Finanzmärkte Die Kurse werden weiter fallen
Regierungen und Notenbanken geben Milliarden aus, um Wirtschaft und Börsen zu stützen. Die Stimmung an den Märkten aber lässt keine Trendwende erwarten

© YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images
Die Weltbörsen im freien Fall: Am Montag fiel der Nikkei in Tokio so tief wie seit mehr als 26 Jahren nicht. Das Bild zeigt einen Tokioter Fußgänger vor einer Kurs-Anzeigetafel
Vom neuen US-Präsidenten Obama erhofften sich viele eine schnelle, beherzte Lösung der Finanzkrise. Sie wurden enttäuscht. Die Börse spiegelt das deutlich wider: Seit Obamas Amtseinführung fiel der Dow Jones um 20 Prozent. Das ist ein neuer Negativrekord. In den vergangenen 90 Jahren gab es keinen Präsidenten, den der Aktienmarkt so pessimistisch begrüßte. Vor allem aber kam der Verlust innerhalb weniger Wochen, so schnell wie selten zuvor.
Auch die Kursrückgänge seit Jahresanfang haben es in sich. Der Dow Jones und der S&P 500 haben in den vergangenen Wochen ein Viertel ihres Wertes verloren. Der Februar war der schlechteste Februar, der jemals verzeichnet worden ist. Man kann von Glück sagen, dass er nur 28 Tage hatte.
Seltsamerweise scheint das niemanden zu erschüttern. Die Volatilitätsindizes haben sich zuletzt kaum verändert – dabei sind die Kurse auf die tiefsten Stände seit 1996 gefallen. Sentimentindikatoren zeigten in den vergangenen Tagen zwar eine leicht wachsende Angst. Aber sie ist den Tiefstständen überhaupt nicht angemessen.
Einzelne Branchen hat der Kursrutsch besonders hart getroffen. Das gilt vor allem für den Bankensektor. Die Aktie der Citigroup, ehemals die Bank mit der größten Börsenkapitalisierung der Welt, ist in der vergangenen Woche auf unter einen Dollar gefallen, ein Pennystock quasi. Damit ist das Unternehmen insgesamt nur noch etwas über fünf Milliarden Dollar wert. Das reicht nur noch für einen Platz im Mittelfeld der Bankenbranche.
Zugleich ist das Handelsvolumen sehr gering. Die Deutsche Börse meldete jüngst, dass ihre Umsätze im Februar etwa 50 Prozent unter jenen des Vorjahresmonats lagen. Das ist symptomatisch für die Situation, denn es zeigt, wie verunsichert die Anleger sind.
Menschen fühlen sich wohl, wenn sie das Gefühl haben, eine Situation kontrollieren oder zumindest verstehen zu können. Dann sind sie auch bereit zu handeln. Das ist aber offensichtlich derzeit nicht der Fall. Die Regierungen schnüren ein Rettungspaket nach dem anderen, die Notenbanken verschenken ihr Geld nahezu zum Nulltarif, eine Bank nach der anderen wird mit Milliardenbeträgen gestützt – die Kurse aber fallen immer weiter.
- Datum 10.03.2009 - 10:39 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Bodenbildung", wenn ich das schon lese ... da denke ich direkt an "Widerstandslinie", "Kauf/Verkauf-Signal", "Kopf-Schulter-Formation" - Finanzmathematiker sind in der inzwischen verfluchten Kaste der Bänker wirklich der Bodensatz ...
Solange man die Schuldenblase mit noch mehr Schulden ("Konjunkturpakete", "Rettungsschirme") bekämpft, also Feuer mit Öl löschen möchte, wird nichts besser.
Ich tippe auf einen DAX von 2500 Spätsommer/Herbst diesen Jahres - und globale Staatspleiten inklusive sozialer Unruhen und Währungsreformen nächstes Jahr. Wer hält dagegen?
wenn sie das Gefühl haben, eine Situation kontrollieren oder zumindest verstehen zu können."
Wenn nicht schreiben sie substanzlose Börsenberichte für ZEIT-Online?
Wer, welcher "Investor" hat denn wirklich von Obama "eine schnelle, beherzte Lösung der Finanzkrise" erwartet? Wenn Börsianer und diejenigen, die Börsenberichte schreiben tatsächlich an Wunder glauben, wäre es besser sie hängten ihren Job an den Nagel und gingen ins Kloster.
Nachdem die westlichen Regierungen und Notenbanken jetzt einen zweistelligen Billionen Betrag ins Finanzsystem gepumpt haben, ohne damit einen Erfolg zu erreichen, kann es nur heißen:
Konkursverfahren für das gesamte Finanzsystem.
Abschreiben sämtlicher spekulativen Titel wie Derivate, Sicherstellung des "normalen" Bankgeschäfts mit Geschäfts- und Privatkunden durch die Regierungen. Die Politik ergänzt das ganze noch durch eine New Deal Politik auf Weltmaßstab, so wie es der US-Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche bereits seit Jahren fordert.
"Der mutmaßliche Erpresser hat ein umfassendes Geständnis abgelegt."
Der Staatsanwalt hat 9 Jahre beantragt.
Wie lange ist man ein MUTMASSLICHER Erpresser? Muss die ZEIT wirklich auf das Urteil warten?
bin auch vollkommen der meinung dass es noch zu viele Scheinoptimisten gibt. Auch die Medien tragen einiges dazu bei in denen manchmal schon von kaufgelegenheiten die rede ist. die trendwende wird erst eintreten wenn alle, wirklich alle die börse verfluchen! der 2. teil des artikels könnte fast von kostolany sein... ;))
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