Rund ein Jahr nach der Machtübernahme in Kuba hat Raúl Castro mit dem Austausch von acht Ministern die Regierung mit seiner eigenen Prägung versehen. Damit verlieren viele prominente Figuren, die teils eng mit Raúls Bruder Fidel verbunden waren, ihre Ämter.

Prominentestes Opfer der Umbildung ist der bisherige Außenminister Felipe Perez Roque, der zuvor persönlicher Sekretär von Fidel Castro war.

Analysten gehen davon aus, dass Raúl mit dem neuen Personal die Modernisierung der kubanischen Wirtschaft schneller vorantreiben kann. Der Schritt von Raúl stelle jedoch keinen klaren Bruch mit der Politik seines Bruders Fidel dar. Auch die Beziehung zu den USA werde sich durch diesen Schritt nicht verändern.

Kuba wird seit 50 Jahren von der Castro-Familie regiert. Die USA hatten vor 46 Jahren ein Handelsembargo gegen den Inselstaat verhängt.

Der 82-jährige Fidel Castro ist wegen seiner angeschlagenen Gesundheit seit 2006 nicht mehr öffentlich aufgetreten und wurde an der Staatsspitze im Februar 2008 von seinem 77-jährigen Bruder Raúl abgelöst.