Afghanistan Obamas Antwort auf den Taliban-Terror

Die USA seien momentan nicht in der Lage, den Afghanistan-Krieg zu gewinnen, sagt Präsident Barack Obama. Eine neue Strategie und mehr Soldaten sollen den Sieg bringen

01-Afghanistan

Neue Freunde gesucht: Amerikanische Soldaten sollen mit moderaten Taliban zusammenarbeiten, um al-Qaida zu besiegen

Seit Monaten werden die Taliban in Afghanistan stärker. Sie verüben Anschläge auf die afghanische Polizei und ausländische Truppen, sie erobern neue Gebiete und erschießen angebliche Freunde der Amerikaner. Der US-Armee und ihren Verbündeten gelingt es nicht, die Taliban dauerhaft zurückzuschlagen.

Das Hauptziel der Attentäter bleibt jedoch die internationale Afghanistan-Schutztruppe (ISAF): Vor einer Woche starben drei Soldaten der ISAF bei der Explosion einer versteckten Bombe. Ende Februar töteten Aufständische drei britische Soldaten. Und mit dem Angriff auf Regierungsgebäude in Kabul im Februar bewiesen die Taliban, dass sie überall im Land zuschlagen können.

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Präsident Barack Obama hat nun gegenüber amerikanischen Journalisten eingeräumt, dass die USA momentan nicht in der Lage seien, den Krieg in Afghanistan zu gewinnen. "Unsere Truppen machen in einer sehr schwierigen Situation einen außerordentlichen Job. Aber wir haben in den vergangenen Jahren eine Verschlechterung der Lage erlebt", sagte Obama der Tageszeitung New York Times . Die Taliban seien dreister als jemals zuvor. Seine Regierung wolle verhindern, dass Afghanistan erneut ein Rückzugsgebiet für Terroristen wird.

Obama kündigte eine neue Taktik im Kampf gegen den Terror am Hindukusch an. Um ein zweites Vietnam zu verhindern, setzt er auf eine Strategie, die bereits im Irak Erfolge gebracht hat. In Vietnam hatten die militärisch überlegenen USA den Krieg gegen kommunistische Guerilla-Truppen verloren. Von Alaska bis Texas hatten Tausende gegen den Krieg, der Tausenden US-Soldaten und vietnamesischen Zivilisten den Tod brachte, demonstriert.

Die USA wollen nun mit moderaten Taliban verhandeln, die bislang von den GIs bekämpft wurden. Die USA versuchen so, einen Keil zwischen Islamisten und al-Qaida zu treiben. Die Annäherung werde "Leute einschließen, die wir als Fundamentalisten betrachten", sagte Obama.

Zwar sei die Lage in Afghanistan komplizierter als im Irak. Dennoch "könnte es vergleichbare Chancen in Afghanistan und in der Region Pakistan geben", die Sicherheit zu verbessern. Seitdem die amerikanischen Truppen im Irak mit sunnitischen Milizen zusammenarbeiten, sank dort die Anzahl der Terroranschläge und Morde. Die veränderte Taktik im Irak war so erfolgreich, dass die US-Regierung eine Reduzierung der Soldatenzahl im Irak verkünden konnte. Den Rückzug der Kampftruppen aus dem Irak nutzt Obama nun, um die Anzahl der Soldaten in Afghanistan zu erhöhen. Weitere 17.000 Soldaten entsendet das Pentagon nach Afghanistan.

Leser-Kommentare
    • kkr
    • 09.03.2009 um 15:28 Uhr

    läßt sich als Stil für Obama erkennen. Umso besser können auch für alle Seiten Lösungen gefunden werden.

    Insgesamt ist die Herangehen Obamas richtig, denn die Afghanen wollen wohl auch so leben und da hat ein Aggressor schlechte Karten.

    Die Alternative wäre die Eskalation der Gewalt oder das Schaffen eines "Eisernen Vorhangs" zu Pakistan oder Teilen von Afghanistans. Die würde aber keine Frieden bringen sondern nur weiteren Hass schüren.

  1. Nun erkennt also auch der "neue" Heiland (the big money spender) in den USA - genau wie die Sowjets - dass ein Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist und will mit den gemässigten Taliban Gespräche führen. Diese werden nutzlos sein, denn die Taliban hassen die Amerikaner! Nicht umsonst führte Osama bin Laden mit der Al Qaida den Terroranschlag vom 1. September 2001 durch (siehe auch: Lawrence Wright "Der Tod wird Euch finden - Al-Qaida und der Weg zum 11. September"). Aber offensichtlich führte das nicht zum Erwachen in den USA, denn die Weltwirtschaftskrise, unter der nun viele Menschen auf der ganzen Welt zu leiden haben, begann an der WALLSTREET in NEW YORK! Und ich verstehe die ehemaligen Gefangenen von GUANTANAMO, die sich wieder als Kämpfer den Taliban angeschlossen haben.

    Herzliche Grüsse aus Hildesheim!

    Klaus Metzger

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    Die USA hat erst die Gründung der Taliban ermöglicht. In dem man die Mudschahedin mit Waffen, Geld und Informationen versorgt hatte. Genauso wie die Taliban jetzt wurden über 80000 Mudschahedin in Pakistanischen lagern ausgebildet.

    Die USA hat erst die Gründung der Taliban ermöglicht. In dem man die Mudschahedin mit Waffen, Geld und Informationen versorgt hatte. Genauso wie die Taliban jetzt wurden über 80000 Mudschahedin in Pakistanischen lagern ausgebildet.

  2. schon von Taliban geköpft!

    Talibansprecher schlägt Obamas Gesprächsangebot schroff aus

    "Obama hat gesagt, er wolle sich an gemäßigte Taliban wenden", sagte der Sprecher, "doch solche Taliban gibt es nicht in Afghanistan".
    http://www.spiegel.de/pol...

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    mit gemäßigtem Islamismus haben die Taliban so viel zu tun,
    wie die US Army mit Menschenrechten.

    Dabei fällt mir gerade auf,....
    ist eigentlich erstaunlich, dass die sich so schlecht verstehen.
    ;-)

    http://www.hartz-aber-lus...

    mit gemäßigtem Islamismus haben die Taliban so viel zu tun,
    wie die US Army mit Menschenrechten.

    Dabei fällt mir gerade auf,....
    ist eigentlich erstaunlich, dass die sich so schlecht verstehen.
    ;-)

    http://www.hartz-aber-lus...

  3. Das Problem ist meines Erachtens, dass konventionelle Armeen Kriege gegen Guerillas nicht gewinnen können - es sei denn, sie legen alles in Schutt und Asche.

    So ist wohl der Versuch, mit den "gemäßigten" Talliban zu sprechen - was ja wohl verhandeln bedeuten soll - eine Ausflucht, vielleicht eine notwendige, um irgendwann sagen zu können: Den Rest macht ihr alleine. Und dann schnell weg, bevor es zu offensichtlich ist, dass der ganze Feldzug fehl schlug.

    Aber die Frage bleibt: Wie sich gegen Diktatoren wehren, die sich mit Hilfe von Guerillatruppen an die Macht kämpfen?

    M. Flöger

  4. Die USA hat erst die Gründung der Taliban ermöglicht. In dem man die Mudschahedin mit Waffen, Geld und Informationen versorgt hatte. Genauso wie die Taliban jetzt wurden über 80000 Mudschahedin in Pakistanischen lagern ausgebildet.

  5. 6. #4

    Aber die Frage bleibt:Wie sich gegen Diktatoren wehren, die sich mit Hilfe von Guerillatruppen an die Macht kämpfen?

    Afghanistan zählt zu den ärmsten Staaten der Welt, das BIP liegt bei geschätzten 20 Milliarden Dollar (Stand 2003).

    Erstaunliche 67% der Bevölkerung sind aber in der Landwirtschaft tätig, obwohl nur 6% des Landes landwirtschaftlich nutzbar sind.
    Wie geht das zusammen?

    Afghanistan wird vom Schmuggel beherrscht, dem Opium Handel, der 2006 rund46 Prozent des BIP ausmachte. Die Anbaufläche für Mohn stieg nach angeblicher Beseitigung des Taliban-Regimes 2006 um 60 Prozent.
    Es wurden lt. UN 6.000 Tonnen Opium geerntet, 92 Prozent der gesamten Weltproduktion. Und das nachdem die Taliban angeblich beseitigt wurden, und die Amerikaner im Land sind.

    Der Straßenverkaufswert o.g. Produktion liegt in den USA bei fast 40 Mrd. Dollar.
    Ein gigantisches Business.
    Keine „Sau“, wie man so schön sagt, will noch Weizen anbauen, Schlafmohn wird 10mal besser bezahlt.

    Und drei mal dürfen Sie raten, womit die Guerillas nun eigentlich ihre Waffen bezahlen?
    Richtig, mit dem Drogengeld.
    Und wer ist der wichtigste Drogenabnehmer?
    Auch richtig, die USA.

    Und nun zählen Sie 1 und 1 zusammen…

  6. Und wenn Sie mal wissen wollen (abgesehen vielleicht von sog. künstlerischen Freiheiten), wie man in den USA Kriege „bastelt“, dann schauen Sie sich mal

    „Der Krieg des Charlie Wilson“

    an.

    Und selbst wenn man das für eine absolute Parodie halten will, das Quäntchen Wahrheit, was drin steckt, ist erschreckend…
    Aber es soll ja eine "True Story" sein...

  7. "In amerikanischen Sicherheitskreisen hieß es zuletzt öfters, dass die neue US-Regierung nicht länger Hamid Karsai stützen wolle und nach einem Nachfolger suche."

    Aber dies ist nicht das einzige Ergebnis von unserer tollen Idee
    die "Demokratie" an den Hindukusch zu exportieren;

    - Ein von den Taliban kontrolliertes Land (außer Kabul?)
    - Der Drogenanbau hat sich vervielfacht, auch wenn es im Jahr
    2008 durch Sättigung des Weltmarkts zur Stagnation gekommen ist.
    ( Dies wird uns gerade in den Medien, als Erfolg der Intervention verkauft.
    Einfach mal googeln und lachen!)
    -Eine durch unsägliches Leid fanatisierte Bevölkerung.
    - Milliardenausgaben für Rüstungsgüter, statt für Lebensmittel.
    - Traumatisierte US Soldaten, deren Krankenhäuser geschlossen werden und denen oft eine adäquate Behandlung aus Kostengründen verweigert wird.
    - Eine Marionettenregierung in Kabul, ohne jeden Rückhalt in der Bevölkerung.
    -Private Sicherheitsdienste mit der Lizenz zu töten, die immer wieder Unschuldige
    ermorden.
    -Ein Land in dem das Bildungs_ und Gesundheitswesen zusammengebrochen ist.

    Der Erfolg:
    Ein Riesengeschäft für die Rüstungs,- und Ölindustrie, die Herrn Obamas
    Wahlkampf nicht unwesentlich finanzierten.

    Obamas Vorschlag;
    Yes, we can!
    Mehr Soldaten nach Afghanistan.

    Noch Fragen?
    Ich nicht!

    http://www.hartz-aber-lus...

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