Aktienmärkte General Motors lässt Börsen einbrechen

In New York sind die Börsen tief in die Verlustzone gestürzt, der Dow Jones auf den tiefsten Stand seit 1997. Der japanische Aktienmarkt folgte prompt

Schlechte Stimmung an der Wall Street: Der Dow-Jones-Index schloss auf dem tiefsten Stand seit fast elf Jahren

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 4,1 Prozent auf 6594 Punkte nach. Wesentlichen Anteil daran trug der von der Wirtschaftskrise gebeutelte US-Autohersteller General Motors (GM), der seine eigene Überlebensfähigkeit infrage stellt.

Vor Börsenbeginn hatte das Unternehmen mitgeteilt, möglicherweise Gläubigerschutz nach US-Recht anmelden zu müssen, falls es seine Verluste nicht in den Griff bekomme. Auch Bankentitel gerieten erneut reihenweise in den Abwärtssog.

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Im Handelsverlauf pendelte der Dow zwischen 6874 und 6544 Punkten. Bei den Einzelwerten gehörten GM-Aktien zu den größten Verlierern mit einem Minus von über 15 Prozent.

Der breiter gefasste S&P-500 verlor 4,3 Prozent auf 682 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um vier Prozent auf 1299 Punkte und schloss damit so tief wie seit März 2003 nicht mehr. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von fünf Prozent bei 3695 Punkten aus dem Handel und gab damit seinen Vortagesgewinn fast komplett ab.

Besonders Finanzaktien gerieten unter Druck. Der Kurs der Citigroup fiel um mehr als zehn Prozent unter den Wert von einem Dollar. Das angeschlagene Geldhaus muss Markit Intraday zufolge mehr Geld zur Absicherung seiner Schulden in die Hand nehmen. Die Anteilsscheine der Bank of America fielen um rund zwölf Prozent, die von JPMorgan um 14 Prozent. Die in New York gelisteten Papiere der britischen Großbank Barclays rauschten sogar um 29 Prozent in die Tiefe.

Im Sog der Wall Street stürzten die Kurse an der Börse in Tokio am Freitag nach einer zweitägigen Erholung wieder deutlich ab. Nach der Mitteilung von GM hätten auf breiter Front Verkäufe eingesetzt, berichteten Händler. Zudem belastete die Citigroup-Entwicklung.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit 3,5 Prozent im Minus bei 7173 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 2,7 Prozent auf 721 Punkte.

Die Aktie der Monex Group verloren 7,4 Prozent, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, Citigroup wolle seinen 26-prozentigen Anteil an dem Online-Broker verkaufen. "Die Sorgen über den Zustand der Finanzmärkte sind in Amerika und Europa wieder aufgebrochen", sagte ein Händler.

Auch Exportwerte wie Honda und Toyota verloren 4,9 beziehungsweise 2,9 Prozent. Die Aktie des Elektronikkonzerns TDK gab 5,8 Prozent nach.

 
Leser-Kommentare
  1. Verlustzone für die Investoren, Spekulanten, Aktionäre, Hedgefonds, Private Equity... also alle diejenigen die in den vergangen +10 Jahren Mrd. aus den Unternehmen rausgesaugt haben.... und Nein, ich rede hier nicht von den 1000' von Kleinaktionären von denen sich etliche von ihren Bankberatern über den Tisch haben ziehen lassen... Wie gehabt, das ganze Kapital ist ja nicht verschwunden. Nein, vielemehr liegt der grösste Teil aus den vergangen +10 Jahren friedlich in irgendwelchen Steuroasen und wartet auf die nächste beste Gelegenheit sich wieder für Spekulationen zur Verfügung zu stellen.

    Interessant auch, das selbst Unternehmen die bereits Mrd. an Kapital und Bürgschaften vom Staat erhalten habe immer noch frei gehandelt werden. Warum das? Selbst Kurse von weniger als 1 Euro sind da noch reinste Fantasiepreise. Sollten die nicht schon längst unter staatlicher Kontrolle sein und die einstige, viel zu kurzfristige, spekulative Finanzierungsstruktur gezielt auf eine solidere Basis gestellt werden?

    Zudem, warum stoppt man den Börsenhandel nicht einfach und öffnet die Tore 1x die Woche so das die Hektik der speukulativen Fehlentscheidungen gebremst wird? Die Börsenkurse reflektieren immerhin nur zum Teil wie gesund ein Unternehmen ist. Die aktuellen Bewegungen an der Börse sind lediglich Versuche aus den Kursschwankungen noch Kapital zu schlagen...

    Akzeptiert endlich das die bisherige Basis des Neoliberalen Finanzierens, Handelns und Wirtschaftens an ihrem Ende angelangt ist und reformiert das Finanz und Welthandelssystem in dem alle Neoliberalen Fantasien aus den Regeln eliminiert werden...

    Es war halt doch Dumm die stetig sinkenden Einkommen und den imaginären Wohlstand durch Kredite zu ersetzen...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Liebe Zeit.de, bitte geht mal etwas mehr mit der "Zeit" - in so einen Beitrag gehört eine Slider-Box in der man sich bequem die Kurse anschauen kann (also graphisch) - am oberen Ende Karteireiter zu den verschiedenen im Artikel genannten Kurse.

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