rund fünf Prozent verteilt auf zwei Jahre steigen.
Die Einigung sieht rückwirkend zum 1. März 2009 die Erhöhung der Löhne und Gehälter um drei Prozent vor. Zum 1. März 2010 soll es eine weitere Steigerung um 1,2 Prozent geben. Dazu sollen alle Beschäftigten einen Sockelbetrag von 40 Euro erhalten, außerdem eine Einmalzahlung von ebenfalls 40 Euro.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di war mit der Forderung von acht Prozent mehr Lohn und mindestens 200 Euro im Monat am Samstag in die vierte Verhandlungsrunde gegangen. Falls sie Verhandlungen scheitern würden, hatte sie mit unbefristeten Streiks gedroht.
"Wir haben einen fairen Kompromiss gefunden. Wir sind froh, dass wir einen Arbeitskampf verhindert haben", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Möllring. Auch Gewerkschaftschef Bsirske, zeigte sich zufrieden. "Insgesamt ist das aus unserer Sicht ein Erfolg", sagte er. "Wir wollten einen Reallohn-Zuwachs, das ist erreicht."
Nach Angaben von Ver.di bedeutet der Abschluss für die Beschäftigten in diesem Jahr eine durchschnittliche Lohn- und Gehaltssteigerung von 119 Euro im Monat, für 2009 und 2010 zusammen seien es 156 Euro. Die Kosten für die Landeshaushalte bezifferten die Arbeitgeber für das laufende Jahr auf rund vier Milliarden Euro.
- Datum 02.03.2009 - 15:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 8
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Es waere extrem dienlich, wenn man die Prozentzahlen IMMER aufs Jahr gerechnet angibt, so wie Inflation etc. ebenfalls angegeben werden.
Nach kurzer Ueberschlagsrechnung sind das ueberhaupt keine 5% pro Jahr, sondern deutlich weniger!
Augenwischerei zu Lasten der AN !
Da auf zwei Jahre vereinbart ist das mal wieder Vortaeuschung falscher Tatsachen, abgesehen von der Augenwischerei fuer mich aber o.k.
Wie das meiste in "diesem unseren Lande" beruht aber auch wirklich alles erstmal auf Taueschung und man macht damit auch das wenige gute das passiert aergerlich, warum eigentlich. Auch die Altersrenten sollten zumindest den Inflationsausgleich haben den sich unsere MdB und MdL alljaehrlich leisten.
[Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]
5% auf zwei Jahre verteilt sind wirklich nicht viel. Ich kenne mich mit den Möglichkeiten zu Nachverhandlungen nicht aus, ahne aber Böses. Wenn sich die in den letzten Tagen veröffentlichten Vorhersagen bewahrheiten, dass es in 2010 durch die wachsende Geldmenge 5 bis 10% Preisanstieg geben könne, dann gute Nacht.
In dem Zusammenhang verstehe ich auch den Bsirske nicht. Immer noch die Taktik, einen Inflationsausgleich als Sieg zu verkaufen? Wir sind in einer Wirtschaftskrise und alleine durch die die Bankenhilfen steht jeder Bürger seit Oktober für bis zu 5000 Euro zusätzliche Schulden gerade. Was das an Kapitalkosten und ihre Folgen nach sich zieht, weiß jeder.
Alles Gute
Kai Hamann
Unser Staat ist nicht pleite, denn er hat ja immer noch genug Geld, daß er den reichsten 5% der Welt zuschieben kann.
Der Reichtum dieses Staates ist nur ungleich verteilt, das heißt, wir haben genau genommen eine 95:5% Gesellschaft, 95% der Menschen sorgen dafür, daß es den 5% richtig gut geht.
Anstatt jetzt richtige Lohnabschlüsse zu machen, beispielsweise 15-20% Lohnzuwachs gerade für die unteren Lohngruppen, wird dem deutschen Michel wieder ein Lohnverzicht aufgezwungen. Was bedeutet, daß nach den zu erwartenden Erhöhung der Lebenshaltungskosten im Endeffekt es sich hier um keine Lohnerhöhung handelt. Aber solche Lohnerhöhung hätte wesentliche Auswirkungen auf den Konsum und vor allem eine Signalwirkung.
Der große Nachteil der Gewerkschaften ist ihre enge politische Verflechtung mit den Regierenden. So werden automatisch deren Interessen gewahrt und die Interessen der Arbeitnehmer sträflich vernachlässigt. Da liebe ich mir die kleinen Gewerkschaften wie die Lokführer oder Piloten, die wirkliche Zugeständnisse erzielen. Die großen Gewerkschaften wie verdi haben kein Interesse daran, Lohnabschlüsse zu erzielen, die den Gewinnsteigerungen der Unternehmen entsprechen.
Meiner Meinung nach haben die Arbeitgeber die Gewerkschaften hier richtig über den Tisch gezogen. Verlierer sind die kleinen Arbeitnehmer.
Daß die Bundesbeamten mit ihren 10% Lohnzuwachs die Forderungen so richtig in Gang gesetzt haben ,scheint offensichtlich niemand im Lande zu stören.
Warum?
Warum ist es gerecht, wenn Hochverdiener 10%, mittlere Verdiener 5 % und Geringverdiener kaum 1% Einkommenszuwächse haben?
Steckt eine selbsternannte und einflußreiche Kaste hinter diesen Methoden? Haben sie diesen Staat vielleicht schon so in der Hand, daß die Rechtssprechung weitgehend in ihrem Sinne ausfällt?
Wie heißt sie?
Werden die Hochverdiener wirklich Ihre Einkommen in den Konsum stecken?
Das muß ich bezweifeln, wenn ich an die Predigt von Katrin Göring Eckardt in diesem Jahr in Bremen denke .
"Allein die Zinserhebung dieser unvorstellbaren Summe, übersteigt nach meiner Berechnung, den Jahresbundeshaushalt insgesamt."
und das hat bei ihnen keine zweifel an _ihrer_ berechnung geweckt?
"Der Staat ist also unfähig, seine aufgenommen Schulden zu zahlen"
woher dies folgerung? aus ihrer milchmädchenrechnung?
"Angie aus dem Ossiland"
ah, das ist die grundlage ihrer gesamten kalkulation.
gab's da nicht mal ein studie über den negativen einfluss von vorurteilen auf die intellektuele leistungsfähigkeit ...
dass ihnen pointierte hinwiese auf die haltlosigkeit und substanzlosigkeit ihrer "argumentation" missfallen, war mir klar.
ich muss ihnen auch nicht das gegenteil beweisen (jemandem, der behauptet 1+1=3 muss ich auch nicht das gegenteil beweisen), wenn sie sich aber hinter diesem anspruch verkriechen wollen, um ihre vorurteile ("ossiland" ist nun alles andere als eine neutrale oder gar wohlwollende bezeichnung) zu schützen, steht ihnen das natürlich frei ...
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