Terroranschlag Premierminister Brown zeigt Flagge in Nordirland
Flammt der alte Konflikt wieder auf? Großbritanniens Premier Brown hat nach dem tödlichen Anschlag der Wahren IRA auf britische Soldaten den Tatort in Nordirland besucht

© Peter Muhly/AFP/Getty Images
Suche nach Spuren, Suche nach den Tätern: Ermittler stehen am Eingang der Kaserne in Nordirland, wo am Samstag zwei Soldaten erschossen wurden
Der britische Premierminister Gordon Brown ist zusammen mit seinem Nordirlandminister zum Militärstützpunkt Massereene nördlich von Belfast gereist. Dort waren zwei britische Soldaten am Samstag bei einem Angriff getötet worden . Brown kündigte an, die "Mörder vor Gericht zu bringen". Im Anschluss will er mit der nordirischen Koalitionsregierung zu Krisengesprächen zusammenkommen.
Inzwischen hat sich die pro-irische Splittergruppe "Wahre IRA" zu dem Anschlag bekannt. Sie habe die Soldaten angegriffen, weil sie Irland immer noch "besetzten". Die beiden Pizza-Boten, die bei der Bluttat schwer verletzt wurden, hätten mit den Briten "zusammengearbeitet". Die beiden Soldaten waren aus einem Autos heraus erschossen worden, als sie eine Pizza-Lieferung in Empfang nahmen.
Unterdessen geht die Suche nach den Tätern weiter. Innenministerin Jacqui Smith sagte, es sei wichtig, dass "wir diese Leute kriegen". Genauso wichtig sei aber, dass die große Mehrheit der Bevölkerung in Nordirland am Frieden und am politischen Prozess festhalten wolle.
So hatten auch alle politischen Parteien den schwersten Anschlag seit dem Friedensabkommen vor elf Jahren verurteilt - darunter auch die republikanische Sinn-Fein-Partei, die in der Vergangenheit stets Extremisten unterstützt hatte. Der Vize-Ministerpräsident von Nordirland und frühere Führer der IRA, Martin McGuinness, rief die Extremisten auf, ihre Kampagne einzustellen.
Die "Wahre IRA" spaltete sich 1997 von der Provisional IRA ab, als diese die Waffengewalt einstellte. Die Extremistengruppe setzt sich für eine Trennung Nordirlands von Großbritannien und für eine Vereinigung mit der Republik Irland ein. Auf ihr Konto geht auch der schwerste Anschlag des Nordirlandkonflikts in der Stadt Omagh im August 1998. Damals starben 29 Menschen, Hunderte wurden verletzt.
Insgesamt kamen in dem Konflikt zwischen pro-britischen Protestanten und republikanischen Katholiken seit den sechziger Jahren mehr als 3500 Menschen ums Leben.
- Datum 10.03.2009 - 06:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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