Mit Schnellfeuerwaffen und Granaten attackierten die Täter am Dienstag in der ostpakistanischen Stadt Lahore den Bus von Kricket-Spielern aus Sri Lanka und deren Polizei-Eskorte. Bei dem Terrorangriff starben nach offiziellen Angaben mindestens fünf Polizisten. Sie seien umgekommen, weil sie die sri-lankischen Spieler beschützten, sagte Lahores Polizeichef.

Etwa ein Dutzend Männer hätten den Konvoi der Nationalmannschaft angegriffen. Sie seien schwer bewaffnet gewesen, sagte der Polizeichef und sprach von einem Terroranschlag. Die Täter hätten flüchten können. Einem Medienbericht zufolge nahm die Polizei inzwischen vier Verdächtige fest. Offiziell bestätigt wurde dies jedoch nicht.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden zwölf Menschen verletzt, darunter zwei der Nationalspieler. Sportminister Gamini Lokuge sprach von sechs verletzten Spielern. Der Angriff hat wegen der großen Beliebtheit Krickets in Südasien hohe Symbolkraft und ist vergleichbar mit einem Terroranschlag auf eine Fußball-Nationalmannschaft in Europa.

Die Täter schossen wenige 100 Meter vom Gaddafi-Stadion in der Innenstadt entfernt auf die Spieler. Dort sollten die Mannschaften Sri Lankas und Pakistans am Dienstag den dritten Tag eines fünftägigen Matches bestreiten.

Ein Augenzeuge schilderte, die Angreifer hätten versucht, den Minibus mit der Nationalmannschaft zu stoppen. Dem Fahrer sei es aber gelungen, davonzufahren und ins Stadion zu gelangen.

Von dort aus brachten Hubschrauber die Spieler in Sicherheit. Die Veranstalter sagten das Spiel ab. Die sri-lankische Nationalmannschaft kündigte ihre Rückkehr in die Heimat an. Wegen der prekären Sicherheitslage haben sich bereits mehrere Sportmannschaften aus dem Ausland geweigert, zu Spielen nach Pakistan zu reisen. Der sri-lankische Präsident Mahinda Rajapakse verurteilte die Tat als "feigen Terrorangriff".