Finanzmarkt US-Regierung vergrößert Macht in der Citigroup

Der Branchenriese hat bereits 320 Milliarden Staatshilfe erhalten. Dem gesamten Finanzsektor droht eine Pleitewelle. 250 US-Banken gelten jetzt als akut gefährdet

NEW YORK - FEBRUARY 23:  People walk outside Citigroup headquarters beneath a Citibank sign February 23, 2009 in New York City. According to reports, the U.S. government is in talks to increase its ownership share in Citigroup to as much as 40 percent of the company's common stock.  (Photo by Mario Tama/Getty Images)

NEW YORK - FEBRUARY 23: People walk outside Citigroup headquarters beneath a Citibank sign February 23, 2009 in New York City. According to reports, the U.S. government is in talks to increase its ownership share in Citigroup to as much as 40 percent of the company's common stock. (Photo by Mario Tama/Getty Images)

Die Citigroup hat sich mit der US-Regierung auf eine höhere Staatsbeteiligung geeinigt. Der Zukauf erfolge über eine Umwandlung bereits bestehender Vorzugsaktien des Staates in Stammaktien, teilten Bank und Regierung am Freitag mit und bestätigten damit einen Bericht des Wall Street Journal. Der Staat erhöht damit seinen Anteil von acht auf 36 Prozent. Auch private Investoren sollen sich künftig beteiligen dürfen.

Die Bank gab auch weitere enorme Wertberichtigungen von 9,6 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) vor Steuern bekannt und gehört damit zu den größten Verlierern der Finanzkrise. Ende 2008 hatte die Regierung die Citigroup bereits mit einem Hilfspaket von insgesamt 320 Milliarden Dollar gestützt.

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Zugleich sorgte der staatlich kontrollierte größte Hypothekenfinanzierer Fannie Mae für neue schlechte Nachrichten: Allein im Schlussquartal 2008 erlitt der Finanzierer einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar.

Das Risiko einer Ausweitung der Finanzmarktkrise in den USA erhöht sich ungeachtet staatlicher Eingriffe. Nach Angaben des Einlagensicherungsfonds FDIC in Washington hat sich die Zahl problembehafteter und womöglich von der Pleite bedrohter Banken im Schlussquartal des vergangenen Jahres dramatisch erhöht. Die FDIC  hat inzwischen 252 Institute auf ihrer "roten Liste" vermerkt – im Vergleich zu 2007 eine Verdreifachung und 50 Prozent mehr als die 171 Institute im dritten Quartal.

Im laufenden Jahr brachen bereits 14 meist kleinere Geschäftsbanken zusammen. 2008 traf es insgesamt 25 Institute. Darunter war allerdings mit der einst führenden Sparkasse Washington Mutual der größte Zusammenbruch einer Geschäftsbank in der Geschichte des Landes. Die meisten zusammengebrochenen Institute konnten aber an Wettbewerber verkauft werden.

Dem Fonds zufolge hat die Bankenbranche im vierten Quartal insgesamt 26,2 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt, fast ein Drittel der Branche verzeichnete Verluste. Dies war das erste Branchenminus seit der Bankenkrise vor fast 20 Jahren. Einen Gutteil der Verluste verursachte lediglich eine Handvoll Großbanken.

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