Pius-Brüder Vatikan verärgert über Williamsons Entschuldigung

Der Papst hatte von dem Bischof einen unmissverständlichen Widerruf verlangt. Jetzt überlegt die EU, juristisch gegen den Holocaust-Leugner vorzugehen

Der Papst ist nicht zufrieden mit der Erklärung von Bischof Williamson

Der Papst ist nicht zufrieden mit der Erklärung von Bischof Williamson

"Auf jeden Fall muss ihm beigekommen werden in der EU", sagte Bundesjustizminister Brigitte Zypries (SPD) am Rande eines Treffens der europäischen Justizminister in Brüssel: Sie reagierte damit auf eine Initiative der tschechischen Ratspräsidentschaft. Justizminister Jiri Pospisil will mithilfe des europäischen Rahmenbeschlusses gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegen den Priester der katholischen Pius-Bruderschaft vorgehen. "Dies könnte eine Handhabe sein", sagte er in Brüssel. "Persönlich halte ich das für möglich, aber darüber muss diskutiert werden."

Entscheidend sei, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den nationalen Gesetzen unter Strafe gestellt seien, fügte Pospisil hinzu. Der Fall Williamson stehe bisher nicht auf der Tagesordnung bei den Beratungen des Ministerrats: "Wir könnten darüber aber in der Zukunft nachdenken." Nach Ansicht Zypries' könnte Deutschland einen Europäischen Haftbefehl gegen Williamson ausstellen. "Grundsätzlich fällt das Delikt unter die Regelung des europäischen Haftbefehls. Das heißt, Deutschland könnte einen solchen Haftbefehl ausstellen."

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Der Vatikan wies die jüngste Erklärung des Holocaust-Leugners am Freitag als vage und unzureichend zurück. "So, wie es aussieht, erfüllt (der Brief) nicht die Bedingungen, die das vatikanische Staatssekretariat gestellt hat", sagte Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi. Außerdem sei das Schreiben des britischen Traditionalisten weder an Papst Benedikt XVI. noch an die zuständige Päpstliche Kommission Ecclesia Dei gerichtet gewesen.

Die mit den Traditionalisten befasste Kommission soll das Schreiben an eine Agentur weitergeleitet haben. Der Vatikan hatte von Williamson vor Wochen einen "absolut
unmissverständlichen und öffentlichen Widerruf" seiner Holocaust-Leugnung verlangt.

Williamson war am Mittwoch aus Argentinien nach Großbritannien zurückgekehrt und hat sich für seine Äußerungen inzwischen entschuldigt : "Es tut mir leid, diese Aussagen gemacht zu haben." Inhaltlich nahm der 58-Jährige jedoch nichts zurück.

Die Worte des Geistlichen wurden offiziell ins Internet gestellt. Auf einer Webseite der Pius-Bruderschaft ist die Erklärung in Englisch, Deutsch und Spanisch zu lesen.

Leser-Kommentare
  1. Das wichtigste Ereignis auf der Welt seit Wochen: was hat ein in Argentinien lebender Pius-Bruder gesagt!!!!
    Das, was die herzen Europas bewegt - live bei der Zeit in mittlerweilen 10 oder wieviel Artikeln?
    Der Kampf gegen Rechts - oder was die 'Zeit' darunter versteht!
    Wäre schön gewesen, wenn in einem ähnlichen Umfang antisemtismus und Rassismus unter Linken und Migranten genauso ausführlich behandelt worden wären, wie dieser dieses alten einzelnen Mannes.

  2. So gaaaanz langsam verkommt die ganze Orige um Herrn W. zur "Lachnummer", auch wenn einem das selbige im Hals stecken bleibt.

    Man kann über solche Typen denken was man will, und wen Herr W. meint, er könne den Holocaust legnen, mein Gott, seit die Menschen von den Bäumen gekommen sind, hat es Genozide gegeben, die aus welchen Gründen auch immer geleugnet oder schöngeredet wurden.

    Und was würde ein "du musst jetzt das sagen, was WIR wollen" Gehampel denn bringen. Selbst bei solchen "Menschen" bleiben die Gedanken frei, auch wenn's wehtut.

    Soll er doch seinen "Glauben" verbreiten!

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    seinen Glauben bzgl. Holocaust verbreiten, weil das nämlich ein Unglauben ist. Seinen Gottesglauben kann er, so Gott will, ja ruhig oder auch weniger ruhig verbreiten ... Halleleluhuja

    seinen Glauben bzgl. Holocaust verbreiten, weil das nämlich ein Unglauben ist. Seinen Gottesglauben kann er, so Gott will, ja ruhig oder auch weniger ruhig verbreiten ... Halleleluhuja

  3. nicht akzeptieren, nicht bei diesem Thema, das ja nun wirklich täglich durch die Medien geht. Da kommt auch ein Geistlicher, der vielleicht nicht ganz so weltoffen lebt wie Andere, dran vorbei.
    Ich habe das Gefühl, dass eine Strafe einem Einschlagen auf einen Gummiball gleichkommt. Hier ist alles verloren und eine Diskussion Zeitverschwendung...

    • th
    • 27.02.2009 um 11:51 Uhr

    in England überhaupt strafbar?
    Soweit ich weiss, gibt es dort ein Recht auf freie Meinungsäußerung auch für die unsinnigsten Meinungen.

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    hat er bis vor kurzem in Argentinien gewohnt! ;)

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte natürlich uneingeschränkt bleiben, nur macht es dennoch einen Unterschied, ob man etwas am Stammtisch, nach dem 5. Bier, kundtut oder ganz bewußt in der Öffentlichkeit, noch dazu in einer Position, die ein gewisses Maß an Verantwortung in sich trägt, zumindest moralisch gesehen.

    Vielleicht schaut er auch bloß auf sein nahendes Ende und wollte, bevor ihm der alles verzeihende Gott in die Arme schließt, nur noch mal in die Zeitung...

    hat er bis vor kurzem in Argentinien gewohnt! ;)

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte natürlich uneingeschränkt bleiben, nur macht es dennoch einen Unterschied, ob man etwas am Stammtisch, nach dem 5. Bier, kundtut oder ganz bewußt in der Öffentlichkeit, noch dazu in einer Position, die ein gewisses Maß an Verantwortung in sich trägt, zumindest moralisch gesehen.

    Vielleicht schaut er auch bloß auf sein nahendes Ende und wollte, bevor ihm der alles verzeihende Gott in die Arme schließt, nur noch mal in die Zeitung...

    • colca
    • 27.02.2009 um 11:55 Uhr

    Hat Frau Zypries zu viel Freizeit oder ist ihr die juristische Eindämmung betrügerischer Finanzspekulationen einfach nur zu anstrengend?

    Williamson hat mit Sicherheit Unrecht.

    Die Leugnung des Holocaust ist in Deutschland strafbar, nicht aber in Argentinien oder Groß Britannien. Insofern sehe ich nicht, inwieweit sich unsere Justizministerin an dieser Kampagne beteiligen muss, die inzwischen inquisitorische Züge annimmt.

    Ich finde, das Recht auf Meinungsfreiheit darf nicht eingeschränkt werden - auch wenn es sich manchmal in ausgesprochen dummen Meinungen äußert.
    Das müssen wir aushalten und widerlegen. Aber nicht verbieten.

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    bei Zypris? Sage Se mal! Sonst alles noch OK bei Ihnen? Halleleluhuja

    bei Zypris? Sage Se mal! Sonst alles noch OK bei Ihnen? Halleleluhuja

  4. hat er bis vor kurzem in Argentinien gewohnt! ;)

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte natürlich uneingeschränkt bleiben, nur macht es dennoch einen Unterschied, ob man etwas am Stammtisch, nach dem 5. Bier, kundtut oder ganz bewußt in der Öffentlichkeit, noch dazu in einer Position, die ein gewisses Maß an Verantwortung in sich trägt, zumindest moralisch gesehen.

    Vielleicht schaut er auch bloß auf sein nahendes Ende und wollte, bevor ihm der alles verzeihende Gott in die Arme schließt, nur noch mal in die Zeitung...

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    Das mit dem "Recht" auf freie Meinungsäusserung würde ich aber gerne ohne Limiten umgesetzt, nicht interpretiert, sehen. Am Stammtisch reicht bei weitem nicht aus um diesem "Recht" genüge zu tun... Was nützt das? Wenn "niemand" zuhört ist das Recht bereits zum Tode verurteilt...

    Ausserdem würde ich diesen Herrn einfach weiter machen lassen und verlasse mich auf die Intelligenz der Zuhörer...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Das mit dem "Recht" auf freie Meinungsäusserung würde ich aber gerne ohne Limiten umgesetzt, nicht interpretiert, sehen. Am Stammtisch reicht bei weitem nicht aus um diesem "Recht" genüge zu tun... Was nützt das? Wenn "niemand" zuhört ist das Recht bereits zum Tode verurteilt...

    Ausserdem würde ich diesen Herrn einfach weiter machen lassen und verlasse mich auf die Intelligenz der Zuhörer...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  5. Es wird gar nicht strafbar sein nach juristischen nationalen Recht - einfach deshalb, weil dort, wo er die entsprechenden Äußerungen getätigt hat, also dort, wo z. b. die Filmaufnahmen dieses Interview geschahen, es aller wahrscheinlichkeit nicht strafbar war. Was nun versucht wird ist über die EU etwas zu konstruieren, nach dem nachträglich dies davnn nach EU-recht strafbar gewesen sei.
    So zumindest habe ich den Artikel hier verstanden.

    @ VitaminL

    "..das ja nun wirklich täglich durch die Medien geht."
    kann Williamson etwas dafür - oder sind es andere, die darauf herumreiten als wenn es sonst keine probleme mit radikalen strömungen und äußerungen gäbe?

    Was bereitet ihnen persönlich mehr 'Bauchschmerzen' bzl. Antisemitismus: Ein alter Knacker namens Williamson, der meint seinen unqualifizierten Senf über die Gaskammern in Ausschwitz und Co. abölassen zu müssen, oder Demonstantionen in Europa, auf denen 'Juden ins Gas' geschriehen wird?

    Mir persönlich bei weitem das letztere. Wenn es ihnen ähnlich gehen sollte: dann schauen sie einmal wieviele Artikel z. b. in der 'Zeit' zu beiden Themen veröffentlicht wurden/werden.

    Und da 'passt' etwas nicht, gewaltig nicht - wenn es doch gegen antisemitismus gehen soll - dies ist mein Eindruck dabei.

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    Die, die da auf die Straße gehen, kann man zum Großteil als gehirnlose Mitläufer klassifizieren. Das ist, trotz aller Verwerflichkeit, einordenbar. Die haben ihren unmissverständlichen Standpunkt.

    Aber ein Herr Williamson, dem man ja doch etwas Geist zusprechen möchte, weiß ganz genau, was er sagt und welche Wirkung es haben wird. Solche Menschen finde ich aufgrund ihrer Vorbildfunktion, in welchen Bereichen auch immer, viel gefährlicher. Dass es jemand aus den Reihen der Kirche ist, macht die Sache noch perfider...

    Das Interview wurde zwar im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt, wurde aber in der der Nähe von Regensburg geführt. So weit ich weiß, kann er in Schweden dafür nicht rechtlich belangt werden. In Deutschland allerdings schon. Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat sich dann ja auch ziemlich schnell eingeschaltet. Insofern müsste erst gar nichts konstruiert werden, weil er ganz klar gegen nationales Recht verstoßen hat.

    Die, die da auf die Straße gehen, kann man zum Großteil als gehirnlose Mitläufer klassifizieren. Das ist, trotz aller Verwerflichkeit, einordenbar. Die haben ihren unmissverständlichen Standpunkt.

    Aber ein Herr Williamson, dem man ja doch etwas Geist zusprechen möchte, weiß ganz genau, was er sagt und welche Wirkung es haben wird. Solche Menschen finde ich aufgrund ihrer Vorbildfunktion, in welchen Bereichen auch immer, viel gefährlicher. Dass es jemand aus den Reihen der Kirche ist, macht die Sache noch perfider...

    Das Interview wurde zwar im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt, wurde aber in der der Nähe von Regensburg geführt. So weit ich weiß, kann er in Schweden dafür nicht rechtlich belangt werden. In Deutschland allerdings schon. Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat sich dann ja auch ziemlich schnell eingeschaltet. Insofern müsste erst gar nichts konstruiert werden, weil er ganz klar gegen nationales Recht verstoßen hat.

  6. Ja, Frau Zypries, Sie lesen richtig:

    Misten Sie erst einmal unser antiquiertes und vom Grundgesetz her fehlerhaftes Rechtssystem aus.

    Sie sollten sich lieber darum kümmern, dass im Bereich des Arbeitsrechtes ebenfalls die Unschuldsvermutung eingeführt wird, solange es keine schlüssigen Beweise gibt.
    Dann würden dem deutschen Steuerzahler in den nächsten 15 Jahren mehr als über 50.000 € Euro an Sozialhilfe erspart bleiben und das nur, weil eine Verkäuferin angeblich einen Flaschenbon im Wert von 1,30 € unterschlagen haben soll.

    Aber Sie sind doch nicht einmal in der Lage, dass unser Rechtssystem die unrühmlichen Vergangenheiten der Deutschen Politik und Wirtschaft seit 1933 bis heute, die sich westlich und östlich der Elbe zugetragen haben, ordentlich aufarbeitet, geschweige juristisch zu einem vernünftigen Ende bringt.

    Tun Sie mir bitte einen Gefallen, halten Sie den Mund, was diesen Pfaffen betrifft, und kümmern Sie sich erstmal um die inneren Probleme Deutschlands.

    Oder sind Sie sauer auf Ihre Chefin, die in den letzten Jahren mehr in der Welt herum gereist ist als Sie und Ihnen keine Souvenirs von ihren Ausflügen mitgebracht hat?

    In Deutschland gibt es noch genug kleine und große WILLI(amson)S!!!

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    Denken! Hallelelujuhuha

    immer wenn ich ablenken will, dann mache ich einen Nebenkriegsschauplatz auf, der zwar nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun hat, aber schön die Aufmerksamketi auf sich zieht.

    Denken! Hallelelujuhuha

    immer wenn ich ablenken will, dann mache ich einen Nebenkriegsschauplatz auf, der zwar nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun hat, aber schön die Aufmerksamketi auf sich zieht.

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