Radsport Sinkewitz verliert Schadensersatzprozess
Patrik Sinkewitz, Dopingsünder der Tour de France, muss seinem damaligen Sponsor 100.000 Euro Entschädigung zahlen

© Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images
Dopingsünder, Kronzeuge und Prozessverlierer: Patrik Sinkewitz
Das Landgericht Fulda gab dem Getränkehersteller Förstina recht und verurteilte den 28-Jährigen. Mehrere Versuche, sich auf eine niedrigere Summe zu einigen, waren zuvor gescheitert. Ursprünglich hatte Förstina 308.000 Euro von Sinkewitz gefordert. Der ehemalige Fahrer des T-Mobile-Teams war während der Tour de France 2007 des Testosteron-Dopings überführt worden und steht kurz vor seinem Comeback für ein zweitklassiges tschechisches Team.
Ob Sinkewitz vor dem Oberlandesgericht in Berufung geht, ließ Rechtsanwalt Axel Scheld von Alt zunächst offen. “Wir werden im schriftlichen Urteil prüfen, ob die Summe gut begründet ist.” Inklusive Gerichts- und Anwaltskosten könnte sich der zu zahlende Betrag seinen Worten nach auf rund 125.000 Euro erhöhen. Förstina-Anwalt Christian Schmitt zeigte sich mit dem Urteil unzufrieden: “Förstina ist ein deutlich höherer Schaden entstanden.” Der Getränkehersteller kündigte an, einen fünfstelligen Betrag des erstrittenen Geldes an gemeinnützige Einrichtungen spenden zu wollen.
Das Unternehmen hatte den im Januar 2004 abgeschlossenen Werbevertrag mit Sinkewitz wegen dessen Doping-Schlagzeilen gekündigt und ihn wegen “arglistiger Täuschung” verklagt. Förstina wollte unter anderem die Kosten für eine durch den Skandal unbrauchbar gewordene Werbekampagne zurückerstattet bekommen. Die unterbreiteten Vergleichsvorschläge in Höhe von zunächst 150.000 Euro und dann 100.000 Euro hatte der Fahrer aus dem osthessischen Pilgerzell platzen lassen. Er könne das nicht bezahlen, lautete seine Begründung.
Im Jahr 2007 verdiente Sinkewitz in etwa 500.000 Euro Jahresgehalt beim damaligen Radsportteam T-Mobile. Nach seiner Doping-Überführung sagte er als Kronzeuge vor dem Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) aus und belastete das Team T-Mobile. Der Rad-Profi schilderte als erster Fahrer detailliert die Doping- Praktiken beim Bonner Rennstall. Demnach wurde auch nach dem Rauswurf von Jan Ullrich vor der Tour de France 2006 weiter gedopt.
- Datum 26.02.2009 - 15:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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