Wirtschaftskrise EU-Kommissar Verheugen greift Sarkozy an
EU-Milliarden für die Autoindustrie? EU-Industriekommissar Verheugen wehrt sich vor dem Sondergipfel in Brüssel vehement gegen entsprechende Forderungen aus Frankreich
Brüsk hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen die Forderung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy abgewehrt, die EU müsse einen Rettungsplan für die Autoindustrie auflegen: "Wenn Präsident Sarkozy sagen könnte, wo im Gemeinschaftshaushalt Mittel zur Verfügung stehen, die wir in die Automobilindustrie pumpen könnten, wäre ich außerordentlich dankbar", sagte Verheugen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. "Wir haben keinen einzigen Euro für diesen Zweck."
Für Beihilfen seien die Mitgliedsstaaten zuständig und sollten mit dieser Möglichkeit verantwortungsvoll umgehen, forderte Verheugen. Sarkozy hatte mit protektionistischer Rhetorik in den vergangenen Wochen für Streit in der EU gesorgt.
Verheugen äußerte auch Skepsis gegenüber Rettungsversuchen für die angeschlagene deutsche GM-Tochter Opel. Anders als bei Banken würde die Pleite eines Industrie-Unternehmens keine Kettenreaktion auslösen. "In diesem Sinne ist Opel nicht systemrelevant, Porsche ist es nicht und auch nicht Daimler. Das wäre nicht einmal bei Volkswagen der Fall", sagte Verheugen. Immer gebe es Wettbewerber, die in die Lücke springen könnten.
Verheugen dämpft damit mögliche Erwartungen seitens der EU-Staats- und Regierungschefs, die sich am Sonntag zu einem Sondergipfel in Brüssel treffen. Dabei wollen sie den Kampf gegen die Wirtschaftskrise besser abstimmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte ihre Kollegen im Vorfeld zu Geschlossenheit im Kampf gegen die Rezession zu einer raschen Verständigung auf neue Finanzmarktregeln. "Wir dürfen nicht vergessen: Die Wirtschaftskrise ist durch eine massive Finanzkrise entstanden. Die Europäische Union muss geschlossen dafür sorgen, dass sich das nicht wiederholen kann und zwar zügig, denn jetzt ist überall die Bereitschaft zum Handeln Vorhanden", sagte Merkel dem Hamburger Abendblatt. "Wir brauchen eine globale Finanzarchitektur, die durchschaubar ist. Herkunft und Gegenwert von Zertifikaten, Derivaten und anderen Papieren müssen nachvollziehbar sein. Es darf keine weißen Flecken weltweit geben, weder bei Orten, noch bei Produkten oder Akteuren der Finanzmärkte."
In der Diskussion um staatliche Hilfen für angeschlagene Unternehmen wie den Autohersteller Opel verwies die Kanzlerin darauf, dass die Regierung im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets die Mittel für Kredite und Bürgschaften "erheblich um 100 Milliarden Euro aufgestockt" habe. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau werde Unternehmen geholfen, die momentan Schwierigkeiten hätten, Kredite zu erhalten, sagte sie und nannte Kriterien: "Voraussetzung ist, dass das Unternehmen grundsätzlich gesund ist und seine Schwierigkeiten auf die Finanzkrise zurückzuführen sind. Voraussetzung ist dabei stets, dass eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als unser Mandatar einen Antrag auf Hilfe positiv beurteilt." Merkel betonte, dass die Hilfe nicht auf Konzerne beschränkt sei: "Dies alles gilt für kleinere Betriebe genauso wie für große."
- Datum 28.02.2009 - 10:43 Uhr
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Hallo
Zitat aus dem Artikel
*Brüsk hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen die Forderung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy abgewehrt, die EU müsse einen Rettungsplan für die Autoindustrie auflegen: "Wenn Präsident Sarkozy sagen könnte, wo im Gemeinschaftshaushalt Mittel zur Verfügung stehen, die wir in die Automobilindustrie pumpen könnten, wäre ich außerordentlich dankbar", sagte Verheugen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. "Wir haben keinen einzigen Euro für diesen Zweck."*
Zitat Ende
Für wen hält sich der Herr Verheugen das er es sich anmasst einen französischen Präsidenten anzublaffen?
Wie dumm würde ein Herr Verheugen aus der Wäsche gucken wenn Frankreich und Deutschland die EU Zahlungen komplett einstellt um erst einmal die EIGENEN Probleme zu lösen?
Das Geplärre dieses Herrn lässt auch sehr genau darauf schliessen wo seine Prioritäten liegen, alles für die Banken, nichts für den Rest.
Erbärmlich was wir für Kommissare haben, sie werden nicht gewählt und herrschen wie kleine Könige.
Gruss
Rene
"Anblaffen" anprangern und andere Anstandsregeln werden die anstehende Krise ebenso wenig beeindrucken, wie der kaum zu übersehende Drang mancher Politiker, jetzt "schnell noch" für ihre Lobby tätig zu werden ohne das gemeinsame Überlegungen angestellt worden sind, bei denen die Prioritäten zunächst einmal klar gestellt werden, unter denen Entscheidungen sinnvoll sein können.
Auch in Deutschland wäre es höchste Zeit für große runde Tische, wo alle massgeblichen Entscheidungsträger sich über eine gemeinsame Sicht der Lage verständigen und sich auf einen Prioritätenkatalog einigen, der dieser chaotischen Zuschussmanie sinnvolle Bahnen ermöglicht und verhindert, dass Mittel verloren gehen, weil zu spät erkannt wurde, dass die Lücke ein Abgrund war.
Wen, bitte, werter BenediktG, würden Sie denn dafür vorschlagen??
Die Politiker haben durch jahrelanges Nichtstun das Disaster herbeigeführt .
Die Banker haben alle mitgespielt und den Aktionären die Taschen gefüllt - sich selbst natürlich auch - wer also könnte für eine in die Zukunft weisende Regelung "maßgeblich" sein??
Ich will hier garnicht anfangen Namen jener "verbrannten", weil nunmehr disqualifizierten "Entscheidungsträger" zu nennen.
Vielleicht kennen Sie ein paar kompetente Präkarianer??
Mi freundlichen Grüßen
Wendelstein
Kein Staat schafft es, eine Industrie zu retten (was wurde da schon Geld verbrannt, Stichwort Bergbau..)!
WENN die EU es schafft, einzelne Mitgliedslaender und damit ihre gemeinsame Waehrung zu retten, dann hat sie schon was geleistet!
Und sicher glaubt keiner, dass der franzoesische Hanskasper an der Rettung einer anderen als der franzoesischen Autoindustrie gelegen ist : da wuerde dann in frau Merkel wieder die Deutsche aufwachen und es gaebe so lange ein Gefeilsche und Gezerre, bis alle irgendwie bedient sind und wir vor neuen Schulden nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht.
Was ich schon beim Ansatz der Weltwirtschaftskrise absolut nicht verstanden habe,und auch jetzt, mit den von den Einzelnen Regierungen geplanten "Rettungsprogrammen" absolut nicht verstehe ist:
Kann mir ein Mensch auf dieser Welt, glaubhaft und nach vollziehbar erklären,
wieso,weshalb, hochqualifizierte Finanzexperten,Bankmanager, diese Entwicklung nicht voraus sehen konnten?
Noch einmal,- auf der ganzen Welt erstarrte auf einmal die Banken/Kapitalwelt
in Hilflosigkeit.
Und kein ausgebildeter Finanzexperte, obwohl jeden Tag seine hochqualifizierte Tätigkeit, hat dieses
Dilemma vorher gesehen.(?) Weltweit. Merkwürdig.
Kein Wirtschafts,-Handelsminister,-Export/Import Kontrolleure,Bankenaufsichten,
haben Dieses, sich abzeichnende Dilemma erkannt.( ? ! ).
Kann es denn nicht einfach so sein,- ich denke nur mal so,-
das diese ganze "Weltwirtschaftskrise" einem System untergeordnet ist?
Wenn ein System, dann ist die Frage: Welches,- und Warum.
Ich stelle diese Fragen nur mal so in den Raum,möchte ich doch lediglich bewirken,
dass die Menschen,die Bürger,die Steuerzahler,die Finanzierer, endlich mal begreifen was die von ihnen gewählten Volkszer,(sorry) Volksvertreter so alles mit dem ihnen vom Volk gegebenen Vertrauen und damit erreichter Machtbefugnis erwirken/bewirken.
Zum Wohle des Volkes.
Des deutschen Volkes?
Na ja.
"Erst wenn der letzte deutsche Autokonzern untergegangen, der letzte Arbeitnehmer entlassen, der letzte Opel produziert wurde, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann."
.
Ohne Realwirtschaft kein Geld.
Wann begreift das ein Verheugen ?
Die Realwirtschaft ist systemrelevant.
Die Banken, dass sind nur Zahlen und Kontendatensätze die man von einem
Computer und von einer Datenbank zur Nächsten schieben kann.
Das nennt man Migration und dauert nur Mikrosekunden.
Alles nur Bits und Bytes, also Einsen und Nullen.
Wir sind es, die dem Finanzsystem einen Sinn geben müssen.
Aber ohne Realwirtschaft ist das alles nur Unsinn.
Sarkozy hat das begriffen.
Ich habe mal als Kind gelernt, daß im Kapitalismus immer der Stärkere den Schwächeren frißt, wie unter Raubtieren. Da frage ich mich doch, wie ist das mit dieser Krise ?
Ganz einfach, der Stärkere hat nicht den Schwächeren gefressen, nur dessen Geld. Man hat gutes Geld gegen wertlose Papiere eingetauscht, die als ach wie wertvoll angeboten wurden. Als der Schwindel, etwas anderes war es ja nicht, platzte, fing das große Jammern an. Jetzt soll der Staat, sprich Steuerzahler helfen und schlechtem Geld gutes hinterherwerfen. Ob das die Lösung des Dilemmas bringt wage ich zu bezweifeln. Viel mehr sollte man nachvollziehen, wer diese Krise, sprich Katastrophe angerichtet hat und den zur Kasse bitten. Das gute Geld ist ja nicht " verbrannt ", sondern nur in anderen Taschen, nach den Eigentümern dieser Taschen sollte man lieber nicht fragen, dann kriegt man schon ein weiteres Problem.
Von Ostarrichi:
Wenn das EU-Politbüromitglied Vergeugen noch ausführen könnte, warum es zwar Geld im Haushalt für Banken ohne Limit gibt, aber nichts für Produktionsbetriebe, welche Devisen im Export erwirtschaften, das wäre wünschenswert.
Immer mehr kristallisiert sich also heraus, daß die EU nur ein billiger Abklatsch der zusammengebrochenen Sowjetunion ist. Und es wird alles enden wie damals ebendort,
Ostarrichi
(Wien)
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