Das Opel-Management kann den Autohersteller nicht retten. Seine Pläne, die am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, erfüllen zwar die Forderungen von Belegschaft und Betriebsrat nach mehr Unabhängigkeit vom Mutterkonzern General Motors. Doch das Konzept taugt kaum, die Marke mit dem Blitz darüber hinaus fit zu machen für die Zukunft.

Die Firmenleitung will aus Opel und den europäischen Schwesterunternehmen Vauxhall und Saab eine rechtlich selbstständige Gesellschaft formen, die aber nicht völlig unabhängig vom Mutterkonzern General Motors (GM) sein soll. Welche Aufgaben die einzelnen Werke künftig übernehmen sollen, ist unklar. Ob Fabriken geschlossen oder Mitarbeiter entlassen werden, bleibt ebenfalls im Dunkeln.

Weitere Details wurden nicht bekannt – wohl aber, dass Opel für dieses vage "Rettungskonzept" von der Bundesregierung mehr als drei Milliarden Euro Unterstützung erbittet. Eine weitere Milliarde sollen die Mitarbeiter beisteuern, indem sie Lohnkürzungen akzeptieren. Vor allem aber hofft Opel, die nahezu bankrotte Mutter GM werde weitere drei Milliarden Euro beisteuern, um den Fortbestand ihrer Tochter zu sichern.

Ob GM das überhaupt kann, weiß niemand. Ebenso wenig ist klar, wie die Emanzipation von der Mutter gelingen soll. Wie wacklig das Ganze ist, zeigt ein Nebensatz in den Meldungen, die über die Rüsselsheimer Selbsthilfepläne berichten: Die neue Gesellschaft sei "offen für Investitionen von Dritten", hieß es da, Beschäftigte könnten sich beteiligen oder Händler. Vor allem aber wolle man um Investitionen der öffentlichen Hand werben.